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Dienstag, 1. August 2017

Von heißen Tagen und kalten Nudeln: Pasta fredda con pomodori confit, zucchini, ricotta salata e menta



Wie definiert man eigentlich "schönes Wetter"?
Ganz sicher gehören die verregneten Sommertage in Deutschland nicht dazu. Und natürlich erweckt es einen gewissen Neid, wenn ich über meine Temperaturen berichte. In den sozialen Netzwerken wie Facebook unterhält man sich ja gerne mal über das Wetter. Meist wird gejammert; ich nehme mich da nicht aus. 36 Grad erwähnte ich da kürzlich, und es ließ nicht lange auf sich warten, bis der erste Kommentar erschien - so von wegen "wollen wir nicht tauschen?" Ich war mal wieder zu beneiden, denn wir im Süden haben angeblich immer - ich sage: immer! - das "bessere" Wetter. Nun gut, einen verregneten Sommer wünsche ich mir auch nicht, auch spitzte sich die Lage in Deutschland mit Überschwemmungen und Hochwasser dramatisch zu.
Aber halt! Waren die Temperaturen im Juni nicht auch im Norden auf über 30 Grad geklettert? Für fast eine Woche lang? Auf einmal erschien die Schönwetterlage unerträglich zu sein für meine Landsleute. Zuerst wurde das Kochen eingestellt, es gab überall nur noch Salate (angeblich, was man halt so mitbekommt bei FB und Co.). Ich war am Überlegen. Wie machen wir das eigentlich hier im Süden? Führen wir monatelang eine Art "Hasendasein" und knabbern Rohkost?
Ich habe weiterhin tapfer gekocht. In einer Küche, in der die Temperaturen seit Wochen nicht unter die 30-Grad-Marke fallen. Sogar einen Gulasch gab es einmal, was bei uns doch eher im Winterhalbjahr auf dem Teller landet. Aber wenn die Lust auf ein gewisses Gericht hochkommt, dann lasse ich mir das auch nicht vom Wetter vermiesen.
Bei der ganzen Wettersituation, bei der jeder besonderes Mitgefühl für sich beansprucht (und auch wieder fasse ich mir an die eigene Nase), spielt natürlich auch die Dauer eine Rolle. Eine Woche, zwei Wochen Hitze - das ist alles nicht schlimm. Aber bei uns hält es unterdessen seit Wochen, ja Monaten an.





Mittlerweile ist die Trinkwasserversorgung in Rom gefährdet, was sicher nicht nur auf den mangelnden Regen zurückzuführen ist. Die Brunnen sprudeln dabei unentwegt weiter, sind sie doch für die Touristen auch einen Art Hauptattraktion. Was wäre Rom ohne seine prächtigen Brunnen, scheinen viele zu denken. Gestern konnte ich unter einem Artikel über die Wasserkrise von Rom folgende Kommentare eines Herren lesen.
"Die Brunnen gehören zu Rom ... Die Idee diese paar Kubikmeter Wasser sparen zu wollen wäre lächerlich….Im Verhältnis zum Gesamtverbrauch von Rom ist es unbedeutend.Aber die Deutschen sparen immer am Luxus und nicht an der Notwendigkeit ... Rom sieht dies zum Glück anders….Die Brunnen sind in Betrieb und die Spießer werden nicht gefragt, gut so ... PUNKT"
Sicher, die Mehrheit der Romreisenden denkt glücklicherweise so nicht! Aber bei dem Verhalten vieler Touristen ist so eine Einstellung für mich nicht überraschend. Es geht ja nicht nur um den "Luxus" der Einwohner, wenn Wasser knapp werden sollte. Man denke nur mal an Krankenhäuser, Altenwohnheime etc...Dass dann auch die Hotels und Restaurants täglich viele Stunden ohne Wasser dastehen würden, hat der gute Mann, für den allein die Präsentation der Stadt, der schöne Schein, gewahrt bleiben muss, nicht bedacht.
Allein die Brunnen an der Piazza Navona verbrauchen jährlich 158 Millionen Liter Wasser*; so viel, wie ein Dorf mit 2000 Einwohnern.

In "unserer" Strasse

Am Campo de' fiori


Ein Nasone (Fontanella) an der Via Appia Antica


Die für Rom so charakteristischen Nasoni, auch Fontanelle genannt, sind 2800. Sie liefern Tag und Nacht Trinkwasser; ein großer Teil davon wird direkt wieder in die Kanalisation gespült. Könnte man hier nicht wenigstens Hähne zum Zudrehen anbringen?


Wir haben erfolgreich verdrängt, wer uns dieses Fontanella-Modell einst geschenkt hatte.
War es etwa ein ehemaliger Chef des Wasserunternehmens, das nun 45 Prozent des
Wassers in den Untergrund rieseln lässt...


