Posts mit dem Label Event werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Event werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Lebenslauf - Alice Schwarzer in Wien

Erste Station auf der Lesereise für ihr neues Buch: Wien Hauptbücherei. So voll, dass viele nur über einen Bildschirm dabei sein können. 
Alice Schwarzer liest aus ihrer Autobiografie mit dem schlichten Titel *Lebenslauf*.
Ehrlich gesagt, ich habe kein Talent zum Groupie - nie gehabt - aber es gibt Menschen, die schlicht und einfach meine Hochachtung verdienen. Intelligenz, Mut, Durchhaltevermögen, Wortwitz und eine bewundernswerte Schlagfertigkeit können wohl auch diejenigen Schwarzer nicht absprechen, denen sie immer wieder in die Quere kommt.



Allein das, was bei der Lesung zu hören war, ist dazu angetan, ihr Buch uneingeschränkt zu empfehlen. Alice Schwarzer erzählt und liest aus ihrem Leben, viel Persönliches kommt zur Sprache und macht ihren Weg und Werdegang plastisch und nachvollziehbar. Dazwischen gibt es immer wieder Momente, wo ihre politische Seite sichtbar wird. Anliegen, die mit fortschreitendem Alter nicht weniger wichtig scheinen. Sie arbeitet immer noch mit großem Einsatz, ganz besonders auch für ihre "Sechslinge" EMMA. Seit 34 Jahren gibt es diese, von ihr gegründete Zeitschrift für die Emanzipation der Frau. Da schimmert doch ein wenig Stolz durch bei einer Frau, die so unprätentiös und natürlich mit ihren Erfolgen umgeht.



Die Begeisterung bei den mehrheitlich weiblichen ZuhörerInnen ist groß und Alice Schwarzer ist "ganz gerührt". Die Freude ist ganz unsererseits: Schön, sie einmal so hautnah erlebt zu haben!



Viel Inhaltliches ist sowieso in den Medien zu hören und zu sehen. Eines möchte ich jedoch hier vom gestrigen Abend aufgreifen: In einem der wenigen wirklich ernsten Momente ( Alice Schwarzer versteht es sehr schön, auch schwierige Geschichten mit einem abgeklärten Charme rüberzubringen), spricht sie darüber, dass schon im Jahr 1977 in EMMA erstmals der sexuelle Missbrauch von Kindern thematisiert worden war, damals ein absolutes Tabuthema. Wie außerordentlich wichtig und wegweisend das war, wissen wir heute. Auch andere Formen der Gewalt, die uns auch heute noch betreffen, kommen zur Sprache.

Dafür, dass sie nicht wegschaut und den unbequemen Weg geht, liebe ich sie.




Es gibt nur insgesamt 6 Termine auf dieser Lesereise. Schwarzer begründet das so: "Es soll ja Spaß machen und außerdem wartet schon die Arbeit für EMMA auf mich". Wer also die Gelegenheit nicht verpassen möchte, heute Abend in Graz, weiters in Köln, Zürich, Hamburg und München gibt es in Kürze Gelegenheit dazu. Hier, auf der Webseite von Alice Schwarzer findet ihr mehr Infos.

Donnerstag, 25. November 2010

Power up - FEMALE POP ART in Wien

Gleich vorweg: Seit Anfang November in der Kunsthalle in Wien, gehört diese Ausstellung zum beeindruckendsten, was ich in letzter Zeit zu sehen bekommen habe. 
Neun Künstlerinnen, Objekte, Bilder, Videos. Ich hätte Stunden gebraucht, um alles zu sehen, zu hören und zu erfassen. Aber auch schon nach kurzer Zeit geht Einiges unter die Haut. 

                                                     Christa Dichgans Puppe, 1969

Bei Pop Art wäre ich geneigt gewesen, einer oberflächlichen Betrachtung der Welt zu begegnen. Das Gegenteil ist der Fall. Mit ungeheurer Wucht kommen tiefgreifende  Auseinandersetzungen mit der beginnnenden Massen- und Medienkultur der 50er und 60er Jahre auf kreative, spielerische und befreiende Art und Weise auf mich zu.
Vieles was diese Künstlerinnen damals in ihren Arbeiten reflektiert haben ist heute noch in erschreckender Weise gültig.


