Ausland

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter hat gestern neue Einzelheiten zu einem mutmaßlichen unterirdischen Atomwaffentest Chinas vorgelegt, der im Juni 2020 stattgefunden haben soll.

Der Abteilungsleiter im US-Außenministerium, Christopher Yeaw, sagte bei einer Veranstaltung des Forschungsinstituts Hudson Institute, eine seismische Messstation in Kasachstan habe am 22. Juni 2020 auf dem chinesischen Testgelände Lop Nor eine Explosion der Stärke 2,75 gemessen.

Yeaw, ein ehemaliger Geheimdienstanalyst mit einem Doktortitel in Nukleartechnik, erklärte, die Daten seien weder mit Sprengungen im Bergbau noch mit einem Erdbeben vereinbar. „Es ist das, was man bei einem nuklearen Sprengversuch erwarten würde“, sagte er.

China dementiert

Yeaw sagte, China habe versucht, den Test durch eine als „Decoupling“ bekannte Methode zu verschleiern, bei der das Gerät in einer großen unterirdischen Kammer gezündet wird, um die Stoßwellen zu reduzieren.

Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington wies die Vorwürfe als vollkommen unbegründet zurück. Die Anschuldigung sei ein Versuch, Vorwände für die Wiederaufnahme von US-Atomtests zu schaffen, sagte Botschaftssprecher Liu Pengyu.

CTBTO zurückhaltend

Die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) äußerte sich jedoch zurückhaltend. Die für die Aufdeckung von Atomtests zuständige Organisation teilte mit, die Daten reichten nicht aus, um die Behauptung mit Sicherheit zu bestätigen.

In der Debatte über eine europäische nukleare Abschreckung hat der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz die Beschaffung deutscher Atomwaffen ausgeschlossen. „Ich möchte nicht, dass Deutschland über eine eigenständige atomare Bewaffnung nachdenkt“, sagte er dem Politik-Podcast „Machtwechsel“.

Er verwies dabei auf bestehende Verträge, in denen sich Deutschland verpflichtet hat, von einer atomaren Bewaffnung abzusehen: den Zwei-plus-vier-Vertrag zur deutschen Wiedervereinigung von 1990 und den Atomwaffensperrvertrag von 1970.

Vorstellen kann sich Merz aber, Bundeswehrflugzeuge für einen möglichen Einsatz französischer oder britischer Atombomben bereitzustellen. Für den Einsatz von US-Atomwaffen sind bereits jetzt Tornado-Kampfjets auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert.

Skepsis gegenüber Luftkampfsystem FCAS

Skeptisch äußerte sich der deutsche Kanzler zur Realisierung des von Deutschland, Frankreich und Spanien seit Langem geplanten Rüstungsprojekts FCAS. „Wir haben ein echtes Problem im Anforderungsprofil.“

Laut Merz ist das Problem, dass die Franzosen ein anderes Kampfflugzeug brauchen als die Bundeswehr. „Ganz konkret, die Franzosen brauchen in der nächsten Generation der Kampfflugzeuge ein atomwaffenfähiges und ein flugzeugträgerfähiges Flugzeug. Das brauchen wir in der deutschen Bundeswehr gegenwärtig nicht“, so Merz. Nun stelle sich die Frage, ob FCAS mit zwei Flugzeugen realisiert werden könne.

Nach der zweiten Runde indirekter Verhandlungen im Atomstreit hat US-Vizepräsident JD Vance dem Iran vorgeworfen, von Präsident Donald Trump formulierte „rote Linien“ nicht anzuerkennen. Die Gespräche in Genf seien „in mancher Hinsicht“ gut verlaufen, sagte Vance gestern.

Beide Seiten hätten vereinbart, die Gespräche fortzusetzen. „In anderer Hinsicht war es aber sehr deutlich, dass der Präsident einige rote Linien gezogen hatte, die die Iraner noch nicht wirklich anerkennen und abarbeiten wollen“, sagte Vance.

