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Mittwoch, 7. Dezember 2022

Gegen den Zuckerschock: Treccia di Natale salata

 


Zu keiner Zeit im Jahr verzehrt man wohl mehr Süßes als rund um Weihnachten; eine ganz schöne Zumutung für den Körper! Der Zucker sorgt nicht nur dafür, dass der Hosenbund spätestens in der ersten Januarwoche empfindlich kneift, er ist auch verantwortlich für viele ernste Erkrankungen. Nun tendiere ich eh mehr zum Salami- oder Käsebrötchen, wenn der Heißhunger zuschlägt, trotzdem werden von mir in jedem Jahr so einige Plätzchenklassiker in den Ofen geschoben - welche das sind, das könnt ihr auch in diesen Jahr meinem Mercatino di Natale entnehmen. Der Duft des Weihnachtsgebäcks vermittelt mir jedes Jahr aufs Neue jenes wohlige Gefühl von Geborgenheit und Beständigkeit, die leider nicht selbstverständlich ist. Dankbarkeit und auch etwas Demut mischen sich darunter, mit dem Wunsch, dass sich die positiven und auch freudigen Momente im kommenden Jahr wiederholen werden. Dabei wird man von Jahr zu Jahr nachdenklicher: Pandemie, Krieg, drohende Klimakatastrophen, aber auch persönliche Sorgen verdrängen immer häufiger unbeschwerte Vorfreude auf das wohl emotional aufgeladenste Fest der Christenheit. 




Mit ganz anderen, zum Teil existentiellen Sorgen kannte man sich auch in den Quartieri popolari aus. So nennt man die oft dicht bewohnten und eng bebauten Viertel mit schwierigen Lebensverhältnissen. Neapolitanische Lebenskünstler ließen sich aber zu keiner Zeit unterkriegen und haben das Beste daraus gemacht. In ihrer Volkskunst blitzt dieses "Trotz allem" auf. Dabei denke ich gerade an die Tradition der neapolitanischen Weihnachtskrippe. Hier begegnet uns uns das "einfache" Volk gleichberechtigt neben den in aller Welt bekannten Figuren der Heiligen Drei Könige. Nicht Gold tragen die Bewohner der Stadt in ihren Weidekörben, weder Weihrauch noch Myrrhe werden in zu einfachen Läden umgestalteten Ruinen verkauft, sondern Lebensmittel. Liebevoll gestaltete Wurstwaren, Käse, Obst oder Brot in Miniaturformat waren (und sind) fester Bestandteil der Krippenkunst, gerade in Neapel. Wo Armut und Hunger regierte, waren Fleisch, Fisch und Obst quasi heilig. 







Auch wenn es auf einigen meiner Plätzchen auch in diesem Jahr wieder glitzert (von wegen "früher war mehr Lametta"), so gibt es in diesem Jahr zusätzlich ein einfaches, salziges Gebäck - quasi zum Neutralisieren. Brot und Käse - auch das hat Bedeutung in der neapolitanischen Krippenkunst ganz so wie andere Lebensmittel, die man den verschiedenen Monaten zuordnete. So stand das Brot für den Monat Juni, während der Käse den Februar symbolisierte. In diesem Monat wurde traditionell Käse gekauft und eingelagert.




In der Treccia salata verstecken sich allerdings zwei Käsesorten aus dem Norden Italiens, genauer gesagt der Lombardei: der Mascarpone, den man vor allem aus der Zubereitung für Süßspeisen kennt, und die Gorgonzola. So vielseitig kann man Käse einsetzen! Ich sage immer wieder: Vielleicht werde ich eines Tages ganz auf Fleisch verzichten. Bei Käse geht das bei mir nicht!




