In meinem letzten Beitrag hatte ich ja schon angedeutet, dass der pinke Gelmerodaquilt schon nicht mehr der Neueste ist. Mein neuer Gelmerodaquilt ist eine Hommage an mein Weihnachtskleid von 2023, naja, eigentlich ist der Quilt das Weihnachtskleid. Lange Geschichte. 2023 hatte ich mir ein Kleid gekauft, welches ich unheimlich schön fand. Heiligabend habe ich es getragen, allerdings gibt es von mir kein wirkliches Foto in dem Kleid, man kann es immer nur erahnen. Und die Fotos, die es gibt, sind entweder Selfies oder welche, die wir mit Selbstauslöser gemacht haben und da gucke ich... ...seltsam.

Ja, von meiner restlichen Familie gibt es schön Fotos von Weihnachten, denn die mache ich ja. 😂Nur mich fotografiert immer keiner. Aber egal, ich schweife ab. Als wir am letzten Wochenende in Berlin im Friedrichstadtpalast waren, stand ich mal wieder überlegend vor meinem Kleiderschrank und hatte unter anderem das Weihnachtskleid in der engeren Auswahl. Aber irgendwie fand ich, dass ich in dem Kleid wie eine schwangere Weihnachtsbaumkugel aussah und so habe ich kurzerhand entschieden, dieses Kleid kommt weg. Ich habe mich darin nicht mehr wohlgefühlt. Das Kleid hatte eine Naht ziemlich weit oben und da ich doch ein wenig zugelegt habe, sah das nun eben unvorteilhaft aus. Also: WEG! Naja, nicht so ganz weg, denn das Kleid hat mich an die Fenster in der Peterskirche in Leipzig erinnert, speziell natürlich an die Fenster und die Farbe, die mich damals so sehr fasziniert hat:

Es geht um den Hintergrund hinter den beiden Personen in der mittleren Reihe. Ich kann diese Farbe gar nicht wirklich beschreiben, ist es petrol, ein tiefes dunkelblaugrün? Aber ich kann sie fühlen, immer noch nach der langen Zeit in meinem Herzen. Sie löst eine Faszination in mir aus, so etwas hatte ich bisher noch nicht erlebt. Sehen und hin und weg sein war damals eins.
Zu meinem Kleid habe ich dann weitere passende Stoffe rausgesucht. Allein schon diese Auswahl hat mich irgendwie glücklich gemacht.
Also habe ich aus meinem Kleid, sowohl dem Oberkleid als auch dem Futterstoff und noch einigen anderen petrolfarbigen Stoffen einen Gelmerodaquilt genäht. Das ist wieder einer der Quilts, bei dem ich viel experimentiert habe. So habe ich das Dach mit Gaze genäht, darunter habe ich einen normalen Baumwollstoff gelegt, sonst wäre es zu dünn geworden. Der Kirchturm ist das Futter des Kleides, ein etwas dickerer, dehnbarer Stoff.
Für den Uhrenkasten habe ich mich für einen bronzefarbigen, in alle Richtungen dehnbaren Stoff entschieden. Auch der ist etwas dicker, ich kann gar nicht genau sagen, was das für ein Stoff ist, er fasst sich an der Oberfläche fast ein wenig gummiartig an. Aber die Farbe passte fast genau zu den Tupfen im Himmelbereich.
Ich habe verschiedene Stoffe miteinander kombiniert, Beim Zusammennähen von Ober- und Unterteil habe ich ein Stück eines "Kreativstoffs" mitgefasst, so dass die Fransen noch zu sehen sind. Den Rest auf der Rückseite habe ich zurückgeschnitten.
Gequiltet habe ich diesen Quilt nur sehr sparsam, da die Stoffe für sich sprechen und das Quilting nicht ablenken sollte. Um den Ganzen dann noch die Krone aufzusetzen, habe ich den sehr dehnbaren, bronzefarbigen Stoff für das Binding verwendet. Das war eine echte Herausforderung (dehnbar, seeeehr dehnbar). Ich nähe einen langen Streifen und fasse damit den Quilt fast komplett ein. Anfang und Ende des Bindings lege ich dann übereinander, messe die Breite des Bindings ab und nähe von links oben nach rechts unten zusammen und schneide den Rest weg. Dann kann ich das Binding fertig an den Quilt annähen und habe einen perfekten Abschluss. Obwohl ich beim Zusammennähen schon immer ein wenig schmaler messe und schneide, als die Bindingstreifen wirklich sind, hatte ich bei diesem Quilt so viel Binding über, dass sich am Ende eine Falte ergeben hat.
Zunächst habe ich das Binding komplett angenäht, um dann am nächsten Tag zu entscheiden, dass das so nicht bleiben kann. Ich musste immerzu auf diese Falte gucken. Also habe ich mein Binding teilweise wieder abgetrennt und den Streifen noch weiter zusammengenäht.
Auf dem zweiten Foto kann man gut das Zuviel an Binding erkennen und das, obwohl der Streifen schon weniger war das die Strecke, die noch ein Binding bekommen musste. Naja, der Stoff war eben wirklich extrem dehnbar. Nachdem ich mein Binding dann wieder angenäht hatte, sah es viel, viel besser aus. Eine winzig kleine Falte ist noch da, aber mit der kann ich gut leben.
Dieser Quilt ist die Nummer 53 in meiner Sammlung und irgendwie etwas ganz Besonderes. Momentan mag ich diesen Quilt am allermeisten (wobei das ein Empfinden ist, welches manchmal täglich wechselt. 😉).
Da ich bei diesem Quilt mit dem dehnbaren Was-auch-immer-Stoff schon eine Herausforderung zu meistern hatte, die mich schon ein wenig meinen Grenzen nahe gebracht hat, setze ich im
Bingo von Anni ein Kreuz bei "Raus aus der Komfortzone".