                   Kiki Kogelnik   Seventh Ave. People, 1968 Vinyl, Ausschnitte auf Kleiderbügeln

Ein großes Thema, in welch ausufernder Weise die Frau  in der Öffentlichkeit als Ware erscheint, bringt Kiki Kogelnik mit ihren Seventh Ave. People schon 1968 mit großer Leichtigkeit auf den Punkt. Sie und auch die anderen Künstlerinnen stellen unter Anderem Schönheitsideale, den beginnenden Jugendkult in Frage und spielen mit Möglichkeiten einer Identitätsfindung außerhalb der anerkannten Normen. Große persönliche Stärke dieser Frauen ist zu spüren, wenn sie auch ihre Sexualität einbringen und damit in diversen Austellungen schon mit den Veranstaltern anecken.

                                                            Dorothy Iannone   Bern

Mit Niki de Saint Phalle, der bekanntesten Künstlerin in dieser Schau kommt der Kampf und die Aversion gegen das patriarchale System intensiv zu Ausdruck. Ihre schwere Lebensgeschichte verarbeitete sie auf vielfältige und kraftvolle Weise.

                                Niki De Saint Phalle arbeitete mit Gips, Alltagsgegenständen und viel Lack

Vieles, was mir im "normalen" gesellschaftlichen Leben mit all seinen Selbstverständlichkeiten immer wieder aufstößt und das schon seit vielen Jahren, sah ich hier reflektiert und zum Teil auseinandergenommen. Für mich war das eine befreiende Erfahrung: Es gibt und gab auch andere Frauen, die so ähnlich fühlen wie ich und großartig zum Ausdruck bringen, was mich oft gedanklich und auch in Beziehungen auf die eine oder andere Weise beschäftigt.
Mein Fazit: Sehr, sehr sehenswertPower up, ein gut gewählter Titel. Die Ausstellung ermächtigt. Ich gehe als Frau ein wenig gestärkter in meinen Alltag zurück.

Montag, 8. November 2010

Die verrückte Welt der Ute Bock - Der Film


Unaufgeregt, authentisch, unterhaltsam - auf echten Begebenheiten basierend stellt der Film Menschen in den Vordergrund, mit deren Schicksal niemand von uns tauschen wollte. Die Geschichte einer seit sechs Jahren in Österreich lebenden armenischen Flüchtlingsfamilie zieht sich als roter Faden durch den Plot. In vielen Nebengeschichten beleuchten beliebte österreichische Kabarettisten und Schauspieler Ereignisse, die zum Alltag der Arbeit von Frau Bock und ihrem Team in Wien gehören. 



Beeindruckend, was durch die Initiative einer beherzten Frau mit viel Erfahrung in der Arbeit mit sozial ausgegrenzten Menschen auf die Beine gestellt wurde. Frau Bock spielt sich selbst im Film und da rennt der Schmäh, dass es eine Freude ist. Menschlichkeit steht als Kernaussage da und sie wird in verschiedenen Facetten sichtbar und nachfühlbar gemacht. 




Ein wirklich sehenswerter Film. Hingehen und anschauen - denn er ist unaufgeregt, authentisch und unterhaltsam, aber das sagte ich schon!

Hier gibt es mehr Info zur Arbeit von Frau Bock und ihrem Team

Montag, 4. Oktober 2010

Gut Licht - Am 7. Wiener Fotomarathon

Gut Licht bedeutete für mehr als 1600 begeistert Fotografierende jeden Alters auch dieses Jahr am gestrigen Sonntag den erlösenden Schlachtruf, um endlich ausschwärmen zu können.

