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Wissen · Warnungen und Verhalten

Unwetterwarnungen verstehen

Eine Warnung ist nur so gut wie das, was man daraufhin tut. Diese Seite erklärt die vier Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes, wie eine Warnung dich erreicht — und vor allem, was bei Gewitter, Sturm, Starkregen, Hitze und Glätte konkret zu tun ist. Die Schwellen im Einzelnen stehen auf den Themenseiten, etwa Gewitter und Sturm.

Zuerst das Wichtigste: Diese Seite ist kein Warndienst

wetter.kaipfstr.de zeigt die Warnungen des DWD an, wenn du die Seite gerade offen hast. Sie benachrichtigt dich nicht, und ihre Sechs-Stunden-Archive taugen ausdrücklich nicht als Warnsystem. Wer gewarnt werden will, braucht einen der amtlichen Kanäle weiter unten — am besten zwei.

Die vier Stufen

Der DWD warnt in vier Stufen, jede mit einer festen Farbe. Die Stufe steigt nicht durch „mehr vom Gleichen“, sondern über feste Schwellen: Böengeschwindigkeit, Regenmenge in einer bestimmten Zeit, Hagel. Die Schwellen für jedes Wetterelement stehen in den Warnkriterien des DWD; auf dieser Seite sind sie für Gewitter und Sturm ausgeschrieben.

  1. Stufe 1 · gelb — Wetterwarnung. Wetter mit möglichen Gefahren. Vorsicht, aber meist kein Grund, Pläne zu ändern. Beispiel: Windböen ab 50 km/h.
  2. Stufe 2 · ocker — markante Wetterwarnung. Gefährliches Wetter, erhöhte Aufmerksamkeit. Beispiel: Sturmböen 65 bis 89 km/h, Starkregen ab 15 l/m² in einer Stunde.
  3. Stufe 3 · rot — Unwetterwarnung. Ab hier spricht der DWD von einem Unwetter. Aktivitäten im Freien möglichst verschieben. Beispiel: Orkanböen ab 120 km/h, heftiger Starkregen ab 25 l/m² in einer Stunde.
  4. Stufe 4 · violett — extremes Unwetter. Selten, großflächig gefährlich. Beispiel: extrem heftiger Starkregen über 40 l/m² in einer Stunde. Wer hier draußen ist, ist in Gefahr.

Die Beispielschwellen sind dieselben wie auf den Seiten Gewitter und Sturm, dort mit Einzelnachweis. Hitze und Glätte haben eigene Stufen (Hitze, Glätte).

Vorabinformation, Warnung, Entwarnung

Nicht jede Meldung ist schon eine Warnung. Zeichnet sich ein Unwetter ab, ohne dass Ort und Zeit genau genug feststehen, gibt der DWD eine Vorabinformation Unwetter heraus: Es könnte kommen, halte dich auf dem Laufenden. Die eigentliche Warnung folgt, wenn das Ereignis räumlich und zeitlich eingegrenzt werden kann — bei Gewittern oft erst kurz vorher, weil sich einzelne Zellen kaum Stunden im Voraus verorten lassen (siehe Hitzegewitter).

Warum dein Nachbarort gewarnt ist und du nicht: Der DWD warnt bei Gewittern mit Polygonen, nicht mit ganzen Landkreisen. Die Startseite zeigt deshalb, ob dein Punkt im Warngebiet liegt — und sagt dazu, wenn im Kreis eine Warnung gilt, die dich nicht abdeckt. Mehr dazu im Abschnitt „Punkt statt Kreis“ der Methodik.

Wie dich eine Warnung erreicht

Die amtlichen Kanäle. Keiner davon ist allein ausfallsicher — deshalb zwei.
KanalVon wemWas er kannWorauf achten
WarnWetter-AppDWDAlle Wetterwarnungen für gewählte Orte und den aktuellen Standort, mit Stufe und Zeitraum.Push-Benachrichtigungen müssen erlaubt sein.
NINABundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Bündelt Wetterwarnungen, Hochwasserinformationen und Gefahrenmeldungen der Behörden (Brand, Gefahrstoffe, Stromausfall).Wie jede App: nur mit Netz und erlaubten Benachrichtigungen.
Cell BroadcastBehörden über die MobilfunknetzeEine Nachricht an alle Handys in einer Funkzelle — ohne App, ohne Anmeldung.Wird für schwere Gefahrenlagen genutzt, nicht für jede gelbe Wetterwarnung.
Sirenen, Radio, FernsehenGemeinden, RundfunkFunktionieren ohne Smartphone.Das Sirenennetz ist nicht überall wieder aufgebaut.