Zutaten und Zubereitung
(für eine Kastenform von 1,5 L Inhalt)


  • 400 g Manitoba-Mehl 0 (ersatzweise Mehltyp 550)
  • 1 P. Trockenhefe (7 g)
  • 1 El Zucker
  • 1 Ei
  • 50 ml Olivenöl extra vergine
  • 180 ml lauwarmes Wasser
  • ca. 7 g Salz
  • 2 El Kakaonibs
  • 200 g Gorgonzola
  • 200 g Mascarpone
  • Butter und Backpapier für die Form

Am Vortag das Mehl in einer Schüssel mit der Trockenhefe, dem Zucker und dem Salz mischen.
Ei, Olivenöl und Wasser verrühren und zu der Mehlmischung geben. Alles miteinander so gut verkneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst (geht am besten mit der Küchenmaschine).
Den Teig in eine leicht geölte Schüssel legen, abdecken und 30 Minuten gehenlassen. Dann über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am Folgetag den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, damit er wieder auf Raumtemperatur kommt. Dann auf einer bemehlten Oberfläche zu einem Rechteck mit den Maßen 25x40 cm ausrollen.
Die Teigplatte mit Flocken von Gorgonzola und Mascarpone bedecken und die Kakaonibs darüberstreuen.





Von der langen Seite her aufrollen. Die Rolle in der Mitte teilen, dabei die vier Enden etwas zusammendrücken, und dann beide Teile miteinander verflechten. Den Zopf in eine mit Butter eingefettete und mit Backpapier ausgelegte Kastenform heben.
Die Form abdecken und den Teig 45 Minuten gehenlassen.

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Die Treccia ca. 45 Minuten backen, 10 Minuten auskühlen lassen und dann erst aus der Form nehmen.




Rezeptquelle: Nach einer Idee aus Sale&Pepe, Dezember 2022. In dieser Ausgabe gibt es auch einen interessanten Artikel zum Thema. 







Donnerstag, 21. Oktober 2021

Winterliches trifft auf Sommerliches: Polenta gratinata con ratatouille


Nicht nur trifft hier Winterliches auf Sommerliches, auch Norditalien hat ein Rendezvous mit Südfrankreich: Rustikale Polenta aus dem Norden Italiens, mit Gorgonzola überbacken, "herzt" die beliebte Gemüsebeilage aus der Provence. Nebenbei bemerkt: Für mich bleibt eine Caponata die sehr viel raffiniertere Variante aus den fast identischen Zutaten, die man für die Ratatouille verwendet. Ratatouille schmeckt im Vergleich sehr viel puristischer, und allein das Zusammenspiel verschiedener Kräuter verleiht hier das typische, nach Sommer schmeckende Aroma. 

Ach ja, Polenta! Viele Liebhaber hat sie wohl auch in Italien nicht. Etwas abwertend bezeichnet man die Bevölkerung im Norden auch als "Polentoni".  Es waren die Not und die Armut in Norditalien, die die Polenta als Hauptnahrungsmittel auf den Tisch brachte - mit all den verheerenden Konsequenzen, wie es bei diesem Rezept nachzulesen ist. 

Ab und an bereite ich Polenta zu; gerne als "Gnocchi" zu Geschmortem. Selbst in einen Kuchen hat bei mir die Polenta ihren Weg gefunden: In dieser Biskuit-Roulade mit Orangen kann das einstige Arme-Leute-Essen raffiniert auftrumpfen. 

Allerdings bekomme ich jedes Mal, wenn ich die (*flüster*) Instant-Polenta einer in Italien sehr bekannten Marke in den Topf rieseln lasse, ein schlechtes Gewissen. Denn eigentlich müsste ich, wie einst Miracolix über einen Kupferkessel gebeugt, 40 Minuten lang rühren bis der Arm abfällt. Sorry, ragazze e ragazzi, da bin ich raus! Ausweisen aus Italien könnt ihr mich sowieso nicht mehr angesichts dieses Faux pas! 





Zutaten und Zubereitung
(für 4 Personen)



Ratatouille
  • 1 rote Zwiebel 
  • 1 Aubergine
  • 1 Zucchino
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 1 Dose Kirschtomaten im Saft (400 ml Inhalt)
  • Olivenöl extra vergine
  • grobes Salz
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Zweig Rosmarin
  • ein paar Zweiglein Thymian
  • eventuell noch Kräuter der Provence
  • ein paar Basilikumblättchen zum Anrichten

Die Aubergine in kleine Würfel schneiden, in ein Sieb geben und mit grobem Salz bestreuen. Nach einer halben Stunden gut abbrausen und die Auberginenwürfel trockentupfen. 
Das restliche Gemüse in Würfel schneiden, Knoblauch und Zwiebel fein hacken. Die Nadeln vom Rosmarin streifen und zerkleinern, die Blättchen vom Thymian zupfen. 