Die Eröffnung, kurz danach wurden die Themen ausgeteilt

Der 7. Wiener Fotomarathon macht seinem Namen in der Tat alle Ehre. Man braucht Ausdauer, gute Ideen und  flinke Füße. Bilder von 24 Themen wollen innerhalb von 12 Stunden in der richtigen Reihenfolge auf die Speicherkarte gebannt werden.


So sah die Themenliste zu Beginn aus, ab dem Bild 19 arbeiteten wir bereits in der Dunkelheit. An diesem hochnebeligen Herbsttag war das Stativ wohl das wichtigste Hilfsmittel. Fotos in der beleuchteten Großstadt haben aber auch ihren eigenen Reiz.

Die Konkurrenz ist richtig groß, ohne Kreativität, ein wenig Witz und selbstverständlich fotografischem Know How wird man eher "kein Leiberl reißen", wie der Wiener sagt, wenn er meint, keine Chance zu haben.

Ich machte heuer zum zweiten Mal mit und hatte ein wunderbares Team an meiner Seite. Zusammen mit meinem Ehemann und einer lieben Freundin hatten wir zu tun, um in der erforderlichen Zeit alles unter Dach und Fach zu bringen.
Wir legten mit einem guten Frühstück im Café Prückel los, ein wenig Planung sollte doch hilfreich sein. Bis auf eine kurze Pause am Würstlstand auf eine Heiße ( Wurst) im Stehen, gab es keine Pause für uns. 

Nach kurzer Zeit, ich hatte einen ziemlichen Ehrgeiz nebst meiner Kamera im Gepäck, waren meine zwei schon motivierten Begleiter ebenfalls infiziert und wir verbrachten den Tag mit dem Fieber, das jeweils beste nur mögliche Ergebnis auf die Speicherkarte zu bringen. Dabei erwies sich mein Team immer dann als tatkräftiger Einspringer, wenn uns das Motiv nicht automatisch vor die Linse hüpfte. So wurde auch Mal ein Plakat geschrieben oder mit Straßenkreide gearbeitet.

Auf dem Bild Uschi, die eine Hälfte meines Teams im Augarten. Sie hat mich neben ihrer tatkräftigen Unterstützung auch beim Fotografieren abgelichtet. So gibt es für mich eine schöne Erinnerung an diesen Tag.

Unser Fokus lag heuer darauf, für Wien Typisches in Wort und Bild festzuhalten, wobei uns ein Bogen von der Vergangenheit bis zu kurzzeitig aktuellen Ereignissen in der City wichtig war. "Unser" Wien fand sich zum Beispiel am Naschmarkt, am Donaukanal, am Stephansplatz, am Fleischmarkt, am Graben, in der Landstraße, im Augarten, am Friedhof St. Marx, am Albertinaplatz, in der Wollzeile, am Karlsplatz, am Schwarzenbergplatz und am Ring.


Dieses Bild nimmt Bezug auf die aktuelle Austellung in der Albertina, eine der wichtigsten Gemäldegalerien Wiens. Picasso, Frieden und Freiheit
Das Thema: Gebogen

Da es einen Schwerpunkt zum Thema Klimaschutz gab, ein Sponsor der Veranstaltung, die Raiffeisenbank brachte 3 Themen dazu ein, gab es auch schon aus diesem Grund einen gegenwärtigen, oder auch zukunftsweisenden Bezug. 
Die Idee, beim Thema "klimafreundlich mobil" eine Tankstelle für Elektroräder abzulichten war sicher gut. Die Realisierung allerdings mit Hindernissen gepflastert. Die nächstgelegene Ladestation in der Zentagasse war nicht zugänglich. Der Standort an der Rossauer Lände so gut versteckt, dass ich fast schon aufgegeben hätte. Uschi blieb dran und entdeckte sie schlussendlich zu unser aller Freude.

Dieses Bild verweist auf die wachsende Einbindung des Donaukanals in das städtische Leben. 
Das Thema: Nah am Wasser.

