Umwelt & Klima

Das Mittelmeer heizt sich weiter auf. An einer Messboje vor Mallorca wurde eine neue Höchsttemperatur von 33,02 Grad registriert, teilte der spanische nationale Wetterdienst Aemet heute mit.

Noch vor der offiziellen Bestätigung durch die spanische Hafenbehörde, die die Messboje vor der Insel Sa Dragonera betreibt, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE, das sei der höchste jemals in spanischen Gewässern gemessene Wert.

Im westlichen Mittelmeer lägen die derzeitigen Wassertemperaturen vier Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Die immer höheren Wassertemperaturen würden nicht nur empfindliche maritime Ökosysteme gefährden, sondern auch die Gefahr heftiger Stürme mit sintflutartigen Regenfällen im Herbst erhöhen.

Das extrem aufgeheizte Mittelmeer verdunstet enorme Mengen an Wasser und gibt die thermische Energie an bodennahe Luftschichten ab. Wenn dann im Herbst erste kalte Höhenluft aus dem Norden über diese feuchtwarme Luft zieht, steigt sie explosionsartig auf und kann sich in Starkregen und schweren Stürmen entladen.

Vor der Küste von Oman droht wegen eines auf Grund gelaufenen Öltankers eine Umweltkatastrophe von gewaltigem Ausmaß. Bei dem 270 Meter langen Tanker „Caroline Bezengi“, der Russlands „Schattenflotte“ zugerechnet wird, treten Satellitenaufnahmen zufolge immer größere Mengen Öl aus.

Der Ölteppich sei inzwischen auf eine Fläche von rund 600 Quadratkilometern gewachsen, teilte die Umweltorganisation Greenpeace heute mit.

Die „Caroline Bezengi“ liegt in einer ökologisch sensiblen Region vor der omanischen Küste. Gefährdet sind Greenpeace zufolge unter anderem Korallenriffe, Meeresschildkröten, Zugvögel und Meeressäuger. In den Gewässern um die geschützten Inseln in dem Gebiet, wo Seevögel brüten und Schildkröten ihre Eier ablegen, lebt auch der seltene Arabische Buckelwal.

Nach Zwischenfall keine Standortdaten

Der unter EU-Sanktionen stehende Tanker hatte im russischen Hafen Noworossijsk mit großer Wahrscheinlichkeit Öl geladen, wie das Geodatenunternehmen Synmax nach Auswertung von Satellitenbildern mitteilte. Anfang Juni habe er wohl einen Zwischenfall auf See erlitten und dann keine Standortdaten mehr mitgeteilt.

Spekuliert wurde, ob die Ukraine das Schiff etwa mit einer Haftmine angegriffen haben könnte, logistisch wäre das angesichts der Entfernung aber nur schwer umsetzbar.

Omans Transportministerium forderte die Eigentümer bereits auf, das Schiff samt seiner Ladung aus dem Gebiet zu entfernen. Berichten zufolge gehört es einem Unternehmen in China, das – ähnlich wie bei anderen Schiffen der „Schattenflotte“ – zu einer Briefkastenfirma in Schanghai führen soll.

Für den Krisenkoordinator der Bundesregierung, Peter Vorhofer, ist trotz der anhaltenden Hitzewelle die Lage in Österreich im Griff. Nichtsdestotrotz rief er heute bei einer Pressekonferenz nach einem interministeriellen Treffen auf Beamtenebene zum Wassersparen auf.

Auch appellierte er eindringlich, in Wäldern auf Feuer zu verzichten. Nicht allzu rosig war der mittelfristige Ausblick die Trockenheit betreffend.

Wie Vorhofer berichtete, zeigten sämtliche Wettermodelle, dass sich auch im Laufe des Jahres keine Entspannung bezüglich Temperaturen und Niederschlägen anbahne. Einzig der November dürfte ein Ausreißer sein. Insgesamt sei bis Weihnachten aber mit keiner Entspannung zu rechnen.

Punktuelle Wasserengpässe möglich

Sorgen um die Trinkwasserversorgung muss man sich laut Vorhofer, der als Regierungsberater für nationale Sicherheit und Krisenvorsorge fungiert, nicht machen, auch wenn 90 Prozent der Messstellen sehr niedrige Grundwasserstände aufwiesen. Punktuelle Engpässe könnten daher in einzelnen Gemeinden auftreten, doch seien die mit Ausgleichsmaßnahmen in den Griff zu bekommen.

Dennoch riet der Krisenkoordinator: „Wer immer Wasser sparen kann, möge das bitte tun.“ Das gelte vor allem für Außenbereiche.

