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WebUI Benutzung
Die WebUI von OpenCCU entspricht in Aufbau und Bedienung weitgehend der WebUI der originalen CCU3. Im Folgenden werden einige Funktionen beschrieben, die OpenCCU zusätzlich mitbringt bzw. die für den Betrieb von OpenCCU besonders relevant sind.
Meldungen und Ereignisse auf Geräteebene (z. B. zyklische Statusmeldungen von Aktoren/Sensoren) findest du hier:
- Status und Bedienung → Systemprotokoll Dort kannst du Einträge aktualisieren, löschen und die Daten über den Browser herunterladen. In gewissem Rahmen lassen sich die erzeugten Statusmeldungen über die Gerätekonfiguration einschränken.
Weiterführende Log-Funktionen findest du unter:
- Einstellungen → Systemsteuerung → Zentralen-Wartung → Fehlerprotokoll Hier lässt sich der Log-Level getrennt für die Komponenten Homematic IP (HMIPServer), BidCos-RF, BidCos-Wired, die CCU-Steuerung und die Logikschicht (ReGaHss) einstellen. Zusätzlich kann unter Syslog-Server Adresse ein Rechner angegeben werden, an den OpenCCU seine Logmeldungen per Syslog weiterleitet (auf diesem Rechner muss eine entsprechende Software installiert sein). Über Logdatei herunterladen lassen sich die aktuellen Logmeldungen zu Diagnosezwecken als Textdatei herunterladen, z. B. für eine Hilfeanfrage.
Eine dritte Quelle für Log-Daten und ggf. eigene Log-Einstellungen ergibt sich abhängig von installierter Zusatzsoftware:
- Einstellungen → Systemsteuerung → Zusatzsoftware Detailinformationen und Konfigurationsmöglichkeiten entnimmst du bitte der Dokumentation des jeweiligen Add-ons.
Unter Einstellungen → Systemsteuerung → Erweiterte Einstellungen lassen sich verschiedene OpenCCU-spezifische Funktionen ein- bzw. ausschalten, die bei der originalen CCU3 nicht vorhanden sind. Zu jeder Option wird in der WebUI zusätzlich ein Hilfetext angezeigt.
WatchDog-Optionen
| Option | Beschreibung |
|---|---|
| Internet Überwachung | Die Internetverbindung wird regelmäßig geprüft und bei einem Ausfall eine WebUI-Alarmmeldung erzeugt (siehe Tipps). |
| USB3 Überprüfung (RaspberryPi4) | Warnt per WebUI-Alarmmeldung, wenn bei einem Raspberry Pi 4 ein USB-3-Anschluss gleichzeitig mit einem GPIO-Funkmodul genutzt wird, da dies zu starken Funkstörungen führen kann. |
System-Optionen
| Option | Beschreibung |
|---|---|
| Systemname | Name des Systems, der in der Titelleiste bzw. den Tabs des Browsers sowie auf der Startseite angezeigt wird. |
| Automatische Backups | Erstellt jede Nacht um 00:07 Uhr automatisch ein Backup (siehe Automatisches Backup). |
| Backup-Speicherpfad | Ablageort der automatischen Backups (Systemvorgabe: angeschlossenes USB-Medium). |
| Backup-Anzahl (max.) | Maximale Anzahl aufzubewahrender Backups (Systemvorgabe: 30; bei 0 werden keine alten Backups gelöscht). |
| Duty-Cycle Systemvariablen | Legt automatisch Systemvariablen mit den Duty-Cycle-Werten aller Funkmodule bzw. Gateways an und aktualisiert diese regelmäßig (siehe Duty Cycle). |
| LED-Nutzung (Funkmodul) | Nutzt die LED eines RPI-RF-MOD bzw. eines LAN-Gateways zur Anzeige von Alarm- und Servicemeldungen. |
| LED-Nutzung (Onboard) | Nutzt die LEDs des Systemboards (z. B. Raspberry Pi) zur Anzeige des Systemstatus (siehe Status-LED-Funktion). |
| Sicherheitsüberprüfung (Port-Forwarding) | Prüft jeden Sonntag um 04:00 Uhr, ob OpenCCU per Port-Weiterleitung aus dem Internet erreichbar ist, und erzeugt ggf. eine Alarmmeldung (siehe Sicherheitshinweise). Nicht im LXC-Container. |
| Schutz vor externen Internetzugriffen | Unterbindet Zugriffe auf WebUI und Programmierschnittstellen aus dem Internet per Firewall. Sollte immer aktiviert bleiben. |
| Prüfung auf aktualisierte Zusatzsoftware (CCU-Addons) | Prüft einmal täglich, ob für installierte CCU-Add-ons neue Versionen verfügbar sind, und zeigt diese auf der Startseite an. |
| Speicherüberprüfung (Bad-Blocks) | Prüft jede Nacht um 01:59 Uhr den Systemspeicher auf defekte Blöcke und erzeugt bei Fehlern eine Alarmmeldung. Nicht in Containern (Docker/OCI, Kubernetes, Home Assistant App, LXC). |
| Speicherüberprüfung (FSTRIM) | Gibt jeden Samstag um 04:00 Uhr auf unterstützten Speichermedien (z. B. SSD) ungenutzte Speicherblöcke frei. Nicht in Containern (Docker/OCI, Kubernetes, Home Assistant App, LXC). |
| Alternativer Speicherpfad | Eigener Speicherpfad anstelle des USB-Mediums, z. B. für Diagrammdaten und – sofern kein eigener Backup-Speicherpfad gesetzt ist – die automatischen Backups (benötigt Neustart, siehe Experten-Features). |
| Mediola NEO-Server Autostart | Startet beim Hochfahren automatisch den Mediola NEO Server, sofern dieser konfiguriert wurde. |
| CloudMatic Autostart | Richtet beim Hochfahren automatisch den CloudMatic-Dienst ein und startet ihn. |
| IP-Adresse (HB-RF-ETH) | IP-Adresse eines verwendeten HB-RF-ETH (benötigt Neustart, siehe HB-RF-ETH-Anbindung). |
Experten-Optionen
| Option | Beschreibung |
|---|---|
| DevConfig-Button verbergen | Blendet den Button „DevConfig“ in der Systemsteuerung aus. |
Die Einstellungen werden jeweils als Dateien unter /etc/config gespeichert (z. B. NoCronBackup, CronBackupPath, disableLED, AllowExternalAccess) und können alternativ auch per SSH gesetzt werden.
