alles
fischerpinte
gestern an der fischerpinte am plötzensee stand die tür offen. der ort ist einerseits sehr einladend und romantisch, aber gleichzeitig ein bisschen unheimlich. rechts auf einer liege hatte sich jemand zum schlafen gelegt.
zum erhalt der fischerpinte gibt es eine info-seite und eine petition. auf der info seite heisst es:
Nach dem Tod des bisherigen Pächters ist die Fischerpinte geschlossen. Wann es weitergeht ist eine Sache, die vom Amtsgericht geklärt werden muss – was danach entstehen könnte oder bleiben darf, dass ist Sache des Bezirksamtes.
Wir, als Anwohner des Wedding, setzen uns dafür ein, die Fischerpinte zu retten – im Einklang mit dem Naturschutz. Und mit den Booten, so wie seit über 100 Jahren.
1.000.000.000 herzschläge
wie immer faszinierend: veritasium über scale, „Die universalen Gesetze des Lebens von Organismen, Städten und Unternehmen“ (ein buch von geoffrey west).
- säugetiere leben ungefähr 1.000.000.000 herzschöäge lang (ausnahme menschen und wenn tiere in (menschlicher) gefangenschaft leben)
- städte skalieren so, dass sie ziemlich effizient und produktiv mit ressourcen umgehen (können)
- je grösser eine stadt, desto schneller laufen die menschen in ihr (im schnitt)
goethe vor 200 hundert jahren:
[E]s ist jetzt alles ultra, alles transzendiert unaufhaltsam im Denken wie im Tun. Niemand kennt sich mehr. […]
Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen; Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wornach jeder strebt […]
wer besucht wirres.net
ich habe cursor mal meine apache logs auswerten lassen, wer in den letzten 14 tagen hier seiten aufgerufen hat. wie man sieht, machen offenbar suchmaschinen-indexer und echte besucher nur einen sehr kleinen teil aus. den grössten batzen machen hier täglich so um die 40-50 tausend bots oder scripte aus. im prinzip habe ich hier ein riesiges cache-warming botnetz.
RSS feeds häufig und von überall aus abzurufen ist durchaus im sinne des erfinders, aber wenn man das auf minuten runterrechnet, sind das im schnitt acht abrufe meiner RSS feeds pro minute.
| bots & scripts | LLM | indexer | humans | Σ | |
|---|---|---|---|---|---|
| seiten | 43.000 | 4.800 | 4.200 | 400 | 52.400 |
| RSS | 10.900 | - | - | 1.000 | 11.900 |
.md |
180 | - | 30 | - | 210 |
| summe | 54.080 | 4.800 | 4.230 | 1.400 | 64.510 |
eigentlich wollte ich sehen, wie die markdown-dateien angenommen werden. es zeigt sich: nicht schlecht, im schnitt 200 aufrufe pro tag, aber nichts gegen den abruf von 50 tausend html-seiten durch bots, scraper und indexer. die „humans“ zahlen sind auch eine optimistische näherung. das matomo-pixel das ich in den RSS feed gepackt habe tählt um die 400 RSS leser täglich, aber da mein matomo-host stats.wirre.net auf einschlägigen ad- und trackerblocker listen steht, dürfte 1000 leser ungefähr und mit etwas optimismus passen. die 400 menschlichen seiten-leser sind der tägliche schnitt laut matomo ohne optimismus zuschlag.
tl;dr: i’m blogging for the bots
interessant finde ich, dass rezepte mittlerweile dank google die meistbesuchten seiten hier sind (ausser der startseite). die zahlen sind auch aus den letzten tagen auf die unique pageviews pro tag runtergerechnet.
tl;dr: google schickt suchende nur noch auf rezepte.
zwei tage in folge beim morgenspaziergang kein vierblättriges kleeblatt gefunden, dafür heute eine gurke.
nachtrag:
ich hatte mir ja vor ein paar tagen in den kopf gesetzt morgens, beim spaziergang, immer ein vierblättriges kleeblatt zu finden. zwei mal hat das geklappt. dann, am freitag, habe ich intensiv gesucht und auch einige grosse, saftige klee-inseln gefunden. aber eben keine vierblättrige kleepflanze. das hat mich erstaunlich stark frustriert und natürlich ist diese angespannte, verkrampfte haltung beim kleeblattsuchen wohl eher kontraproduktiv. oder ganz allgemein im leben.
auch heute wollte ich gerne ein vierblättriges kleeblatt finden, aber mir war es viel egaler als am freitag. ich hab mich wieder ordentlich dem hund zugewandt und in erster linie auf frida konzentriert — was dann auch für gute laune bei mir sorgte. oder genauer, ich hab mich von fridas guter laune anstecken lassen und mich von meinem komische, selbstgestellten aufgaben nicht runterziehen lassen. trotzdem kein 🍀 gefunden, aber wieder viel darüber gelernt, wei man sich gekonnt selbst verarschen kann.
