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Donnerstag, 11. Mai 2023

Naturverbindungen

Bei meinen Wanderungen durch den heimischen Pfälzerwald, passiert mir gerade jetzt im Frühjahr sehr oft, das ich verwundert vor einer Pflanze, einem Baum oder einem Fels verharre und diese teil der Schöpfung lange und sorgfältig betrachte. Während solcher Momente spüre ich besonders stark die Verbindungen zu den sichtbaren und unsichtbaren Kräften der mich umgebenden Natur. Ich verharre an einem Platz, betrachte eine wundersame Wurzelbildung und verschmelze für einen Moment ganz in der mich umgebenden Fülle der Naturerscheinungen. Ich nenne diese Momente das "Lesen im Schöpfungsalphabet". Erkennen und Erkenntnis, sind wie Physik und Metaphysik, das eine bedingt zwar das andere, dennoch benötige ich für Erkenntnis ein intuitives Wissen über das Sein. Während meines Verweilens vor diesen Geheimnissen der Schöpfung, ist es mir manchmal zumute, als hätte mich ein Bewusstseinsstrahl der alten Erdmutter getroffen und begleite nun meine Gedankengebilde auf meiner Wanderung. Erkennen und Erkenntnis ist nicht nur Wissen um den rationalen und mechanischen Ablauf der Schöpfungserscheinungen, sondern ist im Natursinn verstanden Ver – Bindung, Naturverbindung. Ich verbinde mich mit etwas! Ich verbinde mich mit der ätherischen Nabelschnur der alten Erdmutter, ich muss diese Schnurr nicht sehen, doch ich spüre sie. Dies nenne ich die Erfahrung von Naturerkenntnis, was gleichbedeutend ist mit Daseinserkenntnis. Es erscheint mir in solchen Momenten wie ein Urteilsempfang. Ich habe ein Urteil, eine Ur – Mitteilung empfangen, nun bin ich gerichtet eine gewisse Richtung zu gehen. Ich habe erkannt das in meinem Innern eine Bestimmung wurzelt. Eine Bestimmung die zu einer Zustimmung meines Seins, meines Daseins wird, zur Naturbestimmung, denn der Mensch ist Natur, er hat es nur vergessen. Denn der unbekannte Ort in uns ist die innere Natur. Ich lebe mein Leben als eine Reise von einem unbekannten Ort zum anderen Unbekannten. Dem Menschen ist eine gewisse Zeit auf erden vergönnt, er sollte diese zeit nicht oberflächlich zubringen. Denn das Leben ist eine Reise zum Unbekannten hin. Es ist gewiss ein Sinn unseres Daseins denn Geheimnisvollen Schleier des Daseins ein wenig zu öffnen. Ob wir uns in Gesellschaft befinden oder alleine sind, wenn wir tief in uns gehen, sind wir immer vom Gefühl ewiger Einsamkeit umgeben. Es ist einfach so, dass, solange in uns die Sehnsucht nach einer Welt jenseits der Relativität der Erfahrungen existiert, wir das Gefühl haben uns auf dem richtigen Pfad zu befinden. Alle Dinge die wir sehen sind aus dem kosmischen Urgrund hervorgegangen und durch jedes von ihnen können wir einen Blick in diesen Urgrund werfen. Jeder Fels und Baum vor dem ich verharre auf meinen Wanderungen widerspiegelt diesen kosmischen Urgrund. Ist somit eine Rückkehr zur Urnatur. Rückkehr zur Natur bedeutet ja nicht eine Rückkehr in primitive Verhältnisse, es bedeutet in erster Linie eine Rückkehr zu unserer inneren Natur, die letztendlich identisch ist mit unserer äußeren Natur und mit unserem Selbst. Sie bedeutet die Entfernung von der Zweckbestimmtheit unserer routinierten, oberflächlichen Handlungen die wir täglich vollziehen. Ein in sich selbst gehen und ein aus dem Selbst herausgeführtes Leben, gilt es zu führen. In uns gibt es etwas, das mehr als unser irdisches Denken umfasst, etwas das über dem sittlich und intellektuellem Anerzogenen aufbaut. Diesem "Umfassendem" gilt es sich zu nähern. Karl Jaspers prägte den Begriff des "Umgreifenden", was für ihn das Übergegenständliche, aller Erfassbarkeiten Überlegene der Welt darstellt. Das "Umfassende" geht noch einen metaphysischen Schritt weiter, denn es bezeichnet eine Grundsituation auf die wir über philosophisches Denken stoßen, etwas das unser ganzes Leben um – fasst, das kosmische Selbst. Eine Rückkehr zu unserer inneren Natur ist daher eine Rückkehr zu unserem kosmischen Selbst. Am nächsten bin ich ihm im Moment des "Verschmelzens mit meiner Umgebung", wenn ich mit ihr eine Ver – Bindung eingehe.

