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Saturday, October 8, 2016

Zeitreisen: Deutsches Panzermuseum Munster

Im Sommer in kühlen Museumshallen unterzutauchen, um der Hitze zu entfliehen und dabei noch etwas für die eigene Bildung tun - für mich und meine Tochter war das in den Sommerferien verlockend genug, um uns auf die Fahrt gen Norden zum Panzermuseum Munster aufzumachen.
Und die letzten Tage hatte ich Muße, die Fotos zu sortieren und nachzubearbeiten.

Die Kombination aus schönem Wetter und Sommerferien sollte sich dann in Munster als durchaus zwiespältig Fotojäger erweisen - das Museum war gerammelt voll mit Besuchern aus ganz Europa, den Streckenrekord dürften sich an diesem Tag die Schweden gesichert haben, aber auch Briten, Belgier und vor allem Niederländer waren zahlreich vertreten.
Im Prinzip war es deshalb auch meist unmöglich, vor allem die absoluten Publikumsmagneten wie den Tiger und den Königstiger ohne Personen aufs Bild bannen zu können - da sollte man einen Munster-Besuch besser außerhalb der Ferien planen.

Im Vergleich zu meinem letzten Besuch vor ca. 10 Jahren hat sich unglaublich viel getan, nicht nur was die vergrößerte Sammlung betrifft, sondern auch deren Präsentation - die Fahrzeuge selbst stehen im Mittelpunkt, die Hintergrundinformationen sind angenehm unaufdringlich und es fehlt vor allem der erhobene Zeigefinger, den scheinbar viele Museen leider als ihre Hauptaufgabe sehen.
Klar, diese Informationen sind notwendig und wichtig, sollten aber nicht zum Hauptzweck werden, man kann und darf den Besuchern durchaus ein Mindestmaß an Mündigkeit zutrauen - und Munster macht das.

Vor dem Museum ein "kleines" Diorama - ein Leo verladen auf einem Schwerlastwagen Gattung SSyl der DB vor einer Verladerampe; solche Schwerlastwagen datieren schon auf die Zeiten der DR, wie man an den Diamond-Drehgestellen gut sehen kann.

Den Anfang des Rundganges machen Panzer vom Ende des 1. Weltkrieges und der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, ein Blickfang ist natürlich hier der in eine Landschaftsszene gesetzte Nachbau eines A7V - das Ding könnte man fix auch in ein Wochenend-Häuschen umbauen, ich kann darin trotz meiner 1,94m locker stehen.

Weiter gehts mit einem Renault FT-17 und einem Leichter Kampfwagen LK II, der mir vorher noch nie untergekommen war.


Als nächstes folgt ein Panzerkampfwagen 38(t)


Auch Fahrzeuge des Afrikakorps sind in der Sammlung von Munster vertreten - und nicht nur Panzer!



Und hier kommt der Publikumsliebling so ziemlich aller Besucher, wenn man mal die Umlagerung als Maßstab nimmt - hier ein Bild ohne Besucher hinzubekommen erfordert Geduld und vor allem Gelassenheit. Gerade wenn man denkt: "Jaaa, endlich freie Sicht!" ... latscht garantiert wieder irgend eine Schnarchnase vor die Linse und beim 4. Versuch war ich kurz vor einem Blutsturz ...
Wie auch immer - hier ist er, der Panzerkampfwagen VI "Tiger"

Einer der unmittelbaren Nachbarn ist nicht weniger berühmt, aber deutlich weniger gefürchtet - zumindest habe ich bisher nur von Tiger-, nicht aber von einer Panther-Fear gelesen, obwohl er von vielen Experten für die/eine der besten Panzerentwicklungen des Krieges gehalten wurde.
Nicht umsonst hat die französische Armee den Panther noch Jahre nach dem Kriegsende selbst eingesetzt.