Fürs erste haben wir noch Wasser, es wird vorerst nicht stundenweise abgestellt. Aber die Hitze hält an. Diese Woche soll es bis zu 44 Grad heiß werden; der Wetterdienst der Aeronautica Militare (Luftwaffe), der die exaktesten Messungen für sich beansprucht, korrigiert die Temperaturen täglich nach oben. Ich denke, da will langsam niemand mehr mit mir tauschen. Es ist Sommer, aber das Leben findet drinnen statt. Bei den Restaurants wird angefragt, ob man nicht in den klimatisierten Räumen sitzen dürfe. Die Strassen leeren sich, die Römer fliehen ans Meer oder in die Berge. Wir harren aus. Tag und Nacht summt die Klimaanlage - ich sehne mich nicht nur nach ein wenig Abkühlung, sondern auch nach Stille. Manchmal esse ich gefrorene Weintrauben, die mir etwas Erleichterung verschaffen. Denn die Wohnung hat sich aufgeheizt - Klimatisierung hin oder her. Die dicken Wände in den alten Palazzi haben inzwischen die Hitze gespeichert - auch für die Nacht.


Immer gut informiert durch den Wetterdienst der Luftwaffe



Das "schönere" Wetter im Winter? Schön wär's! Fragt mal die Expats hier. "Nie haben wir so gefroren wie in Rom", hört man da. Denn die alten Heizungen bringen keine kuschelige Wärme in die Räume. Da habe ich auch schon bei 14 Grad gefrühstückt. Mein Bad hat dünne Wändchen, klebt wie ein Schwalbennest an der Hausfassade auf rostigen Stelzchen (ich sollte nicht zunehmen), da nachträglich an einen über 500 Jahre alten Palazzo angebaut. Duschen erfordert da täglich neue Überwindung, wenn es draußen kalt ist. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vorerst bleibt es heiß, und damit kommen wir endlich wieder auf Kulinarisches zu sprechen. Birgit vom Blog "Backen mit Leidenschaft" richtet zusammen mit der lieben Zora vom "Kochtopf "einen sommerlichen Blogevent aus: World Wide Sommer Food. Birgit backt wirklich mit Leidenschaft, ist aber auch den pikanten Dingen nicht abgeneigt. Deshalb fragt sie: Was isst man so an sommerlichen Tagen rund um die Welt?
Auf jeden Fall isst man in Italien gerne kalte Pasta. Die gibt es fast in jeder Bar, wo sie im Sommer hinter dem Glastresen neben den allgegenwärtigen Tramezzini und Panini präsentiert wird. Dabei meist in der klassischen Version mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum. Wir lieben das, und in der heißen Jahreszeit kommt Pasta fredda bei uns jede Woche auf den Tisch.
Und die folgende Version ganz bestimmt noch öfters.




Zutaten
(für zwei bis drei Personen)


  • 500 g Kirschtomaten
  • 300 g Zucchini ("romaneschi", die hellgrüne, gerippte Sorte)
  • 1 Knoblauchzehe
  • Minzblätter
  • 100 g Ricotta salata (ersatzweise Feta)
  • Salz (Fleur de sel), frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 gehäufter Tl (brauner) Zucker
  • 1/2 Tl Kurkuma, gemahlen
  • Olivenöl extra vergine
  • 250 g Fusilli


Wichtig für alle Arten von Pasta fredda - dem italienischen Nudelsalat: Alle Zutaten müssen vollständig abgekühlt sein, bevor man sie miteinander vermischt.



Zunächst für die Pomodori confit die Tomaten vorbereiten: Waschen, halbieren und die Tomatenhälften auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit Fleur de sel und Zucker bestreuen und mit Olivenöl beträufeln. Im vorgeheizten Backofen (Ober- und Unterhitze, ca. 140 Grad) ungefähr drei Stunden trocknen lassen.




Die Zucchini in dünne Scheiben hobeln und in heißem Olivenöl braten; sie dürfen gerne etwas braun werden. Mit kleingeschnittener Minze, etwas Kurkuma und Salz würzen. Bis zur weiteren Verwendung auf Küchenpapier auskühlen lassen.
Die Pasta al dente kochen. Man kann sie beim Abkühlen mit etwas Olivenöl vermischen, damit sie nicht zusammenklebt.
Die Ricotta salata grob raspeln.
Alle Zutaten mit der kleingehackten Knoblauchzehe vermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und eventuell noch etwas Olivenöl dazugeben.
Vor dem Servieren kaltstellen.

*Quelle: Comune di Roma, Assessorato alle Politiche Culturali e della Comunicazione, Sovraintendenza ai Beni Culturali


Blog-Event CXXXIII - World Wide Summerfood (Einsendeschluss 15. August 2017)



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 26. Mai 2017

Römische Frühlingsküche: Vignarola alla romana



So sieht authentische Küche in Italien aus: Regional - und vor allem saisonal! Für Römer, für die echten Römer (zähle ich mich nach all' diesen Jahren eigentlich dazu...), die auf kulinarische Traditionen Wert legen, repräsentiert kein Gericht mehr den Frühling als die Vignarola.
Um so verwunderlicher ist es, dass es auf den Speisekarten der römischen Trattorie kaum noch zu finden ist, wenn in der Saison die herrlichsten Artischocken, der knackigste Salat und frische Saubohnen und Erbsen an den Marktständen angeboten werden. Zu keiner Jahreszeit sieht es üppiger auf dem Campo de' fiori aus als im Frühling, und das frische Gemüse macht dem Touristennippes endlich mal so richtig Konkurrenz, auch wenn man sich den Weg zum Gemüsestand fast erkämpfen muss.