Auch die Energiesicherheit ist für Vorhofer weiter gegeben, wiewohl einzelne Kraftwerke wegen Problemen mit fehlendem Kühlwasser gar nicht oder nur zum Teil zum Einsatz kommen können. Als besonders hilfreich erweisen sich derzeit Photovoltaikanlagen. „Mittelfristig“ seien daher keine Probleme zu erwarten. Punktuell könnte man sogar in Nachbarländern aushelfen.

Hilfen für Landwirtschaft nötig

Stark von der Trockenheit betroffen ist die Landwirtschaft. Wörtlich sprach Vorhofer von einer „historischen Belastungsprobe“. Eine unterdurchschnittliche Ernte sei zu erwarten, die Gesamtproduktion werde den Vorjahreswert deutlich unterschreiten. Daher empfiehlt er auch Hilfen für die Landwirtschaft. Zinslose Kredite wären eine Möglichkeit, erklärte der Koordinator auf Nachfrage.

Kritik von Grünen

Kritik kam von den Grünen. „Unser Land ist ausgetrocknet – die Menschen leiden unter der Hitze, wir erleben dramatische Waldbrände, Bauern müssen ihr Vieh schlachten, weil das Futter nicht mehr reicht. Aber die Bundesregierung ist einfach abgetaucht und erscheint nicht einmal zu ihrem eigenen Krisengipfel“, sagte Grünen-Chefin Leonore Gewessler.

Inland

Der in U-Haft sitzende Signa-Gründer Rene Benko soll in einer jüngst erfolgten Einvernahme den Ex-Signa-Prime-Aufsichtsratschefs Alfred Gusenbauer rund um eine Abschlagszahlung belastet haben, wie der „Standard“ heute berichtete.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt in diesem Zusammenhang seit dem Frühjahr gegen Gusenbauer wegen Untreue und Betrug. Laut WKStA soll Gusenbauer in seiner Funktion als Aufsichtsratschef der Signa Development und der Signa Prime im Oktober und November 2022 seine Befugnisse missbraucht und dabei die beiden Gesellschaften um insgesamt zehn Mio. Euro geschädigt haben.

Keine Genehmigung des gesamten Aufsichtsrates

Er soll mit einem Vorstandsmitglied dieser Gesellschaften eine „ungerechtfertigte Abschlagszahlung auf eine Erfolgsbeteiligung“ vereinbart und dann deren Auszahlung angeordnet haben. Es habe dafür keine Genehmigung des gesamten Aufsichtsrates gegeben.

In diesem Zusammenhang wird das Vorstandsmitglied beschuldigt, Gusenbauer zu diesen Taten bestimmt zu haben. Daher wird auch gegen den Vorstand wegen Untreue ermittelt. Gusenbauer weist die Vorwürfe zurück.

Benko, der in diesen Ermittlungen nicht Beschuldigter ist, soll Gusenbauer nun in einer Einvernahme Ende Juli belastet haben. Er wisse, dass das Geld geflossen sei und dass Gusenbauer diesen Vertrag ohne Zustimmung des Gesamtaufsichtsrats abgeschlossen habe.

Gusenbauer sah „substanzielle Verbesserung“

Gusenbauer selbst kommentiere die Aussagen Benkos nicht, er kooperiere aber mit den Behörden, wird sein Anwalt in dem Bericht zitiert. Vor dem Handelsgericht soll er zugestanden haben, dass es für die Vereinbarung einen Umlaufbeschluss gebraucht hätte, dieser aber wegen „grundsätzlicher Einwände einiger Aufsichtsratsmitglieder“ nicht zustande gekommen sei.

Gusenbauer sei aber davon ausgegangen, dass er den Vertrag abschließen habe dürfen, weil es zu einer „substanziellen Verbesserung“ der Prime gekommen sei und weil ihn ein Aufsichtsratsbeschluss aus dem Jahr 2019 dazu berechtigt habe. Das sieht Benko anders: Die Erklärungen des Ex-Aufsichtsratschefs kommentierte er in seiner Einvernahme mit den Worten: „Das stimmt so einfach nicht.“

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) tritt nach seinen gesundheitlichen Problemen nun wieder verstärkt auf die politische Bühne. Im ORF-Sommerinterview kritisierte er heute einmal mehr den Kurs der Bundes-SPÖ.

Indirekt forderte er auch SPÖ-Chef Andreas Babler angesichts schlechter Umfragewerte zum Rücktritt auf. Interne Umfragen würden zeigen, dass die SPÖ derzeit bei 13 bis 14 Prozent liege, die Rohdaten seien laut Meinungsforschern noch schlechter, so Doskozil.