Nun heißt es warten. bis die Jury an die 29.000 Fotos begutachet und in eine Reihenfolge gebracht hat. Irgendwann Ende November bekomme ich meine Speicherkarte zurück und werde dann unsere Bilder auch hier veröffentlichen.

Ein bisschen Product Placement darf auch sein. Wir hatten die Kappe zufällig im Auto und wir fanden, es passte so schön zum Thema: Ich bin natürlich.

Natürlich werde ich auch meine Platzierung bekannt geben. Letztes Jahr erreichten wir Platz Nummer 396. Auch da hatte ich Unterstützung, was sehr hilfreich ist. Alleine diesen Tag durchzustehen wäre wirklich schwer und macht auch sicher nicht so viel Spaß. Den haben wir jedenfalls gehabt und das nicht wenig. Allein dafür hat sich dieser Tag schon gelohnt.

Hier gibt es mehr und aktuelle Infos, auch mal ein Video und viele, viele Fotos:

Fotomarathon 2010 

Freitag, 3. September 2010

Teufelskralle und Knabenkraut

Ganz deutlich wird uns im Moment vor Augen geführt, dass der Sommer nun endgültig vorbei ist. Über dem T-Shirt ist noch eine Schicht vonnöten.
Noch Mal in Gedanken zurückgehen und an ein paar Bildern wärmen? Warum nicht, besonders, wenn sie von den Bergen in Vorarlberg stammen. Nach unserem Besuch Mitte Juli wurde dieses Bundesland immer wieder  von starken Regenfällen, Vermurungen und Unwettern heimgesucht. Bei unserer kleinen Bergwanderung im Großen Walsertal auf knapp 2000m Höhe war es fast zu heiß!



Günter Bischof, ein versierter Botaniker, brachte uns in Faschina am Hahnenkopf die Alpenflora näher. Wer hätte gedacht, auf 1800m Höhe solch eine Vielfalt vorzufinden. Aufgrund der spezifischen geologischen Situation haben sich hier tiefgründige Böden mit einer sehr guten Wasser- und Nähstoffversorgung gebildet.


Mit Blick auf schroffe Gipfel im Süden und im Gegensatz dazu die Üppigkeit unter unseren Füßen versuchten wir uns manche Namen der 150 verschiedenen Pflanzenarten einzuprägen und vor Allem in der Folge auch selbst zu entdecken. 


Keine leichte Übung, wie sich bals herausstellte, besonders bei den gelbblühenden Blumen tauchten immer wieder neue Namen auf, obwohl wir uns doch so sicher waren, etwas wiedererkannt zu haben. Diese Alpenheckenrose war hingegen sehr leicht zu identifizieren, ihre Besonderheit: Keine Dornen auf den feinen Zweigen! Ich liebe diese Einfachheit und Zartheit, ihre Farbe kaum an Schönheit zu überbieten.






















Auf Schritt und Tritt einem Star begegnen. Diese Rolle steht der Türkenbundlilie hier wirklich zu. Dicke, fleischige Blütenblätter, volle Staubgefäße, eine edle Königin unter all den vielen Schönen.


Dieses Kugelknabenkraut aus der Familie der Orchideen, klein, auf den ersten Blick unscheinbar, bei näherer Betrachtung eine üppige Zusammenkunft vieler einzelner Blüten auf einem Stengel. Einige Ihrer Cousins und Cousinen, wie zum Beispiel eine winzige dunkelrote Blüte mit intensivem vanilleähnlichem Duft hätten wir gerne im Garten. Wählerisch mit ihrem Wiesenbett, werden wir wohl wiederkehren müssen, um ihre vielfältige Schönheit zu bewundern.


 
Glockenblume? Kann nicht sein. Diese Kugelige Teufelskralle gehört zu der Familie der Glockenblumengewächse und nicht nur das hat uns bei diesem Minilehrgang in luftiger Höhe überrascht.

Alle diese sehr unterschiedlich erscheinenden Pflanzen müssen in einem wahren Wachstumsrausch eine äußerst kurze Vegetationszeit nützen, um zu wachsen, zu blühen und zu fruchten. Im Juni lag noch mal Schnee, Ende August liegt er schon wieder. 