©hukwa 

Freitag, 23. Februar 2018

Der Zustand der Erwartung in der Kunst

Es gibt einen "Unruhezustand" in der Kunst. Ich kenne diesen Zustand des Wartens, eigentlich des Erwartens, sehr gut. Picasso beschrieb ihn so:
"Man wirft mir vor, das ich nicht arbeite... aber das sieht nur so aus. Es sieht wirklich nur so aus. Ich lese die Zeitung; ich sitze herum; ich plaudere; ich spaziere; Aber das alles ist nur äußeres Geschehen. In Wirklichkeit arbeite ich. Oder besser: irgendetwas geht in mir um, und ich warte nur darauf, es zu packen und zu gestalten zu können." 
Ich kenne diesen Unruhezustand sehr gut. Nach einer Zeit der Er-Wartung bricht es schließlich aus einem heraus und man kann ans Werk gehen.
hukwa

Sonntag, 18. Februar 2018

Zurück zu den Anfängen

Vor einigen Tagen habe ich wieder mit der Arbeit am Holz begonnen. Ich habe nun zwei Jahre lang keine Skulptur geschaffen, nur geschrieben und gemalt und jede Menge Vorträge gehalten. Jetzt möchte ich mal wieder eine Serie von Skulpturen schaffen. Es ist mir eine Freude mal wieder mit Schlegel und Meißel zu arbeiten. Ein "Zurück zu den Anfängen", so soll auch die Skulpturenreihe heißen. Während des Arbeitaktes fühle ich, das jene freudige und heitere Gelassenheit wieder über mich kommt die ich vor Jahren während des bildnerischen Prozesses bei der Skulptur spüre. Während der Arbeit geht mir oft ein Vers Goethes durch den Sinn.

Halte dich nur im stillen rein
Und lass es um dich wettern,
Je mehr du fühlst ein Mensch zu sein
Desto ähnlicher bist du den Göttern.

Und wenn ich an einen Gott denke in dieser Zeit so ist es der Gott von Delphi, der alte Gott der Künste und der Schönheit: Apollo!
Ihm opfere ich während des Schaffensprozess auf dem Altar der Kunst.
hukwa

Freitag, 7. April 2017

Kunstschaffen

"Die Kunst ist eine in Form gebrachte Förderung nach Unmöglichem", schrieb Albert Camus.
Dies bedeutet für den Künstler dass er auf ewig weiterschaffen muss, denn:
Jedes neue Werk bedeutet
die Zerstörung
des Vorangegangenen.
hukwa

Dienstag, 28. Februar 2017

Kunst und Paralellwelt

Nur an einem Kunstprojekt zu arbeiten ist mir zu Eindimensional, vor allem auch weil mein künstlerisches Schaffen eine recht lange Inkubationszeit braucht. Ich arbeite in der Regel an zwei oder mehreren Projekten, die Ergebnisse finden sich im Gesamtkunstwerkblog. Momentan ist  dass Hauptprojekt das "dritte Leben der Bäume", daneben entstehen noch Malereien und natürlich die ständigen Tagebucharbeiten. Meine Kunst führt mich dazu dass ich seit Jahren in Paralellwelten lebe und ich muss sagen ich fühle mich wohl dabei. Denn dies sorgt eben dafür dass man nicht Eindimensional wird.
hukwa