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und zunächst die Auberginen scharf anbraten, dann die Zucchiniwürfel sowie die Zwiebeln und den Knoblauch hinzufügen. Ein paar Minuten anbraten, salzen pfeffern und die Kräuter hinzufügen. 

Die Tomaten mit in die Pfanne geben und etwas einköcheln lassen. Zum Schluss noch einmal mit Salz, Pfeffer und eventuell der Provence-Mischung abschmecken.



Polenta
  • 125 g Polenta (Instant)
  • 250 ml Gemüsefond oder Brühe (möglichst selbstgemacht)
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • ca. 50 g Gorgonzola dolce
  • Butter für die Förmchen

Vier feuerfeste Förmchen à 100 ml Inhalt mit Butter ausfetten. Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Die Ausbeute der jüngsten Gemüsefond-Produktion


Gemüsefond zum Kochen bringen und unter Rühren die Polenta einrieseln lassen. Weiter rühren bis  sich die Masse vom Topfboden hebt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, auf die vier Förmchen verteilen und etwas festdrücken. Die Gorgonzola auf der Oberfläche der Polenta verteilen.





Die Förmchen für ca. 15 Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben, eventuell in den letzten Minuten noch den Grill zuschalten.

Förmchen aus dem Ofen nehmen etwas abkühlen lassen, die Polenta herausheben und auf der Ratatouille anrichten. 

⚜⚜⚜

Rezept frei nach einer Idee von Björn Freitag.







Donnerstag, 15. Oktober 2020

Kräuterduftend: Tagliatelle alle erbe di provenza con gorgonzola, pere e mandorle



Aus meiner Abneigung gegenüber dem Herbst habe ich nie einen Hehl gemacht. Ich verbinde mit dieser Jahreszeit vor allem Schmuddelwetter. Und ein solches unbeständiges Schmuddelwetter bestimmt diesen Oktober - von ein paar Ausnahmen abgesehen. Noch am vergangenen Freitag verbrachte ich ein paar wunderbare Stunden auf der Terrasse. Allein die Hibiskussträucher trieben geradezu verschwenderisch ihre leuchtenden Blüten aus, als wollten sie verzweifelt den Sommer festhalten. 






Aber nun hat sich das Wetter sehr verschlechtert, mit gewaltigen Gewittern und sintflutartigen Regengüssen, auch wenn ab und an eine trügerische Sonne hervorblitzt. 






Was gibt es da Tröstlicheres, als sich in eine Portion Pasta fallen zu lassen, die von sahnig-cremigen Sugo umschmeichelt wird. Wenn es schnell gehen muss, kann man natürlich auf fertig gekaufte Pasta zurückgreifen, muss dann allerdings auf diesen aus dem Nudeltopf aufsteigenden Kräuterduft verzichten. Weiterer Pluspunkt, wenn die Zeit knapp ist: Für diese Sauce braucht man nicht mal einen zusätzlichen Topf auf dem Herd. Es reicht eine angewärmte Schüssel, in der Käse, Wein und Sauce verrührt werden. Schneller hat man kaum eine ebenso wohltuendes wie raffiniertes Pastagericht auf dem Tisch.   





Zutaten und Zubereitung
(für zwei bis drei Personen)



Pasta

  • 150 g Mehl
  • 50 g Semola di grano duro rimacinata
  • 2 Tl getrocknete Kräuter der Provence
  • 2 Eier
  • etwas Salz
  • wenig Olivenöl extra vergine

Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept die Pasta zubereiten. Durch den Aufsatz für Tagliatelle drehen. Die Kochzeit beträgt eine Minute.