Unsere Frist ist ja länger. Und das ist mehr als eine kleine Freude.

Freitag, 27. August 2010

Überliefert

Mein Motto heute Abend, elegant auf diesem alten Plakat zusammengefasst:


                     Entdeckt im Brauereimuseum im Schloss Weitra, Waldviertel

Mittwoch, 25. August 2010

Time in boxes - Keith Haring in Wien

Kraftvoll, dynamisch, intensiv und unmittelbar verständlich.
Die bekannten bunten Bilder von Keith Haring gibt es in der Wiener Schau (Kunsthalle, MQ) nur wenig zu sehen. Hier wird das selten ausgestellte Frühwerk dieses Pop-Art Stars gezeigt. Die Ausstellung hat mir vielleicht gerade deswegen so gut gefallen. Man setzt sich ganz anders mit dem Künstler auseinander und lernt ihn von einer neuen Seite kennen.


Tagebucheintragungen, Texte, Videoeinspielungen, Fotos machen die Einstellung zur Kunst und vielen anderen Themen deutlich. Keith Haring war es wichtig, Kunst überall in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, auch als er schon in Museen gezeigt wurde und so beeinflusste er die Street Art nachhaltig.

     Haring Alphabet

Auf den ersten Blick vielleicht oft anarchistisch wirkend, liegt den Bildern, wie hier auch dem Alphabet eine Ästhetik zugrunde, die weit weg vom Zufälligen ist. 


Für dieses Bild gab es nicht einmal eine Skizze. Haring malte es mit schnellem Tuschestrich: Voller Symbole und Verbindungen der einzelnen Bildelemente zueinander würde man sich gerne öfter Teile dieses großformatigen Werks ansehen. Es erzählt sicher sehr viele Geschichten.


Noch eines der großformatigen Bilder. Hier sind die Rinnspuren der Tusche gut zu sehen.

Die Schau gibt einen guten Einblick in den Reifungsprozeß eines Künstlers, der aufgrund seiner Orientierung sicher mit Vorurteilen zu kämpfen hatte und der sehr offen seinen Weg ging.

Nur mehr bis 19. September!

Mensch und Natur

Jedes Jahr schreibt die deutsche Privatbrauerei Licher einen Fotopreis aus. Das bemerkenswerte daran: Das Thema bleibt gleich, nämlich: Mensch und Natur. Es sollte der wechselseitige Einfluss, den Mensch und Natur aufeinander haben, sichtbar gemacht werden. Licher engagiert sich seit vielen Jahren für den Naturschutz, dieser Bewerb zählt seit 16 Jahren zum fixen Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit, 50 Bilder gehen im Bundesland Hessen auf Wanderausstellung.
Eine spannende Aufgabe mit schier unerschöpflichem Potential. Nachdem ich diesen Wettbewerb entdeckt hatte, begann die Suche nach geeigneten Fotos, es war viel zu spät noch Bilder zu planen. 
Meine Wahl steht für dieses Jahr fest:

     Ein bisschen grün


                        Sehnsucht nach Harmonie


     Wie lange noch?

Ich möchte hier bewusst keine Einzelheiten verraten, die Jury wird nicht einmal den Bildtitel sehen, es zählen allein die Bilder.

Natürlich nimmt man an Wettbewerben teil, um einen Platz zu machen. Ich für meinen Teil gewinne immer, auf jeden Fall an Erfahrung. Es macht Spaß sich sehr genau mit Bildinhalten und Bildaufbau auseinander zu setzen. Mein Zugang zur Fotografie entspricht wahrscheinlich am ehesten einer Entdeckungsreise. Alles, was mich auf irgendeine Art und Weise interessiert versuche ich festzuhalten. Manchmal muss ich schnell sein, manchmal habe ich viel Zeit und manchmal verpasse ich auch eine Gelegenheit, aber die nächste kommt bestimmt.

