Inland

Im Pilnacek-Untersuchungsausschuss ist heute der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, befragt worden. Die Nachricht vom Tod des ehemaligen Justizsektionschefs Christian Pilnacek in der Donau bei Rossatz habe er ans Kabinett des Innenministeriums weitergegeben.

Die folgenden Ermittlungen liefen aus seiner Sicht „ordnungsgemäß“ ab, sagte Ruf. Auch der niederösterreichische Polizeichef Franz Popp verteidigte zuvor seine Beamten. Aufregung gab es neuerlich um Schulungen des Ministeriums.

Aus der Politik habe er sonst niemanden informiert und auch selbst keine Aufträge erteilt, sagte Ruf. Politischen Einfluss auf ihn bzw. die Ermittlung hat er nicht wahrgenommen. Die umstrittenen Schulungen für Beamte vor dem U-Ausschuss wollte Ruf nicht überbewerten. „Es war so nichts Ungewöhnliches.“ Aus Fürsorge für Mitarbeitende sei das Vorgehen vertretbar, Ähnliches gebe es auch bei anderen Fällen.

Kritik an Schulungen vor U-Ausschuss

Immer wieder wurde zuletzt Kritik am Innenministerium laut, nämlich dass die zahlreichen geladenen Polizisten auf den U-Ausschuss vorbereitet wurden. SPÖ-Fraktionsführer Jan Krainer zeigte sich bestürzt, dass der U-Ausschuss anscheinend in diesen Schulungen als „politisches Tribunal“ dargestellt wurde.

Auch der Vorsitzende Walter Rosenkranz (FPÖ) meinte sinngemäß, dass die Bezeichnung des U-Ausschusses als Tribunal noch Kreise ziehen könnte. Zum Abschluss seiner Befragung von FPÖ-Abgeordneten Gernot Darmann danach gefragt, fühlte sich Popp nicht an ein Tribunal erinnert.

Der Freiheitliche ortete in den Schilderungen des Landespolizeidirektors einen Skandal. Der U-Ausschuss sei nicht nur bei den Schulungen als „politisches Tribunal“ dargestellt worden, sondern auch in den Unterlagen als solches bezeichnet worden. Dabei handle es sich um das Wording von ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger, kritisierte Darmann am Rande der Sitzung vor Journalisten und Journalistinnen.

Deshalb habe man die Schulungsunterlagen vom Innenministerium angefordert, „Innenminister Karner (Gerhard, ÖVP, Anm.) ist diesem Ansuchen aber nicht nachgekommen.“ Sollte Karner dem Ansuchen nicht nachkommen, werde man notfalls bis vor den VfGH ziehen.

Ausschuss kurz vor Sommerpause

Popp betonte am Vormittag, dass er sich für die Schulungen eingesetzt habe. Allgemein habe die Polizei zudem an Ort und Stelle ihre Aufgaben erfüllt und ordentlich gearbeitet, meinte Popp. Auch die zuständige Staatsanwaltschaft sei offensichtlich zufrieden gewesen und habe die Ermittlungen eingestellt.

Der U-Ausschuss wird die Befragung von Auskunftspersonen auch im Herbst fortsetzen. Darauf haben sich die fünf Fraktionen verständigt. Insgesamt wurden zwischen 16. September und 3. November sieben weitere Sitzungstermine vereinbart. Nach weiteren Befragungen nächste Woche geht der Ausschuss in die Sommerpause.

Ukraine-Krieg

Bei einem schweren ukrainischen Drohnenangriff ist heute zum zweiten Mal binnen einer Woche eine Raffinerie in Moskau in Brand geraten. Videos in Onlinediensten zeigten große schwarze Rauchsäulen über der Stadt. Die Flugabwehr der russischen Hauptstadt habe mehr als 180 Drohnen abgefangen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin mit.

Reuters/Social Media

„Mehreren Drohnen ist es gelungen, die Moskauer Ölverarbeitungsanlage zu erreichen“, räumte er zugleich auf seinem Telegram-Kanal ein. Laut dem unabhängigen Internetportal Astra gibt es mindestens fünf Brandherde in der Raffinerie. Auf in sozialen Netzwerken geteilten Videos sind eine starke Explosion und mehrere Feuer zu sehen.