Sugo

  • 150 g Gorgonzola dolce
  • 2 El Weißwein
  • 1-2 El Sahne
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Birne
  • 1 knapper Tl brauner Zucker
  • 1 El Butter
  • 3 El ungeschälte Mandeln

Die Mandeln grob hacken und in einer beschichteten Pfanne anrösten. Zur Seite stellen.
Die Birne schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Die Butter zerlassen, Birnenstückchen und Zucker dazugeben und die Würfelchen leicht karamellisieren.

In einer angewärmten Schüssel Gorgonzola mit dem Weißwein und der Sahne glattrühren. Pfeffern.
Die al dente gekochten Tagliatelle mit der Gorgonzola-Crème vermengen (eventuell noch etwas Kochwasser darunterrühren) und die Birnenstückchen und Mandeln untermischen.









Mittwoch, 20. Dezember 2017

Mit einem Hauch von Süße: Tarte di pere e gorgonzola



Da in den vergangenen Tagen und Wochen fast ausschließlich "Süßkram" in den Ofen geschoben wurde - wie sich das in der Adventszeit auch gehört -, gibt es zur Abwechslung eine pikante Tarte. Mit einem Hauch von Süße! Zwar habe ich bei uns den Freitag zum klassischen "Quiche-Tag" erhoben, aber diese feine Tarte mit dem "Dream-Team" Birne/Walnuss/Gorgonzola schmeckt auch unter der Woche. Bereits bei anderen Rezepten, so bei diesem Risotto, hatte ja ich bereits das erfolgreiche Trio eingesetzt. Überhaupt schmiegen sich Birnen gerne an pikante Zutaten; vielleicht mehr noch als Äpfel.
Ich verspreche: diese Tarte schmeckt besser, als sie aussieht. Die Idee mit der Lage Kartoffeln habe ich einer Zeitschrift* entnommen; sie gibt der Tarte auch ein wenig Stabilität. Die süße Komponente durch das Obst habe ich noch ein wenig verstärkt und Birne sowie die Hälfte der Walnüsse mit etwas Zucker karamellisiert.




Zutaten
(für eine runde Quicheform von 28 cm Ø)

Pâte Brisée


  • 200 g Mehl, gesiebt + Mehl zum Ausrollen
  • 100 g kalte Butter in Flöckchen
  • 7 El kaltes Wasser
  • etwas Salz


Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Teig zubereiten und wie dort beschrieben den Teig in verschiedenen Etappen kühlen.


Füllung


  • 150 g Gorgonzola
  • 1 Birne (z.B. "Kaiser")
  • 50 g Walnüsse, grob gehackt
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 große Kartoffel
  • 1 El Butter
  • 150 ml Sahne
  • 1 Ei
  • etwas Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Tl brauner Zucker


Die Kartoffel in Salzwasser in der Schale garkochen, pellen, abkühlen lassen und in Scheiben schneiden.
Die Birne schälen, in dünne Spalten schneiden, dabei das Kerngehäuse entfernen. Die Butter in einer Pfanne aufschäumen lassen und die Birnenspalten darin leicht anbraten. Den Zucker darüberstreuen, die Hälfte der gehackten Walnüsse dazugeben und alles leicht karamellisieren.
In einer zweiten Pfanne die in dünne Ringe geschnittene Zwiebel in etwas Olivenöl bei milder Hitze glasig werden lassen. Leicht salzen.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Form mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen und den Boden mehrmals mit der Gabel anpieksen.
Zuerst die Zwiebelringe auf dem Boden verteilen, dann die Kartoffelscheiben auflegen.
Nun die Birnenspalten mit den Walnüssen auf die Tarte geben sowie die Hälfte der Gorgonzola in kleinen Stückchen.
Sahne mit dem Ei verschlagen, salzen, pfeffern und über die oberste Lage gießen.
Die restlichen Walnüsse und die restliche Gorgonzola darüber verteilen.
Die Tarte für ca. 45-50 Minuten in den Ofen schieben.

