Die deutschen Rollstuhlbasketballer haben den erstmaligen Einzug in ein Weltmeisterschafts-Finale auf dramatische Art und Weise verpasst. Bei den Titelkämpfen in Kanada verlor die Mannschaft von Bundestrainer Jan Haller am Donnerstag mit 83:84 nach Verlängerung gegen Australien. Zwölf Sekunden vor dem Ende hatte sie noch mit 83:82 geführt, dann aber nach einem Ballverlust die entscheidenden Punkte kassiert. Der letzte Angriff der Deutschen scheiterte.
Nach den ersten beiden Vierteln hatten die Deutschen mit 44:34 geführt, zuvor waren sie noch komfortabler mit bis zu 17 Punkten vorne gelegen. Auch nach dem dritten Viertel lag Hallers Team noch mit zehn Zählern vorn (61:51), ehe die Australier im Schlussabschnitt immer stärker wurden, zum 76:76 ausglichen und so die Verlängerung erzwangen. Dort gelang dem überragenden Australier Jaylen Brown (37 Punkte, 16 Rebounds, 8 Assists) sechs Sekunden vor dem Ende der entscheidende Wurf. Ein Not-Dreier von Nico Dreimüller mit der Schlusssirene verfehlte das Ziel.
Am Dienstag waren die deutschen Männer durch einen 67:64-Überraschungserfolg gegen die USA zum ersten Mal nach 53 Jahren ins Halbfinale bei einer Weltmeisterschaft eingezogen. Die erste WM-Medaille überhaupt ist für sie aber immer noch möglich, am Samstag bestreitet Hallers Auswahl noch das Spiel um Platz drei.