Den offiziellen Angaben zufolge wurden auch ein Wohnhaus und ein großer Gartenfachmarkt in Moskau getroffen. Im Umland sei ein Hochhaus beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, mit. Über Verletzte in Moskau und Umgebung ist nichts bekannt.

Russland droht Ukraine mit „massiven Angriffen“

Die Ölraffinerie im Südosten Moskaus gehört zu Gaspromneft und ist eine der größten Anlagen in Russland mit einer Verarbeitungskapazität von elf Millionen Tonnen im Jahr. Sie deckt einen bedeutenden Teil der Treibstoffversorgung Moskaus ab.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte in Moskau, Kreml-Chef Wladimir Putin habe bereits angekündigt, dass Russland weitere „massive Angriffe“ gegen die Ukraine ausführen werde. Die russische Armee „setzt das um und wird das auch weiterhin tun“.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Kreml-Chef Wladimir Putin befohlene Invasion des Landes. Dabei greift sie in den vergangenen Monaten vermehrt Raffinerien im russischen Hinterland an. Das soll den angreifenden russischen Truppen die Treibstoffversorgung und Moskau die Kriegsfinanzierung erschweren.

Ukraine und Russland tauschen erneut Leichen aus

Trotz der andauernden Kämpfe tauschten die Ukraine und Russland erneut Soldatenleichen aus. Kiew habe 522 Gefallene zurückerhalten, teilte der ukrainische Koordinationsstab für Kriegsgefangenenbelange mit. Der russischen Seite wurden laut Meldungen staatlicher Agenturen 33 Leichname überstellt.

Großbritannien will der Ukraine bis Ende des Jahres 150.000 Drohnen liefern – hinzukommen 350 Luftabwehrraketen und Radarsysteme. Das kündigte der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis bei einem Treffen der NATO-Ministerinnen und -Minister heute in Brüssel an. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm teil.

Finanziert wird das gut 750 Millionen Pfund (rund 865 Mio. Euro) schwere Paket durch den Erlös aus eingefrorenen russischen Vermögen. „Dieses Paket von Drohnen, Luftabwehrraketen und Radarsystemen wird dabei helfen, unschuldige Menschen in der Ukraine vor Putins Sperrfeuer aus Drohnen und Raketen zu schützen“, sagte Jarvis einer Mitteilung zufolge.

Die Ukraine konnte mit Hilfe von Drohnen zuletzt erhebliche Erfolge im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg verzeichnen. Die westlichen Unterstützer des Landes wollen Russland nun zusätzlich unter Druck setzen, in der Hoffnung, dass sich der russische Präsident Wladimir Putin auf Verhandlungen über ein Ende des Krieges einlässt.

Vereinbarung zwischen Ukraine und Deutschland

Auch die Ukraine und Deutschland unterzeichneten eine Vereinbarung über Fähigkeiten zur Abwehr ballistischer Raketen, wie Selenskyj mitteilte. Er rief außerdem andere westliche Verbündete auf, sich der Initiative anzuschließen und bis zum Winter Ergebnisse zu erzielen.

Er betonte, sein Land benötige dringend weitreichende Artillerie und unbemannte Fahrzeuge. Zudem forderte er die Entwicklung zusätzlicher Finanzinstrumente zur langfristigen Unterstützung der ukrainischen Armee.

EU

Die EU-Staats- und Regierungsspitzen, darunter Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), beraten auf einem Gipfel heute und morgen in Brüssel über das umstrittene, rund zwei Billionen Euro schwere EU-Mehrjahresbudget (MFR/MFF) für 2028 bis 2034.

Stocker bekräftigte in einem Pressegespräch in Brüssel vor dem Gipfel die kritische Haltung Österreichs zu den von der EU-Kommission geforderten Erhöhungen. Österreich fordert ein deutlich kleineres Budget, als die zypriotische EU-Ratspräsidentschaft zuletzt vorgeschlagen hat.