An diesem Tag hatte das Kätzchen allerdings Magengrummeln, jedenfalls mochte es motormäßig nicht zum Leben erweckt werden und bedurfte mehrere Veterinäre, die Hand anlegten , um das Wehwechen zu kurieren.

Als nächstes einige Jagdpanzer - vom StuG, über den Jagdpanzer IV, Jagdpanzer 38(t) Hetzer, Jagdpanther hin zu einem sowjetischen SU-100 und einem britischen Achilles, der auf einem M10 basiert, aber mit dem deutlich potenteren 17-Pounder ausgestattet ist.






Auch von den Alliierten sind viele der bekannten Baureihen in der Sammlung des Panzermuseums vorhanden - u.a. ein T35-85, Comet und ein Sherman M4A1 (76mm).



Neben vielen weiteren beeindruckenden Fahrzeugen kann Munster u.a. auch mit einem Panzerkampfwagen VI Ausf. B Tiger II und vor allem einem extrem seltenen Sturmpanzer VI aufwarten, auch als Sturmmörser Tiger bekannt, meist aber kurz als Sturmtiger bezeichnet.


Aber auch die Fahrzeugsammlung der Nachkriegsjahre ist hochinteressant und umfaßt sowohl Fahrzeuge der Bundeswehr, der NVA, sowie NATO etc., dabei einige Exoten.

Die Briten hatten vor allem an ihre Besatzungen gedacht und ein umfangreiches Packsystem an den Panzern, damit kann man auch mal zum Camping aufbrechen *gg*

Breiten Raum nehmen natürlich die diversen Versionen des Kampfpanzer Leopard ein, neben moderneren Varianten ist auch einer der Prototypen zu sehen, genauer ein Kampfpanzer Standard Prototyp 2

Hier ein Leopard 1 A1A4 und ein M41 Walker Bulldog:


Die NVA ist u.a. mit einem T54AM, einem T55 AM2B, Schwimmpanzer PT-76 und einem BMP-1 vertreten.




Wem der Begriff "gläserner Panzer" nichts sagt, dem kann in Munster auch geholfen werden.

Und hier ein extrem interessantes Exemplar der Munster-Sammlung: ein Panzer mit Ladetrommeln, in dem Falle ein Kürassier.
Das sich das Konzept letztlich nicht durchgesetzt hat lag u.a. am Wiegeturm - die Dinger waren einfach nicht zu 100% dicht zu bekommen und damit waren sie sehr viel anfälliger gegen Einsätze von ABC-Waffen.

Hier noch weitere Beispiele - insgesamt ist die Sammlung viel zu umfangreich, als daß man von jedem Fahrzeug ein Bild zeigen könnte.
Auf dem letzten Bild ist ein Kanonenjagdpanzer, auch Jagdpanzer Kanone 90 mm oder Kanonenjagdpanzer 4–5 genannt, auf dem Freigelände des Panzermuseums zu sehen - Ähnlichkeiten mit dem Jagdpanzer IV kann er nicht verleugnen, wie im Vergleich mit dem Bild weiter oben klar zu sehen ist.



Zum Schluß noch ein Bild meiner mich von kleinauf in jedes Museum begleitenden Tochter, locker an einen Leo gelehnt.

Ich kann nur jedem, der sich auch nur im entferntesten für Panzertechnik interessiert den Besuch des Deutschen Panzermuseums in Munster wärmstens empfehlen - lohnt sich immer und in jedem Falle!

Konzept und Sammlungs-Schwerpunkte empfinde ich als absolut gelungen, viele Exponate sind sogar einzigartig - aber plant ausreichend Zeit ein, unter 3 Stunden kommt man da nicht raus, wenn man sich alles in Ruhe anschauen möchte.
Und wie gesagt - sollen Bilder ohne Menschenmengen geschossen werden, fahrt außerhalb der Ferien hin ;-)

Sunday, August 28, 2016

Zeitreisen - Ardennenoffensive: La Gleize und Stoumont

Als nächste Ziele stand für uns der nördliche Abschnitt der Ardennenoffensive auf dem Plan, genauer La Gleize, Stoumont und Stoumont Bahnhof, der einige Kilometer westlich von Stoumont im Tal der Amblève liegt.
Anschließend wollten wir der Amblève folgend bis Remouchamps weiter, um uns die dortige Grotte anzuschaun - vor allem im Sommer sehr angenehm, da die Temperatur in der riesigen Grotte nie über 14° liegt.

