Krieg in Nahost

Eine Einigung mit Oman über einen neuen Mechanismus für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus bringt aus iranischer Sicht nicht direkt auch eine Öffnung der Meerenge mit sich. Vielmehr müssten die USA auf iranische Forderungen eingehen, sagte ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden der Nachrichtenagentur Tasnim heute.

Er erklärte, die USA sollten sich aus Verhandlungen zwischen dem Iran und Oman heraushalten. Seit Wochen verhandelt der Iran mit dem anderen Anrainerstaat der Meerenge, Oman, wie Schiffspassagen in der Straße von Hormus geregelt werden sollen.

US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit gesagt, an den Verhandlungen beteiligt zu sein. Sollte aus den Gesprächen ein Mechanismus hervorgehen, mit dem der Iran maßgeblich die Schifffahrt in der Meerenge kontrollieren kann, wäre das nach monatelangen US-Angriffen ein strategischer Sieg für Teheran.

Araktschi deutet baldige Einigung mit Oman an

Eine Einigung zwischen dem Iran und dem Oman sei nahe, sagte der iranische Außenminister Abbas Araktschi in einem weiteren Tasnim-Bericht. Die Öffnung der Straße von Hormus hänge etwa davon ab, dass die USA Verstöße gegen das im Juni geschlossene Rahmenabkommen, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen sollte, wiedergutmachten. Genauer ging er nicht darauf ein.

Bei dem nun mit Oman verhandelten Ansatz solle eine temporäre, neue Route durch die Meerenge festgelegt werden, sagte Araktschi weiter.

In der Straße von Hormus ist heute ein Schiff der staatlichen Ölgesellschaft von Abu Dhabi (ADNOC) mit einer Rakete angegriffen worden. Verletzt wurde dabei jedoch niemand, wie das Unternehmen über die staatliche Nachrichtenagentur WAM mitteilte. Zu dem angegriffenen Schiff, seiner Ladung, dem Ausmaß des Schadens oder zur Verantwortung für den Angriff wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Lage sei aber unter Kontrolle, hieß es.

Der Angriff erfolgte, während der Iran die Wiedereröffnung der Seestraße von der Erfüllung eigener Bedingungen abhängig macht. „Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus unterliegt den spezifischen Mechanismen und Bedingungen der Islamischen Republik Iran“, zitierte die Nachrichtenagentur Tasnim den Sprecher der Revolutionsgarde, Hossein Mohebbi.

Die iranische Erklärung ist eine Reaktion auf Äußerungen eines US-Regierungsvertreters vom Vortag. Dieser hatte von Fortschritten bei Gesprächen zwischen dem Iran und Oman berichtet, die bald zu einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus führen könnten. Die für den Ölhandel wichtige Seestraße ist seit fünf Monaten durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran für die internationale Schifffahrt nur eingeschränkt passierbar.

Ausland

Die ungarische Regierungspartei TISZA hat den früheren Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, Andras Baka, als nächsten Staatspräsidenten nominiert. Das gab die Partei von Ministerpräsident Peter Magyar heute auf Facebook bekannt.

APA/AFP/Peter Kohalmi (Archivbild)

Die Wahl des 76-jährigen Juristen durch das Parlament gilt als sicher und soll bereits am Dienstag erfolgen. Baka habe dem „Grundsatz der Gewaltenteilung stets überragende Bedeutung beigemessen und sich konsequent für Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit der Justiz eingesetzt“, hieß es in der Erklärung der TISZA-Fraktion.

Magyar versucht, die alten Machtstrukturen des langjährigen Regierungschefs Viktor Orban aufzubrechen. Baka, ein ehemaliger Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, war 2011 von Orbans Regierung als Präsident des Obersten Gerichtshofs abgesetzt worden – drei Jahre vor dem regulären Ende seiner Amtszeit.

Beobachtern zufolge war die Absetzung eine Reaktion auf Bakas Kritik an der Regierung. Die damalige Regierung Orban wies die Vorwürfe zurück. Orbans FIDESZ-Partei kündigte an, sie werde sich nicht an der Wahl des Präsidenten beteiligen und warf TISZA autoritäre Politik vor. TISZA-Anführer Magyar hatte die Parlamentswahl im April überraschend deutlich gewonnen und damit die 16-jährige Regierungszeit Orbans beendet.