So genau weiß man nicht, wie das Gericht zu seinem Namen kam. Nimmt es Bezug auf das Gemüse, das wild zwischen den Weinreben wucherte? "Vigneti" , so heißen die "Weinberge" auf Italienisch, auch wenn man in Italien, anders als im Norden Europas, den Wein nicht unbedingt an Berghängen anbauen muss, um die Sonne optimal nutzen zu können. Oder bezieht sich diese Bezeichnung auf die Weinbauern selbst, die das Gemüse, das zwischen dem Wein wuchs, auf den Märkten der Stadt verkauften - oder aber war die Vignarola einfach nur ihr typisches Essen bei der harten Arbeit des Weinanbaus?




In der Literatur findet man unterschiedliche Rezepte für die Zubereitung der Vignarola. Mit Guanciale oder lieber mit Pancetta (darüber habe ich mit meinem Feinkosthändler heute diskutiert, der meinte, Guanciale sei zu fett dafür). Oder lieber doch vegetarisch ohne den pikanten Speck?
Mit Wein oder ohne? Sollte man auch etwas Gemüsebrühe hinzugeben, oder langt die Flüssigkeit, die das Gemüse selbst beim Schmoren abgibt? Und die Gemüsebrühe selbst? Einige Rezepte sehen vor, sie aus den Schoten der Erbsen und Saubohnen sowie der Stängel der Artischocken zu kochen.
Apropos Saubohnen: Angeblich werden sie in der traditionellen Zubereitung nicht von der zähen Haut entfernt. Auch wenn es Arbeit macht: Die zarten Bohnen mag ich lieber ganz "entblättert", und so hüpfen sie bei mir erst gegen Ende der Zubereitung in die Pfanne, damit sie nicht zerkochen.




Zutaten
(für 2-3 Personen)


  • 3 Artischocken (möglichst Carciofi romaneschi)
  • 300 g frische Erbsen, gepalt
  • 300 g frische Saubohnen, gepalt
  • 1 kleiner Kopf Römersalat (Lattuga romana)
  • 100 g Pancetta
  • 2-3 Frühlingszwiebel
  • ein paar Minzblättchen (Bergminze, "Mentuccia")
  • Olivenöl, extra vergine
  • 100 ml Weißwein
  • ein wenig Gemüsebrühe
  • Saft einer halben Zitrone
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Die Artischocken putzen, dabei den Stängel entfernen und bis zur weiteren Verwendung in Zitronenwasser legen.
Die Saubohnen für eine Minute in kochendes Wasser geben, abgießen, abschrecken und die Bohnenkerne aus den Häutchen drücken.
Die Pancetta in Streifen und das Weiße der Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Pancetta so lange ausbraten, bis der Fett glasig zu werden beginnt, dann die Frühlingszwiebelringe hinzufügen.
Die Artischocken der Länge nach vierteln, das Heu entfernen und in feine Spalten schneiden. Diese in die Pfanne zu der Pancetta und den Frühlingszwiebeln geben und kurz mit anbraten.
Mit etwas Wein ablöschen und die Erbsen hinzufügen. Salzen und pfeffern und zugedeckt bei kleiner Hitze ca. 15 Minuten schmoren lassen. Wenn das Gemüse zu trocken wird, noch etwas Wein und gegebenenfalls wenig Gemüsebrühe angießen.
In der Zwischenzeit den Salat (man braucht nur wenige Salatblätter) in breitere Steifen schneiden.
Salat zusammen mit den Saubohnen und ein paar Minzblättchen zu dem Gemüse in der Pfanne geben und weitere 5 Minuten schmoren lassen. Dabei kontrollieren, dass das Gemüse nicht zu trocken wird, sonst noch etwas Brühe angießen, aber es sollte keineswegs zu "suppig" werden.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken und lauwarm oder auch kalt servieren.


Eine schmale Gasse in der Nähe des Campo de' fiori


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 20. Mai 2017

Süße Tricolore: Rotolo di pan di spagna al tè matcha ripieno di ricotta e cioccolato con salsa di fragole



Im Mai gibt es bei uns Erdbeerkuchen! Der gehört einfach dazu und läutet die schönste Zeit des Jahres ein: den Frühsommer. Noch sind die Temperaturen erträglich - sofern nicht Unwetter wüten wie die vergangene Nacht und auch noch den ganzen Vormittag über. Angeblich gab es schwere Verwüstungen mit umgestürzten Bäumen und ein paar tiefen Kratern in den Strassen.
Dann aber, mit den ersten Sonnenstrahlen, bin ich zum Markt geeilt, um endlich Erdbeeren zu kaufen; Traditionen müssen ja gepflegt werden.



Die Biskuitroulade hätte ich mir gerne etwas intensiver grün durch den Tee gewünscht, auch kommt der Matcha-Geschmack nur sehr leicht durch. Also habe ich noch einmal ordentlich Matcha-Tee darüber gestäubt und ein paar frisch gepflückte Jasminblüten darauf "gepflanzt", die die heftigen Regengüsse überstanden haben.