„Da kann man nicht zur Tagesordnung übergehen, da muss etwas geschehen, da ist Feuer am Dach. Das ist jämmerlich, dieser Zustand, und da brauchen wir Antworten“, so Doskozil. Die SPÖ müsse sich besser positionieren, Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewinnen. „Das ist die Aufgabe des Parteivorsitzenden, und wenn er dieser Aufgabe nicht gewachsen ist, dann muss er natürlich – so wie es in jedem Betrieb in jedem Unternehmen auch in der politischen Bewegung ist – dann muss er die Konsequenzen ziehen“, sagte Doskozil.

Die Parteiführung wollte auf ORF-Anfragen nichts sagen. ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner erklärte hingegen in einer Aussendung, dass Doskozils Kritik an der Bundesregierung „einem Faktencheck nicht standhält“. Auch meinte er: „Wer selbst fast eine Milliarde Euro Verlust produziert und gleichzeitig auf nötige Reformen verzichtet, ist unglaubwürdig, wenn er anderen Lektionen erteilt.“

Ausland

Nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne auf dem Leipziger Flughafen hat die deutsche Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, teilte die Karlsruher Behörde heute mit.

Es lägen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vor, dass am Dienstagabend auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle mittels einer Drohne eine Explosion verursacht werden sollte, hieß es weiter. „Hierzu waren an der Drohne professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht worden.“ Zudem sei eine Frachtmaschine im erweiterten Bereich des Flughafens in der Luft mutmaßlich mit einer weiteren Drohne kollidiert.

„Es handelt sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“, teilte die Bundesanwaltschaft mit. „Damit ist die Tat geeignet, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen.“

In der Nacht auf Mittwoch hatte der Flughafen Leipzig/Halle den Flugbetrieb eingestellt, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt und ein verdächtiger Gegenstand an der Start- und Landebahn Südpiste gesichtet worden waren.

Ein Ausschuss des US-Senats will den durch die CoV-Pandemie auch international bekannt gewordenen US-Immunologen Anthony Fauci wegen Missachtung des Kongresses belangen. Der von Republikanern dominierte Ausschuss für Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten stimmte heute für eine entsprechende Resolution.

Hintergrund ist Faucis Vorladung vor den Ausschuss. Vor einer Woche verweigerte er dort Antworten auf Fragen von Senatoren und Senatorinnen zur Pandemie, indem er sich auf den fünften Zusatzartikel der US-Verfassung berief und von seinem Schweigerecht Gebrauch machte.

Hassfigur der Rechten

Die Republikaner legen das als Missachtung des Kongresses aus. Fauci ist seit der Pandemie eine Hassfigur des rechten Lagers und auch immer wieder von US-Präsident Donald Trump attackiert worden. Hintergrund sind unter anderem seine damaligen Empfehlungen zum Tragen von Schutzmasken, für Lockdowns und für Impfungen.

Die Republikaner werfen Fauci ohne jeden Beleg auch eine Vertuschung der Ursachen von CoV vor, ebenso eine Mitfinanzierung von Forschung in China, die angeblich zu der Pandemie geführt habe.

Der frühere US-Präsident Joe Biden hatte zum Ende seiner Amtszeit im Jänner 2025 Fauci vorsorglich umfassend begnadigt, um ihn vor künftiger Strafverfolgung zu schützen. Abgedeckt ist damit der Zeitraum von 2014 bis Anfang 2025. Fauci fürchtet trotzdem, dass die Republikaner versuchen könnten, Strafverfahren gegen ihn zu erwirken.

Der 85-Jährige äußerte vergangene Woche die Vermutung, dass der republikanische Senator Rand Paul ihn vorgeladen hatte, um ihn wegen Meineids „hinter Gitter zu bringen“, wenn er sich bei der Befragung vor dem Senat versehentlich in Widersprüche verstricke. Auf Anraten seiner Anwälte lehnte er es deswegen bei der Anhörung ab, Fragen zu beantworten.

Die israelische Staatsanwaltschaft hat heute einen jüdischen Siedler wegen der Tötung eines palästinensischen Aktivisten im besetzten Westjordanland angeklagt. Das ist die erste Anklage gegen einen Siedler wegen des Todes eines Palästinensers seit mehr als sieben Jahren.

Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung von Owdeh Hathaleen. Der prominente Aktivist hatte an dem 2025 mit einem Oscar ausgezeichneten Dokumentarfilm über den Nahost-Konflikt „No Other Land“ mitgewirkt. Hintergrund der Klage ist ein Vorfall im Juli 2025, bei dem Siedler einen großen Bagger in dem palästinensischen Dorf Umm al-Chair einsetzten und damit eine Auseinandersetzung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern auslösten.