Die Grenze soll bei rund einem Prozent der Wirtschaftsleistung liegen, so der Kanzler. Eine Einigung soll es erst zu Jahresende geben. Der Vorschlag der EU-Kommission und auch die diese Woche von der zypriotischen EU-Ratspräsidentschaft vorgelegte erste Verhandlungsbox, die nur zwei Prozent Kürzungen am ursprünglichen Entwurf macht, würden von sehr vielen Staaten zu hoch beurteilt, so der Bundeskanzler.

Österreich wird sich daher auch im Rahmen dieses Gipfels wieder mit der Gruppe der Nettozahler treffen. Konkrete Papiere legten Österreich, Deutschland, die Niederlande, Schweden, Finnland und Dänemark dazu bisher noch nicht vor.

Stocker sieht China als „systemischen Rivalen“

Der Gipfel führt auch eine Aussprache zu Chinas aggressiver Handels- und Wirtschaftspolitik und möglichen EU-Gegenmaßnahmen. Stocker sieht China mittlerweile als „systemischen Rivalen“ und fordert eine neue EU-Strategie im Umgang mit Peking.

Mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wollen die EU-Spitzen zur Lage der Ukraine reden – insbesondere zu den gerade gestarteten EU-Beitrittsverhandlungen, zur Situation im Krieg und etwaigen Friedensverhandlungen mit Russland.

Israel bricht wegen angeblicher Apartheid-Vergleiche vorerst den Kontakt zur EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas ab. Der israelische Außenminister Gideon Saar erklärte heute, er kommuniziere nicht mehr mit Kallas, bis sie ihre Äußerungen zurücknehme.

Saar bezog sich auf einen Bericht des Nachrichtenportals Euractiv. Laut diesem soll Kallas das israelische Vorgehen im Westjordanland und im Gazastreifen mit der früheren südafrikanischen Politik der Rassentrennung gleichgesetzt haben. Ein Sprecher von Kallas wollte das weder bestätigen noch dementieren.

Kallas will Dialog

Kallas reagierte über soziale Netzwerke auf die Ankündigung des israelischen Außenministers. Auf X sprach sie sich für „Dialog und Zugewandtheit“ aus. „Um dem Nahen Osten Frieden zu bringen, ist eine Zweistaatenlösung der einzige gangbare Weg. Die EU hat die illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland verurteilt, die es immer schwieriger machen, dieses Ziel zu erreichen.“

Saar replizierte umgehend auf X, um Kallas mitzuteilen, dass seine Entscheidung – jene, nicht mit ihr zu kommunizieren – unverändert bleibe. „Dame, bei allem Respekt, sogar in Ihren hiesigen Äußerungen vermeiden Sie es zu dementieren oder zu verurteilen, was Ihnen zugeschrieben und veröffentlicht wurde. Das spricht für sich“, schrieb er.

Das Verhältnis zwischen Israel und der EU ist seit Längerem angespannt. Die EU kritisiert den Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland, die international überwiegend als völkerrechtswidrig und Hindernis für eine Friedenslösung eingestuft werden.

Ausland

Nach den tödlichen Schüssen auf einen exilierten russischen Künstler in Polen ist nach Angaben von Ministerpräsident Donald Tusk ein Verdächtiger festgenommen worden. Der Mann mit einem georgischen Pass sei möglicherweise an der Tat beteiligt gewesen, sagte Tusk der Nachrichtenagentur PAP zufolge heute in Warschau.

APA/AFP/Slowo Podlasia/Piotr Pyrkosz

Der russische Aktionskünstler und Karikaturist mit dem Pseudonym Semjon Skrepezki war am Montag in der ostpolnischen Kleinstadt Biala Podlaska auf offener Straße mit fünf Schüssen getötet worden. Tusk sprach gestern davon, dass vieles auf einen politischen Mord hindeute, selbst wenn man noch auf nähere Beweise warten müsse. Sollte Russland seine Hand im Spiel gehabt haben, sei das ein Fall von Staatsterrorismus, sagte er.

