bul­litt

felix schwenzel in gesehen

filmplakat des film „bullit“ von 1968. man sieht steve mcqueen ohne strickjacke, aber mit pistolenhalfter, wie er sich an den rand des posters lehnt. aus  seinem hosenschlitz scheint ein auto geflogen zu kommen.

nico brün­jes ist ge­ra­de in ei­ner 70s-re­watch-pha­se. am sonn­tag hat er bul­litt emp­foh­len, eine emp­feh­lung der ich ger­ne nach­ge­kom­men bin, weil ich den noch nicht ge­se­hen habe und der ja wohl ein klas­si­ker ist.

um mit dem fa­zit an­zu­fan­gen: das war ein gros­ses ver­gnü­gen und nico hat auch schon die wich­tigs­ten grün­de auf­ge­schrie­ben, war­um bul­litt se­hens­wert ist und ein klas­si­ker ist. und er hat na­tür­lich auch die iko­ni­sche au­to­ver­fol­gungs­jagd per you­tube ein­ge­bet­tet, die man auch kennt, wenn man den film nie ge­se­hen hat.

ich habe den film, der von 1968 ist und da­mit ein jahr äl­ter als ich, mit die­ser was bin ich? fol­ge von 1976 im hin­ter­kopf ge­se­hen. ich weiss, es ist ab­surd bul­litt und was bin ich? zu ver­glei­chen, aber ich sehe da durch­aus pa­ralel­len: das ti­ming ist an­ders als man es heu­te ge­wohnt ist, die schnit­te wir­ken teil­wei­se un­ge­wohnt, der ton ist di­rek­ter, ech­ter und ent­hält irre vie­le ne­ben­ge­räu­sche und wird nicht stän­dig mit mu­sik über­tüncht oder in der post-pro­duc­tion ge­glät­tet. die fri­su­ren sind aus­ser­ir­disch. kei­ne han­dies. und das licht, die be­leuch­tung ist im­mer et­was zu hell und hart für die dark-mode-au­gen des 21ten jahr­hun­derts.

in bul­litt ste­hen und fah­ren aus­ser­dem über­all ol­ti­mer rum und zum te­le­fo­nie­ren muss man im­mer zu den ap­pa­ra­ten ge­hen. es wird nicht we­ni­ger te­le­fo­niert als heu­te, nur an­ders, vor al­lem nicht im ge­hen.

die dia­lo­ge in bul­litt sind spär­lich. der ver­ba­le aus­tausch zwi­schen den men­schen, die man im film sieht, be­schränkt sich auf kur­ze sät­ze mit vie­len im­pe­ra­ti­ven. nur der staats­an­walt spricht manch­mal et­was aus­la­den­der. das längs­te ge­spräch im film ist, glau­be ich, ein ge­spräch zwi­schen bul­litt und sei­ner freun­din ca­thy am rand der au­to­bahn, in dem sie ei­gent­lich ei­nen mo­no­log hält und bul­litt nicht viel mehr sagt als „time starts now“.

ganz gran­di­os fand ich, dass vie­le dia­lo­ge aus ei­ner ge­wis­sen ent­fer­nung auf­ge­nom­men sind und man sie des­halb nicht hört. von mir aus hät­te man das mit al­len dia­lo­gen so ma­chen kön­nen. was ge­spro­chen wird ist oh­ne­hin zweit­ran­gig und hilft sel­ten da­bei die hand­lung zu ver­ste­hen. man könn­te be­haup­ten: in bul­litt geht’s oh­ne­hin nur um bril­li­ant fo­to­gra­fier­te ge­sich­ter, san fran­cis­co und au­tos.

ich war 1981 als zwölf­jäh­ri­ger mal in san fran­cis­co, also 10 jah­re nach­dem bul­litt dort ge­dreht wur­de. und ich muss sa­gen, mei­ne er­in­ne­run­gen, mei­ne in­ne­ren bil­der, de­cken sich hun­dert­pro­zen­tig mit dem was man im film sieht. da­nach war ich noch zwei­mal in san fran­cis­co, ein­mal so um das jahr 2000 und dann noch­mal 2014. da sah san fran­cic­so be­reits ganz an­ders, glat­ter, pas­tel­li­ger, ge­schlif­fe­neer aus.

das er­staun­lichs­te an bul­litt ist aber was ganz an­de­res. man kann of­fen­bar (theo­re­tisch) auch mit strick­ja­cke cool aus­se­hen.


… ver­net­zung, ag­gre­ga­ti­on, emp­feh­lun­gen und ziel­grup­pen fin­den. ich mer­ke es im­mer wie­der wie hilf­reich kon­stan­tins „dy­na­mi­sche blogrol­le“ ist (sein „rea­der.kon­ne­xus.net“). ich fol­ge zwar ei­nem gross­teil sei­ner quel­len, aber ein kur­zer be­such lässt in­ter­es­san­tes meist ei­nen ti­cken frü­her oben auf­schwim­men, als es in mei­nem ei­ge­nen (RSS) rea­der ge­schieht.

heu­te, ge­ra­de, habe ich bei kon­stan­tin die­sen kur­zen longread von cory doc­to­row „ge­fun­den“ und ge­le­sen:

es zeigt sich: mensch­li­ches ver­hal­ten vor­aus­zu­se­hen ist kom­pli­zier­ter als man so denkt, aber so­zio­lao­gen ha­ben in un­se­rer welt eine gute da­ten­la­ge und ins­ge­samt güns­ti­ge for­schungs­be­din­gun­gen. und wenn man der fra­ge nach­geht, war­um sich in on­line-com­mu­ni­ties oft red­un­dan­te grup­pen bil­den, dass man mal wie­der auf ein tri­le­ma stösst.

The con­ver­sa­tio­nal tri­lem­ma – the un­re­sol­va­ble need for sca­le, trust and in­for­ma­ti­on – has been with us sin­ce the ear­liest days of on­line so­cia­li­zing.

ger­ne ge­le­sen.


hier schreibt @alexmatz­keit sehr dif­fe­ren­ziert und nach­voll­zieh­bar über seine KI nutzung und streift dabei auch ein paar aspekte, die bei dis­kus­sio­nen über KI oft übersehen werden. sehr gerne gelesen.



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gaussian splats könnten das nächste grosse ding in sachen vi­sua­li­sie­rung, spezial effekte und 3D-animation werden. auf die gefahr hin das falsch ver­stan­den zu haben, das sind gaussian splats in meinen worten: statt polygone aus einem scan zu bauen und zu schleifen und ge­ge­be­nen­falls mit texturen zu belegen, stellen gaussian splats eher farbwerte in einem drei­di­men­sio­na­len raum dar. sie verkect­ten sich zu einer re­prä­sen­ta­ti­on, die die texturen bereits be­inhal­tet. sie sind sehr viel leicht­ge­wich­ti­ger als 3D-modelle aus polygonen und können aus den gleichen scan berechnet werden.

auch ah­nungs­lo­se menschen wie ich können in diesem video ein ganz gutes ver­ständ­nis davon bekommen, was gaussian splats ei­gent­lich sind und warum sie so viel potenzial haben.


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@Men­dIt­Mark versucht ein altes autoradio aus einem ferarri zu re­pa­rie­ren ich schaue ihm dabei sehr gerne zu. das hier ist der erste teil (teil 2).

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das ist der zweite teil der reparatur eines au­to­ra­di­os aus einem ferrari (teil 1).