Hathaleen hatte den Moment, in dem er während der Konfrontation angeschossen wurde, selbst gefilmt. Der Angeklagte, gegen den Großbritannien und die EU wegen Gewalt gegen Palästinenser Sanktionen verhängt haben, hatte in der Vergangenheit bestritten, den tödlichen Schuss abgegeben zu haben.

Neuer Angriff auf Dorf im Westjordanland

Im Westjordanland griffen israelische Siedler erneut ein palästinensisches Dorf an. Dabei steckten sie nach Angaben der israelischen Armee mehrere Wohnungen in der entlegenen Ortschaft Chirbet al-Tuba in Brand und zerstörten zur Stromerzeugung genutzte Photovoltaikanlagen.

Nach israelischen Militärangaben wurden mehrere Palästinenserinnen und Palästinenser bei dem Angriff verletzt. Die Angreifer hätten noch vor der Ankunft der israelischen Soldaten die Flucht ergriffen.

Nach der Tötung einer Journalistin bei israelischen Angriffen im Libanon haben Menschenrechtsorganisationen Israel Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Teil der israelischen Attacken im April seien „scheinbar absichtliche Angriffe auf Zivilisten und zivile Objekte und damit Kriegsverbrechen“ gewesen, so die Organisation Human Rights Watch (HRW), Amnesty International (AI) und die libanesische Organisation The Legal Agenda heute.

Die israelische Armee hatte am 22. April das Dorf al-Tiri im Süden des Libanon angegriffen, wenige Tage nachdem eine Waffenruhe zwischen Israel und der proiranischen Terrororganisation Hisbollah verkündet worden war.

AI: Israel wusste, dass Frauen Zivilistinnen waren

Die Journalistin Amal Chalil und die Fotografin Zeinab Faraj suchten Schutz in einem Gebäude, nachdem auf der Straße ein Fahrzeug vor ihrem Auto getroffen wurde.

Anschließend griff Israels Armee auch dieses Gebäude an. Die Fotografin Faraj wurde ins Spital gebracht, Chalil wurde verschüttet. Später wurde ihre Leiche geborgen. Die libanesischen Behörden warfen der israelischen Armee damals vor, Rettungsversuche behindert zu haben.

Sowohl HRW als auch AI kamen in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass die Armee „wusste oder hätte wissen müssen“, dass die beiden Frauen Zivilistinnen waren. Sie verwiesen auf israelische Drohnen an Ort und Stelle.

Israels Armee: Haben Rettungseinsatz nicht behindert

Kurz nach den Angriffen hatte die israelische Armee erklärt, ein Fahrzeug angegriffen zu haben, das „von einer von der Hisbollah genutzten militärischen Anlage abgefahren“ war. Im Anschluss sei auch diese Anlage getroffen worden. Die Armee wies die Vorwürfe zurück, sie habe den Rettungseinsatz behindert.

Von einem mutmaßlich antisemitischen Vorfall auf einem jüdischen Sommercamp in Bansko in Bulgarien sind laut Israelitischer Kultusgemeinde Wien (IKG) auch Kinder und Jugendliche aus Österreich betroffen gewesen.

In dem Hotel waren „rund 200 jüdische Kinder aus mehreren europäischen Staaten, aus Israel und den USA“ untergebracht, so IKG-Wien-Präsident Oskar Deutsch heute. Darunter seien auch zwölf Personen aus Österreich gewesen. Das Sommercamp wurde laut IKG vom internationalen jüdischen Jugendverband Bnei Akiva veranstaltet.

Medienberichte: Hitlergruß gezeigt

Eine Gruppe bulgarischer Jugendlicher skandierte laut Medienberichten vor dem Hotel rechtsextreme Parolen, zeigte den Hitlergruß und versuchte, in das Gebäude einzudringen. Nach dem Einschreiten der Polizei verschwand sie zunächst. Später kehrten die jungen Männer zurück und blockierten erneut die Eingänge des Hotels.

Dabei seien die jüdischen Jugendlichen laut Medien bedroht und angeschrien worden. Laut Angaben der bulgarischen Polizei kam es im Zuge des Vorfalls nicht zu tätlichen Auseinandersetzungen. Am nächsten Morgen reisten die jüdischen Jugendlichen unter Polizeischutz ab.

Bulgarisches Außenministerium verurteilt antisemitischen Übergriff

Das bulgarische Außenministerium bezeichnete den Vorfall als „inakzeptabel“. Bulgarien verurteile alle Formen des Antisemitismus. Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) nannte die Berichte aus Bansko als „zutiefst besorgniserregend“ und forderte Aufklärung. „Jüdisches Leben muss überall in Europa sicher und selbstverständlich möglich sein“, sagte Pröll.