„Wir werden weiter daran arbeiten“, kündigte Vance in einem Interview im Fernsehsender Fox News an. „Aber natürlich behält sich der Präsident das Recht vor zu sagen, wann die Diplomatie seiner Ansicht nach ihr natürliches Ende erreicht hat“, warnte der US-Vizepräsident. „Wir hoffen, dass es nicht so weit kommt, aber wenn doch, dann liegt die Entscheidung beim Präsidenten.“

Zu „Leitprinzipien“ einig

Vertreter des Iran und des Vermittlers Oman hatten sich nach der zweiten Runde indirekter Verhandlungen am Dienstag in Genf positiv geäußert. Es habe eine Einigung über einen „Satz von Leitprinzipien“ gegeben, der den Weg für ein Abkommen ebnen könnte, sagte der iranische Außenminister Abbas Araktschi nach dem Treffen. Omans Außenminister Badr Albusaidi sprach von „guten Fortschritten“.

US-Präsident Trump drohte für den Fall, dass es nicht zu einer Einigung im Atomstreit kommt, dem Iran mit einem Militäreinsatz, zuletzt sprach er am Montag von nicht näher genannten „Konsequenzen“. Teheran will mit den USA nur über sein Atomprogramm und die Aussetzung von Sanktionen verhandeln, die USA und Israel pochen jedoch auch auf Verhandlungen etwa über das iranische Raketenprogramm.

Der Präsident des Iran, Massud Peseschkian, bekräftigte in einem gestern veröffentlichten Interview, dass Teheran „absolut keine Atomwaffen anstrebt“. „Falls jemand das überprüfen möchte, sind wir offen für eine solche Überprüfung“, fügte er hinzu.

Kanadas Premierminister Mark Carney hat einen milliardenschweren Plan für die Verteidigungsindustrie vorgestellt, der die Armee stärken und die Abhängigkeit von den USA verringern soll.

Kanada habe sich beim Schutz des Landes „zu sehr auf unsere geografische Lage und andere verlassen“, sagte Carney gestern. „Das hat zu einer Verletzlichkeit geführt, die wir uns nicht mehr leisten können, und zu Abhängigkeiten, die wir nicht mehr aufrechterhalten können“, fügte er hinzu.

„Welt hat sich verändert, also muss sich auch Kanada verändern“

Carneys Büro erklärte, die neue Verteidigungsstrategie sehe über eine halbe Billion Kanadische Dollar (rund 308 Mrd. Euro) „für die Sicherheit, den wirtschaftlichen Wohlstand und die Souveränität Kanadas“ vor.

180 Milliarden Dollar würden in Beschaffungsmaßnahmen im Verteidigungsbereich und 290 Milliarden Dollar in öffentliche Investitionen im Zusammenhang mit Verteidigung in den kommenden zehn Jahren fließen. Außerdem sollen durch die neue Strategie 125.000 hoch bezahlte Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der Plan sehe eine Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit zu Lande, zu Wasser und in der Luft vor, sagte Carney. „Die Welt hat sich verändert, also muss sich auch Kanada verändern“, ergänzte er.

Kritik an Trump

Carney gehört zu den internationalen Stimmen, die die Regierung von US-Präsident Donald Trump scharf kritisieren. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im vergangenen Monat hatte er erklärt, Trump habe einen „Bruch“ in der regelbasierten Weltordnung ausgelöst.

Das US-Militär hat binnen kurzer Zeit gleich drei Boote mit mutmaßlichen Drogenschmugglern im Ostpazifik und in der Karibik angegriffen. Elf Menschen wurden dabei getötet, wie das zuständige Regionalkommando Süd (Southcom) gestern auf der Plattform X mitteilte.

Die Boote seien auf bekannten Drogenschmugglerrouten unterwegs gewesen. Eine solche Häufung von Angriffen in kurzer Zeit ist ungewöhnlich, meist lag zwischen den Angriffen bisher etwas Zeit.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump greift seit Herbst immer wieder Boote in der Karibik und im Ostpazifik an, um internationalen Drogenschmuggel zu unterbinden. Kritiker bezweifeln, dass die tödlichen Angriffe in internationalen Gewässern völkerrechtlich zulässig sind. Offiziellen Angaben zufolge wurden dabei bereits rund 130 Menschen getötet.