*Sale&Pepe, November 2017


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 27. Januar 2017

Die reinste Medizin: Risotto all'arancia con finocchio brasato



Trotz des frischgepressten Safts aus Tarocco-Orangen, den wir in dieser Jahreszeit jeden Morgen trinken, haben die Erkältungsviren zugeschlagen. Mein armer Mann hustet und schnupft sich durch lange Tage und kurze Nächte; noch bin ich verschont geblieben.
Also wurde ein großer Topf Hühnersuppe mit viel Suppengemüse gekocht - genug, um am folgenden Tag die Suppenreste noch für einen Risotto verwenden zu können.
Gesünder geht es kaum: Orangen, Hühnerbrühe und Fenchel; letzterer wird für seinen Vitamin-C-Gehalt geschätzt, der sogar noch den von Orangen übertreffen soll.
Damit der Risotto nicht allzu asketisch daherkommt, hat sich noch ein wenig Alkohol eingeschlichen. Der killt dann bestimmt noch die allerletzten Viren!





Zutaten
(für 2 Personen)

180 g Carnaroli (oder einen anderen Risotto-Reis)
1 kleine Lauchstange, nur der weiße Teil
100 ml Gewürztraminer (oder einen anderen Weißwein)
ca. 3/4 L Hühnerbrühe, möglichst selbstgemacht
2 unbehandelte Orangen
2 El Butter
etwas Olivenöl extra vergine
60 g Gorgonzola dolce
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

1 Fenchelknolle
etwas Olivenöl extra vergine
Cointreau
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Den weißen Teil der Lauchstange putzen und in sehr feine Ringe schneiden.
Orangen heiß abwaschen, von einer Orangen mit dem Zestenreißer die Schale abschälen, dann das Innere filetieren. Saft auffangen (eventuell die Reste auspressen). Die zweite Orange auspressen und den aufgefangenen Saft dazugeben.
Die Hühnerbrühe erhitzen und leicht köchelnd halten.
In einer Pfanne den Lauch in einem Eßlöffel Butter und etwas Olivenöl anschwitzen. Den Reis hinzufügen und glasig werden lassen. Dann mit dem Wein ablöschen und diesen etwas einkochen lassen. Orangensaft hinzugießen, ebenfalls etwas einkochen lassen.
Nun nach und nach mit köchelnder Hühnerbrühe aufgießen. Immer wieder umrühren.
Der Risotto braucht ab dem ersten Aufgießen mit köchelnder Flüssigkeit etwa 18 Minuten, dann kann er weiter verarbeitet werden.

Parallel dazu die Fenchelknolle putzen, etwas Fenchelgrün zur Seite legen, und in Scheiben schneiden, dabei den Strunk vorsichtig entfernen, damit der Fenchel nicht auseinanderfällt.
In einer Pfanne in etwas Olivenöl die Fenchelscheiben von beiden Seiten anbraten, salzen, pfeffern und mit einem guten Schuss Cointreau ablöschen. Etwas einkochen lassen; der Fenchel sollte noch bissfest sein.

Nun geht es wieder an den Risotto. Gorgonzola zerpflücken und einen Teil zur Seite legen. Die Pfanne mit dem Risotto vom Herd nehmen, die restliche Butter hinzugeben und den Käse, die Orangenzesten und die Filets (einige zur Dekoration zur Seite legen) unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Risotto zugedeckt zwei Minuten ruhen lassen.
Risotto auf den Tellern verteilen und die Fenchelscheiben auflegen. Fenchelgrün, Gorgonzola-Stückchen, Orangenfilets und Orangenzesten über dem Risotto verteilen.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 9. November 2016