Sonntag, 21. Februar 2016

Kunst und Transformation

Um die Kunst zu "Erfahren" versuche ich mich in die verschiedensten Stile einzuarbeiten. Also diese auch praktisch umzusetzen: Expressionismus, Abstraktion, Ready Made, Minimal Art ect.
Für mich ist dies der Schritt bei dem ich mich von meinem Gesamtkunstwerk zum Lebenskunstwerk hin bewege.
Diese Erfahrung ist für mich ein Überschreiten der Kunst hin zu einer Kunsttransformation.
hukwa

Samstag, 27. November 2010

Das Auge des Heraklit

Es ist Samstagabend. Ich sitze in der Küche und lasse meine Gedanken "fliegen". Da kommen pfeilschnell die unterschiedlichsten Erinnerungen der letzten fünfzig Jahren aus den Tiefen des Unbewussten, wo sie gespeichert sind. Ich übe mich gern darinnen, mich von den Gedanken fortragen zu lassen. Denn das Denken findet immer einen Ort wo es gerne oder nicht so gerne verweilt.
Heute habe ich ein Bild fertiggestelt, ein Ölgemälde, "das Auge des Heraklit". Bunte Punkte, Wellen und Monde umgeben ein Auge das im Universum zu schweben scheint - eine Monade? So stelle ich mir die philosophischen Visionen des Heraklit vor - kosmisch schwebend im freien Raum, in der Urheimat.
hukwa

Montag, 21. Juni 2010

Wilde Stühle

Gestern habe ich mal wieder zwei Wildholzstühle gebaut. Die Arbeit ging mir sehr leicht von der Hand und nach etwa sechs Stunden hatte ich zwei "wilde Stühle" im Atelier stehen. Vor einigen jahren begann ich mit einem Tisch und zwei Stühlen mit der Wildholzarbeit, die Arbeit erfreute mich damals nicht besonders. In diese damaligen Arbeiten schaffte ich einen Wildholzstuhlt Typ der ästhetisch wirkte, denn Leuten gefiel diese Arbeit, mir aber nicht, es fehlte das Wilde. Die Leute wollen für ihr Haus und ihren Garten eine "gezähmte Wildheit", es ist wie mit Hunden-
"sie lieben ihren Hund, doch sie fürchten den Wolf". Ihr Schauen ist lang schon gezähmt. Ein wildes Unikat von Stuhl ist mir lieber als ein Designer Sessel. Wildholzstühle bauen ist gelebte Philosophie,
eine Philosophie die nach Freiheit strebt.
hukwa

Dienstag, 13. Oktober 2009

Die innere Alchymie in meiner Kunst

Gestern morgen begann es zu regnen. Die schönwetterperiode dauert wohl nicht mehr lange an. Die natur benötigt den regen, vor allem die pilze brauchen nun etwas feuchtigkeit. Den gestrigen tag über habe ich zwei collagen gestaltet. Gegen abend habe ich diese in meinen gesamtkunstwerk blog gestellt. Bei der collage arbeite ich oft mit einem gesellschaftlich kritischen hintergrund. Auch achte ich darauf das diese arbeit vorwiegend in schwarz- weiß ausgeführt wird. Ich finde eine farblose collage erscheint realistischer. Während ich bei meinen malarbeiten das knallende der farben bevorzuge ist es hier also umgekehrt. Dies hängt wohl damit zusammen, weil ich möchte das diese zusammenstellungen mehr objektivität erhalten. Die aussage einer collage sollte schneller erkennbar sein als bei einem gemälde. Es ist einfach so: Die zeichnung tendiert bei mir zum intelektuellen, die collage zum kritischen, meine gemälde entstehen mehr auf spiritueller ebene und die bildhauerarbeiten und installationen enthalten von allem etwas. Die installation gibt mir das gefühl das ich mich in einem labyrinth bewege und durch das installieren einen ausweg aus dem irrgarten finde. Die arbeit an der collage geschieht oft "nebenbei". Ich verrichte irgend eine tätigkeit und meine gedanken kehren oft zur collage zurück. Irgendwann beginne ich dann damit und innerhalb von zwei stunden etwa habe ich sie fertiggestellt. Dies ist der prozess den ich "innere alchymie" nenne.
hukwa