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Donnerstag, 5. August 2021

Spätzle zu Zwiebelrostbraten


Heute habe ich einmal mehr die Gelegenheit, eine Landsmannschaft gegen mich aufzubringen: ich wildere im Land der Schwaben und mache Spätzle. Ich habe mir nämlich so eine praktische Reibe gekauft, mit denen die Dinger wie hanggeschabt aussehen - zumindest für einen Nicht-Schwaben wie mich. Natürlich habe ich auch schon mal versucht, mit der Hand zu schaben und so schlimm war das Ergebnis auch gar nicht, aber so geht das eindeutig komfortabler und ich habe mit einigem Stolz auf mein fertiges Produkt geschaut und gedacht: "Ha noi - des isch fei saumäßig guad!"

Samstag, 27. Oktober 2018

Zwiebelrostbraten


Ich habe ja schon oft versucht, es mir mit Anhängern irgendwelcher indigenen Regionalküchen zu verscherzen. Heute habe ich die Gelegenheit, das sogar multikulturell zu schaffen, denn mit einem Zwiebelrostbraten kann man sowohl Österreicher, Bayern, Franken und natürlich Schwaben gegen sich aufbringen. Das ist praktisch, in etwa so, als wenn man mit einer abgesägten Schrotflinte feuert - breite Streuung, irgendwas trifft man immer. Ich bin mir ehrlich gesagt auch gar nicht sicher, in welcher regionalen Küche ich mich heute überhaupt bewege und ob es das vielleicht eher eine Melange (oder Travestie?) verschiedener Ansätze darstellt. Ist mir ehrlich gesagt auch schnuppe, denn es erscheint mir so, wie es ist, stimmig.

Donnerstag, 16. August 2018

Maultaschen mit Spinat


Ich liebe exotisches Essen. Je fremder die Kultur oder Sprache, desto mehr interessiere ich mich für die kulinarischen Errungenschaften dieser Völker. Das ist auch der Fall bei der schwäbischen (oder war es badisch?) Küche. Die ist mir im Normalfall fremder als indonesisch, peruanisch und äthiopisch zusammen. Trotzdem hält es mich nicht davon ab, auch in diesem Bereich hin und wieder rumzufuhrwerken. Spätzle haben wir schon mal brav geschabt und auch Maultaschen hatten wir hier, sogar einen Kartoffelsalat, der zwar bayrisch geprägt, so aber auch im Ländle zu finden sein könnte. Momentan fahre ich voll auf Hausmannskost ab, also gab es heute mal wieder "Herrgottbeschießerle", diesmal aber mit Spinat in der Hackfleischmasse und ein paar sogar ganz ohne Fleisch.

Montag, 21. November 2016

Käsespätzle


Gestern hatten wir hausgemachte Spätzle zu Gulasch, da liegt es ja nahe, heute die Reste in etwas Leckeres wie zum Beispiel Käsespätzle zu verwandeln. Ich weiß, der Schwabe wird aufstöhnen, denn erstens ist dies, weil fleischlos, ein typisches Freitagsgericht, zweitens, müssen die Spätzle dafür nomalerweise frisch gemacht und nicht vom Vortag sein und drittens sehen die "geschmälzten Zwiebeln" zumindest auf den Fotos zu dunkel aus. Ich bin aber kein Schwabe, also darf ich das. Soll doch einer kommen und mich verklagen. Der kann sich dann nämlich vom Geschmack überzeugen und dann immer noch den ersten Stein werfen ...

Sonntag, 20. November 2016

Spätzle


Sind sie nun Nudeln oder sind sie es nicht? Die Frage stellt sich immer wieder und ist auch nicht so einfach zu beantworten. Von den Zutaten her müsste man sie mit "Ja" beantworten, die Art der Zubereitung hingegen müsste auf ein "Nein" hinauslaufen. Vermutlich sind Spätzle eine eigene Kategorie im Bereich der Teigwaren. Was die dann aber wiederum mit Spatzen zu tun haben, von denen sich ihr Name ableitet, ist auch unklar, vermutlich hat das etwas mit der Größe zu tun. Wobei auch die variieren kann. Von klein und rund ("Knöpfle") bis lang oder breit ist so ziemlich alles möglich und es hängt vermutlich von der persönlichen Präferenz, dem Gericht zu dem sie serviert werden sollen oder natürlich auch dem Geschick des Kochs ab, wie die Dinger am Ende aussehen. Dies hier ist mein erster Versuch und ich wollte die Spätzle unbedingt von Hand schaben, deshalb sind sie etwas dick geworden. Der mag der echte Schwabe vielleicht nur ein mitleidiges Lächeln für übrig haben, aber sie waren trotzdem saulecker.

Mittwoch, 21. September 2016

Maultaschen zweierlei gebraten


Langer Tag auf einer Fremdsprachentagung, deshalb heute nur schnelle Resteverwertung. Es waren von vorgestern noch Maultaschen im Kühlschrank. Die isst man im Schwabenland auch gern gebraten und was dem Schwob' recht ist, soll mir billig sein.

Montag, 19. September 2016

Schwäbische Maultaschen


Wieder so ein spontaner Gedanke, der mich heute Morgen überfiel und nicht wieder losließ: Maultaschen. Da scheint es eine Reihe regionaler Unterschiede zu geben und als Niedersachse bin ich keine Experte, aber ich erinnere mich, kürzlich irgendwo eine Kochsendung zum Thema "Schwabenland" gesehen zu haben. An die Zutaten und ungefähren Mengen erinnere ich mich noch so in etwa. Natürlich wird auch hier wieder einer kommen und sagen "Hey, da fehlt Spinat!" (oder sonst irgendetwas). Das scheint dann aber eher badisch zu sein, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Lecker sind die Teigtaschen allemal und vielfältig servierbar. Außerdem ranken sich nette Geschichte um das Teigwerk und so etwas mag ich immer gerne. So nennt man sie zum Beispiel auch "Herrgottsbescheißerle", weil man meinte, Fleisch an den eigentlich fleischlosen Fastentagen in der Teighülle vor den gestrengen Augen des Schöpfers verstecken zu können. Die Herkunft des Namens "Maultasche" ist ungeklärt, er könnte aber auf das Kloster Maulbronn verweisen, wo die Dinger angeblich erfunden wurden. Maultaschen wären dann im ganzen Namen "Maulbronner Taschen". Wikipedia gibt alternativ an, dass "maul" auch von "mahlen" kommen könnte und sich so auf den Inhalt der Nudel bezieht.

Samstag, 17. Oktober 2015

Bayrischer Kartoffelsalat


"Mia san mia" ist eine dieser sinnentleerten Phrasen, deren Bedeutung ich nie verstanden habe. Natürlich sind wir "wir". Wer sollten wir denn sonst sein? Oder: wer sollte uns denn sein, wenn nicht wir selbst? Es grenzt ja nachgerade an Schizophrenie, wenn ich behaupten würde, ich sei jemand anders, andere seien dafür aber ich. Das Ganze ist aber letztlich nicht nur eine pathologische Art mentaler Selbstbetrachtung, sondern auch eine Frage der Semantik und letztlich auch von logischer Bedeutung. Wer Zeit und Lust hat, sollte sich mal bei Gelegenheit mit dem principium identitatis indiscernibilium auseinander setzten. Wer dann noch die Kraft hat, kann ja mal versuchen, dass dann auch einem Bayer begreiflich zu machen.