Höchstwerte und Sonnenstunden im Juli, langjährige Mittel

Wetterthema Ein ganz normaler Julitag

Stand: 24.07.2025 • 11:05 Uhr

Wie wäre das Wetter jetzt im Juli eigentlich, wenn es sich exakt an den Durchschnitt halten würde? Hätten wir Sommerwetter, wie es viele immer erwarten und wie viele denken, dass es früher einmal war?

Von Ingo Bertram, ARD-Wetterkompetenzzentrum

Unsere Abbildung zeigt die mittleren Höchstwerte und die mittlere tägliche Sonnenscheindauer für einen Julitag. An dieser Stelle wurde absichtlich der alte Referenzzeitraum 1961 bis 1990 verwendet. Eine sachliche Diskussion zum Klimawandel ist häufig nicht möglich, weil sich die meisten Menschen nicht gemerkt haben, wie unser Klima vor einigen Jahrzehnten war oder weil sie noch gar nicht gelebt haben. Vielmehr erinnert man sich selektiv in erster Linie an die Tage von früher, die dem Idealbild eines Sommers entsprochen haben. Vergessen sind hingegen die vielen kühlen, wolkigen und auch nassen Tage.

Der normale Julitag in Deutschland war von Temperaturen gekennzeichnet, die einem jetzt als kühl vorkommen. In weiten Landesteilen lag die Höchsttemperatur gerade einmal bei 22 bis 24 Grad. Und für jeden Tag mit Höchstwerten um 30 Grad muss es einen anderen geben haben, an dem die Höchsttemperatur deutlich unter 20 Grad lag, um auf die gezeigten Mittelwerte zu kommen. Im Juli sind astronomisch gesehen um die 15 Sonnenstunden möglich. Erreicht wurde im langjährigen Mittel in Deutschland nur knapp die Hälfte davon. An der Ostsee und im Süden schien die Sonne am häufigsten, im Nordwesten gab es die meisten Wolken.

Zuletzt wurde wieder Stimmen laut, die den Sommer vermissten und den Klimawandel in Frage stellten. Was wir gerade erleben, war das einstige Normal! Die Höchstwerte dieser Woche entsprechen ziemlich genau den alten Mittelwerten. Und die Sonnenscheindauer des Julis 2025 liegt, bezogen auf ganz Deutschland, bisher exakt im oben gezeigten Schnitt. Die langjährigen Mittel der Periode 1991 bis 2020 sehen etwas anders aus. Die Höchstwerte im Juli liegen im neueren Zeitintervall um 1 bis 2 Grad höher und die Sonne scheint etwa eine halbe Stunde länger pro Tag.

Als Meteorologe wäre man oftmals schon zufrieden, wenn einem lediglich geglaubt würde, dass sich das Klima in den vergangenen Jahrzehnten geändert hat. Die Frage nach den Ursachen hierfür zu stellen und es in einen größeren Kontext einzuordnen, ist der nächste Schritt.

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