Zwei Männer aus Belarus waren wegen der Tat vorübergehend festgenommen worden. Sie wurden aber wieder freigelassen, weil es keine Beweise für eine Beteiligung gab.

Vor den Augen von Passagieren und Passagierinnen ist auf dem zweitgrößten Flughafen von Ecuador ein Drogenboss von Angreifern erschossen worden. Bei dem Getöteten auf dem Airport von Guayaquil handle es sich um Carlos Suastegui, den Anführer der Gang Las Aguilas, erklärte Innenminister John Reimberg gestern Abend (Ortszeit).

Online verbreitete Videos zeigten einen jungen Mann, der einen anderen Mann in den Armen hält und ruft: „Hilfe, Hilfe! Mein Vater!“, während in der Nähe ein weiterer Mensch auf dem Boden liegt. Die Polizei nahm nach Angaben des Innenministers zwei verdächtige Jugendliche fest, zwei Schusswaffen wurden beschlagnahmt. Der Flughafen wurde zeitweise geräumt.

Ausnahmezustand in mehreren Provinzen

Gegen Suastegui wurde wegen Mordes, illegalen Waffenbesitzes und Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Nur einen Tag vor dem tödlichen Angriff auf den Drogenboss hatte der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa wegen eines starken Anstiegs der Gewalt den Ausnahmezustand in zehn der 24 Provinzen des Landes verhängt.

Erbitterte Kämpfe zwischen Drogenbanden haben Ecuador zum gewalttätigsten Land Südamerikas gemacht. Im vergangenen Jahr lag die Mordrate nach Angaben des Innenministeriums bei 51 pro 100.000 Einwohnern und Einwohnerinnen, das entspricht einem Mord pro Stunde.

Das Land liegt zwischen den beiden weltgrößten Kokainproduzenten Kolumbien und Peru und hat sich zu einem wichtigen Transitland für den Drogenschmuggel Richtung USA und Europa entwickelt.

In der Schweiz soll der Bau neuer Atomkraftwerke nach dem Willen der Politik wieder möglich werden. Das Parlament in Bern nahm heute den Gegenvorschlag zur „Blackout-Initiative“ an.

Die Regierung lehnt die Volksinitiative „Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)“ zwar ab, wollte mit dem Gegenvorschlag aber das Kernenergiegesetz so anpassen, dass neue Kernkraftwerke in der Schweiz wieder bewilligt werden können. Das letzte Wort wird die Bevölkerung haben.

Wirtschaft

Wohnen hat sich heuer im ersten Quartal stark verteuert. Die Miete inklusive Betriebskosten lag im österreichweiten Schnitt bei 10,5 Euro pro Quadratmeter, wie die Statistik Austria heute bekanntgab. Das waren um 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und um 1,1 Prozent mehr als im vierten Quartal 2025.

Die Monatsmiete für eine Durchschnittswohnung stieg den Angaben zufolge von 663,8 auf 695,1 Euro. Die Nettomieten legten von 502 auf 523,9 Euro zu, die Betriebskosten erhöhten sich von 2,5 auf 2,6 Euro pro Quadratmeter.

Im Vergleich zum Vorquartal sei das Wachstum hauptsächlich auf den Anstieg der Nettomiete zurückzuführen, „während die Betriebskosten nur geringfügig zugelegt haben“, sagte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk. Die vorliegenden Daten sind Durchschnittswerte.

Die tatsächliche Höhe der Monatsmieten inklusive Betriebskosten hänge vor allem von Mietsegment, Region, Wohnungsgröße und Mietdauer ab. Die publizierten Mietkosten der Statistik Austria sind hochgerechnet auf 1,8 Millionen Hauptmietwohnungen in Österreich.

Ruf nach „wirksamerem Mietpreisdeckel“

Das gewerkschaftsnahe Momentum Institut plädierte für einen „wirksameren Mietpreisdeckel“, mehr erschwinglichen Wohnraum und einen besseren Schutz von Mieterinnen und Mietern. 2025 seien 26,2 Prozent der Menschen in Mietwohnungen armutsgefährdet gewesen, mehr als jede vierte mietende Person. „2019 waren es noch 20,6 Prozent“, teilte das Institut mit.

