Österreich darf mehr Schulden für Aufrüstung machen
Die EU-Wirtschafts- und -Finanzminister haben laut Angaben aus dem Rat bei ihrem Treffen heute in Brüssel die „nationale Ausweichklausel“ für Verteidigungsausgaben für Österreich aktiviert. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hatte das im Dezember „zur Erhaltung von Budgetspielräumen“ beantragt.
Die Klausel erlaubt, mehr Schulden für Aufrüstung zu machen, ohne dafür von der EU sanktioniert zu werden. Marterbauer betonte, dass Österreich beim Budget im Plan sei.
Österreich sei im Moment dabei, seine Verteidigungsausgaben sehr, sehr maßvoll auszuweiten, hatte der Finanzminister vor dem Treffen gesagt. Es gehe um ein paar hundert Millionen Euro pro Jahr.
Die Aktivierung der Klausel bringe „etwas mehr Flexibilität, und die wollen wir uns einfach eröffnen“, so Marterbauer. Das sei aber nicht so zu interpretieren, dass „wir Schwierigkeiten hätten, die Fiskalkriterien zu erfüllen“. Die Klausel gilt für einen Zeitraum von vier Jahren ab 2025 und bietet einen Spielraum von maximal 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) begrüßte die Entscheidung: „Investitionen ins Bundesheer und dessen Ausstattung sind Investitionen in die Sicherheit unseres Landes“, hieß es in einer Aussendung. „Wenn wir das Bundesheer in den nächsten Jahren verteidigungsfähig machen wollen, dann sind diese Investitionen unbedingt notwendig.“