Das osteuropäische NATO-Land Bulgarien hat heute das Eindringen einer Drohne in seinen Luftraum vermeldet. Wie Ministerpräsident Rumen Radew nach einer Sitzung des Sicherheitsrates in Sofia bekanntgab, explodierte das Fluggerät und stürzte danach ab. Der Absturzort befindet sich 100 Meter von der rumänischen Grenze entfernt im Nordosten des Landes. In Rumänien waren in den vergangenen Wochen mehrmals Drohnen abgestürzt.

Die Drohne war mit einer großen Menge Sprengstoff beladen und explodierte etwa einen Kilometer von einer Kompressionsstation der Transbalkan-Gasleitung entfernt, so Radew. „Zunächst registrierte die rumänische Grenzpolizei Drohnengeräusche. Kurz darauf hörte eine Patrouille der bulgarischen Grenzpolizei in General Toschewo, das sich in diesem Gebiet aufhielt, eine laute Explosion“, fügte er hinzu.

Die Explosion ereignete sich in einem Sonnenblumenfeld. Opfer und Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur seien keine gemeldet worden. Ermittlungen, etwa zur Bestimmung des Drohnentyps laufen über Grenzpolizei und Verteidigungsministerium. Laut Radew wurde die Drohne weder im bulgarischen noch im rumänischen Luftraum geortet. „Auch vom Combined Air Operations Center, das den Luftraum über ganz Südeuropa überwacht, liegen uns keine Informationen vor“, so der Regierungschef.

Serbiens Regierung gilt als moskautreu, die Ukraine wird von Russland mit Krieg überzogen – trotzdem möchten beide Länder enger zusammenarbeiten. Darüber sprach der serbische Präsident Alexander Vucic mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj, der heute erstmals Belgrad besuchte. Es ging auch um den künftigen Weg beider Länder in die EU.

Eine militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine war kein Thema, wie Vucic bei einer Pressekonferenz betonte. Er verneinte, dass Serbien zusammen mit der Ukraine Drohnen bauen wolle. Eine derartige Kooperation sei allerdings mit Israel geplant, sagte Vucic.

Vertreter der beider Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Kooperation in Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit. Ein Freihandelsabkommen solle bis Ende des Jahres ausgearbeitet werden, sagte Selenskyj. Er dankte auch für humanitäre Hilfe Serbiens für den Medizin- und Energiebereich in der Ukraine.

Belgrad und Kiew erkennen Kosovo nicht an

Vucic erklärte, dass sein Land die territoriale Integrität der Ukraine unterstütze. Er dankte Kiew dafür, im Fall Serbien dasselbe zu tun. Dabei erwähnte Vucic die frühere serbische Provinz Kosovo nicht, die 2008 nach einem blutigen Krieg ihre Unabhängigkeit erklärt hat – zielte aber offensichtlich darauf ab.

Die meisten EU-Staaten erkennen diese Abspaltung Kosovos an, nicht aber Serbien – und auch nicht die Ukraine. Kiew will keinen Präzedenzfall schaffen, mit dem sich die Abspaltung des von Russland reklamierten Donbas und der Halbinsel Krim rechtfertigen ließe.

Noch vor drei Wochen zögerte Vucic mit Hilfe für Ukraine

Davor hatten sich Vucic und Selenskyj mehrfach auf Gipfeltreffen in anderen europäischen Ländern getroffen. Erst Mitte Juli kamen sie beim Ukraine-Südosteuropa-Gipfel in Kiew zusammen – auch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dabei weigerte sich Vucic als einziger Teilnehmer, eine gemeinsame Erklärung über fortgesetzte Unterstützung für die Ukraine und höheren Druck auf Russland zu unterzeichnen.

Serbien unterhält gute Beziehungen zu Russland und hat sich als eines von wenigen europäischen Ländern nicht den EU-Sanktionen gegen Moskau angeschlossen. Zugleich liefert das Balkan-Land Waffen an die Ukraine, ohne das offiziell zuzugeben.

