Organspende-Register: BfArM meldet über 570.000 digitale Einträge
Der neue Jahresbericht des BfArM zeigt: Die digitale Registrierung boomt. Bereits über 570.000 Menschen haben ihre Entscheidung eingetragen.
Bei manchen Krankheiten sind medikamentöse Lösungsansätze auf Dauer nicht hilfreich. Solange die Wissenschaft weder eine Organzüchtung in der Petrischale noch den Einsatz tierischer Organe ermöglicht, verbleibt als einzige Lösung die Transplantation von Organen und Geweben von Spendern.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat nun den Jahresbericht 2025 zum Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende (OGR) veröffentlicht. Der Bericht zeigt deutlich, wie sich die zentrale Registrierung in Deutschland entwickelt hat.
Allein im Jahr 2025 wurden rund 223.000 Erklärungen im Register abgegeben. Seit Start des Registers am 18. März 2024 lagen damit zum Jahresende 2025 insgesamt mehr als 451.000 Erklärungen vor. Bis heute sind es sogar schon über 570.000.
Die große Mehrheit der Erklärenden soll einer Organ- und Gewebespende grundsätzlich positiv gegenüberstehen. 81 Prozent von ihnen stimmten laut Jahresbericht einer Spende uneingeschränkt zu. Rechnet man eingeschränkte Zustimmungen hinzu, ermöglichen insgesamt rund 88 Prozent der Erklärungen potenzielle Organ- und Gewebespenden.
"Mit einem Eintrag im Organspende-Register schaffen Bürgerinnen und Bürger Klarheit – selbstbestimmt, sicher und jederzeit abrufbar. Damit entlasten sie zugleich Angehörige und medizinisches Personal in einer ohnehin belastenden Situation."
Das Organspende-Register ermöglicht die digitale Dokumentation einer Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende. Die Erklärung kann jederzeit geändert oder gelöscht werden. Ein wesentlicher Vorteil des Registers gegenüber dem Organspendeausweis besteht darin, dass die Erklärung im Ernstfall zentral verfügbar ist und nicht verloren gehen kann.
Krankenkassen-Apps treiben Registrierungen im Organspende-Register an
Für die Abgabe einer Erklärung stehen zwei digitale Zugangswege zur Verfügung. Im Rahmen der politisch gewünschten Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist das durchaus sinnvoll.
Ein Weg erfolgt direkt über die Website des Organspende-Registers oder über die Apps der Krankenkassen und die dort verfügbare GesundheitsID. Bei der Nutzung der Website erfolgt die sichere Authentifizierung mithilfe der Online-Ausweisfunktion (eID) des Personalausweises.
Der Jahresbericht zeigte jetzt auch die zunehmende Nutzung digitaler Zugangswege im Gesundheitswesen. 73 Prozent der Erklärenden nutzten 2025 den Zugang über die Apps der Krankenversicherungen. Vor allem Menschen ab 40 Jahren entschieden sich häufiger für diesen Weg, während jüngere Altersgruppen häufiger die direkte Anmeldung über die Webseite des Registers mittels Online-Ausweisfunktion nutzten.
Auch die Entwicklung im Jahresverlauf zeigte den Einfluss digitaler Gesundheitsanwendungen. Mit der verpflichtenden Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) für Leistungserbringer ab Oktober 2025 stiegen die monatlichen Eintragzahlen deutlich an.
Das Organspende-Register ist ein zentrales elektronisches Verzeichnis, in dem Bürgerinnen und Bürger ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende online dokumentieren können. Die Nutzung ist freiwillig und kostenlos. Schriftliche Erklärungen, etwa ein Organspendeausweis oder eine Patientenverfügung, bleiben weiterhin gültig.
Höhere Widerspruchsquote im Osten und bei älteren Bürgern
Die Auswertungen des Jahresberichts zeigen zudem Unterschiede zwischen Altersgruppen und Bundesländern. Während jüngere Menschen häufiger einzelne Organe oder Gewebe von einer Spende ausschließen, dokumentieren ältere Menschen häufiger einen Widerspruch gegen eine Organ- und Gewebespende.
In den östlichen Bundesländern werden tendenziell mehr Widersprüche dokumentiert. Eine stichhaltige Begründung für diese Differenzierung liegt bislang nicht vor. Eine Ursache könnte an dem höheren Anteil multimorbider Personen in den östlichen Bundesländern liegen.
Das mag mit der medizinischen Versorgung zusammenhängen. Menschen im Osten Deutschlands empfinden ihre Gesundheitsversorgung vor Ort schlechter als die Einwohner der meisten westlichen Bundesländer, das kann aber auch auf historische und demografische Entwicklungen zurückgehen.
Kostenlose Beratung: Das Info-Telefon des BIÖG
Bei allen weiteren Fragen zum Thema Organspende ist das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), ehemals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als deutsche Bundesoberbehörde mit Sitz in Köln der passende Ansprechpartner.
Seit der Umbenennung im Februar 2025 soll das Institut als zentrale Fachbehörde die öffentliche Gesundheit durch fundierte Präventionskonzepte und Gesundheitsaufklärung stärken.
Dort ist auch das Info-Telefon Organspende eingerichtet. Dieses ist unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 9040400 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr erreichbar.