Die philippinische Vizepräsidentin Sara Duterte hat ihre Kandidatur für die Präsidentschaft im Jahr 2028 angekündigt. „Ich bin Sara Duterte. Ich werde für das Amt des Präsidenten der Philippinen antreten“, sagte die Tochter des früheren Präsidenten Rodrigo Duterte heute in Manila.

„Ich biete mein Leben, meine Kraft und meine Zukunft im Dienste unserer Nation an“, so Duterte. Sie liefert Präsident Ferdinand Marcos einen erbitterten Streit. Im vergangenen Jahr blockierte das oberste Gericht des Landes ein Amtsenthebungsverfahren gegen die Vizepräsidentin im Senat.

AP/Aaron Favila

Im Falle einer Verurteilung wäre Duterte abgesetzt worden und hätte keine öffentlichen Ämter ausüben dürfen. Das Verfahren war unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen angestrengt worden. Zudem war ihr vorgeworfen worden, an einem Mordkomplott gegen Präsident Marcos beteiligt gewesen zu sein.

Vater in den Haag vor Gericht

Duterte verkündete ihre Kandidatur nur wenige Tage vor einer Anhörung am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) zu den mutmaßlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die ihr Vater im Zuge seines brutalen Vorgehens gegen Drogenhändler zur Last gelegt werden.

In seiner Amtszeit von 2016 bis 2022 hatte Rodrigo Duterte einen „Anti-Drogen-Krieg“ entfacht, in dessen Verlauf nach Angaben der Behörden mindestens 6.181 Menschen getötet wurden. Nach Einschätzung der IStGH-Ermittler liegt die tatsächliche Zahl deutlich höher.

Inland

Die Pläne von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) für eine Reform der Lehrpläne und Pilotversuche zur sechsjährigen Volksschule haben beim Koalitionspartner ÖVP in den vergangenen Wochen für gehörige Verstimmung gesorgt.

Es seien Vorschläge ohne „vernünftige Substanz“, sagte ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti gegenüber der APA. Bei einem Gespräch mit Marchetti und SPÖ-Bildungssprecher Heinrich Himmer Anfang März will Wiederkehr nun „Missverständnisse ausräumen“. Der aktuelle Planungsstand soll auf den Tisch gelegt und mit den Koalitionspartnern diskutiert werden, hieß es aus dem Ministerbüro auf APA-Anfrage.

Inhaltlich ist Wiederkehr weiterhin von seinen Plänen überzeugt. Auf die entsprechenden Schwerpunkte hätten sich die drei Koalitionsparteien außerdem im Regierungsprogramm verständigt, wurde betont. Es habe bisher auch noch keine alternativen Vorschläge gegeben, wo in der AHS-Oberstufe anstelle von Latein und der zweiten lebenden Fremdsprache gekürzt werden könnte.

Der Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft, Erich Cibulka, sieht eine Volksbefragung zur Wehrpflicht skeptisch. Wenn im Parlament ein Allparteienbeschluss zur Umsetzung des von der Wehrdienstkommission empfohlenen „8 plus 2“-Modells zustande komme, das auch von allen Experten unterstützt werde, „dann sollte der Konsens groß genug sein, dann braucht es keine Volksbefragung mehr“, sagte Cibulka gestern Abend in der ZIB2.

Durch eine Volksbefragung würde wertvolle Zeit vergehen, das sorge auch für Verunsicherung im Bundesheer. Zudem könnten mögliche Agitatoren und Trolle „wirken“, befürchtete der Präsident der Offiziersgesellschaft.

In Zweifel zog Cibulka auch, ob eine Volksbefragung das geeignete Mittel für eine Entscheidung zwischen mehreren Modellen sein könne, wie das Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) vorgeschlagen hatte. Eine Volksbefragung sei dazu da, über Grundsätzliches zu entscheiden, so Cibulka, also etwa ob nur Männer oder alle Geschlechter zum Wehrdienst verpflichtet werden sollten, nicht aber über eine reine Organisationsanordnung.