Once men tur­ned their thin­king over to ma­chi­nes in the hope that this would set them free. But that only per­mit­ted other men with ma­chi­nes to ens­lave them.
― Frank Her­bert, Dune, ca. 1965

in dune war des­halb kopf­rech­nen ein gros­ses ding.
bald kommt wahr­schein­lich die CSU um die ecke und for­dert: kopf­rech­nen statt KI. (via)


ela­bo­rier­te kul­tur­tex­te

felix schwenzel in artikel

cover von walter moers roman qwert

@jan­schmidt hat sei­ne fol­gen­den ge­fragt ob er qwert oder was an­de­res le­sen soll. qwert ist der neue ro­man von wal­ter moers (ver­lang­slink). wal­ter moers habe ich ein biss­chen aus den au­gen ver­lo­ren. nach­dem ich 2004 die 13 ½ le­ben des käpt’n blau­bär ganz gran­di­os fand, fand ich 2013 das la­by­rinth der träu­men­den bü­cher ganz furcht­bar und mit sei­nem kliff­hän­ger mit­ten in der ge­schich­te auch un­ver­fro­ren. rumo hab ich dann, glau­be ich, wie­der mit gros­sem ver­gnü­gen ge­le­sen und dann nix mehr. der out­put von moers über die letz­ten jah­re scheint aber laut ver­lags­au­to­ren­sei­te kaum nach­ge­las­sen zu ha­ben.

ich habe er­freut fest­ge­stellt, dass die e-buch-ver­si­on von qwert bei tha­lia zwar so viel wie die ge­bun­de­ne aus­ga­be kos­tet (39,99 €), aber man da­für eine epub-da­tei ohne ko­pier­schutz be­kommt. das ist mal lo­bens­wert und ich über­le­ge mir mal ein paar tage ur­laub zu neh­men um das buch auf dem sofa bin­ge­zu­le­sen.


gemälde von ferdinand pauwels miot dem titel: „luther entdeckt die bibel“. aber eigentlich scheint luther vor einer bibel zu stehen und sie auszumessen

lorenz meyer teaserte diesen text von tilman baum­gär­tel vor ein paar tagen auf 6 vor 9 mit diesen worten an:

Tilman Baum­gär­tel beklagt in seinem Essay, dass ela­bo­rier­te Kul­tur­tex­te in der heutigen Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie kaum noch Resonanz fänden, da die Reich­wei­te von Print­me­di­en schwinde, und Social-Media-Al­go­rith­men dif­fe­ren­zier­te Inhalte sys­te­ma­tisch be­nach­tei­li­gen würden.

über die­se eher un­dif­fe­ren­zier­te an­sicht woll­te ich mich gleich nach dem le­sen des teasers auf­re­gen und selbst was su­per-dif­fe­ren­zier­tes schrei­ben, aber das es­say von til­man baum­gär­tel liest sich bes­ser, als die teaser beim bild­blog oder über dem text bei der taz, ver­mu­ten las­sen. aber der text bie­tet trotz­dem nicht viel mehr als an­ek­do­ti­sche evi­denz: baum­gär­tel meint, frü­her habe es im­mer wie­der er­freu­li­ches Feed­back“ auf „lan­ge, feuil­le­to­nis­ti­sche Ar­ti­kel“ ge­ge­ben — und jetzt nicht mehr.

ich hab aus der ver­gan­ge­nen zeit der gate­kee­per auch die eine oder an­de­re an­ek­do­te. na­tür­lich ha­ben er­wäh­nun­gen von oder in­ter­views mit mir oder gar ar­ti­kel über mich in über­re­gio­na­len oder re­gio­na­len me­di­en ge­le­gent­lich spür­ba­res feed­back er­zeugt1 — wenn die gate­kee­per ihre tore mal ei­nen spalt öff­ne­ten. aber da­mals wa­ren mas­sen­me­di­en eben auch noch mas­sen­me­di­en und noch nicht durch­frag­men­ta­ri­si­ert. da­mals lenk­ten die tore, über die die gate­kee­per wach­ten, noch reis­sen­de flüs­se, jetzt plät­schert an die­se tore im bes­ten fall noch ein gluck­sen­der bach.

der auf­merk­sam­keits-markt ist grös­ser, lau­ter und un­über­sicht­li­cher ge­wor­den, für alle be­tei­lig­ten. es bil­den sich neue gate­kee­per-clus­ter, in­fluen­cer ge­win­nen an ein­fluss (scnr) und ge­druck­tes ist, wie vi­nyl, von ei­nem mas­sen­pro­dukt zu ei­nem lieb­ha­ber­pro­dukt ge­wor­den. ich hab hier ge­nau­so we­nig neue er­kennt­nis­se, wie til­man baum­gär­tel:

Dass man mit Vi­deo­schnip­sel-De­bat­ten­bei­trä­gen mehr Auf­merk­sam­keit als mit ela­bo­rier­ten Tex­ten er­hal­ten kann, ist zwar kei­ne neue Er­kennt­nis. Ich war bloß noch nie auf die Idee ge­kom­men, dass das auch für mich und mei­ne Kul­tur­ar­ti­kel gel­ten könn­te. Doch of­fen­bar be­we­gen wir uns dank So­cial Me­dia und Vi­deo­re­els wie­der in Rich­tung ei­ner ora­len Kul­tur, wie sie der Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Wal­ter Ong be­schrie­ben hat.

wal­ter ong hab ich nicht ge­le­sen. wohl aber neil post­man. vor vier­zig jah­ren. der wur­de nicht müde zu ar­gu­men­tie­ren, dass die vor­herr­schaft des ge­druck­ten worts durch das zeit­al­ter des fern­se­hens, der bil­der und des amü­se­ments ab­ge­löst wür­de, bzw. schon wur­de. des­halb fra­ge ich mich: wa­ren die­se „ela­bo­rier­ten Kul­tur­tex­te“ über­haupt je­mals be­son­ders po­pu­lär? wa­ren die le­ser von so­was nicht im­mer schon eine ver­schwin­dend klei­ne spe­cial in­te­rest frak­ti­on der be­völ­ke­rung? war­um hat der in­fl­luen­cer mar­cel reich ra­ni­cki das li­te­ra­ri­sche quar­tett in den 80er jah­ren ins fern­se­hen ge­hievt? weil sich schon da­mals kei­ne sau für „ela­bo­rier­te Kul­tur­tex­te“ oder buch­kri­ti­ken in den ge­druck­ten me­di­en zu in­ter­es­sie­ren schien. also hat er mit ein paar be­kann­ten mit 70 mi­nu­ten lan­gen vi­deo­schnip­sel-de­bat­ten­bei­trä­gen ver­sucht mehr auf­merk­sam­keit für bü­cher zu ge­ne­rie­ren.

wenn ich mich recht an mei­nen ge­schichts­un­te­richt er­in­ne­re war mar­tin lu­ther, ge­nau wie post­man und ong da­von ge­nervt, dass die ka­tho­li­sche kir­che den glau­ben vor al­lem durch bil­der, sta­tu­en, ri­tua­le und per­for­man­ces ver­mit­tel­te und nicht sola scrip­tu­ra („al­lein durch die schrift“).

was ich sa­gen will: dif­fe­ren­zier­te, ela­bo­rier­te tex­te ha­ben es schon im­mer schwer ge­habt ein brei­tes pu­bli­kum zu fin­den. und viel­leicht ha­ben sich in­tel­lek­tu­el­le vor 20, 30, 100 oder 500 jah­ren, ge­nau wie der eine oder an­de­re blog­ger vor 20 jah­ren, da­von ein­lul­len las­sen, dass die de­bat­ten in vie­len fil­ter­bla­sen eben von in­tel­lek­tu­el­len do­miert wur­den und so eine et­was ein­di­men­sio­na­le, un­rea­lis­ti­sche wahr­neh­mung von re­so­nanz, re­le­vanz oder po­pu­la­ri­tät er­zeug­ten.

viel­leicht müs­sen me­di­en­schaf­fen­de (da zäh­le ich mich durch­aus mit dazu) ein­fach da­mit le­ben ler­nen, dass ihre tex­te ei­ner­seits eine sehr be­grenz­te, sehr klei­ne ziel­grup­pe ha­ben und dass es an­de­rer­seits im­mer schon schwer war die­se über­schau­ba­re ziel­grup­pe über­haupt zu er­rei­chen. feuil­le­tons wa­ren so­was wie ag­gre­ga­to­ren und such­ma­schi­nen der frü­hen zeit für „ela­bo­rier­te“, an­spruchs­vol­le­re tex­te, werk­zeu­ge um auf­merk­sam­keit­strö­me in ei­nem ge­wis­sen rah­men zu len­ken und zu ma­ni­pu­lie­ren oder zu sub­ven­tio­nie­ren.

um so wich­ti­ger dür­te es sein, die nut­zung des of­fe­nen webs wei­ter für ver­net­zung, ag­gre­ga­ti­on, emp­feh­lun­gen und ei­gen­ver­lag zu nut­zen. die ziel­grup­pe, klein und über­schau­bar, ist noch da, sie fin­det den gan­zen ela­bo­rier­ten scheiss nur im­mer schwe­rer. das kann man än­dern, in­dem man sich nicht mehr an den gros­sen plat­for­men ori­en­tiert, son­dern sich so gut wie mög­lich ver­netzt, fö­de­riert und werk­zeu­ge wei­ter­ent­wi­ckelt, ex­pe­ri­men­tiert und sein pu­bli­kum selbst ein­sam­melt und be­dient.

lu­ther nutz­te da­mals auch mo­der­ne werk­zeu­ge beim ver­such die men­schen aus den bild­wel­ten der kir­che zu zer­ren. und wie lu­ther ste­hen wir mäch­ti­gen gi­gan­ten ge­gen­über, aber wenn wir uns auf die kraft des ge­schrie­ben wor­tes ver­las­sen, tech­no­lo­gien klug nut­zen, er­tra­gen, dass die meis­ten men­schen uns igno­rie­ren und kaum wahr­neh­men, ha­ben wir viel­leicht doch die chan­ce hier und da je­man­den zu be­rüh­ren und viel­leicht auch was zu ver­än­dern.

am ende ist re­le­vanz fir­le­fanz und statt ei­nes mas­sen­pu­bli­kums ist ein or­dent­li­cher, selbst­ge­bau­ter re­so­nanz­raum wahr­schein­lich oh­ne­hin die bes­se­re lö­sung.


