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Montag, 14. November 2016

Malprojekt 2016 - Malen im Stil von...

... 12 ausgewählten großen Künstlern  -  Bildertausch-Projekt
Im Oktober galt es, im Stil von Emil Nolde zu malen, einem der wichtigsten deutschen Maler der Moderne. 
Geboren als Emil Hansen, nahm er später den Namen seines Geburtsortes Nolde (Nord-Schleswig) an.
Seine Bilder - oft Blumen oder Landschaftsmotive seiner norddeutschen Heimat -
 gemalt in starker, ausdrucksvoller Farbigkeit.
Die Mohnblüten hier - ein Ausschnitt aus einem meiner 'Nolde'-Aquarelle


Emil Nolde, 1867-1956, Expressionist, Einzelgänger und eine ambivalente Künstlerfigur - er galt als entartet, bekannte sich aber dennoch offen zu den Nazis. Beeindruckend sind Noldes Farbwelten, bei ihm scheinen die Farben zu explodieren, bei Verzicht auf Details und scharfe Konturen; er wird bis heute als einer der größten Aquarellisten gefeiert.
Während seiner Verfemung entstanden zwischen 1938-45 heimlich seine weit über 1000 ungemalten Bilder.


Für mich stand gleich fest, dass ich mich auch in der Nass-in-Nass-Technik versuchen wollte, was sich dann als sehr viel schwieriger gestaltete als erwartet . 
Unser Tauschbild-Format ist ja DinA4, doch hier musste ich abweichen und etwas verkleinern, denn mir trocknete der Untergrund einfach zu schnell ein. So habe ich ungefähr Noldes Format seiner 'ungemalten Bilder' gewählt von 14,3 x 22,3 cm, mit Passepartout wird's A4.


Diese Landschaft, hier aus meiner Umgebung, ist mein Tausch-Bild im Stil von Emil Nolde für meine Bildertausch-Partnerin Beate. Auch sie hat mir eine feurige Landschaft geschickt, geprägt von viel Himmel, in einer ganz anderen Technik gestaltet - zu sehen hier in Beo's Blog.


Aber zunächst waren so einige Mal-Versuche nötig, um etwas mehr Gefühl für die verfließende Farbe zu bekommen, denn diese Malweise ist sehr schwer zu steuern und zu kontrollieren, je nach Wasserzugabe. Aber gerade die 'zufälligen' Ergebnisse lassen mich immer wieder staunen und motivieren mich, ein nächstes Bild zu beginnen.


Dies war mein erster Versuch, nach einem Foto aus Dänemark, mit Kornfeld im Vordergrund.


 Wieder ein Dänemark-Foto vom Strand bei Rømø als Vorlage... wobei mir hier das hellblaue Loch in den Wolken gut gefällt. Schwierig war dann, die Spiegelung in der Wasserzunge hin zu bekommen - da fehlt mir die Erfahrung...

Mohnblumen - irgendwie ja ganz schön abgegriffen als Motiv -
aber ich hab noch nie welche gemalt, darum auch ein Blumenbild...


Bei der Nass-in-Nass-Technik wird das Papier immer mit Klebeband auf dem Untergrund fixiert, bevor es angefeuchtet wird und Wellen wirft. Nach dem Trocken glättet es sich von selbst wieder. Der spannendste Moment ist dann immer das Entfernen des Klebstreifens, wenn der helle Rand Ruhe ins Bild bringt.


Dies ist mein persönliches Lieblings-Bild aus dieser Reihe,
eine Meer- oder Berglandschaft mit dramatischem Geysir-Himmel, welches ohne Foto-Vorlage, sondern so ziemlich 'frei Schnauze' entstanden ist... Farbspielerei.


Jedes Nass-Aquarell ist ja ein Unikat, muss schnell gemalt werden und es ist nicht reproduzierbar.
Hier habe ich versucht, zumindest den Himmel ähnlich hinzubekommen - und wie man sieht, sind die Unterschiede riesig. Aber ich habe Gefallen an dieser Mal-Technik gefunden: den Kopf ein wenig ausschalten, meine Farben einfach fließen zu lassen.
Links ist mein Tauschbild   - das Aquarell rechts hab ich für mich behalten.


Das Mal-Projekt-Jahr neigt sich dem Ende zu, nur noch 2 Künstler stehen noch auf unserer Liste -  auf den November-Künstler freu ich mich schon sehr, also bleibt neugierig! 

Sonntag, 9. Oktober 2016

Malprojekt 2016 - Malen im Stil von...