Rasche Umsetzung gefordert

In Bezug auf eine mögliche Ausweitung der Wehrpflicht für Frauen, für die er sich in der Vergangenheit ausgesprochen hatte, zeigte sich Cibulka mit dem von der Wehrdienstkommission vorgeschlagenen Vorgehen einverstanden, dass erst in Zukunft nach einer neuerlichen Evaluierung der Situation darüber nachgedacht werden soll. Nun gehe es darum, die von der Kommission vorgeschlagene Verlängerung der Wehrpflicht zügig zum 1. Jänner 2027 umzusetzen, so Cibulka.

Regierungstreffen: Volksbefragung kein Thema

Vertreter der Regierungsfraktionen trafen einander gestern im Parlament, um über die künftige Ausgestaltung der Wehrpflicht zu diskutieren. Das Gespräch sei „gut und konstruktiv“ verlaufen, hieß es im Anschluss in einem gemeinsamen Statement. Unter anderem habe man sich auf den Fahrplan verständigt. Die Volksbefragung blieb in dem Statement unerwähnt.

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Österreich wird dem „Friedensrat“ von US-Präsident Donald Trump nicht beitreten. Das teilte die außenpolitische Sprecherin von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) der APA gestern auf Anfrage mit.

Österreich sei zwar zu einem Beitrag zum nachhaltigen Frieden im Nahen Osten bereit, „als klarer Verfechter eines kooperativen, multilateralen Systems und als einer der vier Sitzstaaten der Vereinten Nationen wollen wir jedoch keine Parallelstrukturen aufbauen“.

Fachleute sehen in dem Gremium die Karikatur einer Weltorganisation. So hat sich Trump mit umfassender Entscheidungsfülle in dem Gremium ausstatten lassen, dem er auch auf Lebenszeit – also über seine Amtszeit als US-Präsident hinaus – als Vorsitzender vorstehen soll.

Der Rat steht nicht allen Staaten der Welt offen. Trump ließ nur etwa 60 Staaten einladen, darunter Österreich. Die Mehrzahl der eingeladenen EU-Staaten lehnte eine Teilnahme ebenso ab. Ungarn und Bulgarien wollen sich hingegen anschließen. Italien und Griechenland haben eine Teilnahme als Beobachter an der Auftaktsitzung in Washington angekündigt. Ob Österreich ebenfalls durch einen Botschaftsvertreter „in beobachtender Rolle“ teilnehme, werde laut der Sprecherin noch entschieden.

Ukraine-Krieg

Die Ukraine lehnt bei Verhandlungen über ein Kriegsende die Preisgabe weiterer Gebiete ab, Präsident Wolodymyr Selenskyj kann sich aber vorstellen, dass seine Landsleute einem Einfrieren des Konflikts an der aktuellen Front zustimmen könnten.

Das sagte Selenskyj dem US-Nachrichtenportal Axios, bevor heute in Genf russisch-ukrainische Gespräche unter Vermittlung der USA fortgesetzt werden.

Ob sich die Ukrainer unter Umständen damit abfinden würden, den derzeitigen Frontverlauf als neuen Status quo zu akzeptieren? „Ich glaube, dass die Menschen das in einem Referendum akzeptieren würden“, sagte Selenskyj. „Das ist meine Meinung.“

Gebietsaufgabe unmöglich

Einen von Russland geforderten Abzug der ukrainischen Truppen aus den noch von ihnen gehaltenen Teilen der östlichen Gebiete Luhansk und Donezk lehnte Selenskyj weiter ab. „Emotional werden die Menschen das niemals verzeihen. Niemals“, sagte der Staatschef Axios.

Seine Landsleute würden nicht verstehen, warum sie zusätzliche Gebiete abgeben sollen. Selenskyj zufolge hat seine Regierung mit den USA vereinbart, dass jedes Abkommen eine Zustimmung der ukrainischen Bevölkerung per Referendum erfordert.

Der ukrainische Staatschef will die strittigen Gebietsfragen bevorzugt bei einem direkten Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin lösen. Er habe der ukrainischen Delegation Anweisung gegeben, diese Frage in Genf anzusprechen.

In der Schweiz hat gestern der erste von zwei Verhandlungstagen zwischen der Ukraine und Russland stattgefunden. Heute werden die Gespräche fortgesetzt.