  1. vor zwan­zig jah­ren gabs das mal, dass sich zeit­wei­se arte, die taz und ber­li­ner zei­tung oder me­di­en­ma­ga­zi­ne für blog­ger und ge­le­gent­lich auch mich in­ter­es­sier­ten. 


ur­ban kran­ken­haus fo­to­gra­fiert über den ge­fro­re­nen land­wehr­ka­nal
flug­ha­fen tem­pel­hof, fo­to­gra­fiert von der schwie­bus­ser str.

ges­tern abend in kreuz­berg ver­bracht, weils so schön war heu­te früh gleich noch­mal, mit nem klei­nen spa­zier­gang am land­wehr­ka­nal und um die mar­hei­ne­ke markt­hal­le.


li­mo­na­dier

felix schwenzel in checkins

der li­mo­na­dier in kreuz­berg hat die cock­tail­kar­te on­line (stand ja­nu­ar 2026).

mein ers­ter cock­tail war ein „pe­ni­ci­lin“: „Blen­ded Scotch, Zi­tro­nen­saft, Ing­wer­si­rup, Ho­nig­si­rup, Is­lay Whis­ky“. war le­cker und er­in­ner­te mich — na­tür­lich — an ei­nen whis­ky sour mit ho­nig­no­te. der tumb­lr tumb­ler war zu 90% pro­zent mit ei­nem eis­berg­stück ge­füllt, was scha­de war, weil ich ger­ne mehr als 10 ml da­von ge­trun­ken hät­te.

statt mehr pe­ni­ci­lin habe ich mir dann ei­nen „ma­p­le sto­ry“ be­stellt („But­ter Wal­nut Bour­bon, Wal­nut Bour­bon, Ahorn­si­rup, Weis­ser Port­wein, Salz­lö­sung, Bit­ters“). der schmeck­te dann tat­säch­lich wie pe­ni­ci­lin sich an­hört. die bit­ters do­mi­nier­ten, aber nicht auf eine schlech­te art. aber auch nicht so gut, dass ich nach dem re­zept fra­gen wür­de.

zum ab­schluss ei­nen „bey­ond the pi­nes“ (Pi­neapp­le Rum, Fa­ler­num, Chi­li­scho­te, Dry Cu­ra­cao, Zu­cker­si­rup, Li­met­ten­saft), die schär­fe war an­ge­nehm, er­in­ner­te mich aber wit­zi­ger­wei­se an die schär­fe von gin­ger beer. fa­ler­num muss­te ich nach­schla­gen und das fa­ler­num-zeug er­klärt viel­leicht auch den gin­ger-beer-ein­schlag. der bey­ond the pi­nes war süf­fig und an­ge­nehm, aber nicht flo­ral, wie das „aro­ma­rad“ be­haup­te­te.

wenn ich mich mit cock­tails aus­ken­nen wür­de, könn­te ich wahr­schein­lich be­haup­ten, dass das al­les klas­si­ker mit ei­nem ei­ge­nen li­mo­na­dier-twist wa­ren.

zur durst­ver­stär­kung wur­de röst­mais ge­reicht. also die­ser stein­har­te, aber le­cke­re, stark un­ami­sier­te mais. dan­kens­wer­ter­wei­se wur­de von den freund­li­chen kell­ne­rin­nen stän­dig fri­sches lei­tungs­was­ser in ka­raf­fen nach­ge­reicht. wäh­rend wir den röst­mais in uns rein­schauf­fel­ten, über­leg­ten wir ob man den wohl im air­fry­er her­stel­len könn­te. kann man of­fen­bar (re­zept), al­ler­dings emp­fielt sich da­für „rie­sen­mais“. den hab ich über­teu­ert bei ama­zon ge­se­hen, aber auch in min­des­tens ei­nem asia-la­den.

der tro­cke­ne rie­sen­mais muss erst­mal 8 bis 12 stun­den ge­wäs­sert/re­hy­driert und da­nach wie­der sorg­fäl­tig ge­trock­net wer­den. die kör­ner kann man dann ent­we­der klas­sisch frit­tie­ren oder mit et­was öl, salz, pa­ri­ka- und knob­lauch­pul­ver 15-20 mi­nu­ten bei 180°C in den air­fry­er (alle 5 mi­nu­ten schüt­teln).

das ver­gnü­gen im li­mo­na­dier hät­te mich 43 € ge­kos­tet, hät­te mich mei­ne gast­ge­be­rin nicht ein­ge­la­den.

(4/5)

schil­ler-bi­blio­thek

felix schwenzel in checkins

hat noch of­fen, trotz­dem nur vor­bei­ge­lau­fen.



ges­tern mach­te ai;dr die run­de. @dave_min­ni­ge­ro­de hat das na­he­lie­gen­de mög­li­cher­wei­se erst­mals auf­ge­schrie­ben, näm­lich das er ei­nen text nicht le­sen moch­te, nicht weil er zu lang war (too long, didn’t read, tl;dr), son­dern weil er zu sehr nach ki/ai roch (ai;dr).

wäh­rend tl;dr ein eher freund­li­cher hin­weis ist, den man so­gar vor­sorg­lich kon­tern kann, in­dem man ei­nem lan­gen text ein tl;dr mit ei­ner kurz-zu­sam­men­fas­sung vor­an­setzt oder an­hängt, ist ai;dr eine eher un­freund­li­che ka­te­go­ri­sie­rung wie „slop“. bei zu lan­gen tex­ten be­steht die chan­ce, dass man sich von ei­nem tl;dr doch noch zum le­sen ent­schliesst, ai;dr er­klärt ei­nen text de­fi­ni­tiv als un­les­bar.

ges­tern habe ich mir auf you­tube et­was an­ge­se­hen, das de­fi­ni­tiv ohne die be­tei­li­gung von ki ent­stan­den ist, zu lang, sehr lang­wei­lig und bis auf ei­nen gro­ben ab­lauf­plan, völ­lig un­ge­scrip­tet war.

an die­ser „was bin ich?“ sen­dung von 1976 ist al­les schreck­lich, die in­tro, die in­tro­mu­sik, die wit­ze von ro­bert lembke, der ton, das ti­ming, die mas­ken, die fri­su­ren. und doch ist es gross­ar­tig, weil es zeigt, wie ex­trem sich un­se­re er­war­tun­gen an un­ter­hal­tung in den letz­ten 50 jah­ren ge­wan­delt ha­ben.

die sen­dung zeigt, dass wir uns zwar im­mer au­then­ti­zi­tät wün­schen, au­then­ti­zi­tät aber auch zu dick auf­ge­tra­gen sein kann und wir uns dann doch dr­amt­ur­gi­sche straf­fung wün­schen. oder ein paar au­toren im hin­ter­grund die text­vor­schlä­ge auf ei­nen te­le­prom­ter spie­len könn­ten, viel­leicht ein paar vi­su­el­le ef­fek­te und ent­schlos­se­ne­re schnit­te.

je­den­falls, ob­wohl al­les an was bin ich? too long, too bor­ing, too old ist, lohnt es sich das mal zu gu­cken und durch­zu­ste­hen. selbst der auf­tritt von otto ist eher mau.

sehr ger­ne ge­le­sen habe ich hin­ge­gen die­se aus­ga­be von THE­FU­TURE von ole reiss­mann.

aus dem „jour­na­list’s sys­tem prompt that tells Clau­de to hal­lu­ci­n­a­te less“ ko­pie­re ich mir auf je­den fall schon mal die­sen teil in mei­ne text­vor­la­gen:

Don't com­pli­ment me.

mitt­ler­wei­le er­tra­ge ich das ge­schmei­chel von LLMs nicht mehr, zum bei­spiel wenn ich ih­nen tex­te zum ge­gen­le­sen oder kor­ri­gie­ren gebe. viel­leicht hilft’s die­sen satz in die de­faults auf­zu­neh­men.

wer hät­te das ge­dacht, dass com­pu­ter uns dazu brin­gen uns kom­pli­men­te zu ver­bit­ten.


ich mein in ber­lin muss es ja nicht aus­se­hen wie in ba­den würt­tem­berg nach der kehr­wo­che, aber das ist schon ein biss­chen lieb­los.