Republikanische und demokratische Senatoren haben sich überraschend früh auf einen Übergangshaushalt geeinigt. Mit einer großen Mehrheit von 90 zu sechs stimmten heute (Ortszeit) die Politiker und Politikerinnen für einen entsprechenden Gesetzesentwurf, der die Weiterfinanzierung der US-Regierungsgeschäfte bis zum 11. Dezember vorsieht. Die Abstimmung erfolgte nach mehrstündigen Beratungen bis in die Nacht hinein – und damit kurz vor der Sommerpause.

Nun muss noch die zweite US-Parlamentskammer, das Repräsentantenhaus, für den zeitweisen Etat stimmen, damit ein Shutdown abgewendet werden kann. Die Kongressabgeordneten kommen erst im September nach ihrer Sommerpause wieder zusammen. Die Republikaner des Repräsentantenhauses hatten einen eigenen Haushaltsentwurf ausgefertigt. Ob der Entwurf aus dem Senat im Repräsentantenhaus eine Mehrheit findet, war laut US-Medien zunächst unklar.

Kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen am 3. November will laut US-Medien allerdings keine der beiden großen Parteien riskieren, für einen etwaigen Stillstand der Regierungsgeschäfte verantwortlich gemacht zu werden. Sollte der Übergangshaushalt – auch Continuing Resolution genannt – verabschiedet werden, wäre die Finanzierung zumindest zeitweise gesichert. Einigen sich Republikaner und Demokraten nicht bis zum 30. September, kommt dagegen ein Teil der Regierungsgeschäfte mit dem Monatswechsel zum Erliegen.

Der US-Senat hat den früheren persönlichen Anwalt von Präsident Donald Trump, Todd Blanche, als neuen Justizminister bestätigt. Er wurde gestern (Ortszeit) mit einer knappen Mehrheit von 50 zu 49 Stimmen bestätigt.

Damit endet ein wochenlanger Streit. Auch innerhalb von Trumps Republikanischer Partei wurden Bedenken hinsichtlich von Blanches Unabhängigkeit geäußert. Die republikanischen Senatorinnen Susan Collins und Lisa Murkowski stimmten gegen ihn. Die entscheidende Stimme kam von Senator Bill Cassidy, der seine Zustimmung erst gestern zugesagt hatte.

Debatte über Steuervereinbarung

Die wochenlange Auseinandersetzung entzündete sich vor allem an Blanches Rolle als ehemaliger persönlicher Anwalt von Trump und an seiner Beteiligung an umstrittenen Vereinbarungen. Im Zentrum der Kritik standen ein von Trump eingerichteter Fonds in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar (1,6 Mrd. Euro) sowie eine damit verbundene Steuerimmunitätsvereinbarung.

Kritiker bezeichneten den Fonds als eine Art „Schwarzgeldkasse“ für Trumps Verbündete. Die Vereinbarung wiederum schützte den Präsidenten, seine Söhne und deren Familienunternehmen vor Steuerprüfungen durch die US-Behörde IRS.

Um die für seine Bestätigung notwendigen Stimmen zu sichern, hatte Blanche in den vergangenen Wochen schriftlich zugesagt, die Steuervereinbarung einzuschränken und die Zahlungen aus dem Fonds zu beenden. Weitere Kritikpunkte waren sein Umgang mit der Veröffentlichung von Dokumenten im Fall Jeffrey Epstein.

Seit April amtierender Justizminister

Blanche, der seit April als amtierender Justizminister fungierte, übernimmt nun dauerhaft die Leitung einer Behörde, die sich in Trumps zweiter Amtszeit stark verändert hat. Unter seiner bisherigen Führung hat das Justizministerium die Strafverfolgung von Trumps vermeintlichen Gegnern vorangetrieben.

Taiwans Präsident Lai Ching Te hat bei einem laufenden Großmanöver die Übung zur Abwehr eines chinesischen Angriffs an der Küste überwacht. Dabei bestieg er gestern ein Raketenschnellboot und verfolgte den Einsatz von niedrig fliegenden Angriffsdrohnen. Mit dem zehntägigen Manöver probt das demokratisch regierte Land die Abwehr einer möglichen Invasion durch China.