„Nach dem gemeinsamen Teil ist die Arbeit in thematischen Gruppen fortgesetzt worden“, teilte der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow nach dem ersten Tag auf Telegram mit. Die Unterhändler hätten sich auf „praktische Fragen und Mechanismen möglicher Lösungen“ konzentriert. Er erwähnte dabei einen politischen und einen militärischen Block.

AP/Ukrainian National Security and Defense Council press office

Russland: Gespräche „sehr angespannt“

Auf russischer Seite bestätigten staatliche Nachrichtenagenturen das Ende der Unterredungen. Bereits davor hatte der Kreml verlautbart, dass während der Friedensgespräche am Dienstag keine Neuigkeiten zu erwarten seien. Die sechsstündigen Gespräche seien „sehr angespannt“ gewesen, hieß es aus Kreisen der russischen Delegation.

Noch bis morgen verhandeln in Genf eine ukrainische und eine russische Delegation über ein Ende des seit 2022 andauernden russischen Angriffskrieges gegen das Nachbarland. Der US-amerikanische Chefunterhändler Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, vermitteln zwischen den Kriegsgegnern. Die Gespräche finden hinter verschlossenen Türen statt.

Während die ukrainische Seite vor allem humanitäre Fragen und Sicherheitsgarantien in den Mittelpunkt stellen möchte, will Russland dem Nachbarland dauerhafte Gebietsabtretungen abringen.

Vertreter aus vier europäischen Staaten dabei

An den direkten Gesprächen nehmen nach italienischen Regierungsangaben auch Vertreter aus vier europäischen Staaten teil. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien seien mit „Sicherheitsberatern“ vertreten, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag in Rom. Gespräche der europäischen Regierungsvertreter mit den Delegationen der Ukraine und der USA seien „am Rande des Treffens“ geplant.

Wirtschaft

EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird einem Medienbericht zufolge voraussichtlich vorzeitig aus dem Amt scheiden. Es werde damit gerechnet, dass sie ihre achtjährige Amtszeit nicht vollständig absolvieren werde, berichtete die „Financial Times“ heute unter Berufung auf eine mit Lagardes Überlegungen vertraute Person.

Reuters/Jana Rodenbusch

Lagarde wolle ihren Posten vor der im April 2027 geplanten französischen Präsidentschaftswahl räumen.

Sie wolle Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz die Gelegenheit geben, eine neue Spitze für die Europäische Zentralbank zu finden. Macron darf 2027 nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut antreten. Die EZB war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Chronik

Nach einem Lawinenabgang im Skigebiet von Castle Peak im US-Bundesstaat Kalifornien werden zehn Skifahrer vermisst. Sechs weitere Menschen hätten überlebt und befänden sich noch am Ort des Lawinenabgangs, teilte das örtliche Nevada County Sheriff’s Office mit.

AP/Nevada County Sheriff’s Office

Dort warteten sie auf ihre Rettung. Die Gruppe habe aus vier Skiführern und zwölf Gästen bestanden. Mehr als 50 Rettungskräfte seien bis gestern Nachmittag (Ortszeit) im Einsatz gewesen, hieß es.

„Langsamer und mühsamer Prozess“

Captain Russell Greene sagte im Interview des regionalen Fernsehsenders KCRA 3, dass die Sheriffs über den Tourenanbieter und über Notfallsignalgeräte verständigt worden seien. Die Einsatzkräfte versuchten, sich zu den Menschen durchzuschlagen.

„Es wird ein langsamer und mühsamer Prozess, da die Einsatzkräfte aufgrund der weiterhin sehr hohen Lawinengefahr äußerst vorsichtig sein müssen“, sagte er weiter. Am Abend (Ortszeit) hätten sie den Punkt des Lawinenabgangs noch nicht erreicht.

Die Polizei warnte vor Ausflügen in die Gegend. „Die Wetterbedingungen sind weiterhin extrem gefährlich“, hieß es mit Verweis auf eine bis heute geltende Lawinenwarnung. Nach Angaben der Betreiber in dem Skigebiet waren allein in den zurückliegenden 24 Stunden knapp 80 Zentimeter Schnee gefallen.

Kultur

Nach seinem vielbeachteten Protestauftritt in Minneapolis kehrt US-Rocklegende Bruce Springsteen für das Auftaktkonzert seiner Nordamerika-Tour in die Stadt im Bundesstaat Minnesota zurück.