Dienstag, 24. August 2010

Kunstwerktage Ottenschlag

Eine Menge Kreativität, Durchhaltevermögen, die Fähigkeit Ideen umzusetzen und vieles mehr findet in Ottenschlag jedes Jahr im August für zwei Wochen einen lebendigen Ausdruck. Den Kunstwerktagen im Schloss haben sich Menschen mit ganz normalen Brotberufen angeschlossen. Manche nützen jedes Jahr ihren Urlaub, um sich auf anderen Ebenen als im Alltag auszudrücken.
Eine Schule mit großer Schulküche und ein Internat bieten die notwendige Infrastruktur und viel Raum, sodass auch Familienmitglieder mit dabei sein können.



Am letzten Samstag vor der Heimreise können alle, die den Geheimtipp und die Einladung erhalten haben in einer hochprofessionell gestalteten Vernissage die Ergebnisse bewundern und sich das eine oder andere Lieblingsstück sichern, um es mit nach Hause zu nehmen.
Auf das beste verköstigt an einem Buffet, das die sprichwörtlichen Stückerln spielt, konnten wir dieses Jahr wieder einen anregenden und gleichzeitig entspannten Nachmittag mit vielen lieben Leuten verbringen.
Die Verkaufsaustellung, das 18. Mal perfekt organisiert, steht unter der Patronanz des Landeshauptmanns. Man freut sich in der Region über diese Initiative.


Der Aufwand kann wohl für zwei Wochen nicht größer sein. Tonnenschwere Marmor- oder andere Steinblöcke und das notwendige Gerät müssen herbeigeschafft werden, die begrenzte Zeit in die Gestaltung mit einfließen.

Mit dieser Skulptur, einem Brunnen sorgte András Bodi dieses Jahr für viel Gesprächsstoff.
Kann ich mir sehr gut im Garten vorstellen, hier eine Teilansicht:


Die Vielfalt des Gezeigten könnte nicht größer sein: Fotografie, Plastik, Objektkunst, Keramik, Schmuck und Malerei. So verschieden, wie die Berufe, die die Künstler im normalen Leben ausüben.

Dieses Bild von Georg Vees mag ich auch sehr:

Faszination Waldviertel, in diesem Bild spürt man die Seele der Region.

Viel Schwung brachte diesmal zusätzlich die Jazzband Apophenic mit swingenden und groovigen Klängen, die Zuhörer konnten gar nicht genug bekommen.


Die Auswahl der Fotos könnte nicht subjektiver sein, mag ja auch neugierig auf mehr machen!
Wie wir dazukommen? Der Mann am Saxophon rechts im Bild, András, auch anzutreffen mit Hammer und Meisel oder Schleifmaschine ist mein Bruder. Ein Sitzstein von ihm ziert als Leihgabe unseren Garten.
Damit nicht genug, Georg, der Maler ist mein Schwager. Von rechs wegen sollte er wirklich viel mehr Zeit mit dem Pinsel verbringen, finde ich.

Bei Interesse für das nächste Jahr bitte bei mir nachfragen!

Dienstag, 10. August 2010

Dirndlspringen

Zuerst stellt sich die Frage, was davon zu halten ist. Ehrlich gesagt, wusste ich anfangs nicht, ob mich das zum Lachen oder eher zum Weinen bringen sollte. Zufällig an diesem Tag auch vor Ort, lasse ich mir diese Competition dann doch nicht entgehen.
Was veranlasst 30 gestandene Frauen und Mädchen im funkelnagelneuen Dirndl von einem Dreimeterbrett ins Wasser zu springen?


Kann so eine Performance unter Tradition, wie behauptet wurde, verbucht werden? Immerhin kommen die Teilnehmerinnen aus der näheren Umgebung der Therme Loipersdorf.

Sie geben alles, jeder Sprung wird schließlich von einer Jury bewertet, der Bewerb auf Radio Steiermark übertragen.