Zutaten

Matcha-Biskuitrolle


  • 6 Eier
  • 100 g Zucker 
  • 1 Prise Salz
  • 80 g Mehl
  • 20 g Speisestärke
  • 2 gehäufte Tl Matcha-Tee
  • Backpapier
  • 2 saubere Küchenhandtücher und etwas Zucker


Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
Die Eier trennen und die Eiweiße mit einer Prise Salz steifschlagen, dabei einen El Zucker von der Gesamtmenge abnehmen und einrieseln lassen.
Die Eigelbe mit dem restlichen Zucker zu einer hellgelben Masse aufschlagen.
Eiweiß auf die Eigelbmasse geben und das Mehl, die Speisestärke und das Tee-Pulver darübersieben.
Mit dem Rührlöffel vorsichtig unterheben.
Die Biskuitmasse auf dem Backpapier verstreichen und das Backblech für 12-15 Minuten in den Ofen schieben.
Danach die Teigplatte auf ein mit Zucker bestreutes Handtuch stürzen, Papier abziehen, mit einem angefeuchteten Küchenhandtuch bedecken und vorsichtig aufrollen.



Füllung


  • 500 g Ricotta aus Schafsmilch (Ricotta di pecora)
  • 200 ml süße Sahne
  • 70 g Vanillezucker, selbstgemacht
  • 100 g dunkle Schokolade (mindestens 70%)
  • etwas Matcha-Tee


Die Ricotta mit dem Vanillezucker cremig rühren, Sahne steifschlagen und unterheben. Ein wenig von der Crème abnehmen; man braucht sie zum Bestreichen der Rouladen.
Die Schokolade fein hacken und unter die restliche Crème für die Füllung rühren.
Biskuit entrollen und die Ricotta-Schokoladencrème darauf verstreichen, dann wieder aufrollen.
Mit der zur Seite gestellten Crème ohne Schokostückchen bestreichen und mit Matcha-Tee bestäuben.



Erdbeer-Sauce


  • 500 g Erdbeeren
  • 65 g brauner Zucker
  • Saft einer halben Zitrone
  • ein paar Minzblättchen


Erdbeeren waschen und in Stücke schneiden. Zusammen mit dem Zucker und dem Zitronensaft in einen Topf geben und aufkochen lassen. Vier Minuten bei starker, dann weitere zehn Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Eventuell den sich bildenden Schaum abschöpfen.
Die Minzblättchen kleinschneiden und zur Sauce geben.
Biskuitrolle zusammen mit der Sauce servieren.

Rezeptquelle: Frei nach einer Idee aus "Io donna", Wochenendbeilage des "Corriere della Sera" vom 15. April 2017



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 24. Juli 2016

Kräuterige Resteverwertung: Frittata alle erbe aromatiche



Weil es auf unserer Terrasse zu heiß für die Kräuterzucht ist, kaufe ich immer wieder Kräuter in kleinen Töpfen, die ich entweder in der Küche hin- und herschiebe oder auf eine Fensterbank stelle. Ein ideales Plätzchen hätten die Töpfe ja auf einem kleinen Tisch gefunden, aber da hatte ich die Rechnung ohne Kringel, meiner kleinen schwarzen Katze, gemacht.
Die fand das Grünzeug nämlich überaus verlockend, sprang stets auf den Tisch und naschte genüsslich.
Die Kräuter sind nun erneut auf eine unserer wenigen Fensterbänke umgezogen, Kringel bekommt Katzengras - und alle sind wieder zufrieden. Sollte man meinen - nur litten die Pflänzchen während unserer einwöchigen Reise nach Deutschland noch mehr als unter der Gier von Kringel, auch wenn eine liebe Bekannte ab und an die Töpfchen mit frischem Nass versorgte.
Ein wenig trocken geworden, konnte ich die verschiedenen Kräuter trotzdem noch für ein schönes, typisch italienisches Omelette verwenden. In kleine Quadrate oder zu Rauten geschnitten, findet man Frittate oft als Bestandteil gemischter Antipasti, besonders in der etwas einfacheren, ländlichen Küche. Auch kann man sie wunderbar zum Aperitif als Fingerfood reichen. Für uns war diese Frittata, begleitet von einem erfrischenden Tomatensalat, eine vollständige und leichte Mahlzeit bei der drückenden Hitze, die zur Zeit in Rom -  und vor allem in meiner kleiner Küche - herrscht. Ich habe eine relativ große Form genommen, so dass die Frittata ziemlich dünn ausgefallen ist. Wenn man sie höher möchte, einfach eine kleinere nehmen und eventuell die Backzeit um wenige Minuten verlängern.