Auf dem Weg nach La Gleize durchquerten wir erneut Stavelot, diesmal aber von Westen kommend und direkt am Ortseingang stößt man auf das Denkmal "Memorial Ontmijners Demineurs", welches zu Ehren der Männer errichtet worden ist, die beim Entschärfen der unzähligen Minen nach dem Krieg ums Leben gekommen sind und zeigt ihre Namen und Dienstgrade.

Memorial Ontmijners Demineurs - GPS-Daten: N 50.396750° O 5.935803°

Nach dem Verlassen von Stavelot windet sich die Landstraße in oft engen Kurven und dabei stetig steigend hinauf nach La Gleize durch die typische (wunderschöne) Ardennenlandschaft, in der man abseits der Wege auch mit Panzern aufgeschmissen war/ist, weil oft auf einer Seite der Straße das Gelände steil abfällt und auf der anderen zum Ausgleich steil ansteigt und eine (oder gleich beide) Seiten dazu noch ordentlich bewaldet sind.

Auf dem Weg zum Museum December 44 stößt man natürlich direkt auf den damals von der Kampfgruppe Peiper zurückgelassenen "Königstiger" - richtiger: Panzerkampfwagen VI Ausf. B Tiger II (Sd.Kfz. 182) - mit der Nummer 213.
Eigentlich zur Besatzung von Franz Faustmann gehörend, wurde er aber von der Mannschaft um Kommandant Helmut Dollinger übernommen, nachdem deren Panzer kampfunfähig geworden war.

Ausführliche Details zum Denkmalspanzer sind auf dieser Museumsseite zu finden, u.a. auch, daß der Panzer wie alle anderen zurückgelassenen Fahrzeuge nach dem Krieg den Weg in die Schmelzöfen antreten sollte, ihm dieses Schicksal aber erspart blieb, weil er im Tausch gegen eine Flasche Cognac den Besitzer wechselte und so der Nachwelt erhalten blieb.
Nicht alles an ihm ist heute 100% historisch korrekt. So stammt die Mündungsbremse und der vordere Teil des Rohrs beispielsweise von einem abgeschossenen Panther und fand zuvor jahrelang als Pfosten eines Gebäudeanbaus Verwendung - 213 hatte einen großen Teil seines Kanonenrohrs im Gefecht mit Sherman´s verloren und wurde daraufhin durch seine Besatzung gesprengt und zurückgelassen.

Tiger II No. 213 vor dem Museum - GPS-Daten: N 50.410319° O 5.846198°

Und hier ein historisches Fotos des 213, nach der Rückeroberung von La Gleize durch die Amerikaner.
Beim Vergleich mit dem obigen Bild des heutigen Zustandes deutlich zu sehen die Treffer, die die Panzerung nicht durchschlagen konnten, wie auch das zerstörte Rohr.



Zufällig stand an dem Tag ein wunderschön restauriertes Motorrad direkt neben der Großkatze, auch wenn es von der anderen Feldpostnummer war.
Einziges modernes Zugeständnis war eine Handyhalterung am Lenkrad wegen Navi und so - die war aber a) abnehmbar und b) so gebaut, daß sie nur bei näherem Hinsehen auffiel.



Das Museum selbst ist in dem Gebäude (mit modernem Anbau) untergebracht, das der Kampfgruppe Peiper als Lazarett diente und die Ausstellung erstreckt sich über beide Gebäude und 2 Etagen.