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ein etwas atemlos be­geis­ter­ter jordan golson zeigt das von jony ive’s „love from“ design-studio ge­stal­te­te be­nut­zer­inter­face des neuen elek­tri­schen ferrari. die witzigste stelle ist, als golson nach 8 minuten euphorie über die kleinsten details des tachos und lenkrads am sitz des neuen ferrari vor­bei­geht und sagt:

it’s a seat … whatever

… und wei­ter­geht um die ein­zel­tei­le des tachos und lenkrads zu be­grap­schen.

ich komme mit den touch-schaltern in unserem auto gut klar. kann man si­cher­lich besser machen, aber man bekommt eben wofür man bezahlt und solange es funk­tio­niert kann ich mich auch das das un­freund­lichs­te design gewöhnen. es bleibt trotzdem zu hoffen, dass in künftigen auto-ge­ne­ra­tio­nen die design ideen von jony ive und seinem team hem­mungs­los geklaut werden. digital ist gut wo digital gut ist, aber haptik ist manchmal auch gut und wie man die beiden so kom­bi­niert, dass sie be­frie­di­gen scheint das ive-design ein­drucks­voll zu de­mons­trie­ren.

2004: an­ke­groe­ner.de bekommt per­ma­links
2026: an­ke­groe­ner.de bekommt fussnoten

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sportro­del? ich würde das eienn bob nennen, aber gut. wie so oft habe ich, bevor ich das video gesehen habe, gedacht: laa­ang­wei­lig. aber die details, wie thomas egger ein­zel­tei­le fertigt, verleimt, verklebt und zusammen fügt ist dann doch durch und durch fas­zi­nie­rend. ich hatte danach das gefühl viel gelernt zu haben. nur mein interesse selbst so einen bob haben zu wollen (oder zu bauen) ist weiterhin bei exakt null.


riv­va un­ter­stüt­zen

felix schwenzel in artikel

tl;dr: un­ter­stützt riv­va!


ich bin nicht si­cher ob es ein doo­fer ver­gleich ist, aber ich zie­he ihn trotz­dem. und zwar ein le­cker­chen-ver­gleich.

le­cker­chen sind für die hun­de­er­zie­hung ein wich­ti­ges werk­zeug. auch wenn fri­da un­ser ers­ter hund ist und ich kei­ne ah­nung von hun­de­er­zie­hung hat­te, war mei­ne ers­te er­zie­hungs-ak­ti­on fri­da bei­zu­brin­gen le­cker­chen auf­zu­fan­gen, die ich ihr zu­wer­fe. fri­da hat so in ih­rem ers­ten hal­ben le­bens­jahr fast die hälf­te ih­res re­gu­lä­ren tro­cken­fut­ters von mir in ein­zel­stück­chen zu­ge­wor­fen be­kom­men. mo­na­te­lang. das war gut um ihre re­ak­ti­ons­fä­hig­keit zu trai­nie­ren, aber es hat ihr auch ein ge­fühl ver­mit­telt, dass der auf­ent­halt an mei­ner lin­ken sei­te ir­gend­wie gut und rich­tig ist.

mitt­ler­wei­le ver­ste­hen fri­da und ich uns auch ohne le­cker­chen, sie er­kennt an mei­nen lau­ten, ges­ten, mei­ner kör­per­hal­tung, ob ich et­was gut fin­de oder eher nicht. trotz­dem habe ich imemr noch, fast im­mer, le­cker­chen da­bei und be­loh­ne al­les was sie aus mei­ner sicht rich­tig macht. wenn sie ein­fach an krä­hen oder tau­ben vor­bei­läuft ohne auf­re­gung zu zei­gen (was ihr mitt­ler­wei­le leicht fällt): lercker­chen. wenn sie sich beim war­ten an ei­ner ro­ten am­pel an mein lin­kes bein drückt: le­cker­chen. wenn sie ein eich­hörn­chen sieht und es nicht ja­gen möch­te (was ihr schwer fällt): le­cker­chen.

der witz ist al­ler­dings: die le­cker­chen an sich, sind für fri­da gar nicht das in­ter­es­san­te. es ist die ges­te. ein le­cker­chen ver­stärkt nur noch­mal das das was ich mit mei­nen lau­ten, mei­nen ges­ten, mei­ner kör­per­hal­tung oh­ne­hin schon aus­drü­cke: ich find gut was du machst, das kannst du ge­nau so wei­ter ma­chen.

hun­de sind sehr gut im er­ken­nen von in­ten­ti­on. wir men­schen auch. on­line, wenn ges­ten, mi­mik und kör­per­hal­tung feh­len, wird es für uns men­schen manch­mal schwe­rer in­ten­ti­on zu er­ken­nen oder in­ten­ti­on aus­zu­drü­cken.

ich habe ein paar mo­nat­li­che abos, die für sich ge­nom­men eher klein und un­be­deu­tend sind, von de­nen ich mir al­ler­dings ein­bil­de, da­mit auch wert­schät­zung für die zum aus­druck zu brin­gen, an die ich die­se klei­nen mo­nat­li­chen be­trä­ge zah­le. wie bei fri­da könn­te ich die­se wert­schä­zung auch an­ders zum aus­druck brin­gen, freund­li­che emails oder blog­bei­trä­ge schrei­ben oder emp­feh­lun­gen aus­spre­chen; das wür­de wahr­schein­lich eine ähn­li­che wir­kung ha­ben.

und trotz­dem fin­de ich, dass die re­gel­mäs­si­ge zah­lung von klei­nen, aber re­gel­mäs­si­gen be­trä­gen eine wich­ti­ge und rich­tu­ge ges­te ist. des­halb zah­le ich (zum bei­spiel) der wi­ki­pe­dia, netz­po­li­tik, über­me­di­en, dem gu­ten in­ter­net, home-as­sistant, dem plötz­blog und riv­va re­gel­mäs­sig mo­na­ti­che be­trä­ge zwi­schen ei­nem und zehn euro. ich kau­fe ge­le­gent­lich apps die ich nicht un­be­dingt brau­che, aber un­ter­stüt­zens­wert fin­de, ich ma­che ge­le­gent­lich bei open source pro­jek­ten ein­mal­zah­lun­gen, wenns ein­fach geht und mir die pro­jek­te, war­um auch im­mer, ge­fal­len.

das sind ei­ner­seits al­les pea­nuts, kei­ne welt­be­we­gen­den be­trä­ge von de­nen je­mand le­ben könn­te, aber eben auch je­weils eine ges­te. eine ges­te die sagt: ich fin­de gut was ihr macht, macht von mir aus ge­nau so wei­ter.

und ich fin­de riv­va seit sei­ner ge­burts­stun­de so nütz­lich, dass ich be­reits seit sie­ben jah­ren mit klei­nen fi­nan­zi­el­len ges­ten wild ges­ti­ku­lie­re.

of­fen­sicht­lich den­ken nicht alle so wie ich. das ist ei­ner­seits gut so, aber an­de­rer­seits auch ein biss­chen trau­rig, zu­min­dest wenn ich mir die­sen screen­shot von der riv­va-un­ter­stüt­zer­sei­te auf ste­ady an­se­he.