APA/AFP/I-Hwa Cheng

Lai bestieg auf einem Marinestützpunkt in der südlichen Stadt Kaohsiung ein Schnellboot und richtete eine Botschaft an die Soldaten. „Der Zweck der Übung ist es, mit echten Truppen, in echtem Gelände und mit echter Ausrüstung die Koordination der Führung, die Reaktionsfähigkeit im Kampf und die Fähigkeiten zur Heimatverteidigung zu testen“, sagte er.

Angesichts „externer Bedrohungen und Herausforderungen“ werde die Regierung die Verteidigungsfähigkeit weiter stärken. Die Regierung in Peking betrachtet die Insel als Teil des eigenen Staatsgebiets und hat eine gewaltsame Eroberung nie ausgeschlossen.

Ukraine-Krieg

Bei russischen Angriffen in der Region um die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht auf heute mehrere Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Kind. Bei den Angriffen seien eine Großmutter, ein Großvater und ihr dreijähriger Enkel und eine weitere Person getötet worden, so der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Dessen Angaben zufolge wurden vier weitere Menschen ins Krankenhaus gebracht.

In Kiew waren nach einem Luftalarm Brände gemeldet worden. Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hörten mehrere heftige Explosionen. Der Ukraine mangelt es seit Langem an Flugabwehrsystemen, die ballistische Raketen abfangen können.

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Russland meldet Attacke auf Ölraffinerie

Auf russischer Seite wurden bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Ölraffinerie Ilski in der Region Krasnodar den Behörden zufolge fünf Menschen verletzt. Zudem meldete der Gouverneur der Region Samara einen Drohnenangriff auf eine Industrieanlage.

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, die Luftabwehr habe in der Nacht 397 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen zerstört. Zudem meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium, eine russische Militärdrohne habe bereits gestern ein Frachtschiff im Schwarzen Meer angegriffen. Das Schiff habe Waffen für die ukrainischen Streitkräfte transportiert.

Inland

Die neue Weiterbildungszeit kann von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen seit 8. Juni beantragt werden. Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat bis Ende Juli 550 Anträge genehmigt. 312 Anträge seien in Bearbeitung und 471 Ansuchen wurden negativ beschieden, hieß es heutigen APA-Angaben zufolge vom AMS.

Die überwiegende Anzahl der Ablehnungen sei erfolgt, weil zu früh angesucht wurde. Eine weitere wichtige Maßnahme seit Jahresbeginn für das AMS ist die starke Einschränkung des Arbeitslosenzuverdiensts.

Nach Kritik des Rechnungshofes (RH) und aus Spargründen wurde die Bildungskarenz reformiert. Im Vergleich zum alten Modell gibt es strengere Kriterien und bei Besserverdienern und -verdienerinnen muss sich die Arbeitgeberseite finanziell beteiligen.

In der Hochphase der Bildungskarenz kostete die Maßnahme den Staat über 500 Millionen Euro jährlich – nun sind die Ausgaben mit 150 Millionen Euro pro Jahr gedeckelt. Das AMS fördert bei der Weiterbildungszeit nur noch Aus- und Weiterbildungen, die arbeitsmarktrelevant und überbetrieblich verwertbar sind. Bei der Bildungskarenz gab es diese Einschränkung nicht.

Wirtschaft

Der anhaltend hohe Kostendruck und zunehmender globaler Wettbewerb setzen der österreichischen Industrie schwer zu. Laut dem aktuellen Industrieradar der Wirtschaftskammer (WKO) erwägt bereits ein Viertel der Betriebe, Teile ihrer Aktivitäten ins Ausland zu verlagern. Die Unternehmen reagieren vor allem mit Sparprogrammen, während die WKO eine rasche Entlastung bei den Arbeits- und Energiekosten fordert.

Österreich verfügt zwar nach Ansicht vieler Unternehmen weiterhin über wesentliche Standortvorteile wie eine hohe Sicherheit bei der Energieversorgung, eine verlässliche Infrastruktur und forschungsfreundliche Rahmenbedingungen. Diese Stärken werden jedoch zunehmend von strukturellen Nachteilen überlagert.