Der Großteil der Ausstellungsstücke sind vor allem was die deutsche Seite angeht zurückgelassene Ausrüstung, vor allem Uniformen wurden noch bis in die 70er Jahre bei Renovierungsarbeiten im Dorf in großer Zahl gefunden!
Beim Ausbruch aus dem Kessel von La Gleize nahmen die Reste der KG Peiper nur das mit, was unbedingt nötig war und nicht behinderte.

Im Außenbereich des Museums erinnern einige Gedenktafeln an die hier stattgefundenen Ereignisse und die daran beteiligten alliierten Einheiten, u.a. die 82nd Airborne:



Im oberen Stockwerk, in dem der Rundgang beginnt, werden eher Einzelstücke mit ihrem Hintergrund und/oder ihrer Geschichte präsentiert, im Erdgeschoß wurden zusätzlich zu Szenen arrangierte Figuren zusammengestellt, die dem Besucher die Geschehnisse eher in einem Kontext zeigt, der es dem Besucher einfacher machen soll, sich Geschichte greifbarer vorzustellen.

Die Umgebung von La Gleize in einem Diorama; hier bekommt man schon eine Ahnung davon, welche Schwierigkeiten das Gelände der Ardennen einem Vorstoß mit Panzern in den Weg legte.
Die Lichtverhältnisse sind für ein Foto leider mehr als suboptimal . im Vordergrund zu sehen ist die Obstplantage, in der hauptsächlich SdKfz 251 mangels Treibstoff zurückgelassen werden mußten.



US-Rationen und Stahlhelme

Feldjacke im sogenannten Erbsenmuster

und hier als Platanenmuster

auch damals schon durfte die Presse natürlich nicht fehlen

Schütze eines MG-Trupps in Uniform aus verschiedenen Tarnmustern.

Alles was beim Ausbruch aus dem Kessel von La Gleize hinderlich war, blieb zurück, das galt auch für Offiziere.



Auch zur fehlgeschlagen Operation Stösser, die amerikanische Einheiten im Rückraum binden sollte, gab es Informationen und Ausrüstungsstücke - besonders den FJ-Helm mit dem Nackenbehang habe ich so noch nirgends gesehen.





Weiter geht es mit im Ort gefundenen Stücken, u.a. einem Knochensack in Splittertarn, FJG 42 und Munitionskasten.
Bei Lanzerath brach Kampfgruppe Peiper zusammen mit mit dem Fallschirmjäger-Regiment 9 der 3. Fallschirmjäger Division durch die amerikanischen Stellungen und drehte mit seinen Panzen dann nach Süden aus dem Kampfgebiet der 3 FJD ab.
Teile des 1. Bataillons des FJR 9 verbleiben aber zum Schutz der Panzer bei der Kampfgruppe und nehmen dann entsprechend an den erbitterten Kämpfen um La Gleize und Stoumont teil; der Knochensack gehörte einem dieser Fallschirmjäger.



Der folgende Mantel wurde in den 70er Jahren im sogenannten Marèchal-Haus bei Umbauarbeiten gefunden. Anhand der in den Taschen gefundenen 2 Taschentücher konnte er dem damals 22 jährigen Willi Jonas zugeordnet werden.



Feldjacke M-41, Major Kenneth T. McGeorge gehörend, der die gleichnamige Task Force der 3rd Armored Division kommandierte.
Diese erhielt am Morgen des 20. Dezember den Befehl, die Straße von Stoumont nach La Gleize vom Feind frei zu machen und bestand aus einer Panzer- und einer verstärkten Kompanie Armored Infantry.



