Eve Fletcher is floundering. A forty-six-year-old divorcee whose beloved, clueless only child has just left for college, Eve is slowly learning to contend with life on her own when, late one night her phone lights up with a text message. Sent from an anonymous number, the mysterious sender tells Eve, “U r my MILF!” It's nothing--just an annoying prank--but she can't get it out of her head. As Eve makes new friends, takes a community college course in Gender Studies, and reaches out to a younger co-worker, the message continues to haunt her, leading her into an online fixation that threatens to upend her quiet suburban existence.
Meanwhile, Eve’s son Brendan, is discovering that the oafish frat-boy charm that impressed high school girls may not be so enticing to college women. Increasingly isolated, with mediocre grades and a confusing crush on a softball-playing social justice champion, Brendan struggles to adjust to a campus ill disposed to his brand of white-dude bravado. As the New England autumn turns cold, both mother and son find themselves enmeshed in ethically fraught situations that come to a head one fateful November night.
A coming-of-age novel about the sexual awakening of a middle-aged woman, Mrs. Fletcher is a provocative, witty look at contemporary sexual politics and timeless moral dilemmas--a moving and funny examination of sexuality, identity, and the big clarifying mistakes people can make when they're no longer sure who they are and where they belong.
Tom Perrotta is the bestselling author of nine works of fiction, including Election and Little Children, both of which were made into Oscar-nominated films, and The Leftovers, which was adapted into a critically acclaimed, Peabody Award-winning HBO series. His work has been translated into a multitude of languages. Perrotta grew up in New Jersey and lives outside of Boston.
Mrs. Fletcher hat mich gleich an Mrs Robinson erinnert. Klar, ist der Name ja ähnlich und der Klappentext ging ein bisschen in diese Richtung. Frau in den vierzigern entdeckt sich neu.
Doch in dem Buch geht es nicht nur um Mrs. Fletcher, kurz Eve. Man erfährt zwar so einiges über sie und ist das ganze Buch über als Leser ein stiller Teilhaber an ihrem Lesen. Aber es gibt auch Kapitel aus der Sicht von ihrem Sohn Brendan und deren Bekanntschaft auf dem College. Und dann gibt es noch Amanda die Arbeitskollegin von Eve und Julian, den sie in einem Seminar kennenlernt.
Mir hat es gefallen, dass die Perspektiven wechsel. Wobei ich nicht alle gleich interessant fand. Mit der Zeit hatten aber alle etwas für sich. So spiegeln sich ganz verschiedene Charaktere wider, in verschiedenen Phasen ihres Lebens. Doch was sie alle verbindet ist, Einsamkeit. Sie alle sehnen sich nach etwas.
Ich war sehr gespannt auf diesen Roman, da er als provokant betitelt wurde. Ist vermutlich eine subjektive Sache, aber ich fand ihn nicht provokant. Ja, es wird über Sex und Pornos geschrieben. Eine Frau hat Fantasien von einer anderen Frau. Ein Junge träumt von einer Frau, die seine Mutter sein könnte. Aber ordinär wird es dabei nie.
Gefallen hat mir sehr, wie der Autor Diversitäten in seinen Roman einbaut. Und seinen Charakteren die Möglichkeit gibt, den Leser bei der einen oder anderen Sache aufzuklären bzw. ein Bewusstsein zu schaffen. Mr. Fletcher geht nun nicht in Richtung Sachbuch, aber trotzdem beinhaltet das Buch jede Menge Input. Mit dem der geneigte Leser dann selbst ein bisschen recherchieren, nachdenken und reflektieren kann.
Nicht alle Protagonisten war mir gleich sympathisch, aber dies stand hier auch nicht im Fokus. Viel mehr ging es darum, die Menschen mit ihren Unterschiedlichen wahrzunehmen und sie authentisch darzustellen. Was dem Autor gut gelungen ist. Die Protagonisten waren einfach menschlich, mit all ihren Fehlern, Entscheidungen und Gefühlen.
Nachdem ihr Sohn Brendan auszieht, um ans College zu gehen, steht die geschiedene Mutter Eve plötzlich alleine da. Ohne Sohn kommt ihr das Haus und ihr Leben plötzlich leer vor. Doch dann beginnt sie, die Zeit alleine, dazu zu nutzen sich auszuprobieren und neue Dinge zu entdecken, beispielweise Pornographie. Zeitgleich bandelt sie mit ihrer Kollegin Amanda an, die selbst mit einigen Problemen zu kämpfen hat.
Das Buch in ein paar kurzen Sätzen zusammenzufassen, ist schwer. Auch wenn sich die Geschichte im Großen und Ganzen um Eve dreht, bringt der Autor viele verschiedene Perspektiven ein, wobei jede Figur eigene Probleme, Sorgen und Wünschte, mit in die Handlung einfließen lässt. Das macht das Buch zu einer sehr bunten Mischung. Dabei ist es leider auch passiert, dass das Hauptthema ein wenig aus den Augen verloren wurde. Teilweise greift der Autor auch Themen auf und lässt sie dann ein wenig zu schnell wieder fallen. Dort hätte ich mir dann ein wenig mehr Tiefe und Hintergrund gewünscht. Rundum war es allerdings ein solider Roman, den ich mit großem Interesse gelesen habe, aber aus dem ich mir persönlich nicht wirklich etwas mitnehmen kann und der für mich auch nichts Besonderes darstellt. Für die Unterhaltung war es aber durchaus gut zu lesen und deshalb vergebe ich gerne vier gute Sterne für "Mrs. Fletcher".
