In der Abwärtsspirale

Man hört ja nicht oft was von der Leitung der IVZ, jet­zt immer­hin mal diese Duft­wolken:

Die IVZ sei in erster Lin­ie ein Dig­i­talver­lag, erk­lärte er, betonte aber auch, dass es die gedruck­te Zeitung im Markt geben werde, so lange es wirtschaftlich abbild­bar sei. Den­noch sei zu erwarten, dass die gedruck­te Zeitung in den 2030er Jahren durch die dig­i­tal­en Ange­bote erset­zt wer­den kön­nte. Und schon heute nutzen 80 Prozent der Kun­den die Dig­i­tal­pro­duk­te der IVZ.

Ja, das deckt sich übri­gens mit Berech­nun­gen kün­stlich­er Intel­li­genz, wenn man sie mit den Dat­en zur IVZ füt­tert, was die Entwick­lung von Abozahlen, Abo-Preis und alter Leser­schaft ange­ht. Die schätzt, dass die gedruck­te Zeitung in vier bis sechs Jahren nicht mehr rentabel ist, die jährlichen Preis­steigerun­gen und die sink­ende Preisakzep­tanz der Leser­schaft nicht mal mit ein­berech­net. Allerd­ings kommt dort auch raus, dass die Abozahlen des E‑Papers nicht so steil steigen, dass sie das Niederge­hen der immer teuer­er wer­den­den gedruck­ten Aus­gabe auf­fan­gen kön­nten.

Das ist keine schwierige Phase. Das ist struk­tureller Wan­del.

Offen­sichtlich ist es bei­des.

er warf auch die Frage auf, wie man den nachwach­senden Gen­er­a­tio­nen Teil­habe an der Gestal­tung der Region ermögliche und ihnen Zugang zu den Infor­ma­tio­nen ver­schaffe, die sie dafür benötigten.

Freie Infor­ma­tion­sange­bote online, nicht hin­ter Bezahlschranken. Hat aber nichts mit der IVZ zu tun.

Dabei ging es auch darum, bei der jün­geren Gen­er­a­tion ein größeres Inter­esse für lokale und regionale Vorgänge zu weck­en.

Das gibt’s. Die lesen nur keine IVZ, weil ihre Eltern schon keine IVZ mehr lesen. Das ist nicht mal hämisch gemeint. Wer heute Infor­ma­tio­nen zu Ange­boten bre­it treten möchte, kann eben nicht mehr die IVZ so ein­fach nutzen, wie das vor 15 Jahren vielle­icht noch der Fall war. Ein­fach weil die größ­ten­teils nur noch von Leuten über 60 gele­sen wird. Und die wenig­sten lokalen Anbi­eter haben online ihre Ziel­gruppe schon so gebun­den, wie man sie vor 15 Jahren über die IVZ erre­icht hat.

Für die IVZ wäre es sin­nvoll, über­haupt mal mit der Ziel­gruppe in Kon­takt zu kom­men, der in Zukun­ft das Pro­dukt haupt­säch­lich kaufen soll. Solche Boomer-Ver­anstal­tun­gen helfen da nicht weit­er.

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