Manche bulgarische Behörden sprachen dagegen von „Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen“. Der Hotelbetreiber beklagte sich gegenüber Medien, die Teilnehmenden des Sommercamps hätten sich während ihres zweiwöchigen Aufenthalts öfter ungebührlich benommen, in der Nacht Lärm gemacht oder Gegenstände von den Balkonen geworfen.

Sollte es ein Problem mit dem Verhalten der Kinder und Jugendlichen gegeben haben, gebe es angemessene Wege, damit umzugehen, sagte Nikolay Galabov von der Zionistischen Föderation Bulgariens, „aber der Hitlergruß und Nazi-Parolen stellen nach dem Recht vieler europäischer Länder Straftaten dar“.

Krieg in Nahost

Bei Drohnen- und Raketenangriffen der proiranischen Huthis im Jemen sind heute nach Angaben von Rettungskräften mindestens 38 Regierungssoldaten getötet worden.

Die Huthis reklamierten die Attacken für sich, einem jemenitischen Militärvertreter zufolge richteten sie sich gegen Armeelager im Zentrum des Landes und nahe der Grenze zu Saudi-Arabien. Eine der Raketen traf Soldaten während ihres Morgenappells.

Der Jemen leidet seit mehr als einem Jahrzehnt unter einem Bürgerkrieg, der als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien gilt.

ZIB2-Hinweis

In Niederösterreich hält die Feuerwehr den gestern ausgebrochenen Waldbrand unter Kontrolle, kämpft aber immer noch gegen einzelne Glutnester. 100 Hektar Land sind bereits verbrannt.

Im Westen Österreichs gibt es hingegen heftige Regenschauer und Überflutungen. Die Regierung steht unter Druck. Die Landwirtschaft erwartet mehr Unterstützung, und Experten fordern Maßnahmen gegen den Klimawandel. Zu Gast im Studio ist der Klimaforscher Karl Steininger.

Börsen im Höhenflug

Trotz multipler Krisen hat sich die Weltwirtschaft resilient gezeigt, die internationalen Börsen befinden sich auf einem Höhenflug. Auch der Wiener Aktienmarkt verzeichnet Rekordwerte.

Gefragt sind Aktien von Finanz-, Energie- und Rüstungsunternehmen. KI-Aktien zeigen sich nach einem Boom mittlerweile volatil und Analysten warnen vor einer möglichen Blase. Live zu Gast ist die Börsenexpertin Monika Rosen.

Drohnen auf deutschen Flughäfen

Eine Drohne in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge auf dem Leipziger Flughafen hat eine Sicherheitsdebatte auf deutschen Flughäfen ausgelöst. Experten sehen diese nicht für die Drohnenabwehr gerüstet.

ZIB2 mit Marie-Claire Zimmermann, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Ukraine-Krieg

Durch russische Angriffe sind in den ukrainischen Gebieten Dnipropetrowsk und Charkiw nach Behördenangaben mindestens acht Menschen getötet worden. Mindestens drei Tote habe es bei einer Attacke auf die Industriestadt Pawlohrad gegeben, teilte der Militärgouverneur der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, heute mit.

Einen weiteren russischen Luftangriff mit drei Toten und drei Verletzten gab es laut Hanscha auf die Gemeinde Wyschnewe rund 70 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt Dnipro.

Bei einer Drohnenattacke auf den Bahnhof in der Stadt Losowa im ostukrainischen Gebiet Charkiw kamen nach Behördenangaben zwei Männer ums Leben. Acht Verletzte gab es laut den Behörden zudem nach einem russischen Raketenangriff auf die Stadt Balaklija.

Wirtschaft

In der EU tritt 2028 das EU-Emissionshandelssystem (ETS2) für Gebäude und Straßenverkehr in Kraft. Damit soll der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigt werden. Bereits im Vorfeld ist in der EU ein Klimafonds geplant, aus dem bestimmte Maßnahmen finanziert werden sollen.

In Österreich will das Finanzministerium laut einem Entwurf unter anderem Geld für den Heizungstausch und für E-Busse zur Verfügung stellen, schreibt die Tageszeitung „Der Standard“ heute.

Bis 2032 sollen in Österreich insgesamt 700 Mio. Euro für die Maßnahmen zur Verfügung stehen. 60 Prozent sollen in den Gebäudebereich fließen, der Rest in den Verkehr. Im Gebäudebereich gehe es vor allem um den Heizungstausch, hier seien 50 Mio. Euro pro Jahr eingeplant.

