Donnerstag, 3. September 2026
Von wegen bunter September...
Donnerstag, 27. August 2026
Ist doch schön hier...
Als ich die Inhaltsangabe zu „Ist doch schön hier“ von Miriam Burdelski gelesen habe, dachte ich sofort: Das könnte ein Buch für mich sein. Eine Reise mit der Großmutter ins ehemalige Ostpreußen, auf den Spuren der Familie und der eigenen Vergangenheit. Familiengeheimnisse aufdecken und erzählen, was früher war, mag ich einfach.
Obwohl das Thema einer Reise in die Vergangenheit nicht ganz neu ist, ist die Geschichte doch ganz anders, als ich zunächst erwartet hatte.
Wir begleiten Liesel, die gerade ihr Abitur in der Tasche hat, ihre demente, im Pflegeheim lebende Großmutter Emmi und den eher spontan dazugestoßenen Altenpfleger Jascha auf ihrem Trip in einem alten Lada Richtung Masuren. Dabei geht es natürlich um die Suche nach den eigenen Wurzeln. Aber vor allem geht es um Familie, um alte Wunden und um Dinge, über die viel zu lange geschwiegen wurde.
Nach und nach versteht man, warum Liesel ein so schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter Melanie hat und warum Melanie wiederum von ihrer eigenen Mutter Emmi nie die Liebe erfahren konnte, die sie gebraucht hätte.
Die Figuren sind für mich das ganz Besondere an diesem Roman. Sie sind so wunderbar gezeichnet, dass man sie direkt vor Augen hat. Besonders Emmi ist mir ans Herz gegangen. Ihre fortschreitende Demenz wird sehr berührend beschrieben, ohne dass die Geschichte dabei schwer oder bedrückend wird.
Ganz im Gegenteil: Ich habe mit den Figuren mitgefühlt und mich immer wieder köstlich amüsiert. An manchen Stellen musste ich sogar grinsen. Man möchte am liebsten selbst mit im Auto sitzen und diese ungewöhnlichen Reise durch Polen mit all ihren Klischees miterleben.
Miriam Burdelski schreibt leicht und gleichzeitig sehr gefühlvoll. Aus ihren Sätzen spricht die tiefe Zuneigung zu Emmi, die wachsende Nähe zwischen Liesel und Jascha und auch der Schmerz, als Liesel erkennen muss, dass vieles ganz anders war, als sie bisher geglaubt hat.
„Ist doch schön hier“ ist für mich eine berührende Familiengeschichte über Vergangenheit, Verlust, Liebe und die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet. Denn Heimat ist vielleicht tatsächlich weniger ein Ort auf der Landkarte als die Menschen, die bleiben, wenn vieles andere längst verschwunden ist.
Ein Buch, das nachdenklich macht und gleichzeitig wunderbar unterhält. Und eines, das daran erinnert, dass wir miteinander reden, Fragen stellen und manchmal auch Antworten einfordern sollten - bevor es dafür zu spät ist.
Donnerstag, 20. August 2026
Sonne in der Vase
Donnerstag, 13. August 2026
Freitagsblumen mit Schnecken
*Buch-Werbung
Die Geschichte führt uns nach Cornwall, genauer gesagt nach St. Sidwell Manor, einem alten Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert an der wilden Küste. Das Anwesen hat schon bessere Zeiten gesehen: Die Fassade verwittert, der einst prächtige Garten ist verwildert und vor allem liegt ein Geheimnis über dem Haus, das seine Bewohner einfach nicht loslässt.
Die Familie Talwyn - Vater Bruce, Mutter Olivia und die beiden Kinder Zach und Tabitha - zieht nach Cornwall, nachdem Bruce das Herrenhaus überraschend geerbt hat. Doch so richtig weiß er gar nicht, warum ausgerechnet er zum Erben von St. Sidwell Manor geworden ist. Die letzte Besitzerin aus der Familie Pengower ist gerade verstorben und die Verbindung zu seiner Familie liegt irgendwo tief in der Vergangenheit verborgen.
Und genau dort beginnt eine ganz besondere Geschichte. Denn Pixie Tate besitzt eine außergewöhnliche Gabe: Sie kann durch die Zeit reisen - sie nennt es Zeitsaltos.
Der Anfang hat mich sofort begeistert. Die Geschichte nimmt direkt Fahrt auf, ohne langes Vorgeplänkel, und ich war schnell mitten im Geschehen. Die Charaktere mochte ich von Anfang an und besonders die beiden Zeitebenen - 2013 und 1895 - sind faszinierend.
Ich liebe Geschichten, die in verschiedenen Zeiten spielen, und die Verbindung von ein wenig Magie und Romantik fand ich spannend.
