Setapp im Test: Die Flatrate für Mac-Apps
Unsere Erfahrungen mit Setapp
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Apple stattet den Mac ab Werk softwareseitig bereits gut aus. Doch um das Maximum an Produktivität und Effizienz zu erzielen, sind clevere Drittanbieter-Tools nötig: Kleinere und größere Programme, die die Produktivität steigern, das System erweitern oder bei der Arbeit und Software-Entwicklung helfen. All diese kleinen Tools sind oft, aber längst nicht immer als Einmalkauf oder Abo im AppStore erhältlich, und so summieren sich die Kosten für die Extra-Apps schnell auf: Es kann teuer werden!
Der AppStore SetApp* des ukrainischen Software-Anbieters MacPaw – bekannt für Mac-Tools wie CleanMyMac (Test) oder Moonlock (Test) – bietet als Alternative eine App-Abo: Gegen monatliche Zahlung lassen sich alle Programme im Sortiment uneingeschränkt nutzen.
Setapp präsentiert sich mit einer dem AppStore ähnlichen Oberfläche.
(Bild: Screenshot)
Der Dienst ist in der Basis-Version regulär mit 14,99 US-Dollar bepreist, dank typischer Rabatte aber oft für 8,99 Euro im ersten Jahr zu haben. Standardmäßig gilt das Abo für einen einzelnen Mac, es lassen sich auf Wunsch aber weitere Geräte hinzubuchen. Der höchste Tarif deckt vier Macs und vier iOS-Geräte ab und kostet monatlich 22,99 Euro (reduziert: 13,49 Euro).
SetApp: Viele gute Apps im Abo
Das Abo gewährt Zugriff auf einen eigenen AppStore, der zunächst auf dem Mac installiert werden muss. Dieser gibt dann nach Wahl eines Tarifs Zugriff auf die über 260 im Abo enthaltenen Apps. Nutzer können diese nach Bedarf einrichten und verwenden.
Mit dabei sind echte Klassiker wie die Autoren-Software Ulysses, die allein bereits 39,99 Euro im Jahresabo kostet. Einige beliebte Einmalkauf-Tools wie PDF-Squeezer, TripMode, Unclutter oder Yoink sind ebenso enthalten. Auch in der Mac-Community bewährte Abo-Apps wie MindNode, Paste oder Spark Mail gehören zum Standard-Umfang. Setapp bietet obendrein Zugriff auf MacPaws hauseigene Tools CleanMyMac und Moonlock.
Die Installation von iOS-Apps erfolgt über den AppStore, freigeschaltet wird per Setapp.
(Bild: Screenshot)
Zusätzlich gibt es bei entsprechendem Tarif die Möglichkeit, Apps auf iPhone und iPad zu laden, sofern die App im Setapp-Katalog auch über eine iOS-Version verfügt. Das ist etwa bei Spark Mail oder Paste der Fall. Dabei etabliert sich das Setapp-Abo schon bei moderator Nutzung als Spartipp: Wer nur zwei bis drei dieser Apps regelmäßig nutzt, fährt gegenüber den Einzelabos günstiger.
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Einfache Installation und Aktualisierung auf dem Mac
Ähnlich wie bei Apples AppStore läuft die Installation der Apps aus der Setapp-App heraus: Diese wird, wie beim Mac üblich, nach dem Klick auf „Installieren“ im Programme-Ordner abgelegt und lässt sich dort ganz normal verwenden. Jede App wird dabei über Setapp installiert. Einzige Ausnahme: Bei iOS- / iPadOS-Anwendungen kommt der AppStore zum Einsatz.
Die Installation der Apps erfolgt mit einem Klick.