Zutaten
(für zwei Personen; als Antipasto reicht die Menge für vier. Maße der Form: 23x30 cm)

6 Eier
1 Schalotte
3 El frische gehackte Kräuter
(Thymian, Rosmarin, Salbei, glatte Petersilie, Basilikum, Minze, Majoran)
1 El Butter + Butter für die Form
2 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
2 El Panna da cucina (dicke italienische Kochsahne)
Salz, frisch gemahlener Pfeffer




Die Schalotte in kleine Würfelchen schneiden und in der Butter glasig anschwitzen. Abkühlen lassen.
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und die Form mit Butter ausstreichen.
Kräuter waschen, trockentupfen, von den Stielen zupfen und mit dem Wiegemesser fein hacken; man benötigt ungefähr drei El gehackte Kräuter.
Eier mit dem geriebenen Parmesan und der Sahne verquirlen. Kräuter und Schalotten hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Eiermasse in die vorbereitete Form gießen und im Ofen ca. 15 Minuten backen (variiert je nach Größe der Form, also alles gut im Auge behalten!).
Die Frittata etwas abgekühlt in Stücke schneiden. Sie schmeckt lauwarm oder auch kalt.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 6. Juli 2016

Trostpasta für den "traurigen Italiener": Papiri con pesto di pistacchio e menta con zucchini e fiori di zucca



Der Schock sitzt tief, und er musste erst einmal verdaut werden. Doch jetzt gibt es einen Teller Trostpasta für den "traurigen Italiener". Über diesen Suchbegriff ist in diesen Tagen jemand auf meinem Blog gelandet.
Ihr habt es ja alle mitbekommen: die Italiener sind draußen. Wir haben ihre Niederlage am vergangenen Samstag auf Ischia miterleiden dürfen. Umgeben von Italienern inklusive der italienischen Bildungsministerin fieberten wir als einzige Deutschte mit - für "die Mannschaft" natürlich. Die Preisverleihung, zu der wir nach Ischia eingeladen waren, wurde nach hinten verschoben und somit zu einer nächtlichen Veranstaltung nach dem Fußballkrimi, bei dem es die sonst so förmlichen Italiener kaum auf den Sitzen hielt. Allein die Ministerin bewahrte Contenance.
Nun gibt es also, nach den Grissini, Pasta als zweiten Beitrag für den Blogevent von Peter vom Blog Aus meinem Kochtopf. Sicher gab es auch für die italienischen Spieler erst einmal einen großen Teller Pasta nach ihrer traurigen Rückkehr in die Heimat. Pasta hat ja so etwas Tröstliches! Vielleicht hätte ich als ersten Beitrag ein Pastagericht veröffentlichen sollen, denn eine gute Portion Kohlenhydrate hätte die "alten" Jungs der Squadra Azzurra vielleicht noch einmal zu Höchstform auflaufen lassen. (Könnte man mir jetzt als Taktik auslegen...)
Mister Kick hat übrigens immer noch nicht seinen Weg in die Ewige Stadt gefunden. Ich will ja keine Vorurteile schüren, aber italienische Post halt. Vielleicht ist Mister Kick auch nur einfach weiter ans Meer gereist und lässt es sich gutgehen. Vielleicht kommt er aber auch rechtzeitig zur nächsten Weltmeisterschaft an. Und der "traurige Italiener" hat dann hoffentlich sein Trauma auch wieder überwunden.




Zutaten
(für 2-3 Personen)

Pesto

120 g Pistazien
50 g geschälte Mandeln
30 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
ein Händchen voll Basilikumblätter
ein Händchen voll Minzblätter + Blättchen für die Deko
Olivenöl extra vergine, ca. 130 ml
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Mandeln in einer beschichteten Pfanne kurz anrösten. Ein paar Pistazien zur Seite legen.
Die übrigen Zutaten in einem Mixer zu Pesto verarbeiten, dabei soviel Olivenöl hinzufügen, bis das Pesto geschmeidig wird. Es dürfen gerne noch ein paar gröbere Stückchen Mandeln und Pistazien vorhanden sein. Von dem Pesto verwendet man ungefähr 4-5 Eßlöffel. Der Rest hält sich, mit Olivenöl bedeckt, ein paar Tage im Kühlschrank frisch.

6 Zucchini mit Blüten*
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

250 g Pasta, z.B. Papiri

Die Zucchiniblüten abtrennen, Stempel herausnehmen und Blüten unter fließendem Wasser säubern. Bis zur Verwendung in einem Schälchen mit kaltem Wasser aufbewahren; welke Blüten gehen dadurch wieder etwas auf.
Die Zucchini in Scheiben schneiden und in Olivenöl scharf anbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Pasta al dente kochen, abgießen und in der Pfanne mit den Zucchini vermischen. Zucchiniblüten längs in Streifen schneiden und mit dem Pesto unter die Pasta heben.
Restliche Pistazien grob hacken und über die Pasta streuen. Mit ein paar Minzblättchen belegen.

Wieso die Pastasorte diesen ungewöhnlichen Namen hat, kann man hier erkennen:




*Wenn ich Zucchiniblüten verwende, so nehme ich für gewöhnlich die männlichen Blüten. Man erkennt sie an den Stielen, auch sind sie größer.

Männliche Zucchiniblüten


Weibliche Blüten sitzen an den Zucchini selbst. Leider sind sie oft schon verblüht, wenn sie auf den Markt komme. Aber dann entdeckte ich in einem Feinkostladen herrliche Exemplare.

