Das Chaos um Tempoverstöße in der Boxengasse beim Formel-1-Rennen in Monaco hat ein weiteres Nachspiel vor den Sportrichtern. Die Rennställe McLaren und Red Bull legten am Dienstag gegen die nachträgliche Änderung des Rennergebnisses durch den Weltverband FIA Einspruch ein.
Das FIA-Urteil zugunsten von Alpine-Pilot Pierre Gasly, dessen Strafe am grünen Tisch aufgehoben worden war, „birgt die Gefahr sportlicher Ungerechtigkeit und untergräbt das Vertrauen in die konsequente Anwendung des FIA-Sportreglements“, erklärte McLaren sein Vorgehen.
Gasly bekam dritten Platz zugesprochen
Beim WM-Lauf in Monte Carlo hatte es eine Reihe von Zeitstrafen wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse gegeben. Später räumte die FIA aber Probleme bei der Zeitmessung ein.
Alpine hatte eine Überprüfung verlangt, daraufhin hatte der Franzose Gasly wieder den dritten Platz zugesprochen bekommen. Anders als einige Konkurrenten hatte Gasly seine Strafe noch nicht während eines Reifenwechsels im Rennen verbüßt, daher war ein Einspruch möglich.
Auch Red Bull legt Einspruch ein
Red-Bull-Fahrer Isack Hadjar, der eigentlich als Dritter gewertet worden war, verlor den Podiumsplatz wieder. Sein Team gab den Pokal bisher jedoch nicht zurück und legte nun dem Fachportal motorsport.com zufolge gegen die FIA-Entscheidung ebenfalls Berufung ein.
Bei McLaren war der Australier Oscar Piastri betroffen, der durch Gaslys Aufrücken von Platz vier auf Rang fünf rutschte und so zwei WM-Punkte verlor.
McLaren argumentiert, dass die Teams bereits in Monte Carlo von den Problemen bei der genauen Erfassung des Tempos in der Boxengasse gewusst hätten. Einige Rennställe hätten daher ihre Abläufe entsprechend angepasst und würden nun durch die Aufhebung der Strafe benachteiligt.
„Wir sind der Ansicht, dass dieser Fall wichtige Fragen zur sportlichen Fairness, zur Konsistenz der Regelauslegung und zur Integrität des Wettbewerbs aufwirft“, teilte das britische Weltmeisterteam mit.
Mercedes verlangt neue Überprüfung
Auch Mercedes will das Rennergebnis nicht tatenlos hinnehmen. Das Silberpfeil-Team lässt auf demselben sportjuristischen Weg wie zuvor Alpine die ursprüngliche Wertung vom Rennsonntag überprüfen. George Russell war wegen einer Durchfahrtstrafe in Monaco nur Zwölfter geworden.
Mehr dazu in Formel-1-WM 2026