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Jens Maus edited this page Oct 5, 2026 · 9 revisions

Allgemein

Wo finde ich Hilfe bei Problemen?

Bei Problemen und/oder Fragen zu OpenCCU oder HomeMatic lohnt sich zuerst ein Blick in diese Dokumentation sowie eine Suche im OpenCCU-Unterforum des HomeMatic-Forums bzw. in den GitHub Discussions. Die allermeisten Themen wurden dort bereits diskutiert und entsprechende Lösungen beschrieben. Wie man am besten eine eigene Anfrage stellt, beschreibt der Abschnitt Hilfe suchen.

Welche Hardware eignet sich für den Einstieg?

OpenCCU lässt sich auf vielen Plattformen betreiben – von der CCU3 bzw. ELV-Charly über Einplatinencomputer wie den Raspberry Pi bis hin zu virtuellen Maschinen, Containern oder als Home Assistant App. Welche Plattform am besten passt, hängt vor allem davon ab, ob bereits ein Server bzw. eine Home-Assistant-Installation vorhanden ist. Eine Übersicht über alle unterstützten Plattformen sowie geeignete Funkmodule findet sich unter Voraussetzungen.

Kann OpenCCU auch ohne Funkmodul betrieben werden?

Ja. OpenCCU kann auch ohne direkt angeschlossenes Funkmodul als reine LAN-basierte Zentrale betrieben werden, z. B. zusammen mit HomeMatic-Funk-LAN-Gateways (HM-LGW-O-TW-W-EU) bzw. HomeMatic-Wired-Gateways (HMW-LGW). Für Homematic IP (Funk und Wired) wird hingegen immer ein RPI-RF-MOD oder ein HmIP-RFUSB benötigt (siehe Voraussetzungen).

Duty Cycle

Was ist ein Duty Cycle?

HomeMatic funkt im lizenzfreien 868-MHz-Band. Grundsätzlich kann jeder Geräte in diesem Band betreiben. Die gesetzlichen Bestimmungen für dieses Band besagen, dass jedes Gerät innerhalb einer Stunde höchstens 1 % der Zeit senden darf, damit andere Teilnehmer ebenfalls kommunizieren können. Das bedeutet: Jedes HomeMatic-Gerät hat maximal 36 Sekunden Sendezeit pro Stunde. Dabei handelt es sich um ein gleitendes Zeitfenster – sind die 36 Sekunden innerhalb der letzten Stunde verbraucht, darf das Gerät erst wieder senden, wenn ältere Sendevorgänge aus diesem Zeitfenster herausgefallen sind.

Der Duty Cycle der HomeMatic-Zentrale ist meist der entscheidende, da diese in der Regel die meiste Kommunikation übernimmt. Daher wird der Duty Cycle auf der WebUI-Startseite für jedes angeschlossene Funkmodul angezeigt (internes Funkmodul sowie LAN-Gateways). Zusätzlich legt OpenCCU für jedes Funkmodul bzw. LAN-Gateway automatisch eine DutyCycle-Systemvariable an, die z. B. in Programmen ausgewertet werden kann, und warnt per WebUI-Alarmmeldung, sobald der Duty Cycle über 98 % steigt. Steht dieser Wert auf 100 %, darf das Funkmodul vorerst nicht weiter senden – Aktoren lassen sich dann z. B. nicht mehr ansprechen und Quittungspakete an Aktoren/Sensoren können nicht übertragen werden.

Viele Aktoren und einige Sensoren signalisieren einen eigenen, erreichten Duty Cycle über eine rote LED.

Was tun bei hohem Duty Cycle?

Häufig ist ein zu hoher Duty Cycle auf ungünstige Programmierung zurückzuführen – etwa wenn Programme wiederholt Schaltbefehle an Aktoren senden, obwohl sich diese bereits im gewünschten Zustand befinden. Eine Suche im HomeMatic-Forum lohnt sich; das Thema ist dort ausführlich behandelt und es finden sich zahlreiche praxisnahe Hinweise.

Ein weiterer Grund können ungünstig konfigurierte Aktoren sein. Vor allem Energiemess-Aktoren können bei falschen Einstellungen sehr häufig große Datenmengen an die Zentrale senden und so den Duty Cycle stark erhöhen.

Carrier Sense

Was ist der Carrier Sense?

Während der Duty Cycle angibt, wie viel eigene Sendezeit ein Funkmodul bereits verbraucht hat, beschreibt der Carrier Sense (CS), wie stark der genutzte 868-MHz-Funkkanal in der Umgebung des Funkmoduls durch andere Signale belegt ist. Bevor ein Homematic IP-Funkmodul sendet, prüft es zunächst, ob der Funkkanal frei ist („Listen Before Talk“). Nur wenn das der Fall ist, wird gesendet; andernfalls wird die Übertragung verzögert. Der Carrier-Sense-Wert ist daher im Wesentlichen ein Maß für das Hintergrundrauschen bzw. für Funkstörungen im 868-MHz-Band.