21 leu­te? ich bin si­cher, dass sich in deutsch­land mehr als 21 leu­te fin­den die frank west­phal sa­gen wür­den: „ich fin­de gut was du machst, macht bit­te ge­nau so wei­ter und ger­ne auch dar­über hin­aus.“ (ich weiss, ins­ge­samt un­ter­stüt­zen frank mehr als 21 leu­te.)

spä­tes­tens jetzt, wo frank sein spen­den­auf­ruf­ban­ner von oben auf der den riv­va-sei­ten nach un­ten ver­la­gert hat, müss­ten ihm ei­gent­lich al­lein schon des­we­gen ganz vie­le leu­te eine fünf-euro-ges­te ent­ge­gen­schleu­dern.

vie­le leu­te, ich auch, stel­len der­zeit fest, dass es eine klei­ne blog-re­nais­sance gibt. ich kann aus er­fah­rung be­rich­ten, dass die ers­te wel­le von blogs vor ~15 jah­ren auch zu ei­nem gros­sen teil auf diens­te zu­rück­zu­füh­ren war, die die ver­net­zung von blogs un­ter­stüz­ten: tech­no­ra­ti.com als blog­such­ma­schi­ne und tag-ag­gre­ga­tor, der goog­le rea­der mit so­zia­len funk­tio­nen, mit de­nen man blog­bei­trä­ge mit ei­ner ein­fa­chen klick-ges­te an­de­ren in den feed agg­re­gie­ren konn­te. der frü­he er­folg von blogs da­mals™ wäre ohne die­se und ein paar an­de­re diens­te kaum mög­lich ge­we­sen.

was ich sa­gen will: die re­vo­lu­ti­on braucht werk­zeu­ge. und die re­nais­sance erst recht. und ohne riv­va siehts in sa­chen sicht­bar­keit für vie­le blogs düs­ter aus. oder an­ders ge­sagt: wer das blog­gen liebt, soll­te riv­va auch (ein biss­chen) lie­ben und das auch mit der ei­nen oder an­de­ren ges­te zei­gen.

wel­che ges­ten mög­lich sind hat frank hier selbst auf­ge­schrie­ben, ich emp­feh­le je­der und je­dem sich ein ste­ady-kon­to ein­zu­rich­ten, dann kann man ne­ben riv­va, auch das eine oder an­de­re pro­jekt mit klei­nen fi­nan­zi­el­len ges­ten un­ter­stüt­zen. oder wie frank zu sei­nem pay­pal-kon­to sagt:

Jetzt eine Mün­ze in die Bord­kas­se wer­fen!


ds9

felix schwenzel in notiert

jetzt is­ses auch schon wie­der neun jah­re her, dass ich ds9 neu ge­guckt habe. und die­ses selbst­zi­at er­klärt ganz gut, war­um ich star­fleet aca­de­my, trotz al­lem, er­tra­ge.

die se­rie er­in­ner­te mich wie­der dar­an, war­um ich die star-trek-welt und ihre se­ri­en so sehr schät­ze. sie ver­fol­gen kon­se­quent ein po­si­ti­ves men­schen­bild und las­sen uns un­se­re welt, un­se­re ge­sell­schaft­li­chen pro­ble­me mit ei­nem ge­wis­sen abs­trak­ti­ons­grad re­flek­tie­ren. die par­al­le­len sind of­fen­sicht­lich, aber nicht platt. die card­as­sia­ner zei­gen par­al­len mit den deut­schen oder den ja­pa­nern, der wi­der­stand der ba­jo­ra­ner zeigt par­al­le­len zu wi­der­stands­be­we­gun­gen im na­hen os­ten oder dem be­setz­ten frank­reich, der re­li­giö­se fa­na­tis­mus ei­ni­ger ba­jo­ra­ner zeigt par­al­le­len zu anti-se­ku­lä­ren be­we­gun­gen in der gan­zen welt. ras­sis­mus, frei­heit und gren­zen der wis­sen­schaft, di­ver­si­tät, ge­rech­tig­keit, all das wird von fol­ge zu fol­ge de­ba­tiert. hört sich lang­wei­lig an: eine fern­seh­se­rie in der de­bat­ten zu se­hen sind, aber ich fin­de der ver­gleich passt. in den er­zäh­lun­gen der ein­zel­nen fol­gen wer­den im­mer min­des­tens zwei sei­ten ei­nes pro­blems ge­zeigt und im­mer der müh­sa­me pro­zess, zu ge­rech­ten und prak­ti­ka­blen lö­sun­gen zu kom­men. teil­wei­se, wie in der fol­ge pro­gress, wird auch kei­ne wirk­lich be­frie­di­gen­de lö­sung er­reicht, son­dern es wer­den die schwie­rig­kei­ten durch­ge­spielt, zwi­schen pflicht und mensch­lich­keit, ge­mein­wohl und ein­zel­in­ter­es­sen, ge­hor­sam und em­pa­thie ab­zu­wä­gen.


manch­mal über­ra­sche ich mich selbst mit eas­ter­eggs, die ich in home as­sistant ver­steckt habe (und of­fen­sicht­lich wie­der ver­ges­sen habe).

ich: hey snips, wie spät?
home as­sistant: hey siri, wie spät?
siri: es ist elf uhr sechs­und­fünf­zig.


weil mir heu­te mein let­ter­boxd-kon­to wie­der ein­fiel, fiel mir auch ein, dass ich die mini-re­views die ich dort hin­ter­las­sen habe, ei­gent­lich auch hier ar­chi­vie­ren könn­te. mit ei­nem php script habe ich die bei­trä­ge alle (als ent­wür­fe) ein­ge­sam­melt, aber noch nicht ver­öf­fent­lich.

die­se kurz­kri­tik zu un­der the skin hat­te ich schon auf wir­res.net ver­öf­fent­licht, aber weil ich den film da­mals so fas­zi­nie­rend fand, ist das hier so­zu­sa­gen eine er­in­ne­rung an mich und auf­for­de­rung an alle mit­le­sen­den, den film (noch­mal) zu schau­en. den film kann man, wie ich vor 11 jah­ren, bei itu­nes oder bei ama­zon kau­fen und lei­hen.

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dieses video hat mich in ein kleines rabbit hole gestürzt (gefunden bei eay.cc).

ich war sofort angetan von scott jensons angenehm eu­pho­ri­scher und un­kon­fron­ta­ti­ven art sein lieblings-thema (benutzer-schnitt­stel­len-funktion) anderen menschen na­he­zu­brin­gen. unterwegs schnitt er so viele in­spi­rie­ren­de ideen und kleine details kurz an, ohne sie weiter zu verfolgen, dass sich in meinem kopf gleich merhere DIN A4 seiten füllten mit todos und sachen denen ich mal nachgehen will.

dann seine webseite. endlich mal wieder eine webseite die das auge entspannt und den geist reizt. allein der letzte artikel, „Boring is good“, ist so voller guter neuer ansätze über die welt, LLMs, das schreiben, das denken nach­zu­den­ken, dass ich seine webseite gerne in den urlaub mitnehmen möchte, um sie dort in ruhe von vorne bis hinten zu lesen.

But writing is hard for a deeply human reason. You don’t know what you don’t know. You write to un­der­stand, which usually means writing a ton of awful text that must then be ruthl­ess­ly thrown away. Trying to ‘write au­to­ma­ti­cal­ly’ using LLMs com­ple­te­ly cir­cum­vents this pain.