Glücklich gelandet und eindeutig nass, aber nicht nur sie. Wir Zuschauer stehen im Regen, es bleibt kein Auge, aber auch sonst nichts trocken. Die Sache beginnt Spaß zu machen.


Wer weiß, vielleicht springe ich nächstes Jahr auch, schon das Zuschauen hat etwas Befreiendes!
Dann aber heißt es: Üben! Gewonnen hat ein perfekt gesprungener Köpfler. Mein letzter Sprung vom Dreimeterbrett liegt doch Jahre zurück. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich dabei auch kein Dirndl an.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Bergkäse machen - Hauswalserstolz

Es gibt Menschen, die mit ihrer Lebenseinstellung und mit ihrem Tun Bewunderung verdienen.
Ein Ausflug in eine fast vergangene Welt hinterläßt in uns Dankbarkeit für den Einsatz, den manche Menschen bereit sind zu leisten.
Drei Stunden miterleben, wie die ersten Arbeitsschritte der Herstellung von Käse ablaufen.
Auf  heute noch bewirtschafteten Almen, in diesem Fall im Bregenzerwald, in Handarbeit.

                                  alle Bilder: Schausennerei Hauswalserstolz in Sonntag, Bregenzerwald

Sieben Tage die Woche, solange die Kühe in der Sommersaison auf der Alpe weiden, hochqualifizierte Arbeit eines Senn, der eigentlich für die spezielle Alp nicht ersetzbar ist, denn es gibt nur mehr wenige, die das können, was er kann.


Erwärmte Milch und Lab im Kupferkessel. Wir dürfen rühren, etwa zwei Stunden lang, was verteilt auf acht Leute nicht so schlimm ist. Zwischendurch muss die Temperatur kontrolliert werden, der Kessel wird mit Holz befeuert.


Mit einer einzigen Bewegung fasst der Senn Albrecht Bickel die bröckelige Masse mittels eines Stabes, den er in eine Seite des Leinentuches einwickelt, zusammen. Die Enden des Tuches werden zusammengeknotet und an einem Fleischerhaken fixiert.


Nun muss das Ganze in eine Form, die das spätere Aussehen bestimmt. Hier kann die Molke abfließen. Etwa 16 kg werden auf die Seite gewuchtet.


Mit dieser einfachen Konstruktion kann die Molke herausgepresst und der Käse seine schöne Form erhalten.


Nach kurzer Zeit ein erster Blick auf das Ergebnis der ersten Arbeitsschritte, denen noch einige folgen werden. Der Käselaib muss im Salzbad gewaschen, dann richtig gelagert und während der Zeit der Reifung immer wieder gewendet und abgewischt werden. 
Manche Käse haben so eine Reifezeit von vielen Monaten hinter sich gebracht und wir lassen sie ab und zu im Kühlschrank verschimmeln!
In den Sennereien unten in den Tälern ist die Automatisierung natürlich vollzogen, oben am Berg kann eventuell maschinell gemolken werden, was aber auch Dabeisein erfordert. Sollte der Senn ausfallen, kann die Milch dieses Tages nur mehr weggeschüttet werden.
Was dabei aber am meisten zu denken gibt, ist die Tatsache der extrem niedrigen Margen, damit verbunden finanzielle Sorgen und der Druck leistungsfähig bleiben zu müssen. Trotzdem steht die Freude an dieser Arbeit offensichtlich im Vordergrund. Er kann sich keine andere vorstellen, wie uns der Senn glaubhaft versichert.


Seit dieser Demonstration hingebungsvoller Handarbeit gilt meine Hochachtung den Menschen, die alles dafür tun, um so hochwertige Lebensmittel herzustellen.
Der Käse aus Sonntag und auch aus anderen Sennereien im Großen Walsertal  ist ein Hochgenuss, denn die Milch dafür kommt von der Alp, wo eine Vielzahl an Gräsern, Kräutern und Blumen die Grundlage für den würzigen Bergkäse bilden.


Dankbar genießen wir seitdem jedes Stück Käse, das auf diese Weise produziert wurde.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...