Weibliche Zucchiniblüten



Blogevent EuropaKochen 2016 - Wir kochen uns durch Europa


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 20. Mai 2016

Vor Saubohnen wird gewarnt: Fave, patate e salame



Die Warnung ist durchaus ernst zu nehmen: Favismus ist eine lebensbedrohliche, vererbliche Erkrankung, die vor allem im Mittelmeerraum, aber auch in Afrika und Südostasien auftritt. Bei Menschen, die ein bestimmtes krankhaft verändertes Gen aufweisen, kann nach dem Einatmen von Pollen diverser Pflanzen, vor allem der der Saubohne (lat.: Faba = Bohne), eine sogenannte Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen) ausgelöst werden - mit zum Teil fatalen Folgen.
So sind in Italien in der Saison auch Warnhinweise vor den Supermärkten vorgeschrieben. "In questo negozio sono in vendita fave fresche" (in diesem Geschäft werden frische Saubohnen verkauft), so steht es auf vielen Schildern zu lesen, die Betroffene vor dem Betreten des Ladens warnen.
Nun ja, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker...




Ich warne dagegen aus einem anderen Grund: Es muss gepult werden, und das ist eine etwas öde Beschäftigung. Die Saubohnen sind nämlich von einer zähen Haut umschlossen, aus der man die eigentlichen Kerne herausdrücken muss. Vor dem Pulen steht sogar noch das Palen auf dem Programm, denn die Bohnenkerne verstecken sich ja in einer Schote. Diesen Arbeitsschritt hat mir allerdings ein netter Verkäufer beim Marktstand erspart.




Zutaten
(für vier Personen)

500 g festkochende Kartoffeln
300 g Saubohnenkerne
90 g italienische Salami
1 Knoblauchzehe
1  Tropeazwiebel (möglichst junge mit Grün)
100 ml trockener Weißwein
1/2 Tl brauner Zucker
Olivenöl extra vergine
Salz. frisch gemahlener Pfeffer
frische Minze

Die Saubohnenkerne waschen und Minuten in kochendes Salzwasser geben. Abgießen und kurz kalt abbrausen. Die Kerne aus den Häutchen drücken.
Kartoffel unter fließendem Wasser säubern, in kaltem Salzwasser aufsetzen und gar kochen.
Abgießen, pellen und erkalten lassen.
Die Salami in dünne Scheiben schneiden, Minzblättchen waschen und trockentupfen.
Knoblauchzehe fein hacken und die Zwiebel in feine Spalten schneiden.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelstreifen sowie den gehackten Knoblauch leicht anschwitzen. Die Saubohnen sowie den Wein hinzufügen, mit Zucker, Salz, Pfeffer und Gemüsebrühe-Granulat abschmecken und wenige Minuten köcheln lassen. Der Wein sollte etwas verdampfen, ohne das die Bohnen zu "trocken" werden.
Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
Die in Würfel geschnittenen Kartoffeln sowie die Salamischeiben untermischen und mit Minzblättchen bestreuen. Eventuell noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.






♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 23. Februar 2016

Da schlägt mein (Artischocken-)Herz höher: Bigoli con carciofi e pesto di prezzemolo, menta e mandorle



Zu Bergen aufgetürmt triumphieren wieder zarte Artischocken in diesen Tagen auf den römischen Märkten. Die Marktfrauen- und Männer haben es sich unter ihren großen Schirmen gemütlich gemacht und putzen für faule Kundinnen wie mich das begehrte Gemüse. Meine Versuche in dieser Kunst hatten bislang noch niemals die perfekt zurechtgestutzte Artischocke hervorgebracht. Eigentlich hieße das für mich eigentlich: üben, üben, üben. Aber ich mache dafür lieber die Pasta selbst und quäle das Gemüse nicht weiter mit meiner dilettantischen Schnitzerei. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, frische Artischocken zu verarbeiten. Die kleinen eingelegten Carciofini, die man in Gläsern "sott'olio" (in Öl eingelegt) im Handel findet, eignen sich nicht zum Kochen, sondern schmecken nur kalt - am besten zu gemischten Antipasti.




Petersilie und Minze - besser noch Mentuccia, dt. Bergminze - sind die typisch römischen Begleiter der Artischocken. Warum nicht einfach diese Kräuter zu einem Pesto verarbeiten und über die mit der Pasta vermischten Artischocken geben, dachte ich mir heute nach meinem Marktbesuch. Apropos Pasta: Da die Artischockenspalten einen kräftigen Gegenspieler brauchen, habe ich dazu Bigoli gemacht, eine typische Pastasorte aus dem Veneto (Venetien).




Zutaten
(für zwei Personen)


Bigoli

150 g Mehl
50 g Hartweizengrieß 
2 Eier
Salz
etwas Olivenöl extra vergine

Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Pastateig herstellen.
Nach der Ruhezeit die Pasta bis auf Stufe 4 ausrollen und dann durch den Bigoli-Aufsatz pressen.
Diese Pastasorte benötigt etwa 5 Minuten.


Pesto

30 g glatte Petersilie
15 g Minzblättchen (Menta Romana)
30 g geschälte Mandeln
20 g Parmigiano Reggiano
1 Knoblauchzehe
Olivenöl extra vergine
Fleur de sel
frisch gemahlener Pfeffer

Aus den Zutaten ein Pesto herstellen. Dabei wie hier beschrieben vorgehen. 

