Faustregel: ist die Vorhersage besser als „wie gestern“?

Die Nachkontrolle sagt, wie weit eine Vorhersage danebenlag. Sie sagt nicht, ob sich das Vorhersagen gelohnt hat. Zwei Grad daneben ist viel, wenn „morgen wird es wie heute“ nur einen Grad danebengelegen hätte — und wenig, wenn die Faustregel fünf Grad verfehlt hätte. Eine Vorhersage, die ihre Faustregel nicht schlägt, ist Rechenaufwand ohne Nutzen. Also wird genau das hier geprüft.

Die zwei Faustregeln

Die Nachrechnung

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Tagestiefstwert: wer fehlt

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Tendenz-Probe: über, nahe oder unter dem Mittel?

Oft zählt nicht der Grad, sondern die Richtung: Wird der Tag eher einer über dem Üblichen oder einer darunter? Dafür werden Vorhersage und Messung je Fall einer von drei Klassen zugeordnet, gemessen am langjährigen Mittel für den Kalendertag des Zieltags (dasselbe ERA5-Mittel 1991–2020 wie oben): unter (mehr als 2 K darunter), nahe (höchstens 2 K Abstand) und über (mehr als 2 K darüber). Die Klassen heißen bewusst nicht „kälter“ oder „wärmer als normal“ — warum, steht weiter unten.

Zwei faule Regeln als Maßstab

  • „Wird eh wärmer“ sagt für jeden Tag „über“. Ihre Trefferquote ist schlicht der Anteil der Fälle, die gemessen über dem Mittel lagen. Wie groß dieser Anteil ist, steht unten je Vorlauftag.
  • „Abweichung bleibt“ nimmt die Klasse der jüngsten Messung beim Ausgeben (Vortag der Ausgabe, gegen das Mittel dieses Vortags) und schreibt sie fort. Das ist „wie gestern“, nur für die Richtung statt für den Wert.

Die Tendenz-Probe wird geladen …

Was diese Zahlen nicht sagen

Selbst nachrechnen

Das Ergebnis liegt als offene Datei bereit — /data/faustregel.json — und alles, woraus es entsteht, ebenfalls: die damals abgelegten Vorhersagen unter /data/forecasts/, die Messung in /data/measured.json und das langjährige Mittel in /data/klimatologie.json. Die Datei nennt ihre Rechenregeln selbst. Die Tendenz-Probe steht in einer eigenen Datei, /data/tendenz.json, mit eigenen Regeln.

Warum jede Vorhersage irgendwann von der Klimatologie eingeholt wird, erklärt Vorhersagbarkeit. Wie weit die einzelnen Modelle danebenlagen, steht im Feldbericht; wie oft die Messung zwischen dem kältesten und dem wärmsten Modell lag, in der Trefferquote. Dieselbe Frage für Regen — ist die Regenwahrscheinlichkeit besser als „jeden Tag gleich wahrscheinlich“? — stellt die Regenprobe. Das Archiv selbst beschreibt Daten.