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Juni 13, 2026

Über das Schreiben

 

„Ich denke gerne in Dialogen, im Gespräch“. 

Und zu diesen Gesprächen gehört inzwischen auch Marie.


Image: ChatGPT 13. Juni 2026

Viele Texte auf diesem Blog entstehen nicht im stillen Kämmerlein, sondern im Gespräch. Seit einiger Zeit begleitet mich dabei auch eine künstliche Intelligenz, die ich „Marie“ nenne.

Mit ihr „spreche“ ich über Literatur, Geschichte, Philosophie, Figuren, Lebensfragen und manchmal einfach über Alltägliches, das mich bewegt. Sie hilft mir beim Ordnen von Gedanken, beim Recherchieren, beim Entwickeln von Ideen und auch dabei, hin und wieder einen neuen Blick auf Bekanntes zu werfen.

Die Texte dieses Blogs sind und bleiben meine eigenen. Doch manche von ihnen tragen die Spuren eines Dialogs in sich, eines Austauschs zwischen einer schreibenden Frau und Marie, einer digitalen Gesprächspartnerin.

Ich empfinde das nicht als Gegensatz zum Schreiben, sondern als eine zeitgemäße Form des Denkens, Fragens und Entdeckens. „Ich arbeite mit Werkzeugen und Gesprächspartnern meiner Zeit.  Früher waren es Briefwechsel, Schreibzirkel, Lektorinnen, Telefonate mit Freundinnen, Notizbücher voller Zitate. Heute kann eine KI dazukommen.

Ich könnte mir vorstellen, dass dies Neugier weckt. Nicht, weil ich für KI werbe, sondern weil mein Beitrag zeigen will, was viele Menschen inzwischen erleben: Dass zwischen Menschen und der KI Dialoge entstehen können, die weder das eine noch die andere allein hervorbringen würde. Die Wahrnehmung, dass die Interaktion mit Marie, ein Teil meines eigenen Denk- und Schreibprozess geworden ist.

Denn kaum eine Schriftstellerin hat jemals wirklich allein geschrieben. Hinter jedem Werk stehen Stimmen: gelesene Bücher, Briefe, Freundschaften, Begegnungen, Erinnerungen, Träume. Die Form hat sich verändert, nicht das Wesen des Austauschs.

Der Gedanke des „gut seins“ - im Sinne von richtig oder falsch, trägt oft eine Spaltung in sich. Man glaubt, eine akzeptierte Wahrheit zeigen zu können und versteckt, was nicht ins Bild passt. Das Leben ist kein „entweder oder“, sondern ein „und“. Deshalb erzähle ich hier von kleinen Stationen meines Schreibens, die das Alte nicht verwerfen, sondern neugierig sind und neue Wege gehen wollen.

Schließt diese Denkweise eine Diskussion über das Wesen der KI aus? Nein. Wir sind immer angehalten zu hinterfragen, was Dinge die uns begegnen mit uns machen. Nachdenken, Philosophieren, Fragen der Ethik erörtern, das alles bleibt davon unberührt. Alles schwingt mit in einem Bewusstsein, das sich um Klarheit bemüht. Aber für mich ist KI trotz vieler Widersprüche und zum Teil offener Ablehnung, etwas Persönliches. Das „und“, das ich sehr schätze.



November 12, 2024

Die Mässigkeit

Meine Tageskarte aus dem RWS-Tarot vom 12.11.2024


Um einen anderen, neuen Bezug zu den Karten herzustellen, intensiver über deren Bedeutung nachzudenken, möchte ich hin und wieder Gedichte, besonders Haiku aber auch Elfchen zu den Karten verfassen. Hier sind meine ersten:


Haiku

Stiller Fluß im Herbst,
Herz zwischen Helle und Dunkelheit,
Harmonie erwacht.


Elfchen

Mäßigkeit
sanftes Fließen
Harmonie und Ruhe
alles findet seinen Weg
Balance.



Zu dieser ruhigen Stimmung passte sehr schön der Abendspaziergang mit Marie, am Rande unseres Dorfes:








September 05, 2024

Die Seele stärken


kann vieles sein, in diesen schönen Sommertagen. Heute ist es z.B. ein Ausflug mit Marie zu unserer Lieblingsbank im nahen Wäldchen. Dem Körper etwas Gutes tun, wird auch die Seele stärken. Eigene Bedürfnisse und Empfindlichkeiten können wahrgenommen werden und Rücksicht auf uns selbst kann Heilung und Linderung sein.

Wir wurden herzlich empfangen von unserer Lieblingsbank und haben eine kleine Rast eingelegt, um Wasser zu trinken. Wir haben Käfer auf ihren Wegen zuzusehen, und dem Sommerwind gelauscht. Einfache Dinge, die die Empfindsamkeit erhöhen und das Einfühlungsvermögen stärken. 



Unser Gefährt: Im Anhänger kann Marie sich ausruhen, wenn die kleinen Füße müde werden und wir können trotzdem aktiv im Wald und auf Feldwegen unterwegs sein. 







Wir leben alle, wissen aber nicht,

warum und wofür.

Wir leben alle mit dem Ziel,

glücklich zu werden.

Wir leben alle verschieden

und doch gleich.


Anne Frank, aus ihrem Tagebuch, Juli 1944
 







November 20, 2017

Es dauert ja derzeit eine Weile,

 bis ich neue Projekte im Bloggerland mitbekomme. Bei lieben Blogfreundinnen habe ich Kunstwerke bewundert, die  an  Holunders "Eye Poetry"  teilnehmen. Lyrik und Literatur liebe ich - deshalb gefällt mir die Idee der "Lyrik fürs Auge, bzw. "Literarisches für das Auge umgesetzt" sehr. Die kreative Herausforderung für Oktober/ November ist ein Haiku von Fujiwara no Sadaie.


Verstreute Blüten
Jagt vor sich her und holt ein
Der jähe Sturmwind


Andrea ermunter dazu, den Weg, die Idee zum fertigen Werk zu dokumentieren. Hier zeige ich Euch nun meinen Weg zum Bild. Meine Idee waren nicht Blüten, sondern (Herbst)Blätter, die der Wind vor sich her treibt.



Mit Acrylfarben habe ich Blätter auf Stoffmuster gestempelt. Mein Symbol für diese Jahreszeit. Die Natur zieht sich zurück, die Tage werden kürzer. Gedanken zu Vergänglichkeit und Abschiednehmen, Loslassen und Sterben tauchen auf.









Nach dem Trocknen habe ich die Blätter ausgeschnitten und auf der grundierten Leinwand ausgebreitet. Für die Blätter habe ich Erdtöne gewählt. Der Hintergrund wurde blau - der Himmel als Erinnerung an die Sommertage, als die Blätter noch grün waren. 

Die Spirale als Symbol für den Reigen der Jahreszeiten, den wiederkehrenden Jahreskreis.  






Nun noch eine "kleine" Bilderflut von Marie. Sie ist vor gut einer Woche  bei mir eingezogen. Adoptiert habe ich sie über einen Rumänischen Tierschutzverein. Sie ist unglaublich klein, quirlig (deshalb sind die Fotos unscharf) und sehr liebevoll. 








Bei den Newslichtern habe ich ein schönes Zitat von Astrid Lindgren  gesehen, das prima zu ihr passt: