Ausland

Die US-Regierung hat gestern die Befugnisse der Einwanderungsbehörde ICE ausgeweitet. Künftig könnten anerkannte Flüchtlinge, die auf eine Greencard warten, in Gewahrsam genommen werden, wie aus einem Regierungsvermerk vom 18. Februar hervorgeht. Ziel sei eine erneute Überprüfung.

Das unterstreicht das von US-Präsident Donald Trump angekündigte harte Vorgehen gegen legale und irreguläre Einwanderung.

Das US-Heimatschutzministerium erklärte in dem Vermerk, der im Rahmen eines Bundesgerichtsverfahrens eingereicht wurde, dass Flüchtlinge ein Jahr nach ihrer Aufnahme in die USA für Inspektionen und Untersuchungen in staatlichen Gewahrsam zurückkehren müssten.

„Diese Vorgabe zur Inhaftierung und Überprüfung stellt sicher, dass Flüchtlinge nach einem Jahr erneut überprüft werden, gleicht das Vorgehen nach der Aufnahme an jenes für andere Antragsteller an und fördert die öffentliche Sicherheit“, hieß es in dem Schreiben des Ministeriums.

Abkehr von bisheriger Vorgangsweise

Die neue Richtlinie stellt eine Abkehr von einem früheren Memorandum aus dem Jahr 2010 dar. Darin hieß es, dass das Fehlen eines dauerhaften Aufenthaltsstatus kein Grund für eine Abschiebung und keine angemessene Grundlage für eine Inhaftierung sei. Das Heimatschutzministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Derzeit sind etwa 68.000 Menschen in Gewahrsam der Einwanderungsbehörde ICE. Das sind rund 75 Prozent mehr als zu Trumps Amtsantritt im vergangenen Jahr.

US-Präsident Donald Trump will die Produktion von glyphosathaltigen Herbiziden und Phosphor sichern. Dazu unterzeichnete Trump gestern einen Erlass, der sich auf den „Defense Production Act“ beruft, wie das Weiße Haus mitteilte.

In dem Erlass heißt es, die Versorgung mit dem Herbizid sei entscheidend für die nationale Sicherheit und Ernährungssicherheit. Es gebe keine direkte chemische Alternative. Ein fehlender Zugang würde die landwirtschaftliche Produktivität des Landes „entscheidend gefährden“.

Das Gesetz aus der Zeit des Korea-Krieges erlaubt es dem Präsidenten, die Herstellung von als verteidigungswichtig eingestuften Gütern anzuordnen. Glyphosat zählt zu den weltweit meistverwendeten Unkrautvernichtungsmitteln. Das bekannteste Produkt ist „Roundup“, das Bayer mit dem Kauf des Glyphosat-Entwicklers Monsanto übernahm. Das Herbizid ist jedoch umstritten: Kritiker werfen ihm vor, krebserregend zu sein und die Artenvielfalt zu gefährden. Mit dem Schritt bekommt Bayer als einziger großer Hersteller von Glyphosat in den USA politische Rückendeckung.

Die Gewalttaten der Miliz RSF im Sudan deuten nach Ansicht einer internationalen Untersuchungskommission auf Völkermord hin. Zu den Merkmalen zählten willkürliche Tötungen einer ethnischen Gruppe, das Verursachen von körperlichem und seelischem Leid sowie das Schaffen von Lebensbedingungen mit dem Ziel der Vernichtung der Menschen, bilanzierte die von den Vereinten Nationen eingesetzte unabhängige Kommission heute.

Die um die Großstadt al-Faschir in der sudanesischen Region Norddarfur begangenen Verbrechen seien keine willkürlichen Kriegsausbrüche gewesen, sagte Mohamed Chande Othman, Vorsitzender der Untersuchungskommission zum Sudan. „Sie waren Teil einer geplanten und organisierten Operation, die die Merkmale eines Völkermords aufweist.“

18-monatige Belagerung

Der Einnahme von al-Faschir sei eine 18-monatige Belagerung vorausgegangen, die die Bevölkerung systematisch durch Hunger, Entbehrung, Traumatisierung und Gefangenschaft geschwächt habe.

Die gezielte Vergewaltigung und Verfolgung von Frauen und Mädchen der afrikanischen Volksgruppen Zaghawa und Fur, während Frauen, die als Araberinnen wahrgenommen würden, oft verschont blieben, unterstreiche den diskriminierenden und zerstörerischen Zweck dieser Gewalt, hieß es.

Zehntausende Tote nach Einnahme befürchtet

Das Humanitarian Research Lab der US-Universität Yale, das mit Hilfe von Satellitenaufnahmen forensische Untersuchungen des Konflikts betreibt, geht davon aus, dass in den Wochen nach der Eroberung al-Faschirs mindestens 60.000 Menschen getötet worden sein könnten.

Im Sudan kämpfen seit April 2023 die reguläre Armee und die RSF um die Macht. Auch der sudanesischen Armee werden Kriegsverbrechen vorgeworfen, etwa Bombardements auf zivile Ziele. Die UNO bezeichnet die Lage als größte humanitäre Krise der Welt.

Nach einer zweiten Runde indirekter Verhandlungen im Atomstreit mit dem Iran hält die US-Regierung ihre Drohungen aufrecht: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte gestern in Washington, es gebe „viele Gründe und Argumente“ für einen Angriff auf den Iran. „Der Iran wäre sehr gut beraten, ein Abkommen zu schließen“, fügte Leavitt hinzu.

Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung von Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen. Eine zweite Runde indirekter Gespräche hatte am Dienstag in Genf stattgefunden.

Grossi ortet Fortschritte

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, bezeichnete die jüngste Verhandlungsrunde als „Schritt nach vorn“. Man habe Fortschritte gemacht, „aber es gibt noch viel zu tun, und das Problem ist, dass wir nicht viel Zeit haben“, sagte Grossi dem französischen Fernsehsender LCI.

US-Präsident Donald Trump drohte indes erneut mit einem Angriff, sollte es nicht zu einer Einigung kommen. Um den militärischen Druck zu erhöhen, entsandte er unter anderem zwei Flugzeugträgerverbände in die Region.

Medien: US-Militär zu Angriff bereit

Laut US-Medien wie CBS, CNN und „New York Times“ stehe das Militär in der Region für Angriffe auf den Iran bereit. Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung über einen Angriff getroffen. Das Weiße Haus wäge derzeit die „Risiken einer Eskalation und die politischen und militärischen Folgen einer Zurückhaltung“ ab, berichtete etwa CBS.

Das US-Nachrichtenportal Axios zitierte ebenfalls namentlich nicht genannte Quellen, wonach die US-Regierung näher vor einem großen Krieg stehe, als den meisten Amerikanern bewusst sei. Er könne schon „sehr bald“ beginnen und würde „dramatische Auswirkungen“ auf die gesamte Region haben, hieß es. Bereits am Wochenende könnten die USA angreifen, so CBS und CNN.

Vorwürfe Teherans

Nach dem zwölftägigen Krieg Israels gegen den Iran im Juni, in dem die USA iranische Atomanlagen bombardiert hatten, hatte der Iran die Zusammenarbeit mit der IAEA zunächst eingestellt und den Zugang der IAEA-Inspektoren zu den betroffenen Anlagen eingeschränkt. Teheran warf der IAEA vor, die Angriffe nicht verurteilt zu haben.

Die UNO-Organisation mit Sitz in Wien ist damit beauftragt zu prüfen, ob das iranische Atomprogramm friedlicher Natur ist. Israel und weitere Staaten werfen Teheran vor, eine Atombombe anzustreben. Teheran streitet das ab, beharrt jedoch auf seinem Recht, den Atomsektor für zivile Zwecke auszubauen.

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat scharf auf ein Gerichtsurteil reagiert, dem zufolge Italien eine Entschädigung an die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch zahlen muss, deren Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ 2019 im Hafen von Lampedusa festgesetzt wurde.

Sie sei nach dem Urteil des Gerichts in Palermo „sprachlos“, sagte Meloni in einer Videobotschaft gestern Abend.

„Heute haben die Richter eine weitere Entscheidung getroffen, die mich buchstäblich sprachlos macht: Sie haben angeordnet, dass der italienische Staat der NGO 76.000 Euro – wiederum vom Geld der Italiener – zahlen muss, weil das Schiff rechtmäßig festgesetzt und beschlagnahmt wurde“, kritisierte Meloni.

Verfahren gegen Kapitänin eingestellt

Die „Sea-Watch 3“ hatte im Juni 2019 trotz eines Verbots der italienischen Regierung auf der Insel Lampedusa angelegt, nachdem sie zwei Wochen lang mit Dutzenden Migranten und Migrantinnen und Flüchtlingen an Bord auf See festgehalten worden war.

Die „Sea-Watch 3“, die bei der Einfahrt in den Hafen ein Polizeiboot rammte, wurde anschließend fünf Monate lang beschlagnahmt. Die Kapitänin des Schiffes, Carola Rackete, wurde nach dem Vorfall festgenommen, 2021 wurde das Verfahren gegen sie jedoch eingestellt.

Dem neuen Urteil zufolge müssen die Ministerien für Inneres, Verkehr und Wirtschaft sowie die Behörden in Sizilien die Summe für die Hilfsorganisation sowie die Gerichtskosten bezahlen.

Inland

Die Spitze der Wirtschaftskammer (WKO) hat heute zahlreiche Reformen von der Bundesregierung eingefordert, bei für die Kammer angekündigten Reformen aber auf den laufenden Prozess verwiesen.

Der Unternehmervertretung geht es um Entlastungen für Betriebe, etwa bei Bürokratie und Lohnnebenkosten. Hier müsse der Wert schrittweise auf jenen in Deutschland sinken, um wettbewerbsfähig zu bleiben, forderte WKO-Präsidentin Martha Schultz bei einer Pressekonferenz in Wien.

Familienleistungen (FLAF, Familienlastenausgleichsfonds) sollten demnach künftig durch die öffentliche Hand getragen werden, so die Forderung. Mittelfristig müssten die Lohnnebenkosten auch dank weiterer Maßnahmen um fünf Prozentpunkte sinken.

Wie das angesichts der Budgetnot der Republik gelingen soll, blieb offen. Verwiesen wurde darauf, dass sich entsprechende Maßnahmen zum Teil auch selbst gegenfinanzieren würden, da etwa mehr Menschen einen Job bekommen könnten.

Unerfreuliche Budgetüberraschungen wegen ungünstiger Zahlen aus den Bundesländern sollen künftig der Vergangenheit angehören. Die APA verwies dazu in der Früh auf eine ihr vorliegende Verordnung zur Gebarungsstatistik, die heute von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) unterzeichnet werden soll.

Den Angaben zufolge werden mit dieser alle Länder verpflichtet, monatlich ihre Budgetlage der Statistik Austria zu übermitteln, die die Daten dann auch veröffentlicht. Die Verordnung fußt auf einer Nebeneinigung zum Stabilitätspakt.

Mehr Transparenz und Datenqualität erwartet

Marterbauer sagte den APA-Angaben zufolge in einer schriftlichen Stellungnahme, dass mit der Verordnung die Grundlage für eine bessere Planung der gesamtstaatlichen Finanzen geschaffen werde.

Die Republik wieder auf solide Beine zu stellen sei eine Aufgabe, die nur im Zusammenwirken von Bund, Ländern und Gemeinden gelinge. Nunmehr sei eine deutliche Verbesserung von Transparenz und Datenqualität gewährleistet.

Seit vielen Jahren sorgt für Ärger, dass der Bund oftmals nicht recht weiß, wie es um die Finanzen der Länder tatsächlich bestellt ist. Das kommt daher, dass bisher die Länder ihre Daten der Statistik Austria zwar melden müssen, diese aber nur aggregiert an das Finanzministerium weitergeleitet werden dürfen. Dazu kommt, dass Wien als Gemeinde aktuell nur einmal pro Quartal die Zahlen abliefern muss.

Das soll sich durch die Verordnung ändern. Diese schreibt nämlich vor, dass auch bei Wien die Budgetdaten der Gemeinde auf Kassenbasis (also reale Ein- und Ausgänge) monatlich erhoben werden müssen. Überdies werden die Ergebnisse aus den erhobenen Daten durch die Statistik Austria länderweise veröffentlicht.

Berichte über Asbestfunde in Spiel- und Bastelsand haben die Grünen auf den Plan gerufen. In der nächsten Plenarsitzung des Nationalrats werde ein Antrag für mehr Produktsicherheit, Transparenz und Schutz für Kinder eingebracht, kündigte Umweltsprecher Lukas Hammer heute an. Kürzlich waren Ergebnisse von Laboruntersuchungen in den Niederlanden bekannt geworden, wonach in einigen aus China stammenden Erzeugnissen Asbest entdeckt worden sei.

Die Grünen orten nun eine „massive Verunsicherung bei Eltern und Kinderbetreuungseinrichtungen“. Konsumentenschutzsprecherin Alma Zadic forderte „eine sofortige, lückenlose und transparente Information für Eltern, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sowie deutlich strengere und engmaschige Kontrollen durch Marktüberwachung und Behörden“.

Vergangene Woche war berichtet worden, dass in den Niederlanden in aus China importiertem Spielsand Spuren von Asbest entdeckt worden seien. Berichte von Asbest im Spielsand hatte es zuvor schon in Australien und Neuseeland gegeben. Daraufhin hatte eine niederländische Tageszeitung Proben untersuchen lassen.

Zu Beginn des sechsten Verhandlungstags im Spionageprozess gegen den Ex-Mitarbeiter im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Egisto Ott, hat der Staatsanwalt heute auf der Einvernahme eines abtrünnigen russischen Geheimdienstoffiziers beharrt.

Dessen Befragung als Zeuge sei unerlässlich, da damit bewiesen werden könne, „dass Ott sehr professionell gehandelt hat und offensichtlich ein Agent des FSB war“.

Der Mann wäre für kommende Woche als Zeuge geladen. Er sagte jedoch in einem mit 16. Februar datierten Schreiben ans Landesgericht sein Erscheinen ab. Die „Gesamtheit der Umstände“ ergebe „eine reale, anhaltende und erhebliche Gefahr“ für sein eigenes Leben und das seiner Familie.

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Der Auftritt von FPÖ-Chef Herbert Kickl beim traditionellen Politischen Aschermittwoch in Ried im Innkreis sorgt bei den anderen Parteien für Kritik. „Kickls Krawallkurs ist gepflastert mit aggressiven Rundumschlägen und Beschimpfungen, Inhalte und Lösungen null“, sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim heute in einer Aussendung. „Kickl hat mit seinem Auftritt wieder einmal gezeigt, dass es gut ist, dass die FPÖ nicht in der Regierung ist“, befand er.

Grünen-Chefin Leonore Gewessler kritisierte die Russland-Nähe der FPÖ: „Das ist Pseudopatriotismus in Reinkultur.“ Kickl werfe sich regelmäßig „dem mörderischen Regime in Russland an den Hals“, so Gewessler.

Am Vortag hatten FPÖ, ÖVP und SPÖ zu ihren jeweiligen Veranstaltungen zum Politischen Aschermittwoch geladen. Großzügig wurde ausgeteilt – nicht nur der Heringsschmaus.

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Ukraine-Krieg

Mehr als tausend Kenianer sind einem Geheimdienstbericht zufolge von der russischen Armee für einen Kampfeinsatz in der Ukraine rekrutiert worden. Die Ausreise der Männer erfolge oftmals mit Touristenvisa über Istanbul oder Abu Dhabi, sagte der Abgeordnete Kimani Ichung’wah gestern im kenianischen Parlament.

„Bisher wurden mehr als tausend Kenianer rekrutiert und sind in den russisch-ukrainischen Krieg gezogen“, fügte er unter Berufung auf Erkenntnisse des Geheimdiensts und der Kriminalpolizei hinzu. Viele von ihnen seien zu einem Kampfeinsatz gezwungen worden.

Im Dezember hatten die Behörden die Zahl der Kenianer, die für Russlands Armee rekrutiert wurden, noch auf 200 geschätzt. Nach Angaben des Abgeordneten Ichung’wah liegen derzeit mindestens 39 Kenianer nach Kampfeinsätzen im Krankenhaus, 28 weitere würden vermisst, und 89 Männer seien an der Front im Einsatz.

Der kenianische Außenminister Musalia Mudavadi will im März nach Moskau reisen, um das Thema zu besprechen. Die kenianische Regierung verurteilt den Einsatz ihrer Staatsbürger „als Kanonenfutter“ in der Ukraine.

Wirtschaft

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle baut um und will sich künftig auf die vier Kernbereiche Kaffee, Tierfutter, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks konzentrieren. Die bisherigen Bereiche Ernährung (Nutrition) und Gesundheit (Health Science) werden zu einer Einheit zusammengefasst, wie der Nestle heute mitteilte.

Damit will der neue Nestle-Chef Philipp Navratil das Geschäft vereinfachen und Synergieeffekte erzielen. Bisher ist Nestle primär nach Regionen organisiert, zusätzlich gliedert sich der Konzern in sechs strategische Geschäftseinheiten. Daneben bestehen drei global geführte Sparten, darunter Nespresso, Health Science und das zum Verkauf stehende Wassergeschäft.

Navratil will zudem künftig mehr Geld in Marketing und Innovationen stecken. Das Geld soll aus dem laufenden Sparprogramm kommen. Der Manager hatte kurz nach seinem Einstand im Oktober einen großen Stellenabbau angekündigt.

In den nächsten zwei Jahren sollen weltweit etwa 16.000 Jobs wegfallen, das entspricht fast sechs Prozent der knapp 280.000 Stellen im Konzern. Mit dem Stellenabbau sollen bis Ende 2027 jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Franken (1,1 Mrd. Euro) erzielt werden. 20 Prozent dieser Einsparungen seien bereits erreicht worden, hieß es nun.

Der europäische Flugzeugproduzent Airbus muss das Produktionsziel für seinen Verkaufsschlager A320 erneut verschieben. Der französisch-deutsche Konzern gab dafür heute dem US-Zulieferer Pratt & Whitney die Schuld, der bei der Produktion von Triebwerken mit der Münchner MTU Aero Engines zusammenarbeitet.

„Bei der A320-Familie hat die Unfähigkeit von Pratt & Whitney, die Zahl der von Airbus bestellten Triebwerke zuzusagen, negative Auswirkungen auf die Prognose für dieses Jahr und das Tempo des Hochlaufs“, hieß es in der Mitteilung.

Airbus werde es deshalb bis Ende 2027 nur auf 70 bis 75 A320 pro Monat bringen, erst danach werde sich die Zahl auf rund 75 einpendeln – den Wert, den Airbus sich eigentlich für 2027 vorgenommen hatte. Zurzeit sind es rund 60 Maschinen.

IT

Vor dem Hintergrund von Warnungen vor einer Super-KI, die für die Menschheit zur Gefahr werden könnte, hat OpenAI-Chef Sam Altman erneut die Bildung einer weltweiten Aufsichtsbehörde nach dem Vorbild der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) angeregt.

Es sei offensichtlich, dass man dringend Regeln und Sicherheitsmaßnahmen brauche, sagte er heute auf dem Gipfel zu künstlicher Intelligenz (KI) in Neu-Delhi. Das bekannteste Produkt von OpenAI ist die KI ChatGPT.

Gates sagte kurzfristig ab

Der Gipfel wird von Organisationschaos, Skandalen und Rückziehern prominenter Redner überschattet. Der Microsoft-Mitgründer und Milliardär Bill Gates sagte seine geplante Rede heute kurzfristig ab. Die Entscheidung solle Ablenkungen von den Kernthemen der Konferenz vermeiden, teilte die Gates-Stiftung mit.