... 12 ausgewählten großen Künstlern - Bildertausch-Projekt
Auf den September-Künstler war ich besonders neugierig, kannte natürlich viele seiner berühmten Bilder, doch wusste ich bisher wenig über ihn - so hatte ich ihn ausgesucht, um mehr über ihn zu erfahren.
Paul Ernst Klee gehört zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Moderne.
Hier ein Ausschnitt aus meinem Tauschbild:            
 - Klick -


Klee wollte, dass die Bilder durch Farbe, Formen und Linien kommunizieren.
Er lässt sich nicht einer bestimmten Kunstrichtung zuordnen, war eng mit dem Bauhaus und auch dem Blauen Reiter verbunden - sein vielschichtiges Werk reicht vom Expressionismus, Kubismus, über den Konstruktivismus bis zum Surrealismus. Hier noch mehr seiner Werke
In fast allen Bildern sind seine grafischen Wurzeln erkennbar - seine Formen fast immer geometrisch, strahlen aber neben dieser Strenge immer eine faszinierende Leichtigkeit aus.


Klee kombinierte gern unterschiedliche Techniken - das habe ich bei meinem Tauschbild auch getan: 
Feder und Tusche mit Aquarellfarben


Seinen persönlichen Leitsatz habe ich in mein Bild integriert, nicht mit dem Liner, sondern stilecht mit der Feder. Natürlich habe ich gebibbert, dass mir kein Missgeschick passiert...


... der kleine Klecks, unten rechts, entstand dann doch noch beim Randziehen! Blöd zwar, aber ich finde den Klecks ganz sympathisch, er ist rund wie das O daneben, also durfte er bleiben.
So schickte ich mein buntes Klee-Bild zu meiner Tauschpartnerin Beate,
von der ich im Gegenzug auch eine besondere Klee-Arbeit bekam - ihr tolles Bild zeigt sie hier in ihrem Blog. 


Doch hat mich dieser Künstler noch zu einem weiteren Experiment angeregt... 
hierfür brauchte ich aber noch ein Motiv.
Paul Klees Linien-Zeichnungen finde ich ganz großartig, wie seine berühmten Engel und Tiere...
(von li nach re, der Schellenengel, der vergessliche Engel, das Doppelschwanzdreiohr)


Was so einfach aussieht, ist total schwierig!
Aus meiner Spontan-Zeichnung ist dann dies hier entstanden, das Motiv für mein nächstes Bild.


Ganz viele seiner Werke hat Klee mit Kleisterfarben gemalt auf einfachem Packpapier - das wollte ich unbedingt auch versuchen. Arbeitsplatz: Balkonien


Schwierig, schwierig!
Das dünne Packpapier wellte sich heftig - habe es dann mit Magneten auf einer Eisenplatte fixiert. Dann erschienen mir die Kleister-Farben auf dem Papier viel zu dunkel, also mischte ich weiße Acrylfarbe mit dazu ... diesen unbefriedigenden Zwischen-Zustand habe ich dann erst einmal zur Seite gelegt und das Aquarellbild gemalt, dabei hatte ich schon einen Titel fürs Bild...


Eva im Garten
ist später dann doch noch fertig geworden - schön glatt auf Karton aufgezogen




Bevor ich die Kleisterfarben-Eva konturiert habe, zunächst hier ein paar Versuchs-Pinselstriche mit verdünnter Acrylfarbe auf ein Stück mit Kleisterfarben eingestrichenes Packpapier.





Einfach ein paar Zeichen verteilt,
Mark Making à la Klee.



... und mit etwas Farbe ist daraus völlig ungeplant mein 3. Klee-Bild geworden.


Ausschnitt aus 'Eva im Garten'


Wieder habe ich wieder so viel dazu gelernt, aber das Beste ist,
dass die Beschäftigung mit Paul Klee mir zu einer ganz wichtigen Erkenntnis verholfen hat.
Immer war ich der Meinung, keinen eigenen Stil zu haben, war ziemlich unglücklich darüber, doch nun gehts mir besser: die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Medien
 erfordern immer eine etwas andere Handschrift, bin einfach zu neugierig auf Neues.

Bis zum Jahresende geht's noch weiter mit der 'Fälscherwerkstatt', mit Malen im Stil von...


Samstag, 16. Juli 2016

Malprojekt 2016 - Malen im Stil von....

... 12 ausgewählten großen Künstlern  -  Bildertauschprojekt
Im Juni war einer der bekanntesten österreichischen Künstler an der Reihe -  in meinem Bildausschnitt vielleicht schon zu erkennen: Friedensreich Hundertwasser. (Bilder)
Zu ihm will ich auch gar nicht viel erzählen, denn jeder kennt seine bunten, poetischen Bilder, deren Betrachtung nichts an Wissen voraussetzt und die jeden sofort ansprechen.