Einer der in und um La Gleize von der Luftwaffe abgeworfenen Treibstoffbehälter, der die KG Peiper mit dem dringend benötigten Nachschub an Treibstoff versorgen sollte, von denen aber nur 10% im Zielgebiet landeten und geborgen werden konnten.
Die deutsche Panzerspitze war praktisch schon lange bevor sie durch die erfolgreichen Gegenstöße der US-Truppen tatsächlich eingekesselt wurde, von jeder Nachschubversorgung abgeschnitten


Problem Nr. 1 war für die deutsche Seite von Anfang an die Nachschubfrage und hier zuallererst das Treibstoffproblem.
Zwar war theoretisch ausreichend Treibstoff verfügbar, allerdings konnten die gepanzerten Einheiten nur mit 2 Tagessätzen, von denen jeder theoretisch 70km Fahrtstrecke ermöglichen sollte, zu Beginn der Offensive versorgt werden, bedingt durch das Gelände letzlich deutlich weniger.

Durch das zerstörte Bahnnetz konnte der Nachschub größtenteils nur bis zum Rhein per Bahn transportiert und sollte von da aus dann per Lastwagen den Truppen nachgeführt werden, was sich in der Praxis dann mehrheitlich als undurchführbar herausstellte.
Gründe wie unpassierbar gewordene und verstopfte Straßen, zu wenige und verschlissene Tankwagen und später mit sich bessernder Wetterlage die Lufthoheit der Alliierten, die Transporte bei Tag unmöglich machte, waren schon allein ausreichend, diese Planungen ad absurdum zu führen.

Im Falle Kampfgruppe Peiper kam noch der verbissene Widerstand der Amerikaner dazu, gegen die die gepanzerten Truppen Peipers zwar oft genug einen Durchbruch erzwingen konnten, welcher hinter ihnen aber recht schnell wieder abgeriegelt werden konnte, wie etwa in Bütgenbach, Malmedy und Stavelot.
Den den Panzern aufgrund mangels Transportmöglichkeiten nur mit Abstand nachfolgenden Truppen gelang es dann meist nicht, die Nachschubstraßen/Brücken wieder freizukämpfen mit der Folge, daß kein Nachschub nach vorne zu den Panzerspitzen gelangen konnte.

Ein weiteres interessantes Detail des wirklich absolut empfehlenswerten Museum December 44:
Pilot der Air Force als vorgeschobener Beobachter (Forward Air Controller = FAC).
Üblicherweise waren das zumeist erfahrene Kampfpiloten mit der Aufgabe, Luftschläge im Umfeld der Einheiten zu koordinieren, denen sie zugeteilt waren.
Hier ein der 3rd Armored Division zugeteilter FAC:



Weiter geht es dann im Erdgeschoß u.a. mit den angesprochenen Figurengruppen, beginnend mit einem Beiwagen-Krad; leider lassen sich nicht alle Details per Kamera einfangen.









Eine Infotafel zum historischen Presbyterium, in dem das Museum beheimatet ist und das während der Kämpfe als Feld-Lazarett diente und darunter hier zurückgebliebenes Verbandsmaterial, Medikamente etc.





Aufgrund der schweren Kämpfe und des Ausbruchs aus dem Kessel wurden nach dem Krieg in der Gegend sehr viele Bodenfunde gemacht, auch diesem Thema sind einige Vitrinen gewidmet.




Den Abschluß des Museums bildet der hauseigene Museums-Shop, in dem neben den üblichen Andenken, Aufnähern und Büchern auch Militaria erhältlich ist und das in großer Zahl und Auswahl.
Angefangen von nachgemachter Ausrüstung/Uniformen, über unbenutzte Originalstücke aus den nach dem Krieg gut gefüllten Arsenalen der Alliierten bis hin zu Originalfunden, restauriert und unrestauriert.
Der geneigte Käufer sollte für letzteres allerdings eine recht prall gefüllte Geldbörse sein eigen nennen - ein deutscher Stahlhelm kann ab Übergabe von 1500 Eurönchen den Besitzer wechseln; sind auf selbigem noch 2 Runen zu sehen, muß schon fast das doppelte berappt werden (und wird auch, wie entsprechende "Reserviert" Schilder zeigen).

Zurück im Tageslicht haben wir uns noch in La Gleize selbst etwas umgeschaut.
Die in den Kämpfen schwer beschädigte Kirche von La Gleize, aus Richtung des Museums gesehen.