Aber mich hat auch der Schreibstil überzeugt. Die Beschreibungen sind so bildlich, dass ich St. Sidwell Manor, den verwilderten Garten und die vielen Blumen direkt vor Augen hatte. Ich konnte förmlich durch den alten Garten spazieren und hatte das Gefühl, selbst ein kleines Stückchen Cornwall zu entdecken.
Und natürlich möchte man unbedingt wissen, was damals mit Felix passiert ist und welches Geheimnis die Familie Pengower so lange bewahrt hat.
Nun bin ich gespannt, wie es mit Pixie und ihrer besonderen Gabe weitergeht.
Donnerstag, 6. August 2026
Geburtstagsblumen
Es ist der Beginn einer großen Liebe: Auf eine zufällige Verwechslung folgt der erste Kuss, ein gefühlvolles Liebesgeständnis, die langersehnte Hochzeit. Die gemeinsame Zukunft von Rose und Landon scheint vorherbestimmt – bis ein tragisches Unglück Rose zu einer folgenschweren Entscheidung drängt: Für die Chance auf einen echten Neuanfang lässt sie mithilfe einer neuartigen Behandlung ihr bisheriges Leben und alle Erinnerungen daran hinter sich.
Doch Landon kann Rose nicht vergessen. Er macht sich auf die Suche nach ihr und lernt sie als Fremder ein zweites Mal kennen. Es dauert nicht lange, bis die alten Gefühle wieder zum Vorschein kommen. Nur ahnt Rose nicht, dass ihr Gegenüber die Last all ihrer gemeinsamen Erinnerungen mit sich trägt.
Kennt Ihr Bücher, die man zuklappt und die einen trotzdem noch eine ganze Weile begleiten?
„Genug für ein halbes Leben“ von Evann Normandin gehört für mich genau in diese Kategorie.
Rose und Landon lernen sich am College kennen und verlieben sich ineinander. Obwohl sie aus völlig unterschiedlichen Welten stammen, passt zwischen die beiden kaum ein Blatt Papier. Sie meistern die kleinen und großen Herausforderungen des Alltags gemeinsam, heiraten und scheinen einer glücklichen Zukunft entgegenzugehen.
Doch dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.
Während Landon versucht, mit dem Verlust und dem Schmerz weiterzuleben, trifft Rose eine Entscheidung, die alles verändert. Mithilfe einer neuartigen Behandlung löscht sie ihre Erinnerungen und beginnt ein neues Leben ohne Landon, ohne ihre gemeinsame Vergangenheit und ohne zu wissen, was sie zurückgelassen hat.
Landon hingegen kann und will nicht vergessen. Er sucht Rose und begegnet ihr noch einmal als Fremder. Die beiden kommen sich wieder näher, doch nur einer von ihnen kennt die Geschichte, die sie miteinander verbindet. Ob Liebe allein ausreicht, um Erinnerungen zu ersetzen, müsst Ihr selbst herausfinden.
Mich hat dieses Buch von der ersten Seite an gefesselt. Evann Normandin erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen und lässt Vergangenheit und Gegenwart Stück für Stück ineinanderfließen. So erfährt man nach und nach, was Rose und Landon widerfahren ist und warum ihre Liebe plötzlich vor einer scheinbar unüberwindbaren Hürde steht.
Besonders Landon habe ich sofort ins Herz geschlossen. Seine Liebe zu Rose ist tief, ehrlich und selbstlos. Er gibt nicht auf, obwohl er weiß, dass Rose sich an kein gemeinsames Erlebnis mehr erinnert.
Neben der bewegenden Liebesgeschichte hat mich vor allem die zentrale Frage des Romans beschäftigt: Würden wir unsere schmerzhaften Erinnerungen wirklich auslöschen wollen, wenn wir könnten? Oder gehören gerade sie zu dem Menschen, der wir heute sind? Ich habe das Buch mehrfach zur Seite gelegt und über genau diese Fragen nachgedacht.
Natürlich ist die Idee einer "Pille des Vergessens" reine Fantasie. Trotzdem wirkt die Geschichte erstaunlich glaubwürdig und regt dazu an, über Verlust, Trauer, Liebe und Neuanfänge nachzudenken. Gleichzeitig zeigt sie eindrucksvoll, wie wichtig es ist, miteinander zu reden und sich gerade in schweren Zeiten nicht voneinander zu entfernen.
Und nein, ich würde diese Pille nicht nehmen, denn zu meinem Leben gehören Verlust, Trauer und Neuanfänge dazu, ohne das alles wäre es nicht mein Leben und es gäbe keine wunderbaren Momente, die man feiern und ins Herz schließen könnte!