In Herbstfarben: Quiche mit Kürbis, Grünkohl und Gorgonzola



Ein neuer Bio-Supermarkt - eine weitere Filiale der Kette - hat direkt an der Piazza Farnese ihre Pforten geöffnet. Für mich ist das ideal! Vorbei die Zeiten, in denen ich ausgesuchte Produkte, darunter so banale Sachen wie Buttermilch und Quark, von weit her schleppen musste.
Natürlich bleibe ich weiterhin meinem Bäcker, dem Metzger und meiner Marktfrau auf dem Campo de'fiori treu, aber für viele Grundnahrungsmittel gestaltet sich der Einkauf in dieser neuen Filiale weitaus angenehmer als in den immer mehr auf Touristen ausgerichteten und zum Teil ziemlich ungepflegten Supermärkten der Altstadt.
Es hat sich doch einiges getan, denke ich an meine ersten Jahre in der Ewigen Stadt zurück. Kleine Supermärkte gab es so gut wie nirgends in der Innenstadt, und ich zog jeden Morgen mit einem Zettelchen in der Hand los, auf dem ich meine Einkäufe notiert hatte. Dann hieß es: immer wieder neue Nummernzettelchen ziehen und Anstehen: Beim Milchlädchen, beim Wurstlädchen, beim Metzger, im Feinkostladen, auf dem Markt etc... Man kann sich vorstellen, wie viel Zeit das kostete. Für "exotischere" Zutaten war ein halbstündiger Fußmarsch nötig, der mich in einen sogenannten "Kolonialwarenladen" führte (ich berichtete darüber), zu dem ich, ganz nebenbei bemerkt, immer noch gerne gehe. Viele andere Zutaten, gerade für die Weihnachtsbäckerei, brachte ich mir ohnehin aus Deutschland mit.




Einen ganz neuen Wortschatz musste ich mir damals, vor über zwanzig Jahren, zulegen. Konnte ich zwar italienische Fachliteratur über die Kunst der Renaissance ohne Probleme lesen, musste ich mir nun im praktischen Leben mit Hilfe von Wörterbüchern zusammenbasteln, wie man etwa "geriebenen Käse (und welchen hier in Italien überhaupt) zum Überbacken" an der Theke bestellt. Auch lernte ich dabei schnell, dass man hier nicht in Gramm, sondern in sogenannten "etti" rechnet. So heißt es nicht: "100 grammi di prosciutto (100 Gramm Schinken)", sondern man verlangt "Un etto di prosciutto".
Auch wenn es zum Teil mühsam war, ich musste mit den Leuten reden, und das war natürlich eine gute Übung für mein Alltagsitalienisch.
Und nun befindet sich dieser phantastische Supermarkt praktisch vor meiner Haustür. Ob Pekannüsse, Kurkumawurzeln, Matcha-Tee oder Bio-Butter aus Deutschland - das alles gibt es hier nun in angenehmer Atmosphäre zu kaufen. Vor allem aber trifft man hier auch auf freundliche und motivierte Angestellte, die nicht einfach am Handy weitertelefonieren und den Kunden wortlos mit einer Hand abfertigen - eine allzu bekannte Szene, die ich erst  kürzlich wieder an der Kasse beim Bäcker erleben durfte.
Ich habe zum ersten Mal Butternut-Kürbis erspäht, und fast alle meine Zutaten für diese Quiche habe ich in diesem Laden gefunden.
Das Rezept habe ich aus einem "Christmas-Special" der englischen Zeitschrift "Good Housekeeping", die mir mein Mann vergangene Woche am Syntagma-Platz in Athen gekauft hatte.
Auf die internationale Zusammenarbeit!





Zutaten
(für eine Quicheform von 28 cm Ø)

Pâte Brisée

200 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
100 g kalte Butter + Butter für die Form
7 El kaltes Wasser
etwas Salz

Nach meinem Grundrezept für Pâte Brisée einen Teig herstellen und wie beschrieben weiterverarbeiten.

Füllung

400 g Kürbisfleisch (Butternut), gewürfelt 
200 g Grünkohl, geputzt und von den dicken Rippen befreit
125 Gorgonzola dolce 
200 ml Sahne
100 ml Milch
2 Eier
Olivenöl
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
50 g Pekannüsse

Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das gewürfelte Kürbisfleisch in einer flachen, feuerfesten Form verteilen, mit etwas Olivenöl und wenig Salz vermischen und für ungefähr 20 Minuten in den im vorgeheizten Ofen schieben.
Herausnehmen, abkühlen lassen und den Ofen auf 180 Grad zurückschalten.