OpenCCU zeigt den Carrier-Sense-Wert auf der WebUI-Startseite neben dem Duty Cycle für jedes Funkmodul bzw. jeden Access Point an, der diesen Wert bereitstellt. Dies sind das RPI-RF-MOD (auch in der CCU3), der HmIP-RFUSB sowie angelernte HmIP-HAP. Bei anderen Funkmodulen (z. B. HM-MOD-RPI-PCB, HM-CFG-USB-2) bzw. HomeMatic-LAN-Gateways steht kein Carrier-Sense-Wert zur Verfügung.

Welche Carrier-Sense-Werte sind normal?

  • 0 % bis wenige Prozent: Normalzustand – der Funkkanal ist weitgehend frei.
  • Dauerhaft erhöhte Werte: deuten auf eine Funkstörung in der Nähe des Funkmoduls hin. Befehle an Aktoren werden dann verzögert oder gar nicht mehr übertragen, obwohl der Duty Cycle niedrig ist.
  • Ab 80 %: OpenCCU protokolliert eine Warnung in der Logdatei (siehe Log-Daten und Log-Level).
  • Ab 98 %: OpenCCU erzeugt zusätzlich die WebUI-Alarmmeldung WatchDog: carriersense-….
  • 100 %: Aus Sicht des Funkmoduls ist der Funkkanal vollständig belegt; es findet keinen freien Zeitpunkt mehr zum Senden.

Was tun bei hohem Carrier Sense?

Ein hoher Carrier-Sense-Wert wird nahezu immer durch eine externe Störquelle verursacht und nicht durch OpenCCU selbst. Typische Störquellen sind z. B. USB-3-Geräte (insbesondere am Raspberry Pi 4, siehe Bekannte Probleme), defekte oder minderwertige Netzteile, andere 868-MHz-Funksysteme (z. B. Alarmanlagen oder Funk-Zähler) sowie defekte Funkgeräte, die dauerhaft senden. Zur Eingrenzung empfiehlt sich:

  1. Das Funkmodul bzw. die Antenne testweise an einem anderen Ort platzieren – z. B. mithilfe einer Adapterplatine (HB-RF-USB-2, HB-RF-ETH) abgesetzt vom Rechner.
  2. In der Nähe befindliche Geräte (USB-Geräte, Netzteile, Router usw.) nacheinander ausschalten und beobachten, ob der Carrier-Sense-Wert sinkt.
  3. Weitere Hinweise und Erfahrungen finden sich im OpenCCU-Unterforum bzw. in den GitHub Discussions.

Abstürze / Instabilitäten

Meine OpenCCU stürzt regelmäßig nachts ab oder startet automatisch neu. Woran kann das liegen?

Ursache können die täglich um 01:59 Uhr durchgeführte „Bad-Blocks“-Prüfung oder das wöchentlich (samstags um 04:00 Uhr) durchgeführte fstrim sein. Eigentlich dienen diese Prüfungen dazu, rechtzeitig vor Fehlern des Datenträgers per Alarmmeldung zu warnen. Unter bestimmten Umständen kann jedoch bereits das Ausführen der Prüfung zum Absturz oder Neustart der OpenCCU führen.

In diesem Fall ist davon auszugehen, dass der Datenträger (z. B. SD-Karte) bereits defekt ist. Daher umgehend ein Backup erstellen, anschließend OpenCCU auf einer neuen SD-Karte frisch installieren und das zuvor erstellte Backup wiederherstellen. Empfohlen wird die Verwendung hochwertiger „High-Endurance“-SD-Karten bzw. einer SSD.

Beide Prüfungen lassen sich bei Bedarf unter Einstellungen → Systemsteuerung → Erweiterte Einstellungen → Speicherüberprüfung (Bad-Blocks) bzw. Speicherüberprüfung (FSTRIM) deaktivieren.

Meine Homematic IP-Geräte sind nach einem Stromausfall nicht mehr erreichbar. Was kann ich tun?

Dies ist ein bekanntes Problem, das auftreten kann, wenn OpenCCU ohne gültige Systemzeit startet. Ursachen, Vorbeugung und Abhilfe sind unter Bekannte Probleme beschrieben.

WatchDog-Meldungen

Was bedeuten die Alarmmeldungen „WatchDog: …“ in der WebUI?

