'If life had no love in it, what else was there for Maggie?'
Brought up at Dorlcote Mill, Maggie Tulliver worships her brother Tom and is desperate to win the approval of her parents, but her passionate, wayward nature and her fierce intelligence bring her into constant conflict with her family. As she reaches adulthood, the clash between their expectations and her desires is painfully played out as she finds herself torn between her relationships with three very different men: her proud and stubborn brother, a close friend who is also the son of her family's worst enemy, and a charismatic but dangerous suitor. With its poignant portrayal of sibling relationships, The Mill on the Floss is considered George Eliot's most autobiographical novel; it is also one of her most powerful and moving.
In this edition writer and critic A.S. Byatt provides full explanatory notes and an introduction relating Mill on the Floss to George Eliot's own life and times.
Edited with an introduction and notes by A.S. BYATT
Mary Ann Evans, known by her pen name George Eliot, was an English novelist, poet, journalist, translator, and one of the leading writers of the Victorian era. She wrote seven novels: Adam Bede (1859), The Mill on the Floss (1860), Silas Marner (1861), Romola (1862–1863), Felix Holt, the Radical (1866), Middlemarch (1871–1872) and Daniel Deronda (1876). Like Charles Dickens and Thomas Hardy, she emerged from provincial England; most of her works are set there. Her works are known for their realism, psychological insight, sense of place and detailed depiction of the countryside. Middlemarch was described by the novelist Virginia Woolf as "one of the few English novels written for grown-up people" and by Martin Amis and Julian Barnes as the greatest novel in the English language.
*ich habe nicht nur Meinung, sondern auch Emotionen zu diesem Buch, das vorab. Das Ende wird auch spoileryy.
Es ist sehr generell kein Geheimnis, dass ich sehr viel von dem Schreibstil George Eliots halte, weil er einfach unfassbar schön ist und sie eine Erzählstimme beherrscht, die ich von keiner anderen Autorperson jemals gelesen habe. Auch Realismus kaufe ich wenigen ab - ihr schon.
"The Mill on The Floss" hat aber sehr viel mehr mit mir gemacht als beispielsweise "Middlemarch", auch wenn ich das beim Lesen sehr geliebt habe. Maggie Tulliver ist eine Protagonistin, von der ich weiß, dass ich sie nicht wieder vergesse, nicht nur im Kontext des Buches, in dem sie lebt. Maggie liebt das Lesen und das Lernen, wächst als der Stern ihres Vaters auf, zu ihrem Bruder blickt sie auf. Trotz ihrer Existenz im viktorianischen Zeitalter hat sie weiterhin auch große Emotionen, wenn sie liebt, liebt sie heftig und ohne Endlichkeit, in ihrem Zorn hämmert sie (zumindest in dem ersten Abschnitt ihrer Kindheit) teilweise Nägel in den Kopf einer dazu auserkorenen Puppe im Dachboden.
Ihr begegnen verschiedene Challenges, darunter die Zweifel der meisten an ihr und ihren Ambitionen im Lernen, aber auch finanzielle Nöte der Familie, die sie in ihrer Empathie sehr mitnehmen, speziell als sie ihren Vater in seinem Leid erblickt. Die finanziellen Nöte existieren aufgrund von Schulden, die der Vater gegenüber einem anderen Mann hat. Dessen Sohn lernt Maggie kennen, anfangs in einem sehr unschuldigen Kontext, sie ist zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt. Philip und sie treffen sich später wieder, als Maggie in einem (ich möchte keine Figuren psychoanalysieren, aber i would say she is depressed, because i know that face) depressiven Zustand steckt, als sie meint, alles verloren zu haben, darunter auch ihre Liebe zu Büchern und der Musik. Philip hilft ihr diese wiederzufinden, sie treffen sich vermehrt, was Maggie aber auch in einen emotionalen Konflikt mit ihren Werten bringt, da sie ihrer Familie treu sein möchte. Sie hält ihn von nun an immer ein wenig auf Distanz, ihr Bruder und Vater wenden sich dennoch (noch nicht völlig oder drastisch) von ihr ab. Sie lebt in einem Zwischenabschnitt bei ihrer Cousine Lucy, eine von wenigen Personen, die ihr neben Philip stets mit Achtung begegnet. Deren Verlobter verliebt sich in Maggie (und verhält sich wie ein creepy, lowkey rapey guy, if i'm allowed to say so, ich hasse den Typ), was Maggie in weitere emotionale Konflikte bringt. Die Aufdringlichkeit Stephens (so heißt rapey dude) entspricht einer Aufmerksamkeit, die sie sonst nicht findet, sodass sie sich, trotz ihrer gesetzten Grenzen teilweise darauf einlässt.