Und hier links an der Kirche vorbei aus mit Blickrichtung auf die Straße nach Stoumont, die etwa in der Mitte des Bildes den Hang entlang verläuft.



Auch wir brachen dann schließlich nach Stoumont auf.
Unmittelbar vor Stoumont bestand damals dann auch erstmals die Möglichkeit, mit Panzern von der Straße abweichen und auf freiem Feld kämpfen zu können. Entsprechend konnten so auch die amerikanischen Stellungen im damaligen Rouat angegriffen werden, das heute komplett in Stoumont aufgegangen ist.
Der ganze Ort ist ja heute deutlich größer als zur damaligen Zeit und stellt nicht mehr nur eine Ansammlung von 30 Häusern dar.

Noch nachvollziehbar ist das folgende Foto der Kämpfe um Stoumont, welches den Orteingang aus La Gleize kommend mit einem Panther im Vordergrund und einen abgeschossenen Panther im Hintergrund zeigt - das Bild darunter zeigt den heutigen Zustand.

                                      



Der Hauptstraße rechts an der Kirche vorbei folgend war damals eine 90mm FlaK postiert, wie der Skizze (eine prima Grundlage für ein Szenario) zu entnehmen ist, wie sie anhand von Augenzeugenberichten etc. von Emile Lacroix gezeichnet wurde.
Sie gehörte zur C Battery der 143th AAA unter dem Befehl von Lt. Kent und ihrer Besatzung gelang es, besagten Panther abzuschießen, als Peiper mit seinen Panzern in den Morgenstunden des 19. Dezember Stoumont angreift.
Im weiteren Verlauf des Gefechtes werden diese und die weiteren 90mm Kanonen, die in und um Stoumont platziert waren, dann von den deutschen Panzern außer Gefecht gesetzt, ohne daß diese einen weiteren Abschuß erzielen konnten.
Neben Stoumont selber wird auch Rouat genommen.

Skizze zum Gefecht von Stoumont, gezeichnet von Emile Lacroix, aus dem Museum December 44

Stoumont "Robinson House" - GPS-Daten: N 50.405946° O 5.808995°

Das sogenannte "Robinson House", das auf den Bildern oben und im Folgenden zu erkennen ist, blieb nahezu unverändert erhalten.

Hier noch 2 historische Aufnahmen von der Eroberung Stoumonts durch KG Peiper.
Bild 1 zeigt das Robinson Haus nochmals deutlicher:



Auf dem zweiten Bild geht ein MG-Trupp des Fallschirmjäger-Regiments 9 seitlich vor besagtem Robinson Haus in Stellung..




Weiter in Richtung Stoumont Station kommt man am St. Edouard vorbei, welches von deutscher Seite erbittert verteidigt und entsprechend zerstört worden ist, als die Gegenstöße der Amerikaner zur Rückeroberung von Stoumont erfolgten.

Stoumont St. Edouard - GPS-Daten: N 50.411465° O 5.804278°

Hier ein Vergleich zu einer alten Ansichtskarte - die Standorte für das jeweilige Foto düften sogar ziemlich gleich sein, nur das die Umgebung heute sehr stark bewachsen ist.



Wie wenig besiedelt die Gegend zur damaligen Zeit war, zeigt eine weitere alte Ansichtskarte:




Der Straße dann von Stoumont nach Targnon und dem nächsten Ziel, dem ehemaligen Bahnhof von Stoumont (heute Bahnhof Targnon) folgend, fanden wir linkerhand kurz hinter Stoumont einen Aussichtspunkt namens "Kongo" mit einem fantastischen Blick hinunter ins Tal der Amblève, in dem auch die Eisenbahnlinie verläuft, an der der Bahnhof Stoumont liegt.
Wieder gut zu erkennen, welche Probleme die Landschaft einem Angriff mit Panzern entgegensetzt und wie schmal das Tal ist.