OpenCCU überwacht mithilfe von Monit laufend wichtige Systemdienste und Systemzustände. Erkennt die Überwachung ein Problem, erscheint in der WebUI eine Alarmmeldung, deren Name mit WatchDog: beginnt. Die wichtigsten Meldungen sind:

Meldung Bedeutung Abhilfe
security-portforward OpenCCU ist (z. B. durch eine Port-Weiterleitung im Router) ungeschützt aus dem Internet erreichbar. Port-Weiterleitung im Router entfernen, siehe Sicherheitshinweise.
no-internet Die Internetverbindung ist seit längerer Zeit nicht verfügbar. Netzwerk/Router prüfen bzw. bei gewollt fehlendem Internetzugang die Überwachung deaktivieren.
lighttpd-expired-sslcert Das HTTPS-Zertifikat der WebUI läuft in weniger als 30 Tagen ab. Eigenes Zertifikat erneuern (siehe WebUI-Benutzung); ein abgelaufenes Zertifikat ersetzt OpenCCU automatisch durch ein selbst erzeugtes.
dutycycle-… Der Duty Cycle eines Funkmoduls bzw. Gateways liegt bei 98 % oder darüber. Siehe Was tun bei hohem Duty Cycle?
carriersense-… Der Carrier Sense eines Funkmoduls bzw. Access Points liegt bei 98 % oder darüber. Siehe Was tun bei hohem Carrier Sense?
hb-rf-eth-connection Die Verbindung zu einem konfigurierten HB-RF-ETH ist unterbrochen. Netzwerkverbindung und Stromversorgung des HB-RF-ETH prüfen.
low-voltage Der Einplatinencomputer meldet eine zu geringe Versorgungsspannung. Ausreichend dimensioniertes Netzteil bzw. besseres Kabel verwenden.
high-temp Die CPU-Temperatur liegt dauerhaft bei 80 °C oder darüber. Für bessere Kühlung bzw. Belüftung sorgen.
emmc-lifetime90 / emmc-lifetime100 Der eMMC-Speicher hat 90 % bzw. 100 % seiner geschätzten Lebensdauer erreicht. Rechtzeitig Backup erstellen und auf ein neues Speichermedium umziehen.
rpi4-usb3 An einem Raspberry Pi 4 mit GPIO-Funkmodul sind Geräte an den USB-3-Ports angeschlossen, die den Funkempfang stören können. Siehe Bekannte Probleme.
userfs-low-space / rootfs-low-space Ein Dateisystem ist zu mehr als 95 % belegt. Nicht benötigte Daten (z. B. von CCU-Add-ons) entfernen bzw. größeres Speichermedium verwenden.
cronbackup-failed / cronbackup-create Das automatische Backup konnte nicht erstellt werden. Backupverzeichnis bzw. angeschlossenen Datenträger prüfen.
hmip-consistency Bei der wöchentlichen Prüfung wurde ein Homematic IP-Gerät mit inkonsistenter Registrierung gefunden. Betroffenes Gerät laut Meldung auf Werkseinstellungen zurücksetzen.
unclean-shutdown Das System wurde zuvor nicht ordnungsgemäß heruntergefahren (z. B. Stromausfall). System immer über die WebUI herunterfahren; ggf. Stromversorgung absichern (USV).
…-restart / …-highfd Ein Systemdienst wurde automatisch neu gestartet bzw. nutzt ungewöhnlich viele Ressourcen. Bei einmaligem Auftreten meist unkritisch; bei häufigem Auftreten im Forum nachfragen.

Warum greift OpenCCU auf google.com zu?

Zur Überwachung der Internetverbindung prüft OpenCCU regelmäßig, ob google.com erreichbar ist. Das Ergebnis wird u. a. für die Statusanzeige des RPI-RF-MOD und die Alarmmeldung WatchDog: no-internet verwendet. Diese Prüfung kann unter Einstellungen → Systemsteuerung → Erweiterte Einstellungen → Internet Überwachung deaktiviert werden (siehe auch Tipps).

Updates & Backups

Das Firmware-Update schlägt fehl. Was kann ich tun?

Zunächst prüfen, ob auf der Seite Zentralen-Wartung genügend freier Speicherplatz angezeigt wird. Seit Version 3.87.6.20260509 benötigt OpenCCU ein 2 GB großes Root-Dateisystem, sodass Speichermedien mit nur 4 GB (z. B. ältere SD-Karten in einer ELV-Charly) nicht mehr ausreichen; in diesem Fall OpenCCU auf einem größeren Speichermedium (mind. 8 GB) neu installieren und das Backup einspielen. Weitere Hinweise finden sich unter Vorgehen bei fehlgeschlagenem Update/Upgrade.

Enthält mein Home-Assistant-Backup auch die Konfiguration von OpenCCU?

Nur wenn OpenCCU als Home Assistant App betrieben wird. Läuft OpenCCU auf einem separaten System und ist lediglich über die Integration mit Home Assistant verbunden, müssen die Backups direkt in OpenCCU eingerichtet werden (siehe Automatisches Backup).

Home Assistant

Die Home-Assistant-Integration meldet „Password is not valid“, obwohl das Passwort stimmt. Woran liegt das?

Bestimmte Sonderzeichen im Passwort des OpenCCU-Benutzers werden zwar von OpenCCU akzeptiert, führen aber bei der Anmeldung der Integration Homematic(IP) Local for OpenCCU zu Problemen. Das Passwort darf dafür ausschließlich die Zeichen A-Z, a-z, 0-9 sowie . ! $ ( ) : ; # - enthalten. In diesem Fall in OpenCCU ein entsprechendes Passwort vergeben und die Integration erneut einrichten (siehe Home-Assistant-Integration).

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