Den Grünkohl in Streifen schneiden, in kochendes Salzwasser geben und acht Minute köcheln lassen. Abgießen und auskühlen lassen.
Gorgonzola zerpflücken.

Sahne, Milch und Eier verquirlen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Die Backform mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen, abgekühlten Kürbis, Grünkohl und Gorgonzola darauf verteilen und mit der Sahne-Milch-Eier-Mischung übergießen.
Pekannüsse auf der Quiche verteilen.
Die Quiche ungefähr 40-45 Minuten im Ofen backen.
Vor dem Servieren etwas abkühlen lassen.

Rezeptquelle: Good Housekeeping, Christmas 2016 Collection, Hearst Magazines UK





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 12. August 2014

Zweifach veredelt: Tagliata mit Gorgonzola-Walnuss-Kruste und Blaubeer-Chutney


In der Ferragosto-Woche wird das Einkaufen in Italien zu einer echten Herausforderung. Ferragosto!  Während man in der katholischen Welt am 15. August den Tag "Mariä Himmelfahrt" feiert, zelebrieren die Italiener vor allem den Höhepunkt ihrer traditionellen Urlaubssaison. Noch heute fliehen die Menschen im August aus ihren heißen Städten ans Meer oder in die Berge, obwohl die Erfindung der Klimaanlage das Leben nicht mehr ganz so unerträglich in den heißesten Wochen des Jahres werden lässt. Wie wir Ferragosto oft erlebt haben, hatte ich vor zwei Jahren bereits in einem kleinen Bericht geschildert.
Nach wie vor sieht man in diesen Tagen abseits der touristischen Trampelpfade leere Gassen und vor allem geschlossene Geschäfte. Heute morgen suchte ich verzweifelt - und vergeblich - eine noch geöffnete Reinigung. Mein Metzger am Campo de' fiori macht Ferien, und der Gemüsemarkt ist zusammengeschrumpft. Im Feinkostgeschäft, das am Vormittag geöffnet ist, wartet man ungewöhnlich lange darauf, bedient zu werden, denn die Angestellten sind vornehmlich damit beschäftigt, belegte Brötchen zuzubereiten oder ausgewählte Schinken- oder Käsesorten für die Touristen in Folie einzuschweißen. Da die Kommunikation seitens der Angestellten meist in holprigem Englisch und seitens der Kunden in noch holprigerem Italienisch abläuft, muss man genügend Zeit und Geduld mitbringen.
Aber ganz so dramatisch wie noch vor Jahren, wo man in der Stadt beinahe verhungerte, wenn man sich nicht größere Vorräte angelegt hatte, ist die Einkaufsituation dann doch nicht mehr.
Trotzdem sind wir gestern Abend noch zum italienischen Spezialitäten-Kaufhaus Eataly gefahren, um dort ein paar ausgewählte Lebensmittel zu kaufen, unter anderem piemontesisches Rindfleisch aus kontrollierter Aufzucht. Den Einkauf dort haben wir wie immer auch genutzt, dort noch eine Kleinigkeit zu essen.
Ich genieße diese Besuche dort!
Noch mehr aber genieße ich eine schöne Cenetta a due ([romantisches] Abendessen zu zweit) zu Hause, besonders, wenn es so etwas Feines wie diese mit Gorgonzola und Walnüssen überbackene Tagliata mit Blaubeer-Chutney gibt.




Zutaten

Blaubeer-Chutney
250 g Blaubeeren
1 rote Zwiebel
15 g frischen Ingwer
1 El Sonnenblumenöl
2 El Apfelbalsam-Essig
35 g Zucker
2 Tl Stärkemehl
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Zwiebel würfeln und den Ingwer fein hacken. Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel sowie den gehackten Ingwer darin anschwitzen, den Zucker hinzufügen und leicht karamellisieren lassen. Dann Blaubeeren und Apfelbalsam-Essig zu den karamellisierten Zwiebeln geben und fünf Minuten köcheln lassen. Das Stärkemehl mit wenig kaltem Wasser glattrühren und zum heißen Chutney geben und unterrühren. Nochmals aufkochen lassen. Chutney mit Salz und Pfeffer abschmecken und abkühlen lassen.