Friedensreich Hundertwasser,  1928 - 2000
 Maler, Naturschützer und Architekt mit großem Engagement für ein Leben in einer menschlichen, naturnahen Umwelt. Er entwickelte einen abstrakt-dekorativen, farbenprächtigen Malstil mit den charakteristischen ornamentalen Spiralen, Labyrinthen, Kreisen und biomorphen Formen. "Meine Malerei ist, glaube ich, deswegen völlig anders, weil es eine vegetative Malerei ist." Hier noch mehr Zitate von ihm
Ein wesentlicher Teil der Wirkung seiner Malerei geht von der Farbe aus - er bevorzugt intensive, leuchtende Farben und liebt Komplementär-Kontraste.
Zum umfangreichen Schaffen Hundertwassers gehören auch zahlreiche Briefmarken-Entwürfe, die ich total klasse finde und die man immer noch bestellen kann.


Dieser Maler war Beates Wunsch, entspricht mir aber auch total, denn ich liebe es ja, in Farben zu schwelgen. Mein Mal-Medium sollten dieses Mal Aquarellfarben sein - zuerst ein paar Vorversuche und mein Bildentwurf, auf Aquarellpapier übertragen und mit wasserfestem Stift konturiert. Das Ausmalen war dann keine Arbeit, nur meditativer Spaß.


Die Stadt-Henne
Das fertige Bild im Hundertwasser-Stil für meine Tauschpartnerin...
und was Beate für mich Schönes kreiert hat, ist hier in ihrem Blog zu finden.


Die Inspiration für mein Huhn gab mir übrigens das Geräusch des glücklichen Gackerns nach erfolgreichem Eierlegen, gleich hier in meiner Nachbarschaft. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht auf dem Land, sondern in der Stadt wohne - ein Nachbar hält tatsächlich Hühner im Garten eines Mietshauses. 
Das hätte Hundertwasser gefallen!


... und noch zwei Bildausschnitte eines weiteren,  für mich selbst gemalten Bildes, in leicht veränderter Farbvariation, die Häuser sind nun rot und viel blau statt gelb in der Spirale.
Schlecht zu erkennen, aber ein paar Akzente mit Gold sind auch dabei.



Stadt-Henne die II.
Im letzten Jahr hatte ich mich ja schon einmal mit Hundertwasser auseinander gesetzt im Rahmen eines Stempel-Swaps, da hab ich geschnitzt  ... wer noch einmal schauen mag, klickt hier 
Jetzt bin ich gedanklich bereits bei unserem Juli-Künstler, dessen Stil ein völlig anderer ist -
 es bleibt also spannend!


Montag, 11. Juli 2016

Kirschen satt - auch in diesem Jahr

Lecker Süßkirschen aus Nachbars Garten
Während der Kirschblüte im Frühling war es kalt und hat eine Woche lang nur geregnet - kein Bienchen war unterwegs, dass ich dachte: Das wird wohl nichts. Irrtum, denn der Baum hängt so voll wie nie, und gestern saß ich wieder oben in den Ästen und habe geerntet.
(Komisch, meine ganzen Bilder sitzen auf einmal links - ich bekomme sie nicht mehr zentriert!!!)  - Klick ins Bild -


Es sind helle Süßkirschen mit einem köstlichen Aroma!
In den nächsten Tagen gibt's also ausschließlich diese feinen Früchtchen als Mahlzeit - logisch!

Gestern habe ich es natürlich gleich wieder übertrieben, mein Bauchweh vom letzten Jahr hatte ich schon wieder vergessen. 






Die Kirschen sind so lecker, dass man einfach nicht aufhören kann.
Und prompt hatte ich dann auch wieder Bauchgrummeln! 

Aber dieses Mal war ich so schlau, mir keinen weiteren Termin auf den Tag zu legen.









Zwar konnte ich mich kaum noch bewegen, aber Zeichnen auf dem Balkon ging.
Mein tolles neues Skizzenbuch, ein liebes Geschenk von Beate, will gefüllt werden.
Das Kirschen-Stillleben zu zeichnen war für sich schon eine gute Übung, doch wollte ich nun auch testen, wie gut sich das Buch-Papier für Aquarellfarben eignet.
























Zuerst zog ich mit einem Fineliner die Skizze nach, radierte dann die Bleistiftlinien weg und nahm mir dann eine Kirsche nach der anderen vor. 
Im Nachhinein fand ich es ärgerlich, dass ich die Lichtpunkte mit dem Fineliner nachgezogen hatte... aber gut, es sind ja meine ersten Kirschen.

Auf richtigem Aquarellpapier verläuft die Farbe zwar besser, aber mit dem Ergebnis hier war ich dann doch ganz zufrieden.

So viel Erfahrung mit diesen Farben habe ich ja nicht, so fand ich es schwierig, dass es unregelmäßig helle Kirschen sind und nicht tiefrote.

Mein Bild schicke ich mal zu AJJ - es passt ja thematisch, auch wenn die Kirschen nicht aus meinem, sondern aus Nachbars Garten stammen.
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