Ende Jänner hatte das US-Justizministerium weitere Akten im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Darin fand sich Korrespondenz zwischen Epstein und Beschäftigten der Gates-Stiftung. Gates hat stets betont, dass sich seine Beziehung zu Epstein auf philanthropische Themen beschränkt habe.

Der Rückzug von Gates war nicht die erste Absage beim indischen „AI Impact Summit“. Jensen Huang, der Chef des weltgrößten Chipherstellers Nvidia, hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, „unvorhersehbare Umstände“ hielten ihn von einer Teilnahme ab.

Modi und Macron auf Gipfel

Indiens Ministerpräsident Narendra Modi rief indes zum Schutz von Minderjährigen bei deren Umgang mit KI auf. „Wir müssen noch wachsamer sein, wenn es um die Sicherheit von Kindern geht. Genauso wie ein Lehrplan für die Schule zusammengestellt wird, sollte auch der KI-Bereich kind- und familiengerecht gestaltet werden.“

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres mahnte indes mehr Unterstützung für Entwicklungsländer bei KI ein. Ohne Investitionen würden „viele Länder vom KI-Zeitalter ausgeschlossen“, sagte der Portugiese in der indischen Hauptstadt. Er rief dazu auf, einen globalen KI-Fonds einzurichten.

Modi teilte sich die Bühne mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie den Chefs von Google, OpenAI und Anthropic. Dabei kam es zu einem peinlichen Moment, als sich Altman und Dario Amodei, die Chefs der rivalisierenden KI-Entwickler OpenAI und Anthropic, weigerten, einander wie die übrigen Anwesenden auf der Bühne an den Händen zu halten.

Kultur

Taylor Swift hat im vergangenen Jahr erneut die Spitze der weltweiten Verkaufscharts errungen. Kein anderer Künstler und keine andere Künstlerin habe 2025 mehr Geld mit Musik eingenommen, teilte gestern der Internationale Musikindustrieverband (IFPI) mit.

Swift setzte sich gegen die südkoreanische Gruppe Stray Kids durch, die den zweiten Platz belegte. Auf Platz drei folgte der kanadische Rapper Drake. Zahlen zu den von den Künstlern und Künstlerinnen erzielten Einnahmen werden vom IFPI traditionell nicht veröffentlicht.

Für Swift war es das vierte Mal in Folge und insgesamt das sechste Mal, dass sie den Verkaufsthron erklomm und damit den Preis als „Global Artist of the Year“ einstrich.

Reuters/Jennifer Gauthier

Der Erfolg der 36-Jährigen wurde durch eine Dokumentation über ihre rekordverdächtige „The Eras“-Welttournee angefacht sowie durch die Veröffentlichung ihres neuesten Albums „The Life of a Showgirl“ im Oktober. Dazu kam die offiziell zelebrierte Liebesgeschichte zwischen Swift und dem US-Footballspieler Travis Kelce, mit dem sie sich diesen Sommer verlobte.

Panorama

Er stand nicht auf der Startliste: Ein Hund hat im olympischen Langlaufstadion gestern für kuriose Bilder gesorgt. Während der Qualifikation im Team-Sprint tauchte das Tier plötzlich auf der Zielgeraden in Tesero auf. Der Hund verfolgte die Argentinierin Nahiara Diaz und die Kroatin Tena Hadzic bis hinter die Ziellinie.

Als Diaz anhielt, stoppte auch der Hund und beschnupperte die Sportlerin. Die besten Athletinnen aus der ersten Startgruppe waren zu diesem Zeitpunkt bereits im Ziel.

Bei dem Hund handelt es sich um den zweijährigen Wolfshund Nazgul. Er war aus der Wohnung seines Besitzers ausgebüxt, indem er zwei Türen selbst öffnete.

IMAGO/NTB/Terje Pedersen

Nach dem Lauf fing laut „Bild“-Zeitung FIS-Streckenchef Michel Rainer den Hund im Zielbereich ein und brachte ihn aus dem Skistadion – und Nazgul entwischte prompt erneut. Im Nachbarort wurde er schließlich endgültig eingefangen und nach Hause gebracht.