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Heute zeige ich Euch Teil 2 meines Jahresprojekts. Andrea sucht jeden Monat unsere Fortschritte. Ich habe mir vorgenommen, euch ein ganzes Jahr Glücksorte am Niederrhein zu zeigen. Also habe ich mich auch im Februar aufgemacht und bin wieder auf die Suche nach einem Glücksort gegangen. Habt Ihr Lust mitzukommen? Dann bequeme Schuhe an und es geht auf die Süchtelner Höhen. Aus niederrheinischer Sicht sind die Erhebungen mit 86 Meter bereits Berge. 😉
Der "Hohe Busch" in Viersen ist für viele Menschen der Umgebung neben der Bockerter Heide und der Niersniederung ein beliebtes Naherholungsgebiet. Auf jenem Höhenzug im Viersener Stadtteil Süchteln lebte einst im tiefen Mittelalter die Jungfrau Irmgardis. Das ist auch der Grund, warum man den Stadtteil den Beinamen "Irmgardisstadt" gegeben hat.
Die Irmgardiskapelle, mitten im Wald gelegen, ist ein beliebter Pilgerort. Sie steht schon seit dem 17. Jahrhundert auf dem "Heiligenberg". Während der Irmgardisoktav, jedes Jahr nach dem 4. September - in normalen Zeiten - pilgern die Gläubigen zu den Gottesdiensten unter freiem Himmel.
Etwas unterhalb der Kapelle befindet sich die Irmgardisquelle. Die Süchtelner nennen sie auch "Irmgardis-Pöttsche". Seit Jahrzehnten ist die Quelle mit einem Tor abgesperrt, auf dem Herz, Kreuz und Anker zu sehen sind. Die Symbole für Liebe, Glaube und Hoffnung, denn in früheren Zeiten sollen Frauen zur Quelle gekommen sein und um Kindersegen gebeten haben.
Der Sage nach, hat sich die Jungfrau Irmgardis an dieser Quelle mit Wasser versorgt, als sie als Einsiedlerin im Wald gelebt hat. Eine Linde, an der Stelle der heutigen Kapelle, soll sie vor Räubern geschützt haben.
Ob man die Geschichte um die "heilige" Irmgardis glaubt oder nicht, dieser Ort im Wald hat etwas Mystisches, aber auch Beschützendes. Dabei spielt der Glaube keine Rolle. Wenn man Kraft und Hoffnung schöpfen möchte, kommt man hierher. Ich versuche mir dann immer vorzustellen, wie eine Frau im Mittelalter alleine unter der Linde ihr Seelenheil gefunden hat. Sie wäre eigentlich gut versorgt gewesen, hat ihr Vermögen aber den Armen gegeben. Offiziell ist Irmgardis nie heiliggesprochen worden, obwohl die Menschen sie die "heilige" Irmgardis nennen.
Weiter ging es dann für uns den Berg hinunter und wieder hinauf. Es gibt ein dichtes Wegenetz auf den Süchtelner Höhen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das deutsche Kaiserreich mit Bismarcktürmen geradezu "zugepflastert". Und einer von ihnen steht auch auf den Süchtelner Höhen. Im August 1901 wurde das Denkmal am "Hohen Busch" als Hommage an den 1898 verstorbenen Altreichskanzler feierlich eingeweiht.
Meinen Blick den Turm hinauf auf den blauen Himmel ist mein Beitrag für niwibo sucht..., denn Nicole sucht den Blick nach oben.
Damit auch jeder weiß, wem dieser Turm gewidmet ist, prangt an der Ostseite ein überdimensionales Bronzebildnis Bismarcks.
Im Moment ist der Turm gesperrt, sonst hätte man aus etwas mehr als 18 Metern Höhe, einen tollen Blick über die Umgebung.
Vom Turm noch ein paar Minuten Gehzeit und wir sind wieder an unserem Auto.
Ich hoffe, unsere kurzweilige Rundtour hat Euch gefallen. Gut 8 km waren wir unterwegs. Seid Ihr im nächsten Monat wieder dabei, wenn ich einen Glücksort am Niederrhein suche?