(Bild: Screenshot)
Das DRM regulärer Apple-Store-Apps auf dem Mac wird bekanntlich über den Store verwaltet. Ist der Store abgemeldet, versagen auch die Apps ihren Dienst. Setapp nutzt das gleiche Prinzip: Das ist praktisch, weil die Setapp-Apps nach der Installation keine weitere Freischaltung benötigen. Einmal installiert, arbeiten sie ohne weitere Kauf-Hinweise, als wäre direkt ein Abo oder ein Einmalkauf beim Anbieter (oder in Apples AppStore) durchgeführt worden. Allerdings muss immer auch der Setapp-Client angemeldet sein. Andernfalls meckern die Apps beim Start und können nicht mehr verwendet werden.
Ebenfalls wie im AppStore werden Apps auf Wunsch aktuell gehalten. Der Nutzer muss sich dabei um nichts kümmern, Setapp regelt und lädt im Hintergrund die Updates. Und das wiederum ist ein weiterer Vorteil gegenüber dem Einzelkauf, wo jede App separat aktualisiert werden muss.
Ein weiteres Plus: So manche App verlangt bei Wechsel der Hauptversion einen Neukauf zum Upgrade-Preis – auch das erspart Setapp seinen Kunden.
App kann weg? Setapp hat einen Uninstaller.
(Bild: Screenshot)
Sehr gut gefällt uns die vollständige Deinstallations-Möglichkeit für alle Setapp-Anwendungen: Das restlose Entfernen einer App erfordert auf dem Mac sonst Zusatztools wie AppCleaner oder CleanMyMac. Dass die Funktion für Setapp-Programme inklusiv ist, spart Ressourcen und Nerven.
iOS-Apps direkt aus dem AppStore
Soweit zum Mac. Doch wie kommen die iOS-Apps auf iPhone und iPad? Immerhin ist das System gegen Drittanbieter-Apps abgeriegelt. Die Lösung: Zur Installation der Anwendungen nutzt man ganz einfach den offiziellen AppStore. Für die Freischaltung der Lizenz nutzt Setapp dann aus, dass Apple seit einiger Zeit Drittanbieter-Zahlungsdienste für In-App-Käufe erlaubt. Und über diese In-App-Käufe lassen sich die Apps direkt aus Setapp aktivieren – bequem per Klick oder dem Scan eines QR-Codes vom Mac oder iPhone / iPad aus. Die App verhält sich anschließend so, als wäre sie im AppStore gekauft oder abonniert worden.
Der Vorteil dieser Lösung liegt auf der Hand: Verfällt das Setapp-Abo, weil man den Dienst nicht mehr nutzen möchte – etwa, weil nur eine App verwendet wird – reicht es aus, anschließend ein neues Abo direkt über die App oder den AppStore abzuschließen. Keine lästige Neuinstallation, keine nervige Datensicherung. Das klappt natürlich auch andersherum, wenn die App vor dem Setapp-Abo schon im Testbetrieb lief. Kurzum: Es handelt sich um normale AppStore-Apps, nicht wie die Software aus den in der EU erlaubten alternativen App-Plattformen, die Workarounds nutzen und oft einen eher wackligen Eindruck machen. Allerdings gibt es im Setapp-Portfolio kaum iOS-Exklusivtitel, sondern primär Mobilversionen der enthaltenen Mac-Apps.
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AI+: KI-Credits für alle Modelle im Abo
Inzwischen gibt es natürlich auch eine Reihe von KI-Apps für den Mac oder iOS. Einige davon sind auch im Setapp-Abo an Bord, etwa Typingmind, die private Wissensassistent Elephas, PDF Pals für die KI-gestützte PDF-Bearbeitung oder Luminar Neo für KI-gestützte Bildbearbeitung. Für Nutzer ist hier nachteilig, dass die KI-Funktionen oft zusätzliche Credits oder auf verschiedene Anbieter verteilte KI-Abos benötigen, um uneingeschränkt nutzbar zu sein.
