Habt vielen lieben Dank für eure Kommentare zu meinem letzten Blogbeitrag. Der Quilt hängt schon seit einer Woche an seinem Platz und ich liebe ihn. Jedes Mal, wenn mein Blick darauf fällt, freue ich mich und ein Gefühl von Zufriedenheit (Erklärung kommt dann weiter unten) und Geborgenheit macht sich in mir breit. Geborgenheit. Seitdem ich den Quilt genäht habe, denke ich darüber nach, was Geborgenheit ist, ausmacht. Es ist ein Gefühl, ich denke, das wird sich für jeden anders darstellen. Für mich ist es zum Beispiel auch dann Geborgenheit, dass ich wieder auf der rechte Seite liegend schlafen kann. Schon als Kind habe ich vorzugsweise auf der rechten Seit geschlafen, vor ein paar Jahren ging das nicht, weil mir dann durch das Impingement-Syndrom immer die Hand und der Arm eingeschlafen sind. Ich habe eisern morgens meine Dehnübgungen gemacht und nach einer ewig langen Zeit ging es dann wieder. Das ist zum Beispiel für mich auch Geborgenheit und deswegen habe ich das Gelmerodatattoo auch auf dem rechten Oberarm (kein Scheiß).
Aber zurück zu meinem Quilt. Am vergangenen Sonntag habe ich mich dann gleich mit den Details Mund, Nase und Augen beschäftigt. Für meinen Portraitquilt hatte ich mir ja Steam-a-Seam Vlies bestellt, das habe ich (zum Glück) für die zu applizierenden Teile verwendet. Den Mund des kleinen Kindes habe ich ein wenig schmaler und die Oberlippen weniger voluminös gestaltet, ich wollte aber die Mundwinkel ein klein wenig nach oben gezogen haben, damit man das friedliche Lächeln des Kindes erkennen kann.
Nachdem ich die Teile aufgelegt hatte, sah der Kopf des Kindes irgendwie komisch aus, die Form störte mich. Ich habe dann mein Stoffstück mit der Vorlage vergleichen und habe gesehen, dass ich den hellen runden Kreis vermutlich ein wenig verdreht eingenäht habe. Wenn dem so ist, konnte ich mir nun auch erklären, warum eine Paßmarke auf dem anderen Stoff kein Gegenstück hatte.
Also blieb mir nicht weiter über, als das Gesicht noch einmal rauszutrennen. Ja, ich hatte mein Top schon mit Sprühkleber mit Vlies und Rückseite geheftet. Aber was soll's. Das Raus- und Auftrennen ging ganz gut und als ich dann die zwei Teile anders zusammengenäht hatte, sah es schon viel gefälliger aus. Ich musste dann das Teil wieder in den Kreis einnähen, auch das ging wieder gut. Ja, es war zu sehen, dass die Änderung wichtig und richtig war.
(Ich weiß nicht warum die Bilder neuerdings so pixelig aussehen, wenn man im Beitrag die Bilder groß ansieht, sehen sie normal aus...). Schon so ist gut zu sehen, dass die Proportionen ganz anders und gefällitger aussehen. Beim Zusammennähen der Teile habe ich ganz penibel darauf geachtet, dass nun wirklich alle (!) ein Gegenstück haben. 😊
Nachdem das Gesicht wieder eingenäht war, konnte ich dann auch die Details applizieren, da ich diese vorher ja schon einmal aufgelegt hatte, war ich froh, dass ich kein Vliesofix verwendet hatte, denn das hätte ich ja schon fast direkt nach dem Auflegen festbügeln müssen. Steam-a-seam klebt ja von sich aus und muss erst dann festgebügelt werden, wenn wirklich alles perfekt sitzt.
Gequiltet habe ich den Quilt ähnlich wie den Picassoquilt mit Echoquilting, mal frei Hand, mal mit Transporteur. Der Quilt hat wieder ein unsichtbares Binding bekommen, farblich war ich da ganz mutig und habe einen lila Stoff genommen. Wenn man auf dem folgenden Foto gaaaanz genau hinsieht, kann man das ein klein wenig erkennen.
Vielleicht hätte ich die Gesichter noch ein wenig freundlicher quilten sollen, aus der Nähe betrachtet sehen meine Personen ein wenig streng aus. Guckt man aber aus der Ferne, sehen sie einfach nur friedlich und zufrieden aus.
Wenn meine Ausstellung beendet ist und meine Quilts wieder zu Hause sind, möchte ich die beiden Quilts nebeneinander aufhängen. Ich muss dann nur noch einen Platz dafür finden, denn hinter der Tür ist nur Platz für einen Quilt. Aber im Blog kann ich sie ja schon einmal nebeneinander zeigen.