c't Fotografie 2/2016
S. 172
Porträt
Frank Wöllnitz
Aufmacherbild

Ein Lächeln fürs Ego

Porträt: Frank Wöllnitz

Frank Wöllnitz liebt das Ungewöhnliche und sucht es im Gewöhnlichen. Seine Lieblingskamera hat er deshalb immer dabei: das iPhone und die Hipstamatic-App. Sein aktuelles Projekt passt prima dazu: Er fotografiert Profanbauten in ganz Deutschland „mit einem ironischen Touch“, wie er hinzufügt.

Bei der Motivwahl hält es Frank Wöllnitz mit Chris Orwig, der sinngemäß schreibt: „Wenn du ein Motiv vor dir hast und es dir nicht gelingt, es festzuhalten, dann drehe dich einfach um und mach ein anderes Foto.“ Ansonsten ist der Fotograf, der als Spezialist für den Fondshandel an der Frankfurter Wertpapierbörse arbeitet, wunschlos glücklich. Auf die Frage, ob er ein Traumprojekt habe oder gern mal an einem außergewöhnlichen Ort arbeiten würde, antwortet er knapp: „nein!“

Schon als Gymnasiast war Frank Wöllnitz von der Fotografie fasziniert. Doch dann kam das Leben dazwischen, und er entdeckte den Reiz der Fotografie erst als Erwachsener wieder. Heute ist sie für ihn vor allem und zuerst ein Hobby, das aber im Laufe der Zeit eine immer größere Rolle spielt. „Ich möchte mich künstlerisch ausdrücken und meine Fotos auch einer größeren Öffentlichkeit zeigen“, sagt Wöllnitz – und gibt zu, dass dahinter auch ein gewisser Drang stecke, ein wenig mit den „Hosenträgern zu schnalzen“.

Vorbilder sucht sich Frank Wöllnitz unter anderen Fotografen, die das Ungewöhnliche im Gewöhnlichen sehen und herauskitzeln können. „Ich schätze einen gewissen Hang zur Skurrilität selbst auch sehr“, sagt er und nennt beispielhaft David Foster Nass, Paul Almasy und Elliott Erwitt. Fotografen, die nur technisch fotografieren, interessieren ihn weniger. Überhaupt ist er wenig technikverliebt: Technik als Selbstzweck, um über irgendwelche Einstellungen, Objektive und so weiter zu schwadronieren, öden ihn an. Mit Technik im Sinne der Umsetzbarkeit von Ideen hat er dagegen kein Problem, „wenn sie spielerisch anwendbar ist“.

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