Frankreich: Die Wasserkrise wird zum Engpass des Sommers
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Historische Hitze und Dürre treffen gleichzeitig Landwirtschaft, Energieversorgung, Trinkwasser und Flussökosysteme.
Der Juli 2026 war mit einer Durchschnittstemperatur von 24,9 Grad Celsius der heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Frankreich. Doch die eigentliche Herausforderung ist die Wasserknappheit: Sie trifft inzwischen gleichzeitig Landwirtschaft, Energieversorgung, Trinkwasserversorgung und Ökosysteme.
Wie der französische Wetterdienst Météo-France am 4. August mitteilte, fehlten im Juli rund 70 Prozent der üblichen Niederschläge. Seit dem Frühjahr verbrannten mehr als 90.000 Hektar Wald und Vegetation. Wegen niedriger Flusspegel mussten Kernkraftwerke ihre Leistung drosseln, Felder verdorrten und einige Gemeinden werden inzwischen per Tankwagen mit Trinkwasser versorgt.
Das französische Biodiversitätsamt (Office français de la biodiversité, OFB) spricht von einer kritischen Lage bei kleinen Fließgewässern. Laut dem Magazin Reporterre waren Ende Juli 43 Prozent der beobachteten Bäche ausgetrocknet oder führten kein Wasser mehr – ein Höchstwert seit Beginn der Erhebungen. Betroffen sind unter anderem die Départements Creuse, Vendée, Loire-Atlantique und Côte-d'Or.
Pierre-Edouard Guillain vom Amt für Biodiversität warnt im Interview mit RFI (Radio France Internationale), dem öffentlich-rechtlichen Auslandsradiosender Frankreichs, dass die Entwicklung könne einen Kipppunkt für einzelne Ökosysteme markieren. Inzwischen gelten in 65 Départements Krisenbeschränkungen für die Wassernutzung.
Die Ereignisse verdeutlichen, dass sich die Wasserfrage in Frankreich zunehmend von einem Umweltproblem zu einer zentralen Infrastrukturfrage entwickelt.