Für einen sicheren Fernzugriff auf OpenCCU von unterwegs – ohne Port-Weiterleitung im Router – enthält OpenCCU einen integrierten Tailscale-VPN-Client. Voraussetzung ist ein (kostenloses) Tailscale-Konto.
- In der WebUI unter Einstellungen → Systemsteuerung → Netzwerkeinstellungen die Option Tailscale VPN-Funktion aktivieren und die Einstellungen übernehmen.
- Anschließend auf Authentifizierung klicken. Es öffnet sich die Tailscale-Anmeldeseite, über die OpenCCU mit dem eigenen Tailscale-Konto verbunden und in das persönliche VPN-Netzwerk aufgenommen wird.
- Danach ist OpenCCU von allen Geräten, die mit demselben Tailscale-Netzwerk verbunden sind, über ihre Tailscale-IP-Adresse (bzw. ihren Tailscale-Namen) erreichbar.
Zugriffe über das Tailscale-Netzwerk gelten für die Firewall von OpenCCU als lokale Zugriffe. Bei einer Unterbrechung der VPN-Verbindung wird die Alarmmeldung WatchDog: tailscale0-down erzeugt.
Für verschlüsselte HTTPS-Verbindungen erzeugt OpenCCU automatisch ein eigenes, selbstsigniertes Zertifikat. Wenn du eine eigene PKI betreibst und das Root-Zertifikat bereits auf deine Endgeräte verteilt hast, kannst du stattdessen ein von deiner CA signiertes Zertifikat verwenden. Voraussetzung ist das vom Webserver erwartete Datei-/Formatlayout:
-
Die Datei muss
server.pemheißen. -
Die Inhalte werden in einer PEM-Datei in dieser Reihenfolge abgelegt:
- Server-Zertifikat
- Zertifikate der Intermediate-CAs (falls vorhanden)
- Privater Schlüssel des Server-Zertifikats
Das Server-Zertifikat muss dabei an erster Stelle stehen, da der Webserver und die Prüfung auf ein ablaufendes Zertifikat das erste Zertifikat der Datei als Server-Zertifikat verwenden. Das Root-Zertifikat der CA wird nicht benötigt.
Ein Beispielaufbau (PEM-Blöcke jeweils vollständig einfügen):
-----BEGIN CERTIFICATE-----
…Server-Zertifikat…
-----END CERTIFICATE-----
-----BEGIN CERTIFICATE-----
…Zertifikat der Intermediate-CA…
-----END CERTIFICATE-----
-----BEGIN PRIVATE KEY-----
…Inhalt des privaten Schlüssels…
-----END PRIVATE KEY-----
Hinweis: Läuft das in
server.pemhinterlegte Zertifikat in weniger als 24 Stunden ab oder ist es ungültig, ersetzt OpenCCU es beim nächsten Start des Webservers automatisch durch ein neu erzeugtes, selbstsigniertes Zertifikat. Das bisherige Zertifikat wird dabei alsserver.pem_JJJJMMTTgesichert. Ein bald ablaufendes Zertifikat wird zudem mit der AlarmmeldungWatchDog: lighttpd-expired-sslcertgemeldet.
-
Per WebUI: Unter Einstellungen → Systemsteuerung → Netzwerkeinstellungen die Datei
server.pemauswählen und über Hochladen übertragen. Der Webserver wird anschließend automatisch neu gestartet. -
Per SCP: Alternativ kann die Datei per
scpauf das System kopiert werden:Nach einem Upload per SCP wird der Webserver nicht automatisch neu gestartet. Das neue Zertifikat ist erst nach einem Neustart des Webservers aktiv:scp server.pem root@<openccu-DNS-Name-oder-IP>:/usr/local/etc/config/
/etc/init.d/S50lighttpd restart
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