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MacPaw Moonlock im Test: Mac-Sicherheit leicht gemacht

Unsere Erfahrungen mit Moonlock

Sicherheitslösungen auf dem Mac sind Schlangenöl? Nicht unbedingt: Es gibt auch auf dem Mac Probleme mit Sicherheit, Malware, Scam und nicht zuletzt Angriffen aus dem Netz. MacPaws Moonlock will dem Einhalt gebieten. Wir haben geprüft, ob sich die Software lohnt.

💡 Das Wichtigste in Kürze
  • Einsteigerfreundliche Security-Suite: Moonlock bietet eine anfängerfreundliche Oberfläche und verständliche, auf Laien zugeschnittene Hilfen.
  • Dezenter Virenscanner: Das Antiviren-Tool arbeitet ressourcenschonend (unter 2 % Systemlast bei M5-Macs) und verzichtet auf Panikmache.
  • Integriertes VPN: Das integrierte ClearVPN überzeugt als einfaches, effizientes Extra zum Verschleiern der IP-Adresse.
  • Schwache Zusatzfeatures: Der Netzwerk-Wächter und der KI-Betrugswächter schwächeln im Detail.
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Braucht man unter macOS einen Virenscanner oder eine Sicherheitssuite? Die Meinungen gehen da auseinander: Einerseits legt Apple schon beim Betriebssystem-Design Wert auf die Sicherheit am Mac. Zudem hat macOS weltweit bei den Desktop-Betriebssystemen nur einen Marktanteil von knapp 15 Prozent. Beides macht den Mac für Malware-Programmierer relativ uninteressant.

Andererseits gibt es natürlich eine Vielzahl befallener Dateien, die ein Mac – auch ohne selbst betroffen zu sein – weitergeben könnte. Und es gibt weitere Sicherheitsrisiken jenseits von Viren und Trojanern: Etwa fehlende Privatsphäre beim Surfen ohne VPN oder Apps, die ungefragt Daten nach Hause senden – und nicht zuletzt Sicherheitslücken, die macOS durch sein Design oder Nutzer-Einstellungen möglicherweise offen lässt. Und dann ist da noch das wohl größte Problem: Phishing und Betrugsversuche, die per E-Mail in den Posteingang flattern und für Sicherheits-Software immer eine Herausforderung darstellen.

In Sachen Hardware-Ressourcen hält sich Moonlock sehr zurück.

(Bild: Screenshot)

Moonlock: Sicherheitssuite mit Virenschutz und VPN

Die ukrainische Softwareschmiede MacPaw – seit Jahren zuverlässiger Mac-Software-Lieferant und bekannt für CleanMyMac (Test) oder die Software-Flatrate SetApp – liefert mit Moonlock* eine äußerst benutzerfreundliche Sicherheitslösung. Die sowohl im Abo (ab umgerechnet 3,90 Euro / Monat) oder als Einmalkauf (etwa 130 Euro) erhältliche Software verspricht, den Mac zusätzlich zu den in macOS integrierten Funktionen vor Bedrohungen zu schützen. Das ist vor allem für User wichtig, die sich nicht mit den Feinheiten des Unix-Unterbaus des Macs auskennen und mit dem Gerät einfach sicher arbeiten wollen.

In der Suite enthalten sind ein Mac-Virenscanner samt Echtzeitschutz, ein VPN, ein Netzwerk-Wächter und ein Systemschutz. Zudem gibt ein „Sicherheitsberater“ in der Software Tipps, wie Mac-Nutzer mit dieser und jener Bedrohung umgehen sollten und wie ihren Mac, ihre Benutzerkonten im Web und nicht zuletzt ihre persönlichen Daten schützen. Es gibt zudem einen „Betrugsdetektor“, der mit KI bei der Erkennung von Phishing-Versuchen helfen soll. Die Funktion war zum Testzeitpunkt als Beta in der Software und wurde noch nicht aktiv beworben.

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Dezenter Virenscanner für den Mac

Verpackt ist das Ganze in eine sehr bunte und bisweilen verspielte wirkende Oberfläche. Dennoch sind die Funktionen des Tools sauber gegliedert, leicht auffindbar und die Bedienung ist ein Kinderspiel. Die Einrichtung ist mit bunten Comicbildchen illustriert und gibt der Software direkt einen sympathischen Touch.

Das Antivirus-Tool ist mächtig, aber verbreitet keine Panik.