„Keine Gießkanne“

Weiters soll die thermische Sanierung in den Fokus rücken. Hier werde vor allem bei Gebäuden karitativer und gemeinnütziger Organisationen sowie bei benachteiligten Haushalten angesetzt, aber auch mehrgeschoßige Wohnhäuser sollen die thermische Sanierung über den Fonds finanzieren lassen können.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) wolle jedoch „keine Gießkannenförderung, sondern wirklich jene fördern, die es besonders brauchen“, zitiert der „Standard“ das Ministerium. „Eine sozial ausgewogene Klimapolitik, die dort unterstützt, wo es am notwendigsten ist, ist der richtige Weg.“

Im Verkehrsbereich sollen laut dem Entwurf E-Busse sowie E-Nutzfahrzeuge für Kleinstunternehmen gefördert werden. Zudem soll die Fuß- und Radweginfrastruktur verbessert werden. Bis zum 4. September ist die zweite Konsultation zum Plan laut „Standard“ noch geöffnet.

Kaum Niederschläge und einen neuen Hitzerekord hat der vergangene Monat in Österreich gebracht. Diese Faktoren ließen den Absatz von Getränken und Eis im Juli merklich ansteigen, wie eine APA-Nachfrage beim heimischen Lebensmittelhandel ergab.

Wasser, Bier, Eis

Dabei zeigte sich bei Mineralwasser und Eis eine ähnliche Entwicklung. Aber auch Bier findet großen Anklang, egal ob mit oder ohne Alkohol.

Der Absatz von Mineralwasser sei derzeit etwa 15 Prozent höher als im Vorjahr, sagte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. Die Nachfrage nach Eis sei ähnlich wie beim Mineralwasser derzeit sehr hoch. Das sei aufgrund der hohen Temperaturen eine logische Entwicklung, auf die Spar eingerichtet sei.

In den Sommermonaten sei der Umsatzanteil des Getränkesortiments höher als in den restlichen Monaten, gab der Diskonter Hofer bekannt. Bei Mineralwasser und Bier – mit Alkohol wie ohne – sei die Steigerung noch deutlicher ersichtlich. Zudem steige der Absatz bei allen Eisartikeln spürbar an.

Bei REWE ließ sich im Juli ein Wachstum von über zehn Prozent bei der Nachfrage nach Mineralwasser feststellen. Eis sei heuer grundsätzlich stärker gefragt als im Vorjahr. Ebenso beliebt seien aktuell vorgeschnittenes Obst wie etwa Wassermelonen und frischer Obstsalat.

EU

Der massenhafte Grenzübertritt von Migranten in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta hat heute den Innenausschuss des Europaparlaments beschäftigt. Bürgermeister Juan Jesus Vivas sagte vor den Abgeordneten, dass sich 3.000 bis 5.000 Migranten weiter in Ceuta aufhielten. 100 Personen sei beim Versuch, die Grenzbarrieren zu überwinden, ums Leben gekommen, sagte Vivas.

Den spanischen Behörden zufolge gelangten vergangene Woche binnen weniger Stunden insgesamt 72.000 Migranten von Marokko nach Ceuta. Die meisten wurden wieder in das nordafrikanische Land gebracht. Es war eine der größten Migrationsbewegungen der vergangenen Jahre.

Ursache für Vorfall noch nicht geklärt

Warum so viele Migranten auf einmal den Versuch unternahmen, in die spanische Exklave zu gelangen, ist weiter nicht vollständig geklärt. Die spanische und marokkanische Regierung machten von Schlepperbanden verbreitete Gerüchte verantwortlich.

Spanische Medien berichteten, die marokkanischen Sicherheitskräfte hätten die Menschen zum Grenzübertritt ermutigt bzw. diesen nicht konsequent zu verhindern versucht. Zahlreiche EU-Länder hatten den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum gefordert. Die Exklaven Ceuta und Melilla sind allerdings nicht Teil des Schengen-Raumes.

Brunner: Alle Hebel nutzen

Der für Migration zuständige EU-Kommissar Magnus Brunner sagte im Innenausschuss, die EU sollte alle ihr zur Verfügung stehenden Hebel, einschließlich der Visumpolitik und des Handels, nutzen, um die Zusammenarbeit Marokkos in Migrationsfragen sicherzustellen.

„Eine sehr wichtige Erkenntnis aus Ceuta ist, dass wir, um die Kontrolle zu behalten, natürlich mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten müssen, aber solange die Kontrolle vom guten Willen eines Nachbarstaates abhängt, bleiben wir (…) verwundbar“, sagte Brunner laut Reuters.

Die EU stützt sich auf Abkommen mit nordafrikanischen Ländern, um die irreguläre Migration einzudämmen, und bietet finanzielle Unterstützung sowie andere Anreize im Austausch für strengere Grenzkontrollen und Zusammenarbeit bei Rückführungen an.

