München verhängt Wasserverbote – bis zu 50.000 Euro Bußgeld

München Sonnenuntergang

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Aus Appellen werden Verbote: München verschärft den Kampf gegen die Wasserknappheit. Gleichzeitig soll erstmals eine langfristige Wasserstrategie entstehen.

Die Stadt München unter Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat sich heute, am 14. Juli 2026, für weitere drastische Maßnahmen zur Einsparung des Wasserverbrauchs entschieden.

Per Allgemeinverfügung wurden strikte Verbote erlassen – begleitet von Bußgeldandrohungen bis zu 50.000 Euro. Der Wasserverbrauch war trotz der bisherigen Sparaufrufe erneut gestiegen.

Demnach liegt der Verbrauch aktuell wieder bei über 360 Millionen Litern pro Tag – mehr als die üblichen 300 Millionen Liter. Oberbürgermeister Krause erklärt, die Wasserversorgung sei nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühjahr "derzeit äußerst strapaziert". Auch die für die kommenden Tage angekündigten Niederschläge hätten "keine ausreichende Wirkung, um die Wassersituation zu entspannen".

Was ist ab sofort verboten?

Die Allgemeinverfügung untersagt unter anderem das Befüllen und den Betrieb privater Pools, das Bewässern von privaten Rasen- und sonstigen Grünflächen – Sportplätze und öffentlich genutzte Flächen sind davon ausgenommen. Verboten ist das Autowaschen außerhalb gewerblicher Waschanlagen sowie das Abpumpen von Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben.

Auch das Bewässern von Haus- und Kleingärten ist zwischen 9 und 19 Uhr verboten – außer bei wassersparender Tröpfchenbewässerung. Die Regeln gelten laut br.de zunächst bis zum 1. August 2026 und können verlängert werden.

"Auch jenseits des Leitungswassers gelten Verbote: Vollständig untersagt ist die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern im Stadtgebiet, also aus Flüssen, Bächen und Seen. Wer einen eigenen Brunnen hat, darf das Wasser daraus ebenfalls nicht für Pools, Rasen, Autos et cetera nutzen."

SZ

Ergänzend haben die Stadtwerke München eine Wasser-Sparanordnung erlassen, die auch für angeschlossene Umlandgemeinden wie Garching, Unterföhring und Unterhaching gilt. Krause kündigte zudem an, eine langfristige Wasserstrategie erarbeiten zu lassen, "um die Wasserversorgung vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer Bedingungen dauerhaft zu gewährleisten".

Die neuen Maßnahmen zeigen die Auffassung der Stadtregierung, dass Münchens Wasserproblem mit Appellen allein nicht zu lösen ist.

Kritik an den scharfen Maßnahmen ist zu erwarten. Den Anfang macht die Münchner Zeitung tz:

"Ausgerechnet das Wasser, das laut Stadtwerke-Homepage immer noch 'praktisch unerschöpflich' ist, wird damit zum Objekt von Missgunst und schiefen Blicken. Denn natürlich öffnet so eine Verfügung auch das (Garten-)Türl zum Denunziantentum. Zum Nachbarn, der von 9 bis 19 Uhr über die Mauer schaut und darauf achtet, ob der Nebenmann auch wirklich nicht gießt."