Artischocken

4 Artischocken, wenn möglich der Sorten "Cimaroli" oder "Romaneschi"
Saft einer halben Zitrone
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
ein paar Pinienkerne

Die Artischocken putzen (oder putzen lassen...). Für diese Gericht habe ich dieses Mal die Stengel entfernt. Die Köpfe bis zur weiteren Verarbeitung in Zitronenwasser aufbewahren.
Artischocken vierteln, Heu entfernen und jedes Viertel in dünne Spalten schneiden.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Artischockenspalten hinzugeben, salzen und mit wenig Flüssigkeit zugedeckt weichschmoren. Das dauert ungefähr zwanzig Minuten.
Danach mit Salz und Pfeffer abschmecken.
In der Zwischenzeit die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne hellbraun anrösten.
Bigoli al dente kochen, abgießen, zu den Artischockenspalten in die Pfanne geben und untermischen.
Pasta auf den Teller verteilen, etwas von dem Pesto sowie die Pinienkerne darübergeben.






Weitere Gerichte mit Artischocken gibt es bei mir hier:




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 26. September 2015

Die türkische Version der Frikadelle: Köfte




In Rom kommt man leider mit der türkischen Küche, wie überhaupt mit den Küchen dieser Welt, selten in Berührung. Mit einer netten türkischen Kollegin meines Mannes waren wir vor einiger Zeit in dem mir einzig bekannten türkischen Restaurant von Rom; wir leben übrigens in einer Drei-Millionen Stadt!
Mehrmals waren wir auch zum türkischen Feiertag in der Botschaft eingeladen. Auch hier das gewohnte Bild: Während sich die meisten Gäste aus aller Welt um das mit Spezialitäten des Landes bestückte Buffet drängen, gibt es noch eine italienische Ecke - ich sage jetzt mal nichts dazu...
Also muss man selber an den Herd, beziehungsweise dieses Mal an den Ofen. Das aktuelle Thema beim Dauerevent über die Spezialitäten aus der Türkei, der von Sibel von Insane in the kitchen und Melanie von Kleine Chaosküche monatlich ausgerichtet wird, lautet: Ofengerichte.
Diese kleinen Fleischbällchen, die im Türkischen als Köfte bezeichnet werden, landen bei uns übrigens seit Jahren regelmäßig auf dem Teller. Es ist herrlich unkompliziert, alles auf ein Blech zu packen - und dann nur noch abzuwarten. Keine Pfannen, keine Töpfe - einfach nur Genuss. ohne dass man schon beim Essen an zuviel Abwasch danach denken muss.
Wie authentisch allerdings dieses Gericht ist - das zu beurteilen, überlasse ich aber den beiden Spezialistinnen für eine der wunderbarsten Küchen der Welt!





Zutaten
(für 4 Personen)

Köfte

500 g Rinderhack
2 El gehackte, glatte Petersilie
1 Schalotte, gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt 
2 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
2 EL Semmelbrösel
1 Ei
1 Tl Salz
frisch gemahlener Pfeffer
Thymian, gerebelt
Kreuzkümmel
Rosenpaprika

Gemüse

400 g Kirschtomaten
3 Zucchini
1 gelbe Paprika
400 g Kartoffeln
1 Bund Frühlingszwiebel
ein paar frische Thymianzweige
150 ml Gemüsebrühe
1 Tl Tomatenmark
1 Tl Chilipüree (z.B. Sambal Oelek)
Olivenöl extra vergine

Joghurt-Dip

250 g griechischer Joghurt
1-2 El Zitronensaft
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
ein paar frische Minzblätter, gehackt

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das Hackfleisch mit allen Zutaten vermengen und mit den Gewürzen kräftig abschmecken. Dann mit angefeuchteten Händen kleine Bällchen aus der Hackmasse formen.
Das Gemüse putzen, Kartoffeln vierteln, Zucchini schräg in etwas dickere Scheiben schneiden, Kirschtomaten halbieren. Paprikaschote grob würfeln und die Frühlingszwiebel in ca. 3 cm lange Stücke schneiden.





Das Gemüse auf einem Backblech oder in einer großeren ofenfesten Form verteilen und die Hackbällchen daraufsetzen. Ein paar Thymianzweige darüber verteilen.
Gemüsebrühe mit dem Tomatenmark und dem Chilipüree verrühren und über Gemüse und Hackbällchen gießen. Großzügig mit Olivenöl beträufeln.
Das Blech für ungefähr 50 Minuten in den Ofen schieben.
Für den Dip alle Zutaten verrühren und diesen zu den Köfte mit Gemüse servieren.


Taste of Turkey


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 5. August 2015

Für Unentschlossene: Gazpacho di melone con spiedino di San Daniele e caprino




Es ist einfach nur noch heiß, der Asphalt glüht, aber trotzdem knurrt im Laufe des Tages irgendwann der Magen. Passiert auch bei diesen Temperaturen, auch wenn man eigentlich vor allem trinken möchte. Und das Trinken - Wasser! -  ist bei der hochsommerlichen Hitze, die Italien seit Wochen fest im Griff hat, überlebenswichtig. Leichte Küche ist angesagt, und die Entscheidung zwischen einer eiskalten Gazpacho oder einem schlichten Teller mit Schinken und Melone fällt schwer.
Die ultimative Lösung wäre nun, beide Küchenklassiker in einem zu vereinen. Denn wer sagt denn, dass es immer nur eine Gazpacho Andaluz sein muss und die Melone sich nicht auch mal verflüssigen kann? Spanien und Italien vertragen sich bestens auf einem Teller, und beide Länder können auch kulinarisch virtuos mit Hitze umgehen.