Dieses Buch zu beschreiben und in irgendeine Kategorie zu stopfen, ist schier unmöglich. Ich fand es wahnsinnig unterhaltsam und echt, gleichzeitig ist der einzige Sinn, den ich mir daraus erschließen konnte wohl, ein Spiegel unserer manchmal überkorrekten Gesellschaft zu sein. Sie einem in all ihren Facetten und ohne Wertung vor’s Gesicht zu knallen. Besonders die situationskomische Ähnlichkeit zu Modern Family ließ mich immer wieder in Lachen ausbrechen, nach dem Motto: Was schief gehen kann, geht auch schief. Der Unterschied ist allerdings, dass hier mit Sex, Sexualität und sexuellen Möglichkeiten im Vergleich zur Comedy-Serie um einiges offener umgegangen wird. Mrs Fletcher ist nichts für jeden. Der ein oder andere könnte peinlich berührt sein, sich winden und dem Verlauf der Geschichte nicht weiter folgen wollen. Wer sich darauf einlässt, wird jedoch jedes Wort dieses alltäglichen Kunstwerks genießen, ohne einen tieferen Sinn darin zu suchen, als das alltägliche Leben selbst.
Mrs Fletcher handelt von Eve Fletcher,, 46 Jahre alt (genauso alt wie ich bin), alleinerziehende Mutter von Brendan, der sie im klassischen empty nest zurücklässt, als er von zuhause Hause auszieht, um aufs College zu gehen. Brendan, aus dessen Sicht das Buch ebenfalls erzählt wird, ist ein Klischee-Typ, Sportass, Gamer mit wenig Ambitionen und einem zweifelhaften Frauenbild.
Während Eve versucht, in ihrem Leben einen neuen Sinn zu finden und ihre Lust auszuleben, scheitert Brendan mit seiner Art auf brutale Art und Weise am College.
Die Geschichte ist sehr modern, obwohl sie bereits 2007 erschienen ist. Eve besucht beispielsweise ein Erwachsenenseminar zum Thema Gendertstudien, das von einer Transfrau geleitet wird. Brendans Umgangston mit Frauen wird nicht geduldet und er wird lächerlich gemacht - zum Glück! Auch meine Töchter würden einen "Typen" wie Brendan absolut nicht tolerieren.
Bis in die Nebenfiguren haben mich alle Personen sehr berührt und waren auf ihre Art lebendig und zauberhaft. Besonders aber habe ich Eve gefühlt. Sie ist eine Frau, die ich, obwohl ich ein anderes Leben als sie lebe, sehr stark verstehen konnte - und ich wäre gern ihre Freundin!
Ich kann das Buch absolut uneingeschränkt empfehlen!
Entgegen dem Cover der dt. Ausgabe, ist das hier kein pornografischer Roman, auch wenn's durchaus viel um Sex geht. Die beiden ErzählerInnen sind die geschiedene Mutter Eve und ihr Sohn Brandon, der gerade auszieht um an einem auswärtigen College zu studieren. Nach kurzem empty nest- Syndrom beschließt Eve ihren Horizont zu erweitern und besucht ein Seminar am örtlichen College zu LGBTQ+ Themen. Zugleich bekommt ihr Highschool- erfolgsverwöhnter Sohn, der sich Frauen gegenüber eher nicht so korrekt benimmt erstmals Gegenwind ... Das Ende ist nach (erotischen) Irrungen und Wirrungen dann aber eh sehr brav. Sprachlich gut lesbar, humorvoll, und gelegentlich durchaus spannend: man wartet die ganze Zeit tut sie's oder doch nicht? Und sehr amerikanisch, zumindest wirke es auf mich als Nicht-Anerikanerin sehr klischeehaft.
Das war leider so gar nicht meins.🙈 An sich gute, feministische & queere Ansätze, aber in der Umsetzung fast immer merkwürdig. Die Figuren bleiben entweder sehr unscheinbar oder schlichtweg unsympathisch. Dabei liegt es glaube ich nicht mal per se an der Art, wie die Figuren handeln. Das hat so alles schon seine Berechtigkeit. Bei mir lag es wohl vielmehr an dem Schreibstil, der zwar suoer flüssig zu lesen war, aber einfach unsympathisch blieb. Meine Gefühle zu diesem Buch sind auf jeden Fall schwer zu greifen.
Ich habe es sehr gerne gelesen. So richtig etwas daraus mitgenommen habe ich aber, glaube ich, nicht. Mich haben die vielen Charaktere, die vorgestellt wurden und aus deren Sicht erzählt wurde interessiert. Schade fand ich, dass man über sie auch nicht so wirklich erfährt, wie ihre Geschichte weitergeht. Nur bei Eve, klar sie ist auch die Hauptperson, erfährt man, wie ihre Geschichte "endet". Da hätte ich mir noch etwas mehr von den anderen Charakteren gewünscht.