Besonders drastisch fällt das Urteil bei den Lohnstückkosten aus: 94 Prozent der 270 befragten Industrieunternehmen beurteilen Österreich laut WKO-Industrieradar hier schlechter als die Konkurrenz, 76 Prozent sogar deutlich schlechter. Auch bei den Energiepreisen sowie bei der Steuer- und Abgabenbelastung fällt die Bewertung sehr negativ aus.

Druck aus China und den USA

Der internationale Wettbewerb stellt für 80 Prozent der Betriebe eine starke oder sehr starke Herausforderung für die kommenden drei bis fünf Jahre dar. Neben dem protektionistischen Schwenk der US-Handelspolitik seit April 2025 – von dem 52 Prozent der heimischen Firmen nach eigener Einschätzung mindestens mittelstark betroffen sind – wächst der Druck aus China. 54 Prozent der Unternehmen berichten von steigendem chinesischem Wettbewerbsdruck auf ihren Kernmärkten.

Zusätzlich klagen 43 Prozent über Handelsumlenkungseffekte auf den EU-Markt durch chinesische Anbieter, die aufgrund von US-Zöllen ausweichen. Als Reaktion darauf senken bereits 26 Prozent der Betriebe ihre Preise oder reduzieren ihre Margen.

Um dem Druck standzuhalten, passen 97 Prozent der Industriebetriebe ihre Strategien für die nächsten zwei Jahre an. Im Vordergrund stehen dabei Kosten- und Effizienzprogramme (82 Prozent) sowie Automatisierung und Digitalisierung (61 Prozent). Dennoch erwägt ein Viertel der Unternehmen in den kommenden 24 Monaten eine Verlagerung von Beschaffung, Produktion oder Vertrieb.

Umwelt & Klima

Wegen eines großen Waldbrands am Gardasee in Oberitalien sind mehr als 200 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Das Feuer wütet nach Angaben der Feuerwehr auf dem Gebiet der Gemeinde Tignale am Westufer von Italiens größtem See. Nach Angaben des Bürgermeisters von Tignale, Daniele Bonassi, handelte es sich vor allem um Urlauber und Urlauberinnen, die in mehreren Ferienhäusern nahe der Brandlinie untergebracht waren.

Der Brand in den Bergen oberhalb des Ufers verbreitete sich nach Angaben der Feuerwehr seit gestern Abend rasant weiter. Heute Vormittag waren zahlreiche Einsatzkräfte weiter bemüht, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. „Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die Eindämmung der Feuerfronten und den Schutz einiger Wohnhäuser“, hieß es.

Italien leidet derzeit unter der mittlerweile vierten Hitzewelle des Jahres. In fast allen Großstädten gilt wegen akuter Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung aktuell Alarmstufe Rot. Der größte Fluss des Landes, der Po, führt nur noch wenig Wasser. Aussicht auf schnelle Entwarnung gibt es nicht – vielmehr werden für weite Teilte des Landes bis Mitte August Temperaturen bis über 40 Grad Celsius prognostiziert.

Chronik

Mitten in der Urlaubszeit ist der Vulkan Ätna auf Sizilien erneut ausgebrochen. Der größte aktive Vulkan Europas stieß heute eine riesige Wolke aus Rauch und Asche aus. Am nahe gelegenen internationalen Flughafen Catania wurde daher der Flugverkehr unterbrochen, alle Ankünfte wurden gestrichen.

IMAGO/Anadolu Agency/Salvatore Allegra

Aufgrund der „eruptiven Aktivität“ des Ätna und der damit verbundenen Freisetzung von Vulkanasche in die Atmosphäre sei der Luftraum im Bereich der Wolke gesperrt worden, teilte der Flughafen Catania mit. Alle Ankünfte an diesem Airport seien daher bis 12.00 Uhr ausgesetzt. Abflüge erfolgten aber wie geplant.

Auf der Website des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie war zu sehen, wie eine Rauchwolke aus dem Krater aufsteigt. Sizilien gehört zu den großen sommerlichen Reisezielen in Italien. 2024 wurden auf dem Flughafen Catania rund zwölf Millionen Passagiere abgefertigt. Der 3.324 Meter hohe Ätna ist der größte aktive Vulkan Europas.