Die Halbierung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Lebensmittel sorgt unter Bäckern kurz vor Einführung der Steuersenkung weiter für Aufruhr. Je nach Gehalt an Fett und Zucker gelten unterschiedliche Steuersätze.

Enthalten Brot und Gebäck mehr als fünf Prozent Fett in der Trockenmasse, sind zehn Prozent zu versteuern. Bei weniger Fett sinkt der Satz auf 4,9 Prozent. „Das ist das Gegenteil von Entbürokratisierung“, so Wirtschaftskammer-Spartenobmann Peter Storfer laut „Kronen Zeitung“.

Wer beim Bäcker künftig ein Buttersemmerl kauft, zahlt zehn Prozent Steuer – wer Semmel und Butter separat bestellt, nur die Hälfte. Handsemmeln und Mohnweckerln könnten wegen des höheren Fettgehalts höher besteuert werden als industriell gefertigte Ware. Belegte Weckerln fallen unter einen anderen Steuersatz als unbelegte.

FPÖ mit Kritik

„Der Bäcker soll plötzlich zum Steuerexperten werden und entscheiden, wann ein Gebäck noch begünstigt ist und wann nicht“, kritisierte der freiheitliche KMU-Sprecher Michael Fürtbauer heute.

Christof Kastner, Vizeobmann des Lebensmittelhandels, sprach laut „Standard“ von einem Bürokratiemonster, das Tausende kleine Betriebe nicht rechtzeitig bewältigen könnten. Er riet Kaufleuten dazu, im Zweifel beim bisherigen Steuersatz zu bleiben, um bei Testkäufen kein Delikt zu begehen.

Das Finanzministerium veröffentlichte zuletzt eine Vielzahl an Auslegungshilfen. Laut diesen macht es künftig steuerlich auch einen Unterschied, ob man sich beim Bäcker bedienen lässt oder nicht.

In einer Stellungnahme gegenüber der APA erklärte das Finanzministerium, es stehe „in ständigem Austausch mit den Interessenvertretungen, um allfällige offene Fragen zu klären und praxistaugliche Lösungen zu erarbeiten und anzubieten“.

Die KI- und Cybersicherheitsfirma Dream für Staaten und kritische Infrastruktur, an der Ex-Kanzler Sebastian Kurz mit 15 Prozent beteiligt ist, hat sich von Investoren 260 Mio. Dollar (rund 230 Mio. Euro) geholt. Die Bewertung liege nun bei drei Milliarden Dollar, teilte die Firma mit Sitz in Tel Aviv mit. Sie wurde von Kurz mitgegründet.

Die entscheidende Frage für Staaten sei nicht mehr, ob sie künstliche Intelligenz einsetzten, sondern ob sie diese auch besäßen, betrieben und vollständig kontrollierten, sagte Kurz. „Andernfalls begeben sie sich in eine kritische Abhängigkeit von anderen Staaten wie beispielsweise China oder den USA.“

Zahl der Mitarbeiter fast verdoppelt

Dream sieht sich als führenden KI-Anbieter für Staaten und kritische Infrastruktur. Das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wien, Abu Dhabi und Tel Aviv. Die Zahl der Beschäftigten hat sich den Angaben zufolge binnen eines Jahres fast verdoppelt.

Kurz war angesichts von Korruptionsermittlungen der Staatsanwaltschaft 2021 als Bundeskanzler zurückgetreten. Er bestreitet die Vorwürfe. Wenig später trat er auch als ÖVP-Vorsitzender ab und verabschiedete sich ganz aus der Politik. Ihm werden immer wieder Ambitionen nachgesagt, in die Politik zurückzukehren.

IT

Die Bürgerservice-App ID Austria hat neue Funktionen erhalten: So wird ab sofort die mobile Nutzung von Vollmachten unterstützt. Nutzerinnen und Nutzer können sich damit erstmals mobil in Vertretung einer anderen Person bei digitalen Services anmelden.

