Spitzel-Alarm am Gartenzaun! Kommentar zu den neuen Wasser-Regeln in München
Uns auf Google folgenDie Münchner müssen Wasser sparen. Das ist mittlerweile nicht bloß ein Appell, sondern ein Befehl mit offiziellem Regelwerk der Stadt. Lokalchef Uli Heichele kommentiert diese „Allgemeinverfügung zur Wassernutzung“.
München – Die Münchner verbrauchen zu viel Wasser – so sehen es jedenfalls die Stadt-Spitze und die Stadtwerke. Deshalb gilt ab sofort (14. Juli) eine „Allgemeinverfügung zur Wassernutzung“. Schon dieser Titel in dürrem Bürokraten-Deutsch klingt empathielos – und der Text, der darauf folgt, macht‘s noch schlimmer.
Sechs Mal kommt in der Verfügung das Wort verboten vor, einmal die Formulierung vollständig untersagt. Jeweils fett gedruckt, damit sich auch jeder fürchtet.
Wasser wird zum Objekt von Missgunst und schiefen Blicken
Ausgerechnet das Wasser, das laut Stadtwerke-Homepage immer noch „praktisch unerschöpflich“ ist, wird damit zum Objekt von Missgunst und schiefen Blicken.
Denn natürlich öffnet so eine Verfügung auch das (Garten-)Türl zum Denunziantentum. Zum Nachbarn, der von 9 bis 19 Uhr über die Mauer schaut und darauf achtet, ob der Nebenmann auch wirklich nicht gießt.
Sparen: Ja – aber nicht aus Angst, sondern aus Einsicht
Entschuldigung: Das ist nicht das, was unser München ausmacht. Wir kommen vom „Leben und leben lassen“. Das macht uns stark, das macht uns gelassen (und daher rührt übrigens auch der Ruf der Leichtigkeit, der uns weltweit auszeichnet und den Touristen zu schätzen wissen).
Ja, natürlich: Wenn Wasser knapp ist, dann sollten wir alle sparen. Aber doch nicht auf Befehl und nicht aus Angst vor 50.000-Euro-Strafen, sondern aus Einsicht. Dass dieses Bewusstsein nicht innerhalb von drei Wochen wächst, ist kein Alarmsignal, sondern normales Leben.