Tagliata mit Gorgonzola-Haube
2 Entrecôtes vom Rind (à ca. 240 g)
etwas frisches Oregano
Fleur de Sel
frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl extra vergine
60 g Gorgonzola piccante
30 g Walnusskerne

Das Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Die beiden Entrecôtes mit Fleur de Sel, Pfeffer und etwas frischem Oregano würzen und von jeder Seite in heißem Olivenöl ungefähr zwei Minuten scharf anbraten.
Gorgonzola zerbröseln und Walnusskerne grob hacken. Käse und Nüsse miteinander verkneten und auf den beiden Entrecôtes verteilen.
Das Fleisch auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für ungefähr zehn Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben.
Vor dem Anschneiden das Fleisch etwas ruhen lassen. Das Blaubeer-Chutney dazu servieren.
Reste vom Blaubeer-Chutney schmecken vorzüglich zu Käse.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 23. Januar 2013

Risotto mit Erfolgstrio



So gerne ich auch koche - und ich würde wohl kaum ein Kochblog schreiben, wenn es nicht so wäre -, manchmal finde ich die tägliche Planung des Abendessens richtig mühsam!
Dabei habe ich immer wieder festgestellt, dass ich, sollte mir gar nichts einfallen und ich einfach auch mal keine Lust auf aufwendige Kocherei habe, am Ende immer bei einem Risottogericht lande. Gut - auch an Pasta denke ich in solchen Momenten.
Wie auch verschiedene Pasta-Sorten ist Risotto-Reis, in der Regel Canaroli oder Arborio, sowie ein Stück Parmesan immer vorrätig; daraus lässt sich schnell eine einfache Variante zaubern.
Nun liebe ich auch Risotto-Gerichte mit etwas außergewöhnlicheren Zutaten wie Erdbeeren, Melonen oder Feigen - die Rezepte dazu kann man in der entsprechenden Rubrik in meinem Blog finden.
Ganz und gar nicht exotisch, eher klassisch, ist ein Risotto mit Birnen, Gorgonzola und Nüssen: eine Kombination, die sich nicht nur auf einer Käseplatte prächtig versteht.
Für einen "Risotto al gorgonzola e pere" finden sich viele Rezepte im Web. Meist werden die Birnenstückchen  mit dem Risotto zusammen gegart. Ich brate sie dagegen extra in etwas Butter an, damit sie noch etwas Biss haben, und füge sie erst am Schluss hinzu.

Zutaten (für zwei Personen)

  • 200 g Risotto-Reis
  • 1 Schalotte
  • 1 Birne (z.B.  die Sorte "Abate")
  • 100 g Gorgonzola dolce
  • 4 El Milch
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1  halbes Glas Weißwein
  • 2 El Butter
  • Olivenöl extra vergine
  • 2 El Parmigiano Reggiano
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 30 g Walnüsse, gehackt


Die Gemüsebrühe erhitzen und köchelnd halten. Die feingehackte Schalotte in etwas Olivenöl sowie einem El Butter anschwitzen, den Reis hinzufügen und glasig werden lassen. Dann mit dem Wein ablöschen.
Nach und nach die Gemüsebrühe hinzugeben, dabei immer wieder den Risotto umrühren. Die Kochzeit für den Reis beträgt nach dem ersten Aufgießen ungefähr 18 Minuten (eventuell bleibt etwas Brühe übrig).
Die Birne schälen, entkernen und fein würfeln. Die Birnenstückchen in einem El Butter anbraten und zur Seite stellen. Den Gorgonzola mit der Milch in einem kleinen Topf erwärmen.
Kurz vor Ende der Garzeit die Birnenstückchen in den Risotto rühren (einige Birnenstückchen für die Dekoration zurückbehalten).
Zum Schluss den aufgelösten Gorgonzola sowie den Parmesan unterrühren und mit frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
Den Risotto auf die Teller verteilen und mit den restlichen Birnenstückchen und den gehackten Walnüssen bestreuen.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane
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