Auch die digitale Ausweisplattform eAusweise ist mit dem neuesten Update nun direkt vom Startbildschirm der App erreichbar. Ab Ende Juli 2026 steht zudem mit ida ein KI-basierter Chatbot zur Verfügung.

Der „Relaunch“, den der zuständige Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) heute in einer Pressekonferenz präsentierte, erleichtere Verwaltungswege für Familien, Angehörige, Unternehmen und berufliche Vertretungen. So ermögliche zum Beispiel die mobile Vollmacht die Abholung von Medikamenten für Angehörige. Voraussetzung bleibt allerdings eine Registrierung beider Personen bei der ID Austria.

Pröll: Kein Wildwuchs bei Bürgerservice-Apps

Neu ist auch ein in der ID-Austria-App integrierter Link zu den digitalen Ausweisen, die sich aber nach wie vor separat öffnen. Beide Anwendungen bleiben also vorerst bestehen. Wildwuchs bei den Bürgerservice-Apps werde es aber nicht geben, betonte Pröll. Er verfolgt das langfristige Ziel, mehrere Apps künftig zu einer zu fusionieren.

Der Chatbot ida wiederum wird sowohl in der App, als auch auf Websites wie oesterreich.gv.at ab Ende Juli dieses Jahres vertreten sein. Die digitale Assistenz ist als erster Schritt für weitere KI-basierte Services in der Verwaltung vorgesehen. In künftigen Ausbaustufen soll ida Bürgerinnen und Bürger nicht nur informieren, sondern – auf ausdrücklichen Wunsch und mit klarer Freigabe – auch bei digitalen Behördenwegen unterstützen.

Gesundheit

Die Ex-Gesundheitsministerinnen und -minister Rudolf Anschober (Grüne), Johannes Rauch (Grüne), Maria Rauch-Kallat (ÖVP) und Andrea Kdolsky (ÖVP/parteilos) haben heute die Politik dazu aufgerufen, den derzeit brachliegenden Aktionsplan zu postakuten Infektionssyndromen wie Myalgische Enzephalomyelitis bzw. Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und Post-Covid umzusetzen.

APA/Roland Schlager

Patientenvertreterinnen und -vertreter befürchten eine Abschwächung des seit 2024 auf Eis liegenden Vorhabens zum Nachteil der Betroffenen. Die Ex-Minister luden daher zur Unterzeichnung einer entsprechenden Petition. Bisher haben mehr als 21.000 Unterstützer unterschrieben.

Die von der Österreichischen Gesellschaft für ME/CFS (ÖG ME/CFS) bereits im Mai gestartete Initiative sieht „Mindestmaßnahmen“ zur Verbesserung der Situation vor und richtet sich an die Politik sowie an die Sozialversicherungsträger.

Die Zahl der bestätigten Ebola-Toten in der Demokratischen Republik (DR) Kongo ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde Africa CDC auf mehr als 200 gestiegen.

Zusammen mit den beiden im Nachbarland Uganda verstorbenen Patienten und Patientinnen seien es nun 204 Tote, sagte Wessam Mankoula, ein Vertreter der Behörde, heute. Inzwischen gebe es 894 bestätigte Fälle, davon 875 im Kongo. Insgesamt 74 Menschen gelten als genesen.

IMAGO/Anadolu Agency

In keinem anderen Ebola-Ausbruch auf dem Kontinent sei die Zahl der bestätigten Fälle im ersten Monat so hoch gewesen, sagte Mankoula. Das seien dreimal so viele wie beim zweithöchsten Ausbruch. Besondere Sorge bereite den Fachleuten die geringe Zahl der nachverfolgten Kontakte.

Nur 4.112 Kontakte bestätigter Ebola-Patienten und -Patientinnen würden derzeit aktiv nachverfolgt. Es sei jedoch von etwa 35.000 bestehenden Kontakten auszugehen. „Wir sind sehr weit davon entfernt, die Situation unter Kontrolle zu haben“, warnte Mankoula.