Die Tournee mit der E Street Band unter dem Titel „The Land of Hopes and Dreams“ soll am 31. März beginnen und in der Hauptstadt Washington enden, wie auf der Website des Künstlers bekanntgegeben wurde – inklusive einer neuen Breitseite gegen US-Präsident Donald Trump.

AP/Invision/Charles Sykes (Archivbild)

Seitenhieb gegen Trump

„Wir werden eure Stadt rocken zur Feier und zur Verteidigung Amerikas, der amerikanischen Demokratie, der amerikanischen Freiheit, unserer Verfassung und unseres heiligen amerikanischen Traums, die alle von unserem Möchtegern-König und seiner Schurkenregierung in Washington attackiert werden“, sagte Springsteen in einem zur Tourankündigung veröffentlichten Video.

Protestlied über Einsätze in Minneapolis

Der 76-Jährige hatte kürzlich ein Protestlied als Reaktion auf die tödlichen Schüsse auf eine US-Bürgerin und später einen US-Bürger im Rahmen der umstrittenen Abschieberazzien in Minneapolis geschrieben und es auch bei seinem Auftritt in der Stadt Ende Jänner gesungen.

Darin bezeichnet er die eingesetzten Bundesbeamten etwa als „Privatarmee von König Trump“, die „auf unseren Rechten herumtrampelt“, und singt über eine brennende Stadt „unter den Stiefeln der Besatzer“.

Der deutsche TV-Star Lambert Hamel ist tot. Der Schauspieler verstarb im Alter von 85 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit am Freitag, wie seine Familie der dpa gestern mitteilte.

APA-Images/Action Press/Rudnik

Hamel war im Laufe seiner Karriere an vielen deutschen Bühnen engagiert. Er nahm auch Gastengagements bei den Salzburger Festspielen und am Wiener Burgtheater wahr.

Der Deutsche war zudem als Darsteller an zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen beteiligt und betätigte sich auch als Synchronsprecher, etwa für Charlton Heston.

Hamels Gesicht war bekannt durch Rollen etwa bei „Bergdoktor“, „Tatort“ und „Pfarrer Braun“. Hamel zeigte sich vor Jahren erfreut darüber, dass er viele verschiedene Charaktere spielen dürfen habe: „Ich wäre nicht gerne auf einen Typen festgelegt.“

Mehr als 80 Filmschaffende, darunter Stars wie Javier Bardem und Tilda Swinton, haben in einem offenen Brief das aus ihrer Sicht „institutionelle Schweigen“ der Berlinale zum Gaza-Krieg kritisiert.

In dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP gestern in Berlin vorlag, zeigen sie sich über die Haltung des Festivals „entsetzt“. Zudem werfen sie der Berlinale vor, sich an der „Zensur von Künstlern“ zu beteiligen, die Israels Vorgehen im Gazastreifen als „andauernden Völkermord“ bezeichnen. Israel weist entsprechende Vorwürfe entschieden zurück.

Wenders: „Aus der Politik heraushalten“

Jurypräsident Wim Wenders hatte vergangene Woche auf einer Pressekonferenz auf eine Frage zum Nahost-Konflikt und zur Rolle des Festivals geantwortet: „Wir müssen uns aus der Politik heraushalten.“ Die indische Autorin Arundhati Roy sagte deswegen ihre Teilnahme an dem Festival ab.

Den offenen Brief unterzeichneten neben Filmstars wie Bardem und Swinton auch mehrere bekannte Filmemacher, unter ihnen der britische Regisseur Mike Leigh und sein US-Kollege Adam McKay. Viele der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner waren bereits mit eigenen Filmen auf der Berlinale vertreten. Swinton war im vergangenen Jahr mit dem Goldenen Ehrenbären ausgezeichnet worden.

In dem Brief widersprechen die Unterzeichner zudem der Haltung von Wenders. Kino und Politik ließen sich nicht voneinander trennen, argumentieren sie. Wie das Festival in der Vergangenheit Stellung zu „Gräueltaten“ im Iran und in der Ukraine bezogen habe, solle es auch im aktuellen Konflikt Position beziehen.