(Bild: Screenshot)

Nach der Einrichtung tritt der Virenscanner in Aktion, der Dateien bei Benutzung im Hintergrund auf Schädlinge absucht. Dabei wird der Download-Ordner geprüft und jede Datei, die geöffnet wird. Moonlock verhält sich dabei im Vergleich zu anderen Antivirus-Lösungen äußerst dezent: Selbst bei größeren Datei-Aktionen steigt die Systemlast durch den Scan auf einem aktuellen M5-Mac keine zwei Prozent an.

Einfache Bedienung ohne Panikmache

Der Virenscanner ist für den manuellen Scan zudem sehr einfach gehalten: Es gibt zwei Betriebsmodi, „Ausgewogen“ und „Tief“. Mit einem Klick auf „Analysieren“ wird das System durchgecheckt, wobei der „Tief“-Modus auch Mailboxen und andere tiefere Systemdateien überprüft. Dabei werden auch die Systemordner nicht ausgelassen. Auch das geht flott, steigert die Systemlast dann aber doch bis zur Vollauslastung eines Prozessorkerns.

Fördert Moonlock dabei Schadsoftware zutage, wird diese in Quarantäne geschickt und auf Wunsch zur weiteren Analyse an MacPaw übermittelt. Ein solcher vollständiger Tiefenscan ist allerdings nur notwendig, wenn Verdacht auf einen Befall besteht. Bei Bedarf können aber auch Einzelobjekte – Dateien und Ordner – gescannt werden. Moonlight schafft das auch ohne Weiteres auf Netzwerk-Freigaben, etwa in einem NAS-Ordner, was praktisch ist. Zudem spart sich der Virenscanner die sonst in diesem Business übliche Panikmache beim User: Moonlock kommuniziert freundlich und entspannt, was wir uns auch von anderen Antiviren-Lösungen wünschen würden. Insofern lohnt sich das Tool allein für diese Funktion.

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Praktisches VPN ist mit an Bord

Apples Private Relay ist für Safari-Nutzer eine ausreichende Methode, um die IP-Adresse zu vertuschen. Wer Apple hier nicht traut oder andere Browser verwendet, muss auf ein VPN umsteigen. Moonlock hat praktischerweise eines an Bord, nämlich das hauseigene ClearVPN von MacPaw. Bei Bedarf generiert Moonlock damit eine VPN-Verbindung zu gängigen Ländern, Streaming-Dienste wie Netflix erscheinen dann auch in der jeweiligen Landesfassung. Das verschleiert die IP und hilft beim Umgehen von Geoblocking.

Die VPN-Funktion ist einfach und effizient.

(Bild: Screenshot)

Die Bedienung des VPNs ist dabei denkbar einfach: Moonlock wählt zunächst eine „optimale“ Verbindung, die sich irgendwo in der Nähe befindet. Das hält die Daten-Laufzeiten gering und die Geschwindigkeit hoch. Nutzer können sich aber jederzeit mit einem anderen Land verbinden. Praktisch ist die Möglichkeit, das VPN schnell ein- und auszuschalte, weitere Optionen gibt es – anders als bei dedizierten VPN-Apps – nicht. Allerdings ist ein automatischer Killswitch an Bord, der den gesamten Netzwerkverkehr stoppt, wenn die VPN-Verbindung versagt. Dieser kann bei Bedarf deaktiviert werden.

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Netzwerk-Wächter: Im Grunde nur ein IP-Filter

Der zusätzliche Netzwerk-Wächter ist im Grunde ein IP-Filter, der bestimmte Zielländer für Anwendungen auf dem Mac blockieren kann. Das kann sinnvoll sein, um etwa zu verhindern, dass eine Software Daten zum Hersteller sendet. Moonlock meldet bei aktiviertem Dienst entsprechende Verbindungen und unterbindet sie. Wer die Funktion nutzen möchte, muss allerdings zunächst die Länder auswählen.

Länder können einzeln oder nach Kategorien geblockt werden.

(Bild: Screenshot)

Es gibt natürlich eine Reihe von Ländern, an die Apps keine Daten senden sollten, etwa Iran oder Nordkorea, doch so mancher dürfte sich auch über einen Hinweis freuen, wenn diese oder jene Software die USA kontaktiert. Genau hier kommt aber ein Problem der Funktion ins Spiel: Sie meldet zwar, welche App an welche IP-Adresse senden will, gibt darüber hinaus aber keine Informationen. Zudem gibt es keine Whitelist, einzelne Apps oder Ziele können also nicht von der Blockade ausgeschlossen werden. Das macht die Sache super simpel – aber leider auch fehleranfällig. Denn wer die USA blockiert, kann plötzlich auch keine Mails mehr von Apple-Servern laden. Insofern sollten hier nur die „echten“ Schurkenstaaten ausgewählt werden. Die Lösung ist gut für Einsteiger, doch wer differenziertere Angaben und Whitelists braucht, sollte zu einer vollwertigen IP-Filter-Lösung oder Software-Firewall wie Little Snitch (Download) oder LuLu greifen.