Medien

Rainer Nowak ist der neue Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Er wurde heute einstimmig gewählt und folgt in dieser Funktion auf „Salzburger Nachrichten“-Herausgeber Maximilian Dasch, der künftig als Vizepräsident agiert. Zudem werde Dasch die Präsidentschaft des Vereins MISCHA (Medien in Schule und Ausbildung) übernehmen, hieß es in einer Aussendung.

„Ich werde mich mit allen Kräften bemühen, dieser großen ehrenamtlichen Aufgabe gerecht zu werden und der Zeitungsbranche in einer anspruchsvollen Zeit etwas zurückzugeben. Wir werden über Kooperation nicht nur reden, wir werden sie auch leben“, wurde Nowak zitiert.

Die weiteren VÖZ-Vizepräsidenten sind Horst Pirker (VGN), Eugen A. Russ (Russmedia) und Gerhard Valeskini („Kronen Zeitung“). Markus Mair (Styria) wurde von Dasch abgelöst und ist nun Mitglied im VÖZ-Präsidium – ebenso wie Gert Bergmann („NÖN“), Richard Grasl („Kurier“) und Alexander Mitteräcker („Standard“).

Kultur

Immer wieder haben Fans in den letzten Jahren auf eine Fortsetzung gehofft, nun könnte es tatsächlich so weit sein: Die Kultfilmreihe „Austin Powers“ soll laut dem kanadischen Schauspieler und Komiker Mike Myers, der in den Filmen die Hauptrolle spielte, einen vierten Teil bekommen.

IMAGO/United Archives/Kpa Publicity

In „Trevor Noahs World Cup Watch Party“, wo Prominente auf YouTube mit dem in den USA tätigen Moderator und Kabarettisten Trevor Noah über die Fußball-WM diskutieren, antwortete der 63-jährige Myers gestern auf die Frage, ob ein weiterer Teil der Filmreihe kommen werde, mit einem knappen Ja.

Der dritte und bisher letzte Teil der „Austin Powers“-Reihe mit dem Titel „Goldständer“ erschien 2002. In der Parodie spielt Myers den britischen Geheimagenten Austin Powers, der seinen Widersacher, den Superkriminellen Dr. Evil – ebenfalls gespielt von Myers –, stoppen soll.

War der erste Teil an den Kinokassen eher ein Flop, gelang Myers, der auch die Drehbücher verfasste, mit Teil zwei und drei der Durchbruch. Über ein mögliches Erscheinungsdatum bzw. weitere Infos zu den von Myers angedeuteten Plänen wurde nichts bekannt.

Nach rund 200 Jahren ist die Restaurierung des westlichen Giebels des Parthenon auf der Akropolis von Athen abgeschlossen. Zudem wurden die äußeren Gerüste an der Westseite des antiken Tempels endgültig entfernt. Damit ist die Westfassade erstmals seit mehr als zwei Jahrhunderten wieder vollständig sichtbar, wie die griechische Kulturministerin Lina Mendoni heute mitteilte.

Reuters/Louisa Gouliamaki

Der Westgiebel wurde durch den Einbau von zwei rekonstruierten Stützen und die Wiederherstellung einer Stützmauer architektonisch wieder zusammengeführt. Die Arbeiten waren Teil eines umfassenden Restaurierungsprogramms, das teilweise aus Mitteln des EU-Wiederaufbaufonds finanziert wurde. Die ersten Renovierungsarbeiten hatten auf der Akropolis Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen.

Mendoni sprach von einem „historischen Moment“ für das Monument und den weltweiten Kulturerbeschutz. Die Arbeiten seien technisch äußerst anspruchsvoll gewesen und hätten höchste Präzision erfordert. Ziel sei es gewesen, die architektonische Einheit des Giebels so weit wie möglich wiederherzustellen. Teile der erhaltenen antiken Elemente seien konserviert und wieder eingesetzt worden, fehlende Bestandteile habe man aus neuem Marmor ergänzt, so die Ministerin weiter.