IT

Schülerinnen und Schüler in Dänemark erwarten mit dem neuen Schuljahr strengere Regeln für schriftliche Arbeiten. Grund dafür ist das vermehrte Schummeln mittels künstlicher Intelligenz (KI), wie der „Guardian“ heute berichtete.

„Leider haben wir in den Oberstufen ein Problem mit Betrug mit Hilfe von KI“, sagte der zuständige Minister Magnus Heunicke. „Es muss jetzt gehandelt werden.“

Schriftliche Prüfung folgt auf Hausarbeit

Künftig folgt auf die „größere schriftliche Hausarbeit“ (dänisch: „Större skriftlige opgave“, SSO) eine mündliche Prüfung zu deren Inhalt. Außerdem soll es in den Oberstufen, das heißt für 16- bis 19-Jährige, genauere Überwachung während schriftlicher Prüfungen geben.

Außerdem werden Schulen dazu aufgerufen, ihre Schülerinnen und Schüler dazu zu bringen, Hausaufgaben in der Schule unter „kontrollierten Bedingungen“ durchzuführen. So soll der Arbeitsprozess von Schülern besser verfolgt werden können, außerdem könnten so „relevantes Feedback und eine bessere Grundlage für die Beurteilung“ geschaffen werden, hieß es weiter.

Weltweites Phänomen in Schulen

Die Nutzung von KI-Applikationen sorgt weltweit für Kopfzerbrechen bei Lehrpersonal. Der „Guardian“ zitierte eine Studie, wonach die unzulässige Nutzung von KI zwischen 2023 und 2025 um 688 Prozent gestiegen sei. Auch im Nachbarland will man sich des zunehmenden Schummelns mit KI-Chatbots annehmen.

Medien

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen den Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer (SPÖ), wegen des Anfangsverdachts der Nötigung. Die Ermittlungsbehörde bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der „Kronen Zeitung“. Über den Inhalt der Ermittlungen könne sie aber keine Auskunft geben, lediglich, dass es um den Anfangsverdacht der Nötigung geht.

„Krone“: Telefonat mit Weißmann im Fokus

Laut „Krone“ geht es um ein Telefonat zwischen Lederer und Ex-Generaldirektor Roland Weißmann im Frühjahr 2025. Lederer soll als angehender Vorsitzender im ORF-Stiftungsrat in dem Gespräch, das dem Bericht zufolge nicht mitgeschnitten, sondern schriftlich protokolliert wurde, Forderungen etwa für Besetzungen und Produktionsaufträge mit der anstehenden Generalswahl 2026 verknüpft haben. Es soll demzufolge auch der Satz gefallen sein: „Das war’s dann mit dem General!“

Die „Krone“ zitierte Lederers Stellungnahme zu den Ermittlungen so: „Stiftungsräte und im Speziellen Vorsitzende haben sogar die Pflicht und Aufgabe, sich intensiv mit dem Generaldirektor über strategische personelle und budgetäre Fragestellungen auszutauschen.“ Der Inhalt solcher Gespräche unterliege der Verschwiegenheitspflicht.

Arbeitsrechtsprozess in Causa Weißmann

Kommende Woche beginnt der Arbeitsrechtsprozess, mit dem Weißmann seine Entlassung durch den ORF bekämpft. Lederer sagte dem „Kurier“, Weißmann versuche nun, seine Position zu verbessern, und scheue nicht davor zurück, andere anzupatzen.

Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum wies das laut Ö1-Mittagsjournal zurück. Seiner Darstellung zufolge habe Weißmann Lederer nicht angezeigt, sondern lediglich in einer Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom Telefonat mit Lederer berichtet. Wie die Staatsanwaltschaft dann die Mitschrift des Telefonats und die eidesstaatliche Aussage bekommen hat, ist vorerst laut Ö1 unklar.

Forderung nach „Totalreform“ und Rücktritt

Politische Reaktionen blieben nicht aus: „Sollte der Medienbericht stimmen und ein SPÖ-Funktionär versucht (haben), den Generaldirektor mit Drohungen zur Besetzung von Posten und zur Vergabe von Millionenaufträgen zu zwingen, dann ist das nicht nur strafrechtlich relevant, sondern ein Anschlag auf die Unabhängigkeit des ORF“, ließ FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker in einer Aussendung verlauten. Er erneuerte die freiheitliche Kernforderung nach einer „Totalreform des ORF“.

Auch NEOS drängte laut Presseaussendung auf eine „rasche Gesamtreform des ORF“. Die Berichte rund um Lederer würden zeigen, wie „dringend notwendig“ diese sei, so NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter. Damit soll sichergestellt werden, „dass sich in Zukunft weder die Stiftungsräte noch die Parteien bei Postenbesetzungen oder in die Berichterstattung einmischen können“.