Ul­ti­m­ate­ly, a mature tech­no­lo­gy doesn’t look like magic; it looks like in­fra­struc­tu­re. It gets smaller, more reliable, and much more boring.

je­den­falls ist das video ein toller einstieg nicht nur ins thema benutzer-schnitt­stel­len-funktion und design (im sinne von design is how it works), sondern auch ins thema lernen (im weitesten sinne). dieses zitat hänge ich mir mög­li­cher­wei­se übers bett:

Fun is just another word for learning
— Raph Koster, A Theory Of Fun For Game Design

in den letzten tagen habe ich mich hier und da mit den themen mo­ne­ta­ri­sie­rung und reich­wei­te be­schäf­tigt und mir kam der gedanke, was für ein wahnsinn das ei­gent­lich ist, dass es für un­ab­hän­gi­ge be­wegt­bild-pro­du­zie­ren­de ei­gent­lich nur eine einzige stelle im internet gibt, wo sie ihre reich­wei­te und brötchen her­be­kom­men: youtube.

ein gi­gan­ti­scher monolith, der im prinzip bestimmen kann, was hunderte millionen sehen und ein paar hun­dert­tau­send verdienen. wahr­schein­lich ist es höchste zeit mir mal ein nebula abo zu besorgen, auch wenn die trum­pis­ten noch nicht ihre axt-hände an youtube gelegt haben mögen.

mir kam beim lesen dieser meldung beim netz­feuil­le­ton aber ein ganz anderer gedanke. die BBC wird inhalte speziell für youtube pro­du­zie­ren, „auch wenn die Inhalte auch weiterhin auf iPlayer und Sounds er­schei­nen können“ (sollen, werden?). das erinnert mich an die indieweb-phi­lo­so­phie Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere (POSSE). wenn man die inhalte bei sich „zuhause“ vorhält, sie aber an andere orte syn­di­ziert/kopiert, um ei­ner­seits die reich­wei­te oder mo­ne­ta­ri­sie­rung zu erhöhen, behält man an­de­rer­seits (theo­re­tisch) ein paar ticken mehr un­ab­häb­gig­keit, als wenn man exklusiv „elsewhere“ pu­bli­ziert.

theo­re­tisch machen das ja auch die deutschen öf­fent­lich recht­li­chen schon mit ein paar kanälen für jüngeres publikum, mit dem un­ter­schied, dass das eine art PUPZ-POSSE ist: publish elsewhere und dann bei sich selbst de­pu­bli­zie­ren.

If you want to un­der­stand what goes into a big YouTube pro­duc­tion, this behind-the-scenes look from the tenth most popular tech channel seems to be a good place to start. It is re­mar­kab­le how Marques Brownlee has grown from being just a guy making webcam videos from home to having a dedicated pro­duc­tion space full of staff — and it all kind of hinges on YouTube, a singular video hosting platform. That would make me anxious daily, but Brownlee has made it work for about nine years.

das behind the scenes video ist andertalb stunden lang und ich habe es (noch) nicht zuende geschaut, auch weil ichs ein bisschen lang­wei­lig finde. aber wie nick herr sagt, das ist schon alles ziemlich re­mar­kab­le.


bei mir sinds im mo­ment 291 tage, die ich je­den tag et­was auf der start­sei­te ver­öf­fent­licht habe. al­lein in die­sem jahr, sind es schon wie­der 104 bei­trä­ge, so viel wie ich von 2022 bis 2024 pro jahr auf in­sta­gram ge­pos­tet habe. vi­sua­li­sie­run­gen da­von auf der rück­sei­te. ich habe nicht vor das zu än­dern und ich hab ei­gent­lich auch nicht vor dar­auf künf­tig wei­ter drauf hin­zu­wei­sen. ich schreib und fo­to­gra­fier ein­fach wei­ter ins in­ter­net.


mast­o­don

felix schwenzel in artikel

bei hei­ko, wahr­schein­lich beim rum­kli­cken in sei­nem auf kir­by mi­grier­ten blog, hab ich vor ein paar ta­gen die­sen al­ten tweet trööt von sa­scha lob ge­fun­den.

(via)

ich fin­de nach drei jah­ren kann man sa­schas aus­sa­ge noch­mal eva­lu­ie­ren. im gros­sen und gan­zen gilt sa­schas aus­sa­ge wohl noch. mast­o­don scheint twit­ters platz we­der ein­ge­nom­men zu ha­ben, noch auf dem weg da­hin zu sein. an­de­rer­seits kann man aber auch sa­gen, dass „x“ eben­so we­nig twit­ters platz ein­ge­nom­men hat — und th­reads und blues­ky auch nicht.

mei­ne ver­mu­tung ist, dass kei­ne platt­form, oder kein so­zia­les netz­werk, je­mals wie­der die glo­ba­le öf­fent­lich­keit her­stel­len wird, die twit­ter ein­mal her­ge­stellt ha­ben mag. ganz ähn­lich wie es wahr­schein­lich nie wie­der eine sen­dung ge­ben wird, die an ei­nem abend 18 mil­lio­nen men­schen in DACH vor dem bild­schirm ver­sam­melt, wie es 1999 noch wet­ten, dass…? konn­te.

auch wenn die er­folg­reicchs­ten vi­de­os, zum bei­spiel von kurz­ge­sagt, zwi­schen 20 und 30 mil­lio­nen views auf you­tube er­rei­chen, ist das un­term strich wohl nicht ver­gleich­bar mit der reich­wei­te und durch­schlags­kraft von fern­seh­sen­dun­gen in der gu­ten al­ten fern­seh­zeit.

jetzt könn­te ich sa­gen: mast­o­don ist eben nicht ver­gleich­bar mit twit­ter oder al­les ist eben an­ders, oder wie sa­scha es vor 3 jah­ren sag­te: „So­cial Net­works müs­sen sich stän­dig wei­ter­ent­wi­ckeln“ und ent­wi­ckeln sich eben stän­dig wei­ter. in­sta­gram ist nicht mehr das in­sta­gram das es vor 10 jah­ren war, x ist kein twit­ter mehr und wer nutzt ei­gent­lich noch face­book?

der witz ist al­ler­dings, mast­o­don hat für mich den platz von twit­ter über­nom­men. ich nut­ze mast­o­don ge­nau so, wie ich vor ein paar jah­ren twit­ter ge­nutzt habe.

ich lese ge­le­gent­lich in mei­ner time­line, aber nicht öf­ter als ein, zwei­mal täg­lich. mei­ne „öf­fent­lich­keit“ fand nie in der twit­ter-time­line statt, ge­nau­so wie sie jetzt nicht in der mast­o­don-time­line statt­fin­det. mei­ne öf­fent­lich­keit habe ich mir selbst in mei­nem RSS-rea­der zu­sam­men­ku­ra­tiert. ge­le­gent­lich scrol­le ich auch län­ger in mei­ner mast­o­don-time­line und ich freue mich, wenn ich in­ter­es­san­tes ent­de­cke, aber das sind dann eben zu­falls­fun­de oder din­ge die auf­schwim­men, die ich auch an­ders­wo ge­fun­den hät­te.

ich pos­te täg­lich ein, zwei mal auf mast­o­don, meis­ten din­ge die ich vor­her ins blog ge­schrie­ben habe, oft fo­tos. ge­le­gent­lich ent­wi­ckeln sich um ein­zel­ne post von mir kon­ver­sa­tio­nen und ich gebe mir mühe auf ant­wor­ten oder kom­men­ta­re zu re­agie­ren.

na­tür­lich nut­ze ich mast­o­don auch in der hoff­nung öf­fent­lich­keit, auf­merk­sam­keit für mei­ne bei­trä­ge her­zu­stel­len. al­ler­dings weiss ich auch, dass das eher sel­ten funk­tio­niert, so wie das frü­her auch auf twit­ter war. hier mal ein like, mit et­was glück mal ein boost. manch­mal tref­fe ich ei­nen nerv und bei­trä­ge mul­ti­pli­zie­ren (boos­ten, ret­wee­ten) sich et­was wei­ter. auch das war auf twit­ter nicht an­ders.

viel­leicht kann man das am bes­ten mit ei­nem bild be­schrei­ben, was twit­ter für mich war und mast­o­don für mich heu­te ist: schauf­nes­ter in ei­ner ein­kaufs­stras­se. ich gehe nicht stän­dig ein­kau­fen, aber wenn ich ein­kau­fen gehe, schaue ich mir die aus­la­gen an­de­rer an. manch­mal er­hascht eine aus­la­ge mei­ne auf­merk­sam­keit und ich blei­be ste­hen. viel­leicht ma­che ich ein foto, viel­leicht gehe ich in den la­den und rede mit den in­ha­bern des schau­fens­ters. meis­ten lauf ich ein­fach durch oder küm­me­re mich um mein ei­ge­nes schau­fens­ter. ich geb mir mühe selbst eine schö­ne aus­la­ge zu ha­ben, aber ich weiss, dass die meis­ten an mei­ner aus­la­ge vor­bei­ge­hen — so wie ich es bei an­de­ren tue. umso er­freu­ter bin ich, wenn ge­le­gent­lich ein paar leu­te vor mei­ner aus­la­ge ste­hen­blei­ben oder so­gar an­de­re leu­te her­bei­ru­fen. ge­le­gent­lich pas­siert das und wenn es mal in­ter­es­se an mei­nem la­den gibt, gebe ich mir mühe prä­sent zu sein und ge­ge­be­nen­falls fra­gen zu be­ant­wor­ten oder die aus­la­ge zu er­klä­ren.

städ­te än­dern sich stän­dig, ge­nau wie so­zia­le netz­wer­ke. das muss auch nicht im­mer eine wei­ter­ent­wick­lung sein, das kann auch eine re­gres­si­on sein. in städ­ten schät­ze ich des­halb auch oft die din­ge, die sich nicht än­dern. knei­pen, re­stau­rants, lä­den, die aus der zeit ge­fal­len sind, seit jahr­zehn­ten un­ver­än­dert.

mast­o­don ist ein biss­chen wie eine alte stamm­knei­pe. die knei­pe muss­te ge­le­gent­lich um­zie­hen, aber das stamm-pu­bli­kum folg­te ihr zu gros­sen tei­len. neue leu­te kom­men jetzt auch wie­der mehr, aber die stim­mung, der vibe ist un­ver­än­dert und ver­traut.

ja mast­o­don ist nach wie vor „fil­ter­bla­sig“ und hy­per­lo­kal. es ist im­mer noch kom­pli­ziert und die be­die­nung er­for­dert eine lern­kur­ve. al­les in selbst­be­die­nung mit furcht­bar kom­pli­zier­ten ap­pa­ra­ten. man kann auch sei­ne ei­ge­nen ap­pa­ra­te mit­brin­gen und ein­stöp­seln. das pu­bli­kum ist ver­traut und grund­sätz­lich sym­pa­thisch. manch­mal rich­tet sich die auf­merk­sam­keit kurz auf ei­nen selbst, meis­tens kann man kom­for­ta­bel in der men­ge ein­fach rum­hän­gen. oder nach hau­se ge­hen.

viel­leicht ist das auch das bes­te an mast­o­don: es ist un­auf­ge­regt, es bie­tet kei­ne gros­se show, es liegt eher ru­hig in ei­ner sei­ten­stras­se. ich weiss ich ver­pas­se nichts, wenn ich zu­hau­se blei­be, aber wenn ich da bin is­ses ver­traut und an­ge­nehm und wenn man hin­schaut pas­siert auch mal was span­nen­des, viel­elicht auch nur in ei­nem klei­nen ne­ben­raum. schrei­häl­se und dep­pen ver­ir­ren sich sel­ten zu mast­o­don, weil es ih­nen zu lang­wei­lig er­scheint und die büh­ne zu klein ist.

und wie so oft hat sa­scha lobo gleich­zei­tig 100% recht und liegt doch ganz leicht da­ne­ben.


rands rantet sehr aus­führ­lich über pro­duk­ti­vi­täts-werkzeuge. naja, er stellt eher fest, dass sie in der regel nichts für ihn sind. mir gefällt die idee, die er nach 20-30 minuten lesezeit ent­wi­ckelt: eine todo-liste die alte einträge einfach nach einer weile löscht, ohne weitere rückfrage. find ich gut. mach ich schon lange, al­ler­dings nicht durch löschen, sondern durch vergessen.

ich kann meine her­an­ge­hens­wei­se glaube ich am besten mit einer wasser-metapher be­schrei­ben. das was wichtig ist schwimmt auf. entweder weils leicht ist, jemand dran zieht oder drückt oder es fest­ge­bun­den hat oder weils strampelt oder ge­stram­pelt wird. was aufhört zu strampeln sinkt langsam aus dem blickfeld. ich arbeite im alltag mit (zu) vielen ver­schie­de­nen werk­zeu­gen, leider nicht besonders struk­tu­riert, aber oft sehr intuitiv.

mein wich­tigs­tes werkzeug um zu tuendes zu iden­ti­fi­zie­ren und im auge zu behalten ist meine email-inbox. seit mail-programme emails in strängen zu­sam­men­fas­sen bleibt ei­ner­seits (meistens) der kontext erhalten und an­de­rer­seits lassen neue mails die je­wei­li­gen stränge auf­schwim­men.

ich kopieren jeden tag die todos vom vortag „hand­schrift­lich“ auf eine neues blatt und füge im laufe des tages neue hinzu. mit „hand­schrift­lich“ meine ich zettel = textdatei und schrift = tippen und copy & pasten. das ist mühsam, aber hilfreich beim prio­ri­sie­ren und fürs merken. und das „manuelle“ be- und ver­ar­bei­ten hilft mein un­be­wusst­sein zu füttern.

danach kommen — zumindest auf der arbeit — diverse ti­cket­sys­te­me. denen fehlt ei­gent­lich allen ein be­frie­di­gen­der sound­ef­fekt beim erledigen, aber ich finde es auch ohne sound­ef­fekt be­frie­di­gend, dinge in ti­cket­sys­te­men auf erledigt zu stellen und den fluss der er­le­dig­ten dinge an­schwel­len zu sehen. in der praxis landen leider zu viele tu-dinge im pending.

mein haupt­pro­blem beim erledigen hat nichts mit werk­zeu­gen oder prozessen zu tun, sondern mit haltung oder genauer: anspruch. ich schiebe dinge auf weil ich sie richtig und gut machen will, aber weiss, dass das ge­ge­be­nen­falls etwas länger braucht — also jetzt gerade noch nicht geht aber viel­leicht später, oder morgen oder nächste woche.

diesen knoten habe ich beim bloggen gelöst: ich hab kein problem damit einen beitrag hin­zu­rot­zen, gerade mal gut genug zu machen, zur not später nochmal etwas zu polieren. beim rest meiner aufgaben bin ich zwar kein per­fek­tio­nist, aber ich strebe schon einen gewissen qua­li­täts­stan­dard an, der zumindest nicht den eindruck von hin­ge­rotzt erweckt. und genau da fängt das auf­schie­ben dann an und man landet bei einer art magischen zweieck (statt dreieck).

Nach nun 5 Episoden setze ich mich als jemand, der seit 1991 Trekkie ist, offenbar deutlich von anderen Alt-Trekkies ab, wenn ich sage: Academy über­rascht mich bisher. Seit 30 Jahren dachte ich, dass es eine solche Serie nicht braucht, dafür habe ich richtig viel Spaß an ihr.

thomas findet SFA (starfleet academy) durch­ge­hend gut. ich ertrage den pathos, das bunte, die laut­stär­ke, das ständige, unsubtile in your face nur schwer, muss aber sagen, dass die ge­schich­ten, die SFA bisher erzählt hat, mir im kern gefallen, die in­sze­nie­rung hingegen nicht.

während die in­sze­nie­rung und die kulissen alle völlig over the top sind, finde ich gerade das ensemble er­schüt­ternd lang­wei­lig. alle nice und glatt und schön und makellos. ausnahme (neben holly hunter): kerrice brooks die SAM spielt und in der vierten folge im fokus steht. die ist so er­fri­schend, dass es einen fast umhaut.

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die videos von beat bunny (oder captain pikant?) zeigen wie ikonische songs im schlag­zeug-computer nach­ge­baut werden können. ich verstehe nix, sehe aber fas­zi­niert zu, wie hier zum beispiel new orders blue monday nach­ge­baut wird. und ich frage mich, was aus mir geworden wäre, wenn wir sowas damals im mu­sik­un­ter­richt gemacht hätten. dann hätte ich mich viel­leicht doch ein bisschen mehr für musik in­ter­es­siert?