KI-gestützter Betrugswächter: Noch im Beta-Stadium

Eine theoretisch sinnvolle Funktion von Moonlock ist der KI-gestützte Betrugsdetektor, der in der derzeitigen Beta-Version jedoch nur bedingt hilfreich ist. Denn das Programm findet keineswegs automatisch Phishing- und Scam-Nachrichten, die per E-Mail oder Messenger ins System kommen. Stattdessen müssen Nutzer den Text der Nachrichten manuell in ein Eingabefeld kopieren, woraufhin die Nachricht auf Phishing- oder Scam-Gehalt überprüft wird.

Die KI-Betrugsüberprüfung ist für erfahrene Nutzer eher vom Typ Captain Obvious. Für Einsteiger ist sie mangels Überwachung zu schwachbrüstig.

(Bild: Screenshot)

Immerhin erkannte das Tool in unserem Test Scam und Phishing sehr zuverlässig. Dennoch: Es würde Nutzern deutlich besser helfen, wenn sie verinnerlichen würden, dass Nachrichten, die die Eingabe von Kontodaten fordern, in aller Regel gefährlich sind. Die manuelle Überprüfung der Absender-Adresse und der Ziel-URL führt zum gleichen Ergebnis, vom eigentlichen Nachrichtentext ganz abgesehen. Aus unserer Sicht also ein nettes Extra, aber keine wirklich hilfreiche Funktion, um Betrug vorzubeugen. Besser – aber deutlich aufwendiger – wäre ein automatischer Check in gängigen Mailprogrammen und Webmail-Diensten.

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Systemschutz: macOS-Einstellungen unter der Lupe

Deutlich sinnvoller ist hingegen der Systemschutz: Moonlock prüft laufend, ob die Einstellungen des macOS-Systems sinnvoll und sicher sind – und gibt Hinweise auf mögliche Sicherheitslücken. MacOS lässt hier aus guten Gründen keinen Automatismus zu, daher müssen User unter Handreichung der Software, die die Probleme deren Behebung ausgiebig erklärt, selbst aktiv werden. Das ist sinnvoll, aber nichts, wofür erfahrene Nutzer eine zusätzliche Software brauchen. Einsteiger finden hier jedoch eine sehr hilfreiche Hand.

Sicherheitsberater: Eine Sammlung von How-Tos

Zuguterletzt gibt es noch den Sicherheitsberater: Der schult Nutzer buchstäblich, wie sie für mehr Sicherheit am Computer sorgen können. Die How-To-Sammlung erklärt, was Nutzer tun können, um zum Beispiel Phishing zu erkennen oder sich vor Konten-Hacks (also dem üblichen zu schlechten Passwort) zu schützen. Darunter sind aber auch Allgemeinplätze wie „2-Faktor-Authentifizierung einrichten“ – das ist für Einsteiger natürlich sinnvoll, auch wenn die Funktion in dem Sinne keine Funktion ist, sondern schlicht eine Sammlung von Hilfetexten.

Fazit: Toll für Einsteiger, nichts für erfahrene Nutzer

Insgesamt hält Moonlock, was es verspricht: Es schützt den Mac vor den Gefahren, die typischerweise trotz des hohen Sicherheitsniveaus von macOS auftreten können. Das Programm richtet sich in seiner ganzen Aufmachung an Nutzer, die sich nicht selbst um diese Probleme kümmern wollen oder können und agiert bei Nicht-Nutzung brav im Hintergrund. Es verzichtet auf Panikmache, bleibt jederzeit freundlich, positiv und vor allem einsteigerfreundlich. Die einfache, aber mächtige VPN-Funktion ist dabei die Kirsche auf der Torte und erleichtert den Einstieg in das Thema enorm. Bei den Betrugs- und Netzwerk-Wächtern sollte MacPaw jedoch nachbessern, denn beide waren in unserer Testversion zu limitiert, um wirklich nützlich zu sein.

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Redaktion & Aktualisierung: heise download-Team

Weiterlesen: VPN-Test: Die besten VPN-Anbieter im Vergleich

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