Setapp will dieses Problem mit einer Art KI-Einheitswährung lösen, der die flexible Nutzung verschiedener KI-Modelle ermöglicht. Der "KI+" beziehungsweise „AI+“ getaufte Dienst kann für einen relativ geringen Mehrpreis einfach auf das Setapp-Abo aufgeschaltet werden und erlaubt den Zugriff auf KI-Modelle von Anthropic, Google, Meta, OpenAI, Perplexity und xAI (Grok) sowie die zugehörigen Bildgeneratoren. Kunden, die bereits ein KI-Abo haben, können aber weiterhin ihr Abo in den KI-Apps nutzen. KI+ ist also keine Pflicht für Setapp-Apps, aber ein vereinfachendes Extra für Nutzer, die solche KI-Funktionen benötigen.
KI+-Credits kaufen: Leider nicht sehr kundenfreundlich
MacPaw bucht KI+ in Form von Credits auf das normale monatliche Setapp-Kontingent. Die KI-Credits können also jederzeit in allen Apps aufgebraucht werden. Normalerweise rechnen KI-Systeme Recheneinheiten in Tokens ab, das sind die Einheiten für die Berechnung von Daten. Der „Wert“ der KI+-Credits hängt dabei vom verwendeten Modell ab, der Verbrauch von der Komplexität der jeweiligen Aufgabe. Im Basistarif gibt es 1000 Credits, wer die größeren Setapp-Tarife wählt, erhält bis zu 9000 Credits. Ist KI+ aktiv, wird es automatisch in den Setapp-Apps aktiviert.
Viele Token enthalten die Credits aber offenbar nicht: Wir haben im Test eine einzige Anfrage (!) an die KI-Meta-App AI-Council gestellt. Die ist ebenfalls Teil des Setapp-Pakets und kann mehreren KIs gleichzeitig die gleiche Frage stellen kann. Das ließ das KI+-Kontingent aber um satte 265 Credits schrumpfen. Wir haben allerdings auch gezielt „hungrige“ Modelle eingesetzt. Der Einsatz sollte also nicht ohne Sinn und Verstand erfolgen. Zumal die Preise für KI-Nutzung bei allen Anbietern inzwischen deutlich anziehen.
KI-Apps schlürfen die Credits nur so weg. Ärgerlich: Ein Nachladen ist nur durch Abo-Upgrade möglich.
(Bild: Screenshot)
Ärgerlich: Setapp erlaubt das „Nachladen“ der Credits nur durch Upgrade auf einen höheren Setapp-KI+-Tarif: Hier wäre es kundenfreundlicher, bei Bedarf einfach Credits nach einem Prepaid-System in den bestehenden Tarif einzubuchen.
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Fazit: Geldsparendes Abo-Paket nicht nur für Vielnutzer
Mit Setapp* lässt sich tatsächlich Geld sparen – selbst, wenn man kein Power-User ist. Der günstigste Setapp-Tarif lohnt sich bereits dann, wenn regelmäßig zwei oder drei Premium-Apps aus dem Sortiment zum Einsatz kommen. Die über 260 Apps sind dabei gut sortiert und umfassen viele bewährte Mac-Tools. Die iOS-Apps beschränkt sich allerdings in der Regel auf iOS-Versionen der enthaltenen Mac-Apps, exklusive iPhone- und iPad-Titel sind selten.
Die weiteren Funktionen können weitgehend überzeugen: Eine kinderleichte Installation und Aktivierung sowie der eingebaute Uninstaller bieten ein spürbares Plus beim Komfort. Auch die KI+-Funktion ist in der Theorie eine praktische Hilfe, hinterließ bei uns aber einen gemischten Eindruck. Denn die KI+-Credits sind schnell verbraucht und nur über ein Abo-Upgrade zu erweitern, was nicht sehr verbraucherfreundlich ist. Wer mehrere Apps aus dem Katalog nutzt oder gerne neue Apps ausprobiert, macht mit einem Setapp-Abo dennoch nichts falsch.
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Redaktion & Aktualisierung: heise download-Team
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