Kultur

Als erste Sängerin aus Afrika wird Angelique Kidjo auf Hollywoods „Walk of Fame“ mit einer Sternenplakette verewigt. Die fünffache Grammy-Gewinnerin soll die Auszeichnung am 18. August erhalten – es ist die 2.854. Plakette auf dem berühmten Gehsteig. Als Gastredner ist Hollywood-Star Willem Dafoe eingeladen. Der 71-Jährige hatte 2024 seinen Stern auf dem „Walk of Fame“ enthüllt.

Kidjo ist gebürtig aus dem westafrikanischen Benin. Die 66-Jährige prägt schon seit mehr als 30 Jahren die Weltmusik. Dabei macht sie sich nicht nur für ihre Heimat, sondern auch für Frauen stark. Mit „HOPE!!“ hatte sie im April ihr 18. Album herausgebracht. Daran wirkten unter anderem Künstler wie Pharrell Williams und Rapper Quavo mit.

Reuters/Charles Placide Tossou

Laut Mitteilung der Organisatoren ist Kidjo die erste schwarze Afrikanerin, die auf dem „Walk of Fame“ geehrt wird. 2005 hatte die in Südafrika geborene und dort aufgewachsene Schauspielerin Charlize Theron einen Stern in Hollywood erhalten.

Hinweis

Aus medienrechtlichen Gründen ist diese Meldung bis 21. August 2026 hier abrufbar.

Der Freispruch für den Ex-Generalsekretär in Karin Kneissls (FPÖ) Außenministerium, Johannes Peterlik, im Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung der Geheimhaltungspflicht ist rechtskräftig. Peterlik war am 22. April von allen Vorwürfen freigesprochen worden – mehr dazu in ORF.at.

Eine anschließend von der Staatsanwaltschaft Wien angemeldete Nichtigkeitsbeschwerde hat diese am 16. Juli zurückgezogen, wie das Landesgericht für Strafsachen Wien mitgeteilt hat.

Peterlik bestritt Vorwürfe

Dem Spitzenbeamten war vorgeworfen worden, den als geheim klassifizierten Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu einem Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal im Jahr 2018 in Großbritannien, der auch die Formel der Nervengiftgruppe Nowitschok zum Inhalt hatte, ohne dienstliche Erfordernis angefordert zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah dafür keine Berechtigung und kein dienstliches Erfordernis.

2021 war Peterlik vom Dienst suspendiert worden, wie das Außenministerium damals bestätigt hat. 2025 hat die Staatsanwaltschaft Wien Anklage gegen den früheren Spitzendiplomaten eingebracht – mehr dazu in ORF.at.

Im Prozess, der im März 2026 begann, wies Peterlik alle Vorwürfe der Anklage zurück und bekannte sich nicht schuldig – mehr dazu in ORF.at.

Die Nowitschok-Formel landete schließlich laut Medienberichten bei Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, der mittlerweile für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB tätig sein soll. Eine Schiene von Peterlik zu Marsalek war nicht belegbar, das Gericht sah außerdem ein klares dienstliches Interesse Peterliks durch ein Treffen mit dem damaligen russischen Botschafter in Wien. Dass Peterlik die streng klassifizierten Unterlagen an den Mitarbeiter des damaligen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Egisto Ott weitergegeben habe, wiesen sowohl Peterlik als auch Ott im Prozess zurück – mehr dazu in ORF.at.

Schöffensenat fällte Freispruch

Der Freispruch für Johannes Peterlik erfolgte nach vier Verhandlungstagen. Das Landesgericht für Strafsachen Wien urteilte als Schöffengericht, dass Peterlik seine Pflicht zur Geheimhaltung nicht verletzt und keine OPCW-Dokumente an Egisto Ott weitergegeben habe – mehr dazu in ORF.at.

Der Schöffensenat zeigte sich überzeugt, dass Peterlik nicht die in den beiden Anklagepunkten Missbrauch der Amtsgewalt nach § 302 Abs 1 StGB und Verletzung einer Pflicht zu Geheimhaltung nach § 310 Abs 1 StGB vorgeworfenen strafbaren Handlungen begangen habe. Dieser Freispruch ist rechtskräftig.