Aussichtspunkt "Congo" - GPS-Daten: 50.412444° O 5.799327°

Dem Straßenverlauf talwärts folgend, erreicht man das Bahnhofsgelände - den Beginn der Schilderung macht wiederum eine Skizze aus dem Museum.

Skizze zum Gefecht von Stoumont Station, gezeichnet von Emile Lacroix, aus dem Museum December 44

Lt. Kent, von dem ja schon weiter oben die Rede war, hatte sich dem Rückzugsgefecht des 119th Infantry Rgt. der 30th Infantry Division (Old Hickory) angeschlossen und zeichnete sich dann im Verlauf des Kampfes um den Bahnhof Stoumont erneut aus.
Er postierte eine seiner verbliebenen 90mm Kanonen in vorgeschobener Lage in Höhe des Lagerschuppens des Bahnhofes und es gelang ihm und seiner Crew, 2 Panther nacheinander dergestalt abzuschießen, daß deren Wracks anschließend die Straße komplett blockierten.

Er und seine Crew waren schließlich aber im Laufe des Gefechts dann noch gezwungen ihre Kanone zu sprengen, da sie Gefahr liefen, von an der Bahnlinie vorstoßender deutscher Infanterie mit Unterstützung durch ein Halbketten-Fahrzeug umgangen zu werden.
Er zog sich anschließend dann auf die Verteidigungslinie des I/119th Inf. Rgt. zurück.
Durch die erkaufte Zeit war es den Amerikanern möglich, eine Verteidigungslinie einzunehmen und alle weiteren Angriffe hier abzuweisen, Lt. Kent wurde entsprechend mit dem Silver Star ausgezeichnet.




Folgend zwei Bilder, wie sich die Situation heute darstellt.
Im oberen Bild der Güterschuppen mit Blick auf das Hotel (das Bahnhofsgebäude selbst existiert nicht mehr) und die aus Stoumont kommende Straße, über die der deutsche Vorstoß erfolgte.
Links vom Hotel macht die Straße wieder einen Bogen nach rechts, dort wurden die Panther abgeschossen und wären gerade noch sichtbar.

Stoumont Station - GPS-Daten: N 50.417451° O 5.770988°

Und hier der Blick in Richtung der an der Amblève entlang in Richtung Remouchamps verlaufenden Straße, links wiederum der Güterschuppen.
Im Hintergrund zwischen den Bäumen schwenkt die Straße nach rechts, in der Höhe befand sich die Verteidigungslinie des 119th Infantry Regiments.


Gut zu sehen, wie schmal das Tal ist, was dem Verteidiger alle nur denkbaren Vorteile bot, zumal sich die Beschaffenheit des Geländes auf lange Sicht nicht änderte und im Gegenteil sogar noch schmaler zuläuft, wie noch zu sehen sein wird.

Hier war der historische Teil unserer Tour beendet und wir machten uns auf den Weg in das kleine Ardennenstädtchen Remouchamps, um uns die dortigen bekannten Grotten anzuschaun.

Unterwegs legten wir noch einen kurzen Stop an der Amblève ein, da ein Imbisstand uns mit echten belgischen Frites lockte und unser Magen energisch nach Treibstoff verlangte.
Die Frites Special waren mörderlecker und die sich bietende Aussicht genial - spätestens jetzt wüßte man auch, warum das Tal ein sehr beliebtes Ausflugsziel und Wandergebiet ist.

Die Amblève - GPS-Daten: N 50.472303° O 5.717642°


Auch hier wieder gut zu sehen, wie schmal das Tal ist - beide Bilder vom gleichen Standort aus geschossen, nur 180° um die eigene Achse gedreht.

Übrigens - die Grottes de Remouchamps sind absolut eine Reise wert!
Für eine Führung inkl. Bootsfahrt durch den tieferen Teil der Grotten sollte man aber locker 2h einplanen - atemberaubende Eindrücke garantiert!