Zerrissen zwischen all diesen Konflikten, wird sie zur folgenden Aussage getrieben: "But I see—I feel it is not so now: there are things we must renounce in life; some of us must resign love. Many things are difficult and dark to me; but I see one thing quite clearly—that I must not, cannot, seek my own happiness by sacrificing others. Love is natural; but surely pity and faithfulness and memory are natural too. And they would live in me still, and punish me if I did not obey them. I should be haunted by the suffering I had caused. Our love would be poisoned. Don’t urge me; help me—help me, because I love you.”
Alles, was Maggie jemals in ihrem Leben macht, ist der Versuch, ihre Prioritäten richtig zu setzen, dennoch kriegt mein girl backlash von allen Seiten: Ihr Vater wendet sich slightly von ihr ab, sobald sie einen Fehltritt macht, der nicht mehr auf rein kindliche Naivität zurückzuführen ist. Ihr Bruder ist literally das ganze Buch über Leicht gemein zu ihr und rastet einmal völlig aus - zu einem Punkt, der wirklich nicht okay ist.
Der Einzige, der sie wirklich treu supportet, ist Philip. Das Letzte, was wir von ihm hören, ist ein Brief, in dem er nicht nur insanely pined, sondern auch mit all der Liebe zu ihr spricht, die ich mir beim Lesen für sie gewünscht habe: Er realisiert, dass "in the midst of my egoism, I yet could not bear to come like a death-shadow across your feast of joy. I could not bear to forsake the world in which you still lived and might need me. [...] - and in knowing you, in loving you, I have had, and still have, what reconciles me to life. You have been to my affections what light, what colour is to my eyes - what music is to the inward ear; you have raised a dim unrest into a vivid consciousness. The new life I have found in caring for your joy and sorrow more than for shat is directly my own has transformed the spirit of rebellious murmuring into that willing endurance which is the birth of strong sympathy. [...] then, dear one, in spite of all, you have been the blessing of my life. Let no self-reproach weigh on you because of me.[...] But Maggie, I have no just claim on you for more than affectionate remembrance. [...] God comfort you, my loving, large souled Maggie. If everyone else has misconceived you, remember that you have never been doubted by him, whose heart recognized you ten years ago. [...] Yours, to the last, Philip Wakem" - needless to say I cried.
Aber Maggie Tulliver stirbt. Sie stirbt in einem Boot, während eines schlimmen Hochwassers, gemeinsam mit ihrem Bruder Tom, den sie versucht hat zu retten. Die beiden sterben in einer Umarmung, die für die Ewigkeit hält (nicht so schön wie bei Eliot formuliert lol) and I AM MAD. Ich sehs nicht ein. Ich bin kinda froh, dass ich das Ende early on geguessed habe, sonst wäre ich glaube ich völlig geflippt. Und ich bin nicht der Meinung, dass sie in einer liebevollen Umarmung stirbt, sondern in dem festhaltenden familiären Zwang, dem sie - very zeitgemäß - unterliegt.
Meiner Meinung nach hätte sie so unendlich viel mehr verdient, deswegen ist das hier lowkey auch ein love letter an sie. RIP Maggie Tulliver, you would've loved having an insane emo-girl phase in middleschool. plus, with all that pining, you would've made an amazing lesbian. <3333