Zutaten
(für 4 Personen)

1 Cavaillon-Melone
200 g griechischer Joghurt
4 El Olivenöl extra vergine
2 dünne Weißbrot- oder Toastscheiben, entrindet
4 El Weißweinessig
das Weiße einer Lauchzwiebel (ich: frische Tropea-Zwiebel)
8 Scheiben San-Daniele-Schinken
100 g Ziegenfrischkäse
Minzblätter
Fleur de sel, frisch gemahlener Pfeffer

Das Brot in dem Essig einweichen, Zwiebel in grobe Würfel schneiden und in kaltes Wasser legen, um die Schärfe etwas zu mildern. Die Melone vierteln und die Kerne herauskratzen. Aus einem Viertel Förmchen oder Kugeln ausstechen und zur Seite stellen.
Restliche Melone schälen und zusammen mit dem Joghurt, dem Olivenöl, dem Brot, 4-5 Minzblättern und der Zwiebel in den Mixer geben. Fein pürieren, mit Fleur de sel und Pfeffer abschmecken und kaltstellen.




Schinkenscheiben abwechselnd mit Minze, Melonenbällchen und dem zu Kugeln geformten Ziegenfrischkäse auf Spießchen stecken.
Die eiskalte Suppe mit den Spießchen servieren.






♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 30. Juli 2015

Ein Traum: Tagliolini con pomodorini al forno, vaniglia, menta e pecorino



Wenn ich jetzt in Apulien wäre, an einem heißen Hochsommertag in Apulien - ich würde meine Tomaten auf einem kleinen, niedrigen Mäuerchen trocknen...
Der weiße Verputz der von Bougainvillea umklammerten Hauswände reflektiert das gleißende Licht der Sonne und richtet es auf meine Tomaten, und ich beobachte, wie sie langsam zu dunkelroten, runzligen Häufchen zusammenschrumpeln. Eine leichte Prise vom Meer spendet die salzige Würze, die meine kleinen Tomatenmumien so aromatisch werden lassen. Ich warte, ich sitze barfuß in einem weißen Kleid aus kühlendem Leinen unter einem uralten knorrigen Olivenbaum, der mir flirrenden Schatten spendet. Ich rieche den archaischen Duft seines von der Hitze erwärmten Holzes, unter das sich Aromen der immergrünen Macchia schleichen. Nur die Grillen zirpen ihre monotone Melodie und geben mir das Gefühl, nicht ganz alleine zu sein. Ich beiße in das Stück einer reifen Wassermelone, der hellrote Saft rinnt durch meine Finger und tropft auf mein weißes Kleid - egal - ich schaue weiter in Richtung meiner Tomaten, über sie hinweg, bis sich mein Blick irgendwo auf dem glitzernden Meeresschaum verliert. Ich habe ja Zeit, soviel Zeit, ja die Zeit scheint stillzustehen an diesem heißen Hochsommertag in Apulien.
Wenn ich denn in Apulien wäre...
Schnitt!
Ich bin in Rom, in meiner kleinen heißen Küche in Rom und trockne schon seit über drei Stunden meine Tomaten im Ofen.
... und wenn ich in Apulien wäre, dann gäbe ich Kräuter hinzu, etwas Thymian, einen Hauch Knoblauch, vielleicht sogar Oregano...
Aber ich bin in Rom, und wenn ich in Apulien wäre, würden meine Tomaten niemals die Bekanntschaft von Vanille machen...






Zutaten
(für 2 Personen)

Pasta

150 g Mehl, gesiebt
50 g Hartweizengriess
ein Prise Kurkuma (fakultativ)
2 Eier
Salz
ein paar Tröpfchen Olivenöl extra vergine

Nach meinem Grundrezept einen Pastateig herstellen und diesen nach der angegebenen Ruhezeit portionsweise durch die Walze für Tagliolini drehen.
Diese feinen Nudeln benötigen nur etwa eine Minute Garzeit.




Tomaten

750 g Kirschtomaten
Olivenöl extra vergine
1 Vanillestange
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
etwas brauner Zucker
Olivenöl extra vergine
4 Minzblätter
40 g Pecorino Romano


Die Tomaten halbieren, mit Salz und etwas Zucker bestreuen, mit Olivenöl beträufeln und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech bei 120 Grad (Ober- und Unterhitze) für ca. 4 Stunden in den Ofen schieben.
Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Tomaten mit dem ausgekratzten Mark der Vanille, und der kleingeschnittenen Minze kurz schwenken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Pasta untermischen, die Pfanne vom Herd ziehen und den geriebenen Pecorino unterheben.

Rezeptquelle: Inspiriert durch eine Kreation von Salvatore Tassa.







Restaurant-Tipp:
Ristorante Colline Ciociare
Chef: Salvatore Tassa
Michelin: 1 Stern

Via Prenestina, 27
Acuto - Frosinone
Tel.: 0775 56049
info@salvatoretassa.it
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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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