Einmal im Jahr, am bundesweiten Warntag, werden diese Kanäle gleichzeitig getestet. Kommt an dem Tag nichts an, lohnt ein Blick in die Einstellungen des eigenen Handys.

Was du tun solltest — je nach Gefahr

Gewitter

  • Wer den Donner hört, ist in Reichweite. Blitze schlagen auch dort ein, wo es noch nicht regnet. Die Sekundenregel sagt, wie weit das Gewitter entfernt ist — nicht, ob du sicher bist.
  • Vorbei ist es erst 30 Minuten nach dem letzten Donner — eine Faustregel von US-Wetterdienst und VDE|ABB, keine amtliche Entwarnung. Mitzählen und die Entfernung als Spanne stoppen kannst du mit der Gewitter-Stoppuhr.
  • Sicher sind Gebäude und Autos mit Metalldach. Das Auto schützt, weil die Metallhülle den Strom außen herumleitet — nicht wegen der Gummireifen (siehe Wettermythen).
  • Meiden: einzeln stehende Bäume (egal welche Art), Kuppen, freie Flächen, Wasser, Metallzäune.
  • Im Freien ohne Schutz: nicht hinlegen, sondern in einer Mulde hinhocken, Füße eng zusammen, Abstand zu anderen Menschen halten.

Sturm

  • Wälder, Parks und Alleen meiden: abbrechende Äste und umstürzende Bäume sind die häufigste Gefahr.
  • Lose Gegenstände auf Balkon und Terrasse sichern, Fenster und Türen schließen.
  • Nicht unter Gerüsten, Baukränen oder neben Fassaden mit losen Teilen aufhalten.
  • Autofahrten verschieben; auf Brücken und in Schneisen drohen seitliche Böen. Die Schwellen je Stufe stehen auf Sturm.

Starkregen und Hochwasser

  • Keller, Tiefgaragen und Unterführungen meiden. Wasser läuft dort in Minuten zusammen, und Türen lassen sich gegen den Wasserdruck nicht mehr öffnen.
  • Nicht durch überflutete Straßen fahren oder gehen: Man sieht weder die Tiefe noch offene Schachtdeckel, und schon wenig fließendes Wasser kann ein Auto verschieben.
  • Einen überfluteten Keller nicht betreten, solange Strom anliegt.
  • Starkregen ist räumlich eng begrenzt und schwer vorherzusagen — warum, steht auf Starkregen. Für Flüsse gibt es eigene Hochwasserdienste der Länder (Hochwasser).

Hitze

  • Der DWD warnt nach der gefühlten Temperatur: starke Wärmebelastung ab etwa 32 °C, extreme ab 38 °C (Einzelheiten auf Hitze).
  • Die Mittagsstunden drinnen verbringen, viel trinken, Anstrengung in den Morgen verlegen.
  • An ältere, kranke und allein lebende Menschen denken — und an Kinder und Tiere im Auto, das sich in der Sonne schnell aufheizt.

Glätte

  • Gefrierender Regen ist gefährlicher als Schnee, weil man die Glätte nicht sieht.
  • Brücken und schattige Stellen frieren zuerst. Mehr auf Glätte.

Warum eine Warnung manchmal „umsonst“ war

Eine Gewitterwarnung gilt für ein Gebiet, das Gewitter trifft aber nur einen Teil davon. Wer gewarnt wurde und nichts erlebt hat, hat nicht unbedingt eine Fehlwarnung erlebt, sondern Glück mit der Lage. Ein Warndienst, der nie „umsonst“ warnt, würde zu oft zu spät warnen. Wie oft sich die Vorhersagen dieser Seite irren, steht offen auf Feldbericht und Regenprobe.

Quellen

DWD: Warnkriterien und Warnstufen — dwd.de, Warnkriterien (dieselbe Quelle wie auf Gewitter und Sturm); WarnWetter-App: dwd.de.

BBK: NINA, Cell Broadcast, Warntag und Verhaltensempfehlungen — bbk.bund.de.

Die Verhaltensregeln sind hier zusammengefasst, nicht wörtlich zitiert. Maßgeblich sind im Ernstfall immer die Hinweise in der Warnung selbst und die Anweisungen der Einsatzkräfte.

Verwandt: Gewitter · Sturm · Starkregen · Hitze · Glätte · Warnlage Europa.