08/15
Eine gewöhnliche Erfahrung war es wohl eher nicht, dieser Waffe gegenüberzustehen: Das Maschinengewehr 08 in der Version des Jahres 1915 war damals eine neuartige, tödliche Waffe und wurde zur Standardausrüstung der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg. Mit den Jahren entwickelte sich 08/15 zum Synonym für etwas Gewöhnliches.
streaks sind strähnen
nachdem ich zwei tage in folge jeden tag ein 🍀 gefunden habe, fiel mir enflich das deutsche wort für streak ein: strähne. weil man ja auch glückssträhne sagt.
vierblättrige kleeblätter zu finden hat natürlich nichts mit glück zu tun. weder das finden, noch das was einem danach passiert.
ich habe die 🍀 nicht wegen glück oder tüchtigkeit gefunden, sondern weil ich nach ihnen geguckt habe. so wie gabriella gerhardt in diesem video gesagt hat, man findet sie nicht, sondern man sieht sie. das klappt tatsächlich im (langsamen) vorbeigehen.
obwohl glück lösen 🍀 dann doch auch aus, aber eher glück im sinne von zufriedenheit. es befriedigt mich durchaus so ein 🍀 zu finden und mich dann wieder auf den morgenspaziergang konzentrieren zu können.
und ich würde da gerne eine gewohnheit draus machen. ein paar minuten pro tag in so etwas sinnloses zu investieren, das so befriedigend ist, hört sich für mich interessant genug an, um meinen ehrgeiz zu wecken. deshalb folgen hier in den nächsten wochen nicht nur unzählige baumbilder, sondern (hoffentlich) auch unzählige kleebilder.
digitale unabhängigkeit
ich hab in den letzten monaten immer wieder überlegt wie ich artikel von hier auf instagram bringen kann oder umgekehrt. auf instagram habe ich immer noch viele menschen die mir folgen, oder besser gesagt, die auf pflanzenbilder und selfies von mir reagieren. instagram selbst nutze ich selbst so gut wie gar nicht mehr, weil ich mich immer ärgere wenn ich die app offen habe und verführt werde kurze videos in mich reinzustopfen. zack sind 30, 40 minuten vorbei und ich ärgere mich, dass ich meine zeit nicht selbstbestimmt verschwendet habe.
die schwierigkeiten die instagram einem in den weg legt wenn es darum geht eigene inhalte von instagram zurückzuholen sind erstaunlich. instagramm gibt sich sehr viel mühe öffentliche beiträge nicht automatiert auslesabr zu machen, ausser man heisst googlebot. jedenfalls hab ich mehr oder weniger aufgehört auf instagram zu posten, weil das kopieren der beiträge von instagram hierher zu mühsam wurde und umgekehrt nicht möglich ist.
ausser man wandelt sein instagramkonto in ein professionelle konto um, meldet sich bei facebook als entwickler an, verknüpft sein facebook und instagramkonto und stellt an einigen stellschraben rum. nach langem zögern hab ich das jetzt gemacht und kann beiträge von hier einfach auf instagram posten — per knopfdruck im kirby backend.
im indieweb nennt man das posse: „Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere“
ich veröffentliche also hier ein foto und von hier dann zu mastodon, bluesky, standard.site — und jetzt auch zu instagram. und jetzt wo ich über meta/facebook auch eingeschränkten zugang zur API habe, kann ich auch kommentrae von instagram hierherholen.
so nutze ich zwar meta/facebook/instagram, aber wenn die mich morgen sperren solten oder ich sie oder meta verendet oder nur noch spanner-brillen verkauft ist mir das egal — weil ich nix verliere.
ich bin kein freund davon zu behaupten sei irgendwas oder gar alles besser gewesen. aber den zustand der isntagram-app, bzw. der instagram-timeline, würde ich schon gerne beklagen. alles ist unübersichtlich geworden, ständig will mir jemand was verkaufen oder mich hypnotisieren und meine aufmerksamkeit absaugen.
wie wohltuend ist da zum beispiel grain: ein vertikaler, scrollbarer sreifen mit fotos, nichts als fotos. und: dark mode, herzchen zum drücken und … fotos. ich schleiche zwar seit wochen durch die ATmosphere, aber auf grain hat mich heute nochmal pxlnv.com gestupst.
weil grain auf dem ATprotokoll basiert und die fotos und metadaten auf meinem, bzw. dem PDS von bluesky speichert, kann ich kirby auch einfach beiträge auf grain posten lassen (indem kirby eingach im richtigen format/schema metadaten und einen blob speichert). auch das geht aus dem kirby-backend per knopfdruck und sieht dann so aus.
warum nicht pixelfed? ich würde sagen weil es meinem verständnis von digitaler unabhängigkeit widerspricht mir ein weiteres social media konto anzulegen nur um einen weiteren ausgabekanal für das zu haben was ich hier auf wirres.net und meiner eigenen fediverse gotosocial instanz schon habe. bei grain hingegegn melde ich mich mit meinem vorhandenen bluesky-konto an und dort, auf dem bluesky PDS wird das auch alles gespeichert und ich kann mit den daten machen was ich will. keine reibung, kein zusätzlicher login, kein zusätzlicher API key, einfach ein weiterer kanal.
weil es so einfach ist bei diensten mitzumachen, die auf dem ATprotokoll aufsetzen, hab ich mir gedacht mal alle profile die ich im lauf der zeit angelegt habe aufzulisten. das ist auch ganz einfach, indem ich in meinen PDS gucke.
- beaconbits.app
- blento.app
- bsky.app
- skyreader.app
- standard-reader.app
- thedistance.app
- margin.at
- kipclip.com
- atstore.fyi
- sifa.id
- stream.place
- grain.social
- popfeed.social
ich weiss nicht ob mein verständnis von unabhängigkeit richtig ist oder der reinen lehre entspricht, aber dieses possen fühlt sich gut an. alles zuhause an einem ort zu haben und da wo es geht, da wo es vielleicht wen interessiert, auch meinen quark hinschieben zu können. oder eben auch nicht. wiediewied es mir gefällt.