Grüne: Rücktritt Lederers „längst überfällig“

Für die Grünen ist ein Rücktritt Lederers „längst überfällig“, wie Mediensprecherin Sigrid Maurer in einer Aussendung festhielt. „Lederer ist als Stiftungsratsvorsitzender nach seinen politischen Interventionen, seinem verheerenden Krisenmanagement rund um die Causa Weißmann und der Nutzung seines Stiftungsratsmandats für seine privaten wirtschaftlichen Interessen schon längst untragbar.“ Die aktuellen Berichte seien „nur ein weiterer Beweis dafür“.

Kultur

Deep-Purple-Rocklegende Glenn Hughes wird bis auf Weiteres auf keiner Bühne mehr stehen. Auf Facebook schrieb der 74-jährige Musiker heute von einer „schweren Entscheidung“, die er auf ärztlichen Rat hin getroffen habe.

Er habe im vergangenen Jahr mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. „Die Ergebnisse zahlreicher MRT- und CT-Untersuchungen sowie einer Echokardiografie haben mein Ärzteteam dazu veranlasst, eine weitere Operation am offenen Herzen für notwendig zu erachten“, schrieb er.

„Ich habe eigentlich keine andere Wahl, denn meine Gesundheit steht an erster Stelle. Ich bin dankbar für ein Leben, das durch das Geschenk der Musik geprägt ist (…) Danke, dass ihr mich auf diesem Weg begleitet“, so Hughes.

Glenn Hughes war in den 70er Jahren zunächst Mitglied der Band Trapeze, bevor er Bassist und Sänger von Deep Purple wurde. Der Brite nahm ein Album mit Black Sabbath auf, lieh dem Techno-Rock-Hit „America: What Time Is Love?“ von The KLF seine Stimme und war Mitglied und Gründer weiterer Bands. Bis heute wird er als „The Voice Of Rock“ bezeichnet.

Hinweis

Der Freispruch für den Ex-Generalsekretär in Karin Kneissls (FPÖ) Außenministerium, Johannes Peterlik, im Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung der Geheimhaltungspflicht ist rechtskräftig. Peterlik war am 22. April von allen Vorwürfen freigesprochen worden – mehr dazu in ORF.at.

Eine anschließend von der Staatsanwaltschaft Wien angemeldete Nichtigkeitsbeschwerde hat diese am 16. Juli zurückgezogen, wie das Landesgericht für Strafsachen Wien mitgeteilt hat.

Peterlik bestritt Vorwürfe

Dem Spitzenbeamten war vorgeworfen worden, den als geheim klassifizierten Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu einem Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal im Jahr 2018 in Großbritannien, der auch die Formel der Nervengiftgruppe Nowitschok zum Inhalt hatte, ohne dienstliche Erfordernis angefordert zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah dafür keine Berechtigung und kein dienstliches Erfordernis.

2021 war Peterlik vom Dienst suspendiert worden, wie das Außenministerium damals bestätigt hat. 2025 hat die Staatsanwaltschaft Wien Anklage gegen den früheren Spitzendiplomaten eingebracht – mehr dazu in ORF.at.

Im Prozess, der im März 2026 begann, wies Peterlik alle Vorwürfe der Anklage zurück und bekannte sich nicht schuldig – mehr dazu in ORF.at.

Die Nowitschok-Formel landete schließlich laut Medienberichten bei Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, der mittlerweile für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB tätig sein soll. Eine Schiene von Peterlik zu Marsalek war nicht belegbar, das Gericht sah außerdem ein klares dienstliches Interesse Peterliks durch ein Treffen mit dem damaligen russischen Botschafter in Wien. Dass Peterlik die streng klassifizierten Unterlagen an den Mitarbeiter des damaligen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Egisto Ott weitergegeben habe, wiesen sowohl Peterlik als auch Ott im Prozess zurück – mehr dazu in ORF.at.

Schöffensenat fällte Freispruch

Der Freispruch für Johannes Peterlik erfolgte nach vier Verhandlungstagen. Das Landesgericht für Strafsachen Wien urteilte als Schöffengericht, dass Peterlik seine Pflicht zur Geheimhaltung nicht verletzt und keine OPCW-Dokumente an Egisto Ott weitergegeben habe – mehr dazu in ORF.at.

Der Schöffensenat zeigte sich überzeugt, dass Peterlik nicht die in den beiden Anklagepunkten Missbrauch der Amtsgewalt nach § 302 Abs 1 StGB und Verletzung einer Pflicht zu Geheimhaltung nach § 310 Abs 1 StGB vorgeworfenen strafbaren Handlungen begangen habe. Dieser Freispruch ist rechtskräftig.