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fas­zi­nie­rend. ich glaube, man kann sagen, die erfindung der künst­li­chen kühlung ist ein ähnlich wichtiger wen­de­punk­te in der mensch­li­chen zi­vi­li­sa­ti­on, wie die be­herr­schung des feuers. dieses video zeigt wie man vorher gekühlt hat und welche ein­schnei­den­den (positiven) folgen die künst­li­che kühlung hatte und hat.

das ist mal ne ul­ti­ma­ti­ve lob­hud­de­lei. dankje anje.


mor­gen­spa­zier­gang 08.02.2026

felix schwenzel in bilder

vom wed­ding durch die cha­ri­té zur fried­rich­stras­se (6 km, 2°C).


pin­board.in

felix schwenzel in artikel

This is a fri­end­ly re­min­der that your Pin­board sub­scrip­ti­on (user­na­me: di­plix) ex­pi­res on 21 Fe­bru­ary 2026. If you wish to keep using the site, you'll need to vi­sit https://pin­board.in/u:di­plix/ex­tend/ and ex­tend your sub­scrip­ti­on.

ich bin seit dem 22.01.2011 mit­glied bei pin­board, habe 46.172 book­marks dort an­ge­legt und habe das kon­to 2021 für $150 für 60 mo­na­te in ein be­zahl-kon­to um­ge­wan­delt. die 60 mo­na­te (5 jah­re) sind am 21. fe­bru­ar um.

ich mag pin­board und ich mag maciej ce­g­low­ski der pin­board.in be­treibt und ge­le­gent­lich bloggt oder vor pu­bli­kum spricht. pin­board funk­tio­niert seit jah­ren zu­ver­läs­sig und ich nut­ze es mit ei­nem book­mar­klet um book­marks an­zu­le­gen und mit ei­ner in­te­gra­ti­on in mei­nem RSS-rea­der mi­ni­flux, der au­to­ma­tisch ein book­mark bei pin­board an­legt, wenn ich et­was im RSS rea­der mit ei­nem ⭐ mar­kie­re.

frü­her (so bis 2018), als ich fast täg­lich link­posts auf wir­res.net ver­öf­fen­ti­cht habe, habe ich die links mit html auf pin­board kom­men­tiert, mit s und w ge­taggt und dann im­por­tiert und mor­gens au­to­ma­tisch ein link­post ge­ne­rie­ren las­sen.

ich habe back­links (leu­te die auf wir­res.net lin­ken) mit pin­board ge­trackt. der über­ge­ord­ne­te tag war lin­king2wir­res und ein­zel­ne zi­ta­te, wie das hier auf turi2 war dann ein pin­board-book­mark in das ei­nen tag mit der wir­res.net-url hat­te: link:http://wir­res.net/ar­tic­le/ar­tic­le­view/10072/1/6/. in­dem ich die pin­board-api ab­frag­te, konn­te ich die­se back­links dann un­ter dem ar­ti­kel an­zei­gen.

die tech­ni­schen de­tails sind ei­gent­lich wurst. was ich sa­gen will, ich habe pin­board frü­her in­ten­siv als werk­zeug ge­nutzt. seit meh­re­ren jah­ren ei­gent­lich nicht mehr wirk­lich. es flos­sen im­mer noch book­marks aus mei­nem feed­rea­der in pin­board, in der hoff­nung, dass ich die book­marks spä­ter noch­mal an­se­he und auf ver­wend­bar­keit als link im blog prü­fe.

aber seit dem re­launch vor knapp ei­nem jahr fra­ge ich mich, war­um soll ich die werk­zeu­ge mit de­nen ich ar­bei­te auf ba­sis von diens­ten bau­en, die ich nicht kon­trol­lie­re und die je­der­zeit ver­schwin­den kön­nen oder an arsch­lo­cher ver­kauft wer­den kön­nen?

ich glau­be zwar nicht dass maciej ce­g­low­ski pin­board ver­kau­fen wür­de, aber rich­tig si­cher, ob pin­board noch 30 jah­re exis­tie­ren wird, bin ich auch nicht.

jetzt wo ich book­marks und fa­vo­ri­ten mit ei­nem klick di­rekt in strö­me hier auf wir­res.net wer­fen kann, sie mit ein, zwei wei­te­ren klicks nach vor­ne ins schau­fens­ter ho­len kann fra­ge ich mich: war­um soll ich noch pin­board nut­zen? ein grund fällt mir ein: um maciej ce­g­low­ski zu un­ter­stüt­zen. aber geld für ei­nen dienst zu be­zah­len, den ich nicht mehr wirk­lich nut­ze ist dann acuh für mich ei­nen ti­cken zu ab­surd.

ich habe mich trotz der freund­li­chen er­in­ne­rungs­mails von maciej ce­g­low­ski da­für ent­schie­den, mein pin­board-abo nicht mehr zu ver­län­gern. statt­des­sen habe ich mir ein klei­nes script ge­baut, dass al­les was ich in mei­nem RSS-rea­der mar­kie­re jetzt in den book­marks-fluss wirft, von wo ich das book­mark dann wei­ter­ver­ar­bei­ten kann oder, wie auf pin­board, ein­fach rum­lie­gen las­sen und ver­ges­sen kann. auch you­tube-fa­vo­ri­ten lan­den jetzt au­to­ma­tisch im fa­vo­ri­ten-fluss und ich bin mir si­cher, mir fal­len nop­ch vie­le neue au­to­ma­ti­sie­run­gen und ar­beits­er­lei­che­run­gen ein, die ich mit mei­nen ei­ge­nen werk­zeu­gen, in mei­ner eig­nen he­mis­hä­re bau­en kann.

tl;dr: ich bin seit 15 jah­ren ak­ti­ver pin­board.in nut­zer, möch­te das ab jetzt aber al­les lie­ber selbst ma­chen und bin des­halb ab jetzt in­ak­ti­ver pin­board.in-nut­zer.


nach­trag 16 uhr: die kalt­mam­sell weist dar­auf hin, dass

… der Film wur­de künst­lich er­zeugt, recht weit un­ten steht auf You­Tube "The per­son in this vi­deo is AI-ge­ne­ra­ted, not a real in­di­vi­du­al"

bin ich wohl drauf rein­ge­fal­len. ich war schon vol­ler be­wun­de­rung, dass man mit 92 jah­ren noch frei, so lan­ge am stück spre­chen kann. trotz all der glät­te und mehr oder we­ni­ger schnitt­lo­sig­keit, bin ich nicht miss­trau­isch ge­wor­den, im ge­gen­teil, ich dach­te: „ob man so­was künf­tig wohl mit KI hin­be­kommt?“

trotz­dem, der text hat bei mir ge­wirkt, des­halb las­se ich mei­ne in­itia­le re­ak­ti­on un­ten ste­hen.


youtube-video laden, info, direktlink

Lorraine spent thirty eight years as a high school guidance counselor in Pitts­burgh. This video is about what she wishes someone had told her before she turned seventy. Recorded January 2026 at age ninety two.

sich mit dem altern, mit dem tod aus­ein­an­der zu setzen ist un­an­ge­nehm. deshalb fand ich es un­an­ge­nehm mir dieses video anzusehen, al­ler­dings nicht wegen lorraine. sie sagt die richtigen sachen auf die richtige art und weise. achte auf deinen körper, bau muskeln und stärke auf, die du im alter nicht mehr hin­be­kommst, verzeih anderen menschen bevor es zu spät ist oder dich der ärger anfrisst, sei da, aber halte dich mit rat­schlä­gen zurück („Your adult children do not need your advice. They need your presence“).

über den part mit den er­wach­se­nen kindern, die keinen rat brauchen, musste ich ein bisschen lachen, weil lorraine natürlich im video als ober­che­cke­rin auftritt und man ihr die 38 jahre als „guidance counselor“ (ver­trau­ens­leh­re­rin/mentorin) anmerkt. aber das ist an­de­rer­seits auch der witz an diesem video: sie weiss es definitiv besser als du und ich. und das was lorraine sagt ist teilweise so auf­rich­tig, ehrlich und per­sön­lich, dass es mir fast die tränen in die augen trieb.

Lesson number eight, write things down because you are going to forget ever­y­thing.
if you do not prepare for it, you will lose things that matter. Write down your memories. Write down your family stories. Write down the recipes your mother taught you and the way your father laughed and the name of your first dog. Write down what you want your grand­child­ren to know about who you were before you were old.

das sag ich ja auch ständig (und viele andere natürlich auch): schreibt tagebuch. öf­fent­lich oder privat. aber schreibt auf, was euch durch den kopf geht, es hilft nicht nur beim ver­fer­ti­gen von gedanken, sondern eben auch beim erinnern, wo die ganze zeit hin­ge­lau­fen ist.

tl;dr: das video ist eher un­an­ge­nehm an­zu­schau­en weil lorraine einen mit gedanken kon­fron­tiert, denen man lieber ausweicht. aber da sollte man durch, auch weil man im leben selten ge­le­gen­heit hat, sich sowas anzuhören. und danach kann mal „hart nach­den­ken“. (via)

p.s.: auf den stock-foto-slop hätte man bei der pro­duk­ti­on des videos sehr gut ver­zich­ten